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Full text of "Die Kunstdenkmäler von Bayern; im Auftrag des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus"

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Grundsätze 
für die Inventarisation der Kunstdenkmäler Bayerns. 



L Zweck des Inventars. Die Inventarisation hat den Zweck, den Gesamt- 
bestand des Königreichs an Kunstdenkmälern im weitesten Sinne wissenschaillich fest- 
zustellen und zu beschreiben, dem Schutze und der Pflege dieser Denkmäler und 
damit der Kunst-, Landes- und Ortsgeschichte sowie der lebenden Kunst und der 
Heimatliebe zu dienen. 

II. Zeitliche Begrenzung. Die Inventarisation soll die Zeit vom 6. Jahr- 
hundert bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts umfassen. 

In besonderen Fällen kann auch über das 6. Jahrhundert zurückgegangen werden. 

III. Besitzverhältnisse. Die Inventarisation erstreckt sich auf die Denkmäler 
jeder Gattung im öflfentlichen Besitz und auf die Baudenkmäler im Privatbesitz. Be- 
wegliche Denkmäler im Privatbesitz werden nur ausnahmsweise aufgenommen, z. B. 
wenn sie in kunstgeschichtlichem oder geschichtlichem Zusammenhang mit den Denk- 
mälern der Gegend von besonderem Interesse sind oder wenn sie mit dem Meister- 
namen bezeichnet sind. Öffentliche Sammlungen sind im großen und ganzen nicht 
zu inventarisieren ; es ist jedoch auf das für die Gegend besonders Wichtige liinzuweisen. 

IV. Gattungen der aufzunehmenden Denkmäler. Kirchliche und profane 
Kunstdenkmäler werden in gleicher Weise berücksichtigt. Der Begriff Kunstdenkmal 
ist dabei in weitestem Sinne zu nehmen. Ein bürgerliches Haus, ein Bauernhaus, ein 
Brunnenhaus oder Quellenhaus, eine alte Brücke, ein Wegkreuz, eine Martersäule etc. 
kann historisch, kunstgeschichtlich oder archäologisch von Interesse sein. 

V. Vollständigkeit des Inventars. Vollständigkeit muß im allgemeinen ange- 
strebt werden. Der Inventarisator hat zunächst zu fragen: Was ist das Objekt für 
die Kunst, für die Kunstgeschichte, Archäologie oder Geschichte wert? Er soU 
aber auch weiter fragen: Ist das Objekt für den Ort, für die Landschaft von Wert? 
Gar viele Bauten und andere Objekte haben nur rein lokale Bedeutung, bisweilen 
nur Wert als Staffage der LÄndschaft. Es gilt, beim Volke durch die Berücksichtigung 
auch bescheidener Objekte die Wertschätzung des örtlichen Denkmälerbestandes zu 
wecken, die Liebe zu den heimatlichen Denkmälern rege zu erhalten. E^ gilt auch, 
die typischen Landschaftsbilder der einzelnen Gegenden mit ihren uns lieb gewordenen, 
anheimelnden, so trefflich der Umgebung angepaßten und mit ihr verwachsenen Bauten 
durch kurze Würdigung und Betonung im Inventar zu schützen. 

Vor allem bei den Baudenkmälem in öffentlichem Besitz ist Vollständigkeit 
des Inventars notwendig. Ebenso bei den Burgen und Schlössern. Bei den bürger- 
lichen Wohnhäusem und den Bauernhäusern ist wenigstens das Typische des Ortes 
oder der Gegend ins Auge zu fassen. 

Bei den beweglichen Denkmälem kann vielfach nur eine Auswahl getroffen 
werden. Jedenfalls müssen aber Gegenstände von künstlerischem Werte, deren Er- 
haltung geboten ist, inventarisiert werden. Im allgemeinen gUt der Grundsatz: Je 
älter der Gegenstand ist, desto weniger darf seine Aufnahme der freien Wahl über- 
lassen bleiben. Mittelalterliche kirchliche Geräte und Gewänder werden z. B. aus- 
nahmslos aufzunehmen sein, kirchliche Geräte und liturgische Gewänder der Barock- 



und Rokokoperiode nur mit Beschränkung. Bei denjenigen Goldschmiedearbeiten der 
Barock- und Rokokoperiode, die nicht inventarisiert werden, empfiehlt es sich 
immerhin, die Beschauzeichen und Meistermarken zu notieren behufs kurzer Ver- 
wertung in der statistischen Übersicht des Bezirkes. 

Bei wichtigeren Baudenkmälern ist auch der kurze Hinweis auf zerstörte, nicht 
mehr bestehende Objekte, z. B. Klöster, Kirchen, Burgen unter Angabe der Literatur 
erwünscht, soweit dies ohne wesentlichen Zeitaufwand möglich ist. Bei beweglichen 
Denkmälern, die in der älteren Literatur angeführt werden, aber nicht mehr vor- 
handen sind, ist ebenfalls kurze Angabe angezeigt, eventuell mit Nachweis des 
jetzigen Aufbewahrungsortes. 

VI. Art der Bearbeitung und Beschreibung, i. Allgemeiner Grund- 
satz. Im allgemeinen gilt für die Bearbeitung der Grundsatz: Das Inventar ist nicht 
eine rein beschreibende Aufzählung, sondern eine wissenschaftliche Quellensammlung. 
Die Arbeit beruht auf gewissenhafter, wenn möglich selbständiger, wissenschaftlicher 
Untersuchung. Eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung und eine erschöpfende 
Darstellung kann aber nicht beabsichtigt sein. Jedenfalls muß das Inventar für 
weitere Untersuchungen die nötige Orientierung und die entsprechenden Anhalts- 
punkte bieten. Die Arbeit soll gründlich, genau und sorgfaltig sein. 

2. Anordnung des Stoffes. Die Bearbeitung wie die Publikation erfolgt 
nach Regierungsbezirken und innerhalb dieser nach Bezirksämtern bezw. unmittelbaren 
Städten. Innerhalb der Bezirksämter hält sich das Inventar an die alphabetische 
Ortsfolge. 

Innerhalb eines Ortes werden zuerst die kirchlichen, dann die profanen Denk- 
mäler besprochen. Sind mehrere Kirchen an einem Ort, so geht derjenige Bau 
voraus, mit welchem die Anfange und die älteste Geschichte des Ortes verknüpft 
sind; das ist in der Regel die Hauptkirche. Bauliche Annexe, wie Kreuzgänge, 
Klostergebiude, Kapellen, werden bei der Kirche, zu der sie gehören, mit angeführt. 

Bei den profanen Denkmälern wird zunächst die Ortsbefestigung und die 
Gesamtanlage des Ortes ins Auge gefaßt. Dann folgen die öffentlichen Gebäude, 
geordnet nach ihrer Bedeutung, Privathäuser, öflfentliche Denkmäler, wie Brunnen, 
Denksäulen etc. 

3. Quellennachweise. Wie der Ausarbeitung der Beschreibung die Durch- 
sicht der Literatur vorausgeht, so wird am zweckmäßigsten dem Inventare des einzelnen 
Bezirkes, Ortes und Denkmals die Übersicht der Literatur vorangestellt. Bei der 
Zusammenstellung der Literatur ist nicht bloß Rücksicht auf die kunstgeschichtliche, 
archäologische oder technische Literatur zu nehmen, sondern auch auf die rein orts- 
geschichtliche, soweit diese die Kunstdenkmäler erläutert. 

Archivalische Forschungen können gelegentlich gemacht werden, sollen aber 
nur insoweit zulässig sein, als hierdurch die Gesamtarbeit nicht aufgehalten wird. 

Alte Zeichnungen, Ansichten, Pläne, besonders auch alte Stadtpläne, sind im 
Anschluß an die Zusammenstellung der Schriftquellen zu nennen 

Die Ortsgeschichte ist im Texte nur insoweit heranzuziehen , als sie zur Er- 
läuterung einzelner Kunstdenkmäler oder des ganzen örtlichen Bestandes an 
solchen dient. 

4. Beschreibung. Der Beschreibung eines Baudenkmals werden die bau- 
geschichtlichen Angaben vorausgeschickt. Bei kirchlichen Gebäuden ist womöglich 
der Titulus (Weihetitel) zu nennen , femer die Eigenschaft der Kirche (Pfarrkirche, 
Filialkirche, Nebenkirche etc.), dann die Konfession. 

An die Baugeschichte schließt sich die Baubeschreibung. 

Für die Baubeschreibung soll das G. v. Bezoldsche System mit seiner klaren 
Auseinanderhaltung von Grundriß, Aufbau, Einzelformen, Äußerem vorbildlich sein. 
Bei Bauten mit langer Entwicklung folgt auf die Baubeschreibung eine baugeschichtr 
liehe Analyse. Bei wichtigeren Bauten reiht sich eine knappe künstlerische und 
baugeschichtliche Würdigung an. 



Die Beschreibung der Ausstattung und Einrichtung geht von den bei der Wirkung 
des Innern am meisten mitsprechenden Denkmälern aus und schreitet der Über- 
sichtlichkeit halber in der Regel in einer bestimmten Reihenfolge voran. Also etwa : 
Deckengemälde, Altäre, Sakramentshäuschen, Chorstühle, Sedilien, Kanzel, Orgel, 
Beichtstühle, Taufstein, Skulpturen und Gemälde, die nicht in Verbindung mit Altären 
stehen, Glasgemälde, Epitaphien, Grabsteine, kunstgewerbliche Gegenstände, wie Türen, 
Gitter, Leuchter, Ampeln etc. Kirchliche Geräte undParamente in der Sakristei. Glocken. 

Ausnahmen von dieser Reihenfolge können unter Umständen zweckdienlich 
sein. Bei Kirchen mit vielen Seitenkapellen kann es z. B. sich empfehlen, die Aus- 
stattung der einzelnen Kapellen zusammen zu behandeln. 

Es darf nicht vergessen werden, daß die Beschreibung der Denkmäler in Wort 
und Bild stets die Hauptsache des Inventars sein soll. 

Die Ausführlichkeit der Beschreibung bemißt sich nach der Bedeutung des 
Denkmals. Bei der Baubeschreibung einer einfachen Dorfkirche ohne weiteres 
Interesse kann unter Umständen die ungefähre Angabe der Entstehungszeit (z. B. spät- 
gotisch) und eventueller späterer Veränderungen genügen. Im allgemeinen muß die 
Beschreibung klar, übersichtlich und knapp im Ausdruck sein. Sie soll das Charakte- 
ristische betonen. Ausdrücke, wie »in der gewöhnlichen Anlage«, »in der üblichen 
Komposition«, etc. sollen, wenn keine weitere Erklärung beigegeben wird, ver- 
mieden werden. Denn die Ausdrücke »gewöhnlich«, »üblich« etc. bedeuten vielfach 
nur für den genauen Kenner der Denkmäler der einzelnen Gegend ein bestimmtes 
Schema. Für den femer Stehenden besagen sie nichts. Urteile, welche den Wert 
eines Denkmals herabsetzen, wie »unbedeutend«, »> mittelmäßig« u. a., sollen möglichst 
vermieden werden. Dagegen sollen bedeutende Arbeiten als solche besonders be- 
zeichnet werden. 

Bei den inventarisierten Goldschmiedearbeiten sind die Beschauzeichen und 
Meistermarken sorgfältig zu beachten. 

Restaurationen sollen womöglich erwähnt, ihre Ausdehnung kurz charakterisiert 
werden. Bei wichtigeren neueren Restaurationen ist auch die ausführende oder 
leitende Kraft zu nennen. 

5. Behandlung der Inschriften. Mittelalterliche Inschriften können, so- 
feme sie historisch bedeutsam oder charakteristisch sind, wörtlich und in vollem 
Umfange mitgeteilt werden. Andere mittelalterliche Inschriften soUen summarisch 
verzeichnet werden. Für Inschriften aus späterer Zeit, insbesondere für Grab- 
inschriften, hat bei der Auswahl und Fassung eine größere Beschränkung einzutreten. 
Die Inschriften werden so weit als möglich mit ihren Abkürzungen wiedergegeben. 
Die Abkürzungen werden bei Bedarf nebenan in Klammem aufgelöst. Die Beisetzung 
der aufgelösten Jahreszahlen und Monatsdaten in Klammem empfiehlt sich in der 
Regel. Ergänzungen nicht mehr lesbarer Teile von Inschriften werden in eckigen 
Klammem [], Auflösungen oder erklärende Zusätze in mnden Klammem () bei- 
gegeben. Bei Inschriften vor dem 14. Jahrhundert empfiehlt sich Abbildung. Ab 
und zu werden auch gotische Majuskel- und Minuskelinschriften als Proben dieser 
Schriftgattung abzubilden sein. Die Schriftart des Originals ist durch den ent- 
sprechenden technischen Ausdruck zu bezeichnen. 

Glockeninschriften, Bauinschriften, Autorinschriften werden aus allen Perioden 
womöglich stets im Wortlaut mitgeteilt. Gibt man nachmittelalterliche Grabinschriften 
nicht im Wortlaut, so muß man doch nicht nur das Jahr, sondern auch den Tag 
des Todes im Interessse der genealogischen Forschung kopieren. 

6. Statistische Übersichten. Der Einzelbeschreibung der Orte jedes 
Bezirksamts gehen historisch-topographische Angaben voraus. Diese geben kurzen 
und knappen Aufschluß über Größe, Lage, Bodenbeschaffenheit, Vorkommen von 
Baumaterialien, Siedelungsverhältnisse, Stammeszugehörigkeit, Handels- und Verkehrs- 
verhältnisse, territorialgeschichtliche Entwicklung, kirchliche Entwicklung (insbesondere 
Diözesanverband). 



Auf das Denkmälerinventar der einzelnen Orte folgt am Schlüsse des Bezirks- 
amts die kunststatistische Übersicht. In der kunststatistischen Übersicht sollen vor 
allem auch die Denkmälergruppen zusammenfassend charakterisiert. Schulzusammen- 
hänge und lokale Eigenarten beachtet, die kleinen Zentren lokaler Kunsttätigkeit 
angedeutet werden. Dabei können manche Notizen, die bei der £inzelbeschreibung 
wegbleiben mußten, verwertet werden. 

Zusammenfassende Behandlung in der Übersicht ist namentlich fOr die Denk- 
mäler volkstümlicher Kunst, wie Bauernhäuser etc., erwünscht. Doch sind auch 
aus diesem Gebiete die wichtigeren Beispiele bei den einzelnen Orten anzuführen, 
vielleicht mit Hinweis auf die zusammenfassende Darstellung. 

7. Register. Am Schlüsse eines Regierungsbezirkes wird ein Ortsverzeichnis, 
Künstlerverzeichnis, ein spezifiziertes Sachregister beigegeben. 

VIL Abbildungen. Abbildungen sollen in möglichst großer Zahl gegeben 
werden. Dabei darf nicht nur das kunstgeschichtlich Wichtige berücksichtigt werden. 
Auch kleine, unscheinbare Denkmäler, in welchen sich die lokale Eigenart der 
Gegend oft mehr wiederspiegelt als in den größeren Denkmälern, sind hier gleich- 
mäßig zu beachten. All die kleinen Verschiedenheiten, die der Inventarisator 
z. B. beim Studium der Dorfkirchen im Grundriß (s. besonders die Turmstellung), 
im Aufbau imd vor allem in den Einzelformen (z. B. Türformen, Maßwerke, 
Rippenprofile, Schlußsteine, Turmdächer, Turmfenster, TurmgUederung etc.) findet, 
sollen in typischen Beispielen im Bilde vorgeführt werden. Neben Grundriß, Schnitt 
und Einzelformen ist vor allem auch Außenansichten Beachtung zu schenken. Oft 
beruht der Wert des Baues, z. B. einer Dorf kirche, wesentlich auf der Silhouette des 
Aul^ren. Oder die reizvolle Wirkimg liegt im Verhältnis des Baues zu der Land- 
schaft, zu seiner Umgebung. 

Die Abbildungen sollen sich namentlich auch auf Profandenkmäler erstrecken. 
Stadttürme, Burgen, Häuser sind oft mehr den durch die Zeitbedürfnisse geforderten 
Veränderungen und der Verwitterung ausgesetzt als Kirchen, verdienen also schon 
aus diesem Grunde ein Festhalten im Bilde. Bei mittelalterlichen Wohnhäusern, Rat- 
häusern ist detaillierte Aufnahme, unter Umständen mit den Grundrissen der ein- 
zelnen Geschosse, mit Schnitten, Fassade etc., besonders erwünscht. Wichtige, ver- 
steckt liegende Bauteile, z. B. alte, interessante Dachstühle, sind besonders zu be- 
rücksichtigen. 

Alte Ortsansichten, alte Pläne, auch Stadtpläne, können eine höchst erwünschte 
Beigabe sein. 

Vin. Karten. Jedem Bezirksamte wird eine Übersichtskarte seines Gebietes 
in geeignetem Maßstabe beigegeben. 

IX. Drucklegung. Lichtdrucke werden in der Regel auf Tafeln im Format 
des Textes im Text eingeschaltet. Gegenstände aber, zu deren würdiger Wiedergabe 
ein größeres Format nötig ist, z. B. Interieurs großer Kirchen, große Flügelaltäre etc., 
werden in einem Ergänzungsatlas im Formate des Tafelwerkes von Oberbayem ver- 
einigt Der Ergänzungsatlas wird am Schlüsse eines Bandes oder eines Regierungs- 
bezirkes beigegeben. Er ist gesondert käuflich. Bauzeichnungen, wie Grundrisse, 
Schnitte etc., sollen der bequemen Benutzung halber in Klischeedruck stets im Texte 
eingeschaltet werden, wenn nötig auf eingefalteten Tafeln. 

X. Erscheinungsweise. In der Regel soU das Inventar eines einzelnen 
Bezirksamts — wenn die Raumverhältnisse es gestatten, mit der dazu gehöngen 
unmittelbaren Stadt — ein in sich abgeschlossenes Hefl bilden, mit eigenem Titelblatt, 
eigener Seitenzählung und eigenem Inhaltsverzeichnis. 

Die Hefle erscheinen gesondert und sind einzeln käuflich. 



DIE KUNSTDENKMÄLER 



DBS 



KÖNIGREICHS Bayern 



^ 



DIE 



KUNSTDENKMÄLER 



DES 



KÖNIGREICHS Bayern 



HERAUSGEGEBEN IM AUFTRAGE DES 



KGL. BAYER. STAATSMINISTERIUMS DES INNERN 
FÜR KIRCHEN- UND SCHUL-ANGELEGENHEITEN 



Zweiter Band 

REGIERUNGSBEZIRK 

Oberpfalz und Regensburg 

HERAUSGEGEBEN VON 

GEORG HAGER 



VI BEZIRKSAMT CHAM 




MÜNCHEN 

DRUCK UND VERLAG VON R. OLDENBOURG 

1906 



DIE 



KUNSTDENKMÄLER 



VON 



Oberpfalz & Regensburg 



Heft VI 



BEZIRKSAMT 



CHAM 



BEARBEITET VON 

RICH. HOFFMANN und GG. HAGER 



MIT 6 TAFELN, Io8 ABBILDUNGEN IM TEXT 

UND EINER KARTE 




MÜNCHEN 

DRUCK UND VERLAG VON R. OLDENBOURG 

1906 



N 
KG 



ALLE RECHTE VORBEHALTEN 






VORWORT. 



Mit dem Bezirksamt Cham berührt die Denkmälerinventarisation die engere 
Heimat zweier Männer, die in der Geschichtsforschung der Oberpfalz eine ehrenvolle 
Stelle einnehmen: Schuegraf und Plass. Unser Werk erntet vielfach von dem 
Samen, den sie ausgestreut; es geziemt sich, daß wir der beiden dankbar gedenken. 

Joseph Rudolf Schuegraf wurde am 8. Februar 1790 in Cham geboren. 
Schon frühzeitig beschäftigte er sich mit Ortskunde. Und nachdem er 1823 als 
Oberlieutenant pensioniert worden war, widmete er seine ganze Tätigkeit ausschließlich 
der Heimatgeschichte und der Sammlung ihrer Denkmäler, rastlos und unermüdlich, 
tiefgreifend und weitblickend, in wahrhaft vorbildlicher Begeisterung. Aber die Zeit, 
die noch uhter dem Banne der Umwälzungen vom Anfange des 19. Jahrhunderts 
stand, war Schuegrafs Bestrebungen nicht günstig. Nur allmählich vermochte er 
für seine Arbeiten Interesse zu wecken. Vielfach verkannt, des äußeren Erfolges 
entbehrend, beschloß Schuegraf am 28. Oktober 1861 in Regensburg sein ent- 
sagungsvolles Leben in Dürftigkeit, ja in Armut und Mangel. Nur mit Rührung 
vermag man die treffliche Biographie zu lesen, mit welcher der beste Kenner der 
Geschichte der Oberpfalz, Graf Hugo Von Walderdorff, im 27. Bande der Ver- 
handlungen des Historischen Vereins von Oberpfalz und Regensburg dem hochver- 
dienten Manne ein dauerndes Denkmal gesetzt hat. 

In der Kunstgeschichte ist Schuegrafs Name vor allem bekannt geworden 
durch seine reichhaltige Geschichte des Regensburger Domes (1847 — 1858). Die 
Bedeutung dieses Werkes werden wir erst voll ermessen, wenn wir uns erinnern, 
daß die Bearbeitung der Denkmäler damals noch in den Anfängen lag. Aber der 
Verfasser, welcher der kunstgeschichtlichen Erkenntnis von der Entstehung unserer 
gotischen Gotteshäuser ganz neue Quellen erschlossen hatte, blieb der bescheidene 
Forscher, der keine laute Anerkennung suchte. Zeugnis davon gibt eine Episode 
in der Generalversammlung des christlichen Kunstvereins in Regensburg 1857. Als 
in der öffentlichen Sitzung dieser Generalversammlung am 15. September Professor 
Kreuser aus Köln auch von den Verdiensten unseres Schuegraf um die Erforschung 
der mittelalterlichen Kunst sprach und zum Schlüsse ausrief: »Wo ist Schuegraf, 
der Ehrenmann? Er verdient unter uns der erste zu seinU, da ergab es sich, daß 
der Gefeierte nicht anwesend war. In echt bayerischer Bescheidenheit hatte der 
anspruchslose Mann gar nicht daran gedacht, daß der Verfasser der gründlichen 



VI VL B.-A. Cham. 

Geschichte des Regensburger Domes vor allen andern berufen sei, unter den aus 
ganz Deutschland hieher geeilten Freunden mittelalterlicher Kunst Sitz und Stimme 
einzunehmen. Die Versammlung ehrte sich selbst, als sie beschloß, Schl'egraf sofort 
durch eine Deputation zur Teilnahme einzuladen. 

Weniger bekannt und nicht so bedeutend ist Joseph Plass. In Fürth am 
lo. November 1821 geboren, widmete er sich dem Berufe eines Volksschullehrers. 
Die freie Zeit benützte er eifrig zu geschichtlichen Studien. Plass stellte sich ins- 
besondere die Aufgabe, eine historisch-topographische Beschreibung der Oberpfalz 
zu schaffen. Als er am 3- Oktober 1898 in Donauwörth starb, hatte er 28 Amts- 
gerichtsbezirke fertiggestellt; zu drei weiteren Bänden (Amtsgerichte Kastl, Wald- 
münchen, Waldsassen) hinterließ er das Material. Das Amtsgericht Beilngries, das 
erst 1879 zur Oberpfalz kam, und die Städte Regensburg und Amberg blieben un- 
berücksichtigt. Die bändereiche Handschrift befindet sich jetzt im Besitze des Herrn 
Direktors Ludwig Auer im Kassianeum in Donauwörth. Was uns Plass bietet, ist 
eine überaus fleißige Regestensammlung zur Geschichte aller einzelnen, alphabetisch 
geordneten Orte und Siedelungen der Amtsgerichtsbezirke. Der Natur der Sache 
nach im ganzen vorwiegend kompilatorischen Charakters, nimmt das Werk doch 
vielfach auch Anlauf zu historischer Kritik. Die Plaßsche Arbeit ist, wenn vor- 
sichtig benützt, eine gute Grundlage für weitere Forschung; als solche hat sie uns 
höchst schätzbare Dienste geleistet. Aus dem jahrzehntelangen, stillen und uneigen- 
nützigen Wirken dieses großen Geschichtsfreundes spricht eine außerordentliche Liebe 
zur Heimatkunde. 

Möge die oberpfiilzische (Geschichtsforschung des w^issenschaftlichen Verdienstes 
eines Schcjegraf und des Sammeleifers eines Plass nie vergessen I 

Seitdem das Heft V unseres Werkes erschienen ist, hat der Hoch würdigste 
Herr Bischof Dr. Ignatius von Sknesit^ev das Zeitliche gesegnet. Die Denkmäler- 
inventarisation ist dem hohen Verblichenen zu tiefstem Danke verpflichtet. Von 
Anfang an hat der Hochsclige Herr Bischof das Unternehmen mit großer Freude 
begrüßt und in jeder nur möglichen Weise tatkräftig und nachhaltig gefördert. AUent- 
hall)en fanden wir in der Diözese liebenswürdigste Aufnahme. 

Die Denkmälerinventarisation des Bezirksamts Cham hat Herr Bezirksamtmann 
WiLHKLM Salb mit regem Interesse unterstützt. Unser Dank gebührt ferner sämt- 
lichen Herren Pfarrern, Lehrern und Bürgermeistern des Bezirks. 

Auch zu diesem Hefte wie zu dem vorausgehenden gab Herr Graf Hugo 
VON Walokrdorff wertvolle Beiträge. Außerdem hat der Herr Graf die in seinem 
Privatbesitz befindliche handschriftliche Schuegrafsche Chronik der im Bezirksamt 
(!ham gelegenen Schlösser in liebenswürdigster Weise zur Benützung überlassen. 

Herrn Seminarlehrer Johann Brunner in Cham verdanken wir als tüchtigem 
Kenner der (ieschichte der Gegend viele schätzenswerte Auskünfte. 

Herr Direktor Ludwig Auer in Donauwörth hat von dem Manuskripte des 
Lehrers Joseph Plass, Historisch -topographische Beschreibung der Oberpfalz, den 
Hund »Amtsgericht Cham und Fürth i. W.« für unsere Arbeit zur Verfügung gestellt. 

Herzlich zu danken haben wir außerdem für freundliche und stets bereitwillige 
Unterstützung den Herren: Dr. Franz Ludwiü Baumann, Kgl. Reichsarchivdirektor 



Vorwort. VII 

in München, Dr. Joseph Breitenbach, Kreisarchivar in Amberg, Franz Conradi, 
Kreisbau- und Regierungsrat in Regensburg (f), J. Frühtrunk, Lehrer in Runding, 
Geh. Rat Dr. Gg. Ritter von Laubmann, Direktor der Kgl. Hof- und Staatsbibliothek 
in München, Päpstlicher Hausprälat Dr. Frz. X. Leitner in Regensburg, Dr. Cor- 
nelius Will, Fürstlich Thum und Taxisscher Archivrat a. D. in Regensburg (f). 

Das Denkmälerinventar des Bezirksamts wurde unter der Leitung des Unter- 
zeichneten ausgearbeitet von Herrn Dr. Richard Hoffmann mit Benützung einiger 
älterer Aufzeichnungen des Herrn Dr. Ph. M. Halm. Die Abschnitte, welche die 
Cieschichte, Baubeschreibung, baugeschichtliche Analyse und kunstgeschichtliche 
Würdigung der Pfarrkirche von Chammünster sowie den Kamer ebenda betreffen, 
rühren ganz von dem Unterzeichneten her. 

Einen Teil der archivalischen und historischen Recherchen hat Herr Kreis- 
archivsekretär Dr. Joseph Knöpfler in Amberg übernommen. Herr Dr. Knöpfler 
hat auch Anteil an der Ausarbeitung des historischen Abschnittes der Einleitung. 

Die Zeichnungen sind fast sämtlich von Architekt Professor Friedrich Karl 
Weysser in München hergestellt worden. Die Grundrisse des Schlosses Thierlstein 
sind von Baumeister Melchior in Cham aufgenommen. Von Professor Weysser 
rühren auch her die Photographien für Tafel I, n, IV u. VI, für Fig. 6, 8, 9, 10, 11, 
14, 17, 20, 21, 31, 42, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 53, 62, 64, 73, 74, 75, 76, 77, 
79, 81, 82, 85, 89, 91, 92, 93, 105. Von Dr. Richard Hoffmann sind aufgenommen 
die Photographien für Tafel III u. V, für Fig. 4, 5, 13, 19, 29, 30, 43, 69, 80, 83, 
87, 96, 97, 98, 103, 107, 108, von Dr. Philipp Maria Halm für Fig. 12, 16, von 
Dr. Gg. Hager fiir Fig. 67. Die Photographien zu Fig. 23, 28 und 84 sind von 
Photograph Missoni in Cham. Die Karte hat Katasterzeichner Otto Lindner verfertigt. 

Die Klischees sind von den Kunstanstalten Alfons Bruckmann und Brfj^d*- 
amour, Simhart & Co. in München ausgeführt worden. 



München, im Oktober 1906. 



DR. GG. HAGER, 

Kgl. Konservator am Bayerischen Nadonalmuseum 
und am Kgl. Generalkonservatorium der Kunst- 
denkmäler und Altertümer Bayerns. 



EINLEITUNG. 

Das Bezirksamt Cham hat einen Flächeninhalt von 366,67 qkm. Es zählt 
49 Gemeinden mit 314 Ortschaften, darunter zwei Städte: Cham und Fürth i. W. 
Die Einwohnerzahl betrug im Jahre 1905 29545 Seelen. (Über weitere statistische 
Angaben vgl. Ortschaften Verzeichnis des Königreichs Bayern, 65. Heft der Beiträge 
zur Statistik des Königreichs Bayern, herausgegeben vom Kgl. Bayer. Statistischen 
Bureau, München 1904. — Hans Braun, Statist. Amtshandbuch f. d. Regierungsbezirk 
Oberpfalz u. v. Regensburg, Regensburg 1903, S. 24 flf.) 

Das Bezirksamt grenzt im Osten an das Bezirksamt Kötzting (Niederbayem), 
im Süden an das Bezirksamt Bogen (Niederbayem), im Westen an das Bezirksamt 
Roding, nördlich an das Bezirksamt Waldmünchen und an das Königreich Böhmen. 

Der nördliche Teil des Bezirksamts gehört zum Böhmerwald, der südliche 
Teil zum Bayerischen Wald. 

Das Gestein teilt sich in Gneis und Granit. Der Süden des Bezirkes wird 
von dem Quarzgebilde des Pfahls durchzogen (Schloß Thierlstein). 

Das Bezirksamt wird in der Richtung von Osten nach Westen vom Regen 
durchschnitten, dem von Nordosten her die Chamb zufließt. An landschaftlichen 
Reizen ist das Gebiet reich. Bestimmend profiliert wird es durch den Katzberg und 
den dichtbewaldeten Buchberg in nächster Nähe von der Stadt Cham, in weiterer 
Entfernung davon durch den Lamberg (ca. 600 m über dem Meer) und die isolierte 
Rundinger Bergkuppe mit ihrer weithin schauenden Ruine. 

Der nutzbare Boden umfaßt 34825 ha, davon 10240 ha Wald, 999 ha Hutungen, 
113 ha Weide, 8940 ha Wiesen, 14533 ha Acker- und Gartenland. 

Als Bausteine wurden in alten Zeiten vorherrschend Bruch- und Feldsteine aus 
Gneis verwendet. . Zu Quadern (Buckelquadem) verarbeiteter Granit findet sich vor 
allem an dem mächtigen Bau des sog. Odenturmes bei Chameregg, dann auch auf dem 
Sattelpeilnstein als Überrest der einstigen Burg. Bedeutende Granitbrüche besitzt 
der Bezirk besonders am Blauberg bei Kothmaißling und in der nächsten Umgebung 
der Stadt Cham in nordöstlicher Richtung. Ziegelbrennereien sind verhältnismäßig 
wenig anzutreffen; das Bezirksamt zählt deren fünf, wovon drei in der Nähe der 
Stadt Cham liegen. (Vgl. W. Götz, Geographisch-Historisches Handbuch von Bayern, 
I* [1903], 760 ff., wo auch Näheres über die Bodengestalt des Bezirksamts sich 
findet. — C. W. Gümbel, Geognostische Beschreibung des ostbayerischen Grenz- 
gebirges, Gotha 1868. — Ders., Geologie von Bayern, 2 Bde., Kassel 1888 u. 1894. 

Heft VI. I 



2 VI. B.-A. Cham. 

Näheres über die Gegend um Cham und Fürth im 2. Bde., S. 404, 412 f., 461, 478 f., 
481 f. Vgl. ebenda die geologische Übersichtskarte von Bayern. — Der Pfahl bei 
Cham, Deutsche Gaue VI, 6. Lfg., Heft iii u. 112, S. 130. — Grubber und Müller, 
Der Bayrische Wald, S. 1 2 f., 248 ff. — Fr. W. Walther, Topische Geographie von 
Bayern, München 1844, S. 152 — 154.) 

Durch das jetzige Bezirksamt Cham, im Regen- und Chambtal, führt ein uralter 
Völkerweg, der die durch den Böhmern^ald getrennten Länder verbindet. Von Natur 
aus zum Grenz- und Durchgangsland bestimmt, hatte das Gebiet unter feindlichen 
Einfallen im besonderen Maße zu leiden. In der Zeit der Gauverfassung, die von 
der Einwanderung der Bayern Ende des 5. Jahrhunderts bis ins 10. und 11. Jahr- 
hundert währte, gehörte das Gebiet zum bayerischen Nordgau. Als Karl der Große 
nach dem Sturze des bayerischen Herzogs Tassilo III. (788) und nach der völligen 
Unterwerfung Bayerns unter das Frankenreich die Markgrafschaft auf dem Nordgau 
gegen die Slaven (die böhmischen Tschechen) organisierte, kam der unserem Bezirks- 
amte angehörende Teil des Nordgaues in das Vorland der eigentlichen Grenzgrafschaft 
des Nordgaues, in die Mark, zu liegen. (K. Gareis, Oberpfälzisches aus der Karolinger- 
zeit, Forschungen zur Kultur- und Literaturgeschichte Bayerns, herausgegeben von 
K. V. Reinhardstöttner, Ansbach und Leipzig, VI. Bd. 1898, S. i ff.) In den 
Ortsnamen begegnen slavische Spuren. (A. Vierling, Die slavischen Ansiedelungen 
in Bayern, Beiträge zur Anthropologie und Urgeschichte Bayerns, Bd. XIV, Heft 3 und 4, 
1902, S. 185 ff.) Daß aber schon in der Frühzeit der Bajuwaren hier Ansiedelungen 
entstanden, darauf deuten die patronymischen Ortsnamen auf -ing im Regental und dessen 
Umgebung. (Vgl. die Kartenskizze der ing-Orte in der Oberpfalz von A. Vierling, 
Beiträge zur Anthropologie und Urgeschichte Bayerns, Bd. XV, Heft 3 und 4, 1904. 
— Zu den ing-Orten vgl. auch O. Brenner, Die sprachlichen Beweise für die Herkunft 
der Oberpfälzer, Korrespondenzblatt der Deutschen Gesellschaft für Anthropologie, 
XXI [1890], 57.) 

Zum erstenmal wird ein Ort des Bezirks urkundlich am 14. Dezember 819 genannt, 
als Bischof Baturich von Regensburg die Mark der Zelle Cham aufs neue festsetzte. 
Die Gegend um Cham hatte schon Herzog Otilo den Mönchen von St. Emmeram 
geschenkt, die hier zur Kultivierung und Pastorierung des Landes eine Zelle, ein 
Klösterlein gründeten. Diese Zelle, das spätere Chammünster, wurde die Mutter- 
kirche eines großen Bezirkes. 

Bis zum Tode Ludwigs des Kindes (911), des letzten Karolingers, blieb Bayern 
und der Nordgau, der sogar eine Zeitlang auch politisch von Bayern getrennt und 
zu dem unmittelbaren Frankenlande gezählt worden war und erst im Vertrage von 
Verdun (843) wieder zu Bayern geschlagen wurde, unter karolingischer Herrschaft. 
Als mit Arnulf, dem Sohne des im Kampfe gegen die Ungarn 907 gefallenen Mark- 
grafen Luitpold, das Herzogtum Bayern wieder auflebte, war zunächst die markgräf- 
liche und die herzogliche Gewalt in einer Hand vereint. Als aber nach dem Tode 
Arnulfs (937) dessen ältester Sohn Eberhard dem deutschen König Otto I. die 
Huldigung verweigerte und daher vertrieben wurde, schied König Otto I., um die 
bayerische Herzogsgewalt territorial und rechtlich zu schwächen, die markgräfliche 
Gewalt auf dem Nordgau von derselben aus und übertrug sie dem Babenberger 



Einleitung. ^ 

Grafen Bertold. Doch blieb der Nordgau im politischen Verband mit dem Herzog- 
tum Bayern. (M. Doeberl, Die Markgrafschaft und die Markgrafen auf dem 
bayerischen Nordgaue, München 1894. — Ders., Entwickelungsgeschichte Bayerns, 
München I [1906], 108.) 

1077 ging die Markgrafschaft auf dem Nordgaue von den Nachkommen des 
Markgrafen Bertold durch königliche Verleihung auf den Grafen Dipold von Giengen über. 
Doch ist damals ein Verwaltungsbezirk der Markgrafschaft, die Mark Cham, wozu das 
Gebiet unseres Bezirksamts gehört, von dem Nordgaue getrennt und als eigene 
Grafschaft Cham dem Grafen Rapoto, einem Stammesvetter Dipolds von Giengen, 
übertragen worden. 

Sieben Villen in der Mark Cham, Stadt Fürth und das Schloß Buchberg, 
Schlammering etc., schenkte König Heinrich IV. am 9. April 1086 dem Regens- 
burger Domvogt Friedrich aus dem Hause der Grafen von Bogen. (Stumpf, Reichs- 
kanzler 2881. — Gerold Meyer von Knonau, Jahrbb d. Deutschen Reiches unter 
Heinrich IV. und Heinrich V., Leipzig, IV [1903], 116. — Verhandl. d. Hist. Ver. 
f. Niederbayem XVII, 147.) 

Die Abtrennung der Mark Cham von der Markgrafschaft des Nordgaues war 
nur eine vorübergehende, denn mit dem Tode des Sohnes Rapotos, des Pfalzgrafen 
Rapoto II. (1099) von Cham und Vohburg, gelangte der Markgraf Dipold 11. durch 
Erbschaft in den Besitz der Mark Cham. Da Dipold II. von Rapoto 11. auch die Herrschaft 
Vohburg erbte, so nannte er sich von nun an Markgraf von Cham und Vohburg. 

Cham war vom 10. bis ins 12. Jahrhundert eine Reichsburg und als solche ein 
Amtslehen der Markgrafen. (M. Doeberl a. a. O. S. 26, 58. — Ders., Ent- 
wickelungsgeschichte Bayerns, München I [1906], 173.) Als Kaiser Otto 11. 976 in 
Böhmen eingedrungen war und infolge der Vernichtung eines Teiles seines Heeres 
in der Nähe Pilsens umkehren mußte, zog er sich nach seinem befestigten Orte 
Cham zurück. (Thietmar, Chron., lib. III, cap. 5 : Imperator ... ad civitatem suam, 
quae Gamma dicitur, venit. Mon. Germ. SS. III, 760. Vgl. Karl Uhlirz, Jahr- 
bücher des Deutschen Reiches unter Otto II., Leipzig 1902, S. 82f. — Ders., Die 
Kriegszüge Kaisers Otto IL nach Böhmen in den Jahren 976 und 977, Festschrift des 
Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen zur Feier des 40 jährigen Bestandes, 
Prag 1902, S. 154 ff.) Cosmas von Prag, der in der Frühzeit des 12. Jahrhunderts 
seine böhmische Chronik schrieb, nennt bei Erzählung des Einfalles, den König 
Heinrich III. 1040 durch das Chambtal in Böhmen machte, den Ort Cham »castrum«. 
(Mon. Germ. SS. IX, 72: pertransiens castrum Kamb. Vgl. Ernst Steindorff, 
Jahrbücher des Deutschen Reichs unter Heinrich III., Leipzig I [1874], 93.) Die 
Lokaltradition und die Lokalforschung sagen, daß der Ort ursprünglich etwa anderthalb 
Kilometer östlich vom heutigen Cham stand, auf dem Galgenberg und an Stelle des 
am Fuße dieses Berges befindlichen Weilers Altenstadt; da der Regen hier ehemals 
weiter südlich sein Bett hatte, so habe sich der Ort Cham vom Fuße des Galgen- 
berges auch in der Richtung gegen Chammünster erstreckt. Erst in der Zeit um 
1200 sei Cham an seinen jetzigen Standort verlegt worden. Den urkundlichen Beleg 
dafür bietet die Urkunde von 12 10, in welcher Herzog Ludwig der Kelheimer der 
Deutschherrenkirche St. Ägidius in Regensburg u. a. die Kirche St. Georg (die auf 



4 VI. B.-A. Cham. 

dem Galgenberge stand, vgl. unten S. loi) und die Kirche in dem neuen Markte 
Cham (ecclesiam sancti Georgii et ecclesiam in novo foro Chambe) schenkte. 
(Ried I, 300. Vgl. auch unten S. 26). 

Die Dipoldinger Markgrafen waren ein mächtiges Geschlecht, das viel für die 
Kultivierung des Nordgaues tat. Nach dem Tode des Markgrafen Dipold 11. (8. April 
II 46) übertrug Konrad III. das Markgrafenamt seinem Schwager Gebhard, Grafen 
von Sulzbach, und einige Jahre nachher (1149) zog Konrad III das Markgrafenamt 
überhaupt ein. Die Nachkommen Dipolds 11. führten nur noch den Titel Markgrafen, 
genossen aber nicht mehr die Befugnisse von solchen; sie waren von nun an auf 
ihr unmittelbares Herrschaftsgebiet, die alten Verwaltungsbezirke des Nordgaues, die 
Marken Nabburg und Cham und außerdem auf Vohburg beschränkt. Mit dem 
Tode des Dipoldinger Markgrafen Bertold 11. (1204) fielen dessen Besitzungen (aus- 
genommen Nabburg) und damit auch der größte Teil unseres Bezirksamts an den 
Schwager Bertolds, den bayerischen Herzog Ludwig den Kelheimer. Wenige Jahr- 
zehnte später (1242) gelangte mit der Erbschaft der Grafen von Bogen auch F'urth 
und Umgebung in den Besitz des bayerischen Herzogs. 

Im bayerischen Urbar von 1224 ist unser Gebiet in zwei Ämter geteilt, in das 
Amt Cham, das die Gegend nördlich vom Regen (mit Ausnahme der noch den 
Grafen von Bogen gehörigen Further Gegend) umfaßt, und in das Amt Radling, das 

I 

die Gegend südlich vom Regen in sich begreift. (MB. XXXVI a, 108 — 112). Bei 
der ersten bayerischen Landesteilung 1255 fiel unser Gebiet an Niederbayem, Im 
herzoglichen Urbar von ca. 1270 bildet die ganze Gegend einen Verwaltungsbezirk, 
»Mark und Gericht zu Cham«. (MB. XXXVI a, 429(1.) Der Adel war in unserer 
Landschaft besonders zahlreich; viele Burgen dienten zur Sicherung dieses (Grenz- 
gebietes. Aber trotzdem wurde das I^nd von den Böhmen wiederholt arg verwüstet, 
so 1251, 1266, 1347 und im 15. Jahrhundert in den Husitenkriegen. 

Die feste Lage an der Slavengrenze und an einem Hauptverkehrswege nach 
Böhmen schufen dem Orte Cham schon früh eine verhältnismäßige Blüte als Handels- 
platz. Im IG. und 1 1 . Jahrhundert war Cham sogar Münzstätte. (Beschreibung und 
Abbildung der damals hier geprägten Münzen bei Hermann Dannenberg, Die deutschen 
Münzen der sächsischen und fränkischen Kaiserzeit, Berlin I [1876], 425 f, II [1894], 
687, III [1898], 815. — Vgl. J. V. KuLL, Repertorium zur Münzkunde Bayerns, 
München 1890, S. 85 f., 346, wo weitere Literaturangaben.) Mit Nürnberg, Breslau 
und anderen Städten stand Cham im Verhältnis gegenseitiger Zollfreiheit. Von der 
starken Befestigung Chams zeugt, daß König Ottokar von Böhmen bei seinem 
Einfalle in Bayern 1266 vergeblich sich bemühte, das Städtchen (civitatulam) ein- 
zunehmen. (Historia annorum 1264 — 1279, Mon. Germ. SS. IX, 650. — Riezler 
II, 123. — Ottokar Lorenz, Deutsche Geschichte im 13. und 14. Jahrhundert, 
Wien I [1863], 246.) 

Das 14. Jahrhundert ward von besonderer Bedeutung für Cham. 1340 starb 
die Linie der Herzoge von Niederbayem aus, und ihr Erbe, somit auch Cham, fiel 
an Kaiser Ludwig den Bayern, der es trotz der Ansprüche der Pfalzgrafen auf Nieder- 
bayem mit Oberbayem verband. Nach dem Tode des Kaisers einigten sich seine 
Söhne 1348 mit den Pfalzgrafen dahin, daß letztere gegen eine Summe von öoooofl. 



Einleitung. c 

auf Niederbayem verzichteten, worauf ihnen mehrere Burgen, wie Regenstauf, Falken- 
stein, Schwandorf etc., verpfändet wurden. (Quellen u. Erörterungen z. Deutschen 
u. Bayerischen Geschichte, München VI [1861], S. 403 f. Vgl. auch Riezler III, 4.) 
1349 teilten Kaiser Ludwigs Söhne untereinander. Die Schuldsumme von 60000 fl. 
an die Pfalzgrafen Rudolf 11. und Ruprecht mußten die Herzoge von Niederbayem, 
Stephan 11., Wilhelm I. und Albrecht I., übernehmen, wofür sie denselben am 30. (nicht 
20.) Mai 1352 Stadt und Gericht Cham, Gericht Eschelkam und den sog. Winkel, 
nämlich: Fürth, Lam und Neukirchen, verpfändeten. (Koch u. Wille I, 2377.) Diese 
Verpfandung wurde für das Gebiet Cham auf Jahrhunderte hinaus von folgenschwerer 
Bedeutung, denn die Pfalzgrafen verstanden es, die ausbedungene Rücklösung durch 
die niederbayerischen Herzoge unmöglich zu machen. Obwohl die Herzoge bestrebt 
waren, die Schuldsumme teilweise abzutragen, indem sie z. B. schon am 29. Oktober 1352 
iSooofi. erlegten (Koch u. Wille I, 2715), gelang es doch nur Herzog Albrecht 
1361 lediglich Burg und Pfarrei Sattelpeilnstein, das Gericht Eschelkam, Dorf 
Loifling etc. wieder einzulösen und mit Niederbayem zu verbinden. (Vgl. Koch u. 
Wille I, 3303. — Reg. Boic. IX, 37.) Cham und das umliegende Gebiet wurde von 
den Pfalzgrafen in der Folgezeit* förmlich als Erbland angesehen. 

Als nach dem Tode des deutschen Königs Ruprecht (141 o) die pfalzischen 
Lande unter seine Söhne geteilt wurden, fiel Cham Pfalz-Neumarkt, dem Gebiete 
Johanns, genannt Neunburger, zu. Der zweite Nachfolger Johanns, Pfalzgraf Otto I. 
der Mosbacher, hat 1451 das Amt Cham an Herzog Ludwig den Reichen von 
Niederbayem um 12000 fl. zurückverpfandet. Aber Pfalzgraf Otto II. der Mos- 
bacher hat 1467 das Amt wieder eingelöst. Und so blieb das Land tatsächlich 
pfalzisch bis in das 17. Jahrhundert hinein, trotz fortgesetzter, auf die Wiedereinlösung 
hinzielender Versuche der Herzoge von Bayern. (Streitlibell von 161 9 bei den 
Urkk. der Grafschaft Cham im Reichsarchiv München, Fase. 8.) Die bayerisch ge- 
bliebenen Teile des Gebietes (Loifling, Sattelpeilnstein etc.) kamen nach dem 
Aussterben der Straubinger Linie 1429 an Herzog Wilhelm von Bayern-München. 
(Anschauliche Auskunft über den damaligen Gebietsbestand im Bezirksamte gibt die 
Karte von Hugo Graf von Walderdorff, Die Oberpfalz unter Pfalzgraf Johann, 
beigegeben der Abhandlung von Christian Haeutle, Die Oberpfalz und ihre Regenten 
in den Jahren 1404 bis 1448, NO. XXVII.) 

Schwer zu leiden hatte das Chamer Gebiet zur Zeit der Husitenkriege. 1428 
erschienen die Husiten vor Cham, doch die tapfer verteidigte Stadt setzte ihnen 
solchen Widerstand entgegen, daß sie nach Verheemng der Umgebung wieder ab- 
zogen. (WüRDiNGER, Kriegsgeschichte von Bayem, Franken, Pfalz und Schwaben 
von 1347 bis 1506, München I [1868], 170.) Um Michaeli 1429 berannten die 
Husiten wiederum Cham, erlitten aber vor der Stadt bei Kammerdorf eine Niederlage. 
(Andreas von Regensbürg, ed. Leidinger, S. 471 f.) 1431 verwüsteten sie aber- 
mals die Gegend um Cham, wurden aber von Erasmus von Sattelbogen vertrieben. 
(Ebenda, S. 478. — Hund I, 320.) Bei Hiltersried (21. September 1433) kämpften 
unter der siegreichen Fahne des Herzogs Johann von Neunburg viele Adelige des 
Bezirkes, so der Pfleger von Cham, Marquard Stör auf Regenstauf, Ulrich Thier- 
linger auf Thierlstein, Pfleger zu Neunburg, Ulrich Püdensdorfer auf Püdensdorf u. a. 



6 VI. B.-A. Cham. 

(WüRDiNGER I, 189 f.) Selbst nach dieser großen Niederlage unternahmen die Husiten 
im folgenden Jahre nochmals einen Raubzug in die Gegend von Amschwang und 
Fürth. (Ebenda, S. 191.) 

Mit dem Aufhören der Husitengreuel zogen neben dem Frieden auch wieder 
rege Tätigkeit und Wohlhabenheit in dem Gebiete ein. Es hob sich der Handel 
Chams. König Christoph von Dänemark, der Herr der Oberpfalz, erlaubte 1445 der 
Stadt, ein Salz- und Getreidehaus zu bauen. (Reichsarchiv München, Urkk. d. Grafschaft 
Cham, Fasz. 5.) Die Stadt Fürth und den Winkel im Aigen verlieh Herzog Albrecht, 
dem sie von Herzog Otto verpfändet worden waren, 145 1 dem Böhmen Przibik von 
Klenau. (Reichsarchiv München, Ger. Urkk. von Fürth, Fasz. i : Urk. vom 26. März.) 
Und 1465 verlieh Herzog Sigmund diese Orte dem Johann von Degenberg. (Ebenda, 
Urk. vom 7. April.) Von 1473 ab blieb Fürth im Besitze des Herzogs selbst, und ward 
der Sitz einer Hauptmannschaft und Pflege. Als erster Hauptmann wurde 1473 Jörg 
von Eglofstein bestellt. (Ebenda, Urk. vom 20. Januar.) 

1489 wurde zu Cham der Löwenbund gegen Albrecht IV. gegründet. Bis 
in das Jahr 1493 zogen sich die Fehden und Zwistigkeiten mit diesem Bunde hin. 

Neue Leiden brachte der Landshuter Erbfolgekrieg, in welchem besonders 
Fürth hart mitgenommen wurde (1504). 

Die Religionsänderungen des 16. Jahrhunderts trafen unser Gebiet, soweit es 
damals unter pfalzischer Regierung stand. Der Einfuhrung der lutherischen Lehre 
in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts folgte unter Kurfürst Friedrich IIL 
(1559 — 1576) ^^r Versuch der Einführung des Calvinismus. Kurfürst Ludwig VL 
(1576 — 1583) war wieder Anhänger der Augsburger Konfession. Unter Kurfürst 
Friedrich IV. (1583 — 1610) und Friedrich V. (1610 — 1620) wurde der Calvinismus 
gefördert. 

Friedrichs V. Schicksal ward das Schicksal der Oberpfalz und damit auch das 
von Cham. Der Winterkönig verlor am 8. November 1620 am Weißen Berge bei 
Prag Schlacht und Krone und wurde in die Reichsacht erklärt. Die Vollstreckung 
dieser wurde für das Gebiet der Oberpfalz dem Herzog Maximilian I. von Bayern 
übertragen. Er erschien selbst mit seinem Heere vor Cham, das sich ihm am 
25. September 162 1 nach lotägiger Beschießung ergab. Und schon am 22. Januar 
1625 (also vor dem Übergang der ganzen Oberpfalz an Bayern) übergab Kaiser 
Ferdinand 11. dem Kurfürsten Maximilian von Bayern die seit 1352 an die Kurpfalz 
verpfändet gewesene Stadt und das Amt Cham. (Reichsarchiv München, Urkk. d. 
Grafschaft Cham, Fasz. 8.) Von da an blieb Cham bis in das 19. Jahrhundert (1804) 
wieder bei Niederbayem (Regierung Straubing). 

Mit der Besitzergreifung des Landes durch Bayern begann die Gegenrefor- 
mation. Schon 1621 waren Jesuiten in Cham, und bereits 1626 war Cham wieder 
ganz katholisch. Diejenigen, welche sich nicht wieder zur alten Lehre bekennen 
wollten, mußten außer Land, wobei auch ein Teil des Adels seine Sitze verior. (Vgl. 
A. Sperl, Vierteljahrsschrift f. Wappenkunde, herausgegeb. vom Verein Herold XXVIII 

Furchtbar hausten die Schweden, besonders 1633, in unserem Gebiete unter 
dem schwedisch-weimarischen Feldoberst Georg Christoph Tupadell, der im November 



Einleitung. y 

dieses Jahres Cham eroberte und plünderte. Nach 1 2 tägiger Belagerung legte Tupa- 
dell die Stadt Fürth in Schutt und Asche, wobei sich auch der tapfere Verteidiger 
des dortigen Schlosses, Wolf Christoph Jettinger auf Chameregg, ergeben mußte. 
Das Further Schloß ward zur Ruine. Im November 1633 hatte Wallenstein bei Fürth 
ein Feldlager geschlagen. Tapfer verteidigte sich in diesem Jahre die Besatzung von 
Runding, unterstützt von den Einwohnern von Pachling und Lederdom, gegen die 
Schweden. Am 20. März 1634 entriß der kaiserliche General Graf Piccolomini Cham 
wieder den Schweden, aber schon 1641 übergab es der feige Hauptmann Eck, der 
dann zu Straubing dafür enthauptet wurde, abermals den Feinden unter Bandr, von 
dem es am 9. März die Kaiserlichen zurückeroberten. Im nämlichen Jahre hatten 
auch Amschwang, Pemfling und Fürth schwer von den Schweden zu leiden. Zu 
allem Unglück brannte Cham im Jahre 1657, nachdem der Friede im deutschen 
Vaterlande wieder eingezogen war, vollständig ab. 

Noch hatte sich Cham von all den Leiden nicht erholt, als die Stürme des 
spanischen Erbfolgekrieges die Gegend durchtobten Nach hartnäckigem Widerstände 
mußte sich Cham am 3 Oktober 1703 dem kaiserlichen Feldmarschall Graf d'Herbe- 
ville ergeben, wurde mit 20 000 fl. gebrandschatzt und überdies mit einer Kontribution 
von 1 2 000 fl. bestraft. Auch Fürth war schon im August dieses Jahres in d'Herbe- 
villes Hände gefallen. Die Greueltaten der kaiserlichen Soldateska erbitterten namentlich 
das Landvolk im höchsten Grade. Achthundert treuen Bayern unter der Führung 
des Pfarrers von Oberviech tach, Florian Sigismund Maximilian von Müller, gelang 
es, in der Weihnachtsnacht 1705 — demselben Tage, als bei Sendung die wackem 
Isarwinkler den Heldentod starben, — Cham zu erobern, wobei 60 Mann von der 
kaiserlichen Besatzung gefangen wurden. (Vgl. Lukas, Cham, S. 234 f.) Aber nicht 
lange sollten sich die tapferen Patrioten ihres Erfolges freuen Schon am 10. Januar 
1706 erschien der kaiserliche Oberst d'Argnan mit etwa 3000 Mann vor Cham, das 
sich am 16. Januar ergeben mußte. Bis 17 14 (Rastatter Frieden) blieb Cham, wie 
das übrige Bayern, nun unter österreichischer Verwaltung. 

Zu den Kriegsbedrängnissen kam 17 13 in Cham noch die Pest. Stadt und 
Land waren vollständig verarmt und dem größten Elend preisgegeben. Aber noch 
immer nicht sollte Ruhe einziehen. Denn als der österreichische Erbfolgekrieg aus- 
brach, waren Cham und Fürth, wie das ganze Gebiet am Bayerischen Wald, in starke 
Mitleidenschaft gezogen. Fürchterliche Greuel verübten die kaiserlichen Truppen, 
vor allem die barbarischen Panduren unter Franz Freiherm von der Trenk, 1742. 
Cham wurde von Trenks wilder Soldateska eingenommen und 9 Tage schrecklich 
geplündert, Hunderte von Einwohnern wurden hingemordet. (VO. LI, 135 — 258.) So 
endete Chams Leidenszeit fast mit dem Untergang der Stadt. (Vgl. J. Brunner, Die 
Leiden der Stadt Cham, Bayerland [1905], 292.) Auch Fürth fiel am 9. September 
in die Hände der Österreicher und wurde am 11. Oktober von den Panduren ge- 
plündert. Die folgenden Kriege der Revolution und Koalition brachten dem Lande 
im allgemeinen nur noch Truppendurchzüge und Einquartierungen. 

1797 wurden Fürth und das umliegende Gebiet, das bisher der Sitz eines 
Pflegamts gewesen war, zum Landgerichte Kötzting geschlagen, aber noch im selben 
Jahre mit Eschelkam und Neukirchen zum Sitz eines Landgerichts Fürth erhoben. 



8 VI. B.A. Cham. 

1803 ward dieses aufgelöst und die Stadt Fürth zum Landgericht Cham, der Land- 
bezirk von Fürth aber zum Landgericht Kötzting gezogen. Schon 1804 kam die 
Grenzstadt Fürth wieder zum Landgericht Kötzting. Das Landgericht Cham ward 
in diesem Jahre der Regierung in Amberg zugeteilt. 18 10 wurde Fürth abermals mit 
Cham vereinigt. Bei der Einteilung des Königreiches in 15 Kreise im Jahre 1808 
kam unser ganzes Gebiet von Cham zum Regenkreis, 181 7 kam es zum Unter- 
donaukreis. Bei der neuen Territorialeinteilung des Königreichs im Jahre 1838 wurde 
es dem Kreise Oberpfalz und Regensburg zugewiesen. Als 1862 die Organisation 
der Bezirksämter geschaffen wurde, ward Cham Sitz eines Bezirksamts und Land- 
gerichts, und am i. Juli d. J. wurde in Fürth (Gemeinden: Amschwang, Dalking, 
P'urth, Grabitz, Nößwartling, Ränkam, Walting und Weiding) wieder ein eigenes 
Landgericht, aber im Verbände des Bezirksamts Cham errichtet. 1857 kam die 
Gemeinde Döfering vom Landgericht Cham zum Landgericht Waldmünchen, 1864 die 
Gemeinde Ried vom Landgericht Cham zum I^ndgericht Fürth. Seit 1879 zerfallt 
das Bezirksamt in gerichtlicher Beziehung in die Amtsgerichte (bis 1879 Landgerichte 
genannt) Cham und Fürth i. W. 

In kirchlicher Beziehung gehörte das Gebiet des Bezirksamts Cham stets zum 
Bistum Regensburg. 



Literatur. 



LITERATUR. 

Fast alle der in Heft I, B.-A. Roding, S. 8 — 20, gegebenen Literaturhinweise 
haben auch für das B.-A Cham Geltung. Wir notieren außerdem: 

Zu I. Geschichte. Hermann Scholliner, Versuch einer verbesserten Stamm- 
reihe der Grafen von Vohburg und Markgrafen zu Cham, in Lorenz Westenrieder, 
Beiträge z. vaterl. Historie etc., München VI (1800). — Franz Reimer, Berühmte Waldler, 
Der Bayerische Wald, Zeitschrift des Vereins Bayerwald 1903, Heft i, S. 36 — 38. 

— M. DoEBERL, Entwickelungsgeschichte Bayerns, Bd. I, München 1906. — Regesten 
der Urkk. der Grafschaft Cham und des Gerichts Fürth im Reichsarchiv München, 
Handschrift ebenda. 

Die spezielle ortsgeschichtliche Literatur ist bei den einzelnen Orten angegeben. 

Zu 2. Rechtsverhältnisse. Ludwig Freiherr von Egckher, Vortrag 
über das Landsassenwesen der obem Pfalz 1804. MS. im Kreisarchiv Amberg. 
(Enthält insbesondere auch eine Matrikel der Landsassengüter mit wertvollen Angaben 
über die Besitzer zu den verschiedenen Zeiten.) 

Zu 4. Kulturgeschichte. Zweiter Absatz (Sitte und Sagen). A. Hartmann, 
Unterirdische Gänge, Beiträge zur Anthropologie und Urgeschichte Bayerns, München 
VII (1887). — Ludwig Zapf, Zwerghöhlen in Bayern, Bayerland II (1891), S. 465. 

— Gg. Dorrer, Stoipfalzerisch, Ländliches Bild aus dem Schwarzachtale, Bayerland III 
(1892), 484 ff. — Jos. Deschermeier, Sagen aus dem Chamgau, Bayerland 1899, S. 454. 

— Nachtwächterrufe, der Bayerische Wald, Vereinszeitschrift des Vereins Bayerwald 1903, 
Heft I, 29 f — Jos. Schmid, Die Ortsnamen im Bezirksamte Cham, der Bayerische 
Wald, Vereinszeitschrift des Vereins Bayerwald 1903, Heft 2, S. 54 — 60. — Joh. 
Brunner, Schrazellöcher, Sammler, Beilage z. Augsburger Abendzeitung 1904, Nr. 131. 

Zu 6. Topographie. Gesammeltes über Fürth i. Walde und Umgebung, 
Fürth bei Max Wagner 1878. — Karl Hohn, Atlas von Bayern, Nürnberg 1840, IV, 
34 flf. — Michael Hafner, Burgen und Burgruinen des Bayer. Waldes, der Bayerische 
Wald, Vereinszeitschrift des Vereins Bayerwald 1903, Heft i, S. 35 f. — R. Schuegraf, 
Chronologische Geschichten aller im Kgl. Landgerichte Cham liegenden Schlösser 
und Ruinen. MS. im Besitze des Herrn Grafen Hugo von Walderdorff auf Hauzen- 
stein. (Vgl. VO. XXVII, 412 f) — J. Plass, Geschichtliche, geographische und stati- 
stische Darstellung der oberpfölzischen Amtsgerichtsbezirke Cham und Fürth. MS. im 
Besitze des Herrn Direktors L. Auer im Kassianeum in Donauwörth. (Vgl. dazu 
J. Traber, Lehrer Joseph Plaß, der Geschichtsschreiber der Oberpfalz, eine Skizze 
seines Lebens und Wirkens, Donauwörth [1899]. — VO. LI, 315 — 322. — Bayerland 
1899, S. 96; 1900, Nr. 9, zweites Blatt.) 

J. R. Schuegraf, Sammlung der alten Inschriften, Monumenten, Epitaphien, 
Gemälden und altdeutschen Rudera usw. von der Grafschaft und der Stadt Chamb, 
181 7. MS. im Hist. Ver. O. 859. 



lo VI. B.-A. Cham. 



ABKÜRZUNGEN 

häufiger genannter Werke. 

Andreas von Regensburg, ed. Leidinger. — Andreas von Regensburg, Sämtliche Werke, 

herausgeg von Georg Leidincer, Quellen und Erörterungen zur bayerischen und deutschen 

Geschichte, Neue Folge, Bd. I, München 1903. 
Cgm. — Cod. germ. der Kgl. Hof- und Staatsbibliothek München. 
Gemeiner. — Karl Theodor Gemeiner, Reichsstadt Regensburgische Chronik, 4 Bde., Regens- 

bürg 1800 — 1824. 
Grueber u. Müller, Der Bayrische Wald. — Der Bayrische Wald (Böhmerwald), illustriert und 

beschrieben von Bernhard Grueber u. Adalbert Müller, 2. Ausg., Regensburg 185 1. 
Hund 1, II, III. — WigulÄus Hund, Bayrisch Stammenbuch, 2 Teile, Ingolstadt 1585, 1586; 

2. Ausgabe, Ingolstadt 1598. 3. Teil bei Max Freiherr von Freyberg, Sammlung 

historischer Schriften und Urkunden, 3. Teil, Stuttgart u. Tübingen 1830. 
Janner. — Ferdinand Janner, Geschichte der Bischöfe von Regensburg, 3 Bde., Regensburg 

1883— 1886. 
Koch u. Wille. — A. Koch u. J. Wille, Regesten der Pfalzgrafen am Rhein, I, Innsbruck 1894. 
Krenner. — Fr. v. Krenner, Baierische Landtags-Handlungen, 18 Bde., München 1803 — 1805. 
Lukas, Cham. — Jos. Lukas, Geschichte der Stadt und Pfarrei Cham, Landshut 1862. 
Matrikel R. — Matrikel des Bistums Regensburg, Regensburg 1863. 
MB. — Monumenta Boica, München 1763 ff. 
Mon. Germ. SS. — Monumenta Germaniae historica, Scriptores. 
Niedermayer, — Andreas Niedermaver, Zur Kunstgeschichte der Diözese Regensburg, Beilage 

zur Augsburger Postzeitung 1856, Nr. 11, 17, 18, 28, 29, 30, 40, 51, 52, 57, 62, 64, 69, 

88, 91, HO, 113, 118, 123, 124, 132, 136. 142, 145, 146. 
Oefele. — Felix Andreas Oefele, Rerum boicarum Scriptores, 2 Bde., Augsburg 1763. 
Piper. — Otto Piper, Burgenkunde. Mit Burgenlexikon. 2. Auflage, München und Leipzig 1905/6. 
Plass. — Joseph Plass, Geschichtliche, geographische und statistische Darstellung der ober- 
pfälzischen Amtsgerichtsbezirke Cham und Fürth i. W. 
Ried. — Thomas Ried, Codex chronologico-diplomaticus episcopatus Ratisbonensis , 2 Bde., 

Regensburg 181 6. 
Riezler. — Sigmund Riezler, Geschichte Baierns, Bd. I — VI, Gotha 1878 — 1903. 
Reg. Boic. — Regesta sive rerum boicarum autographa, herausgeg. von C. II. v. Lang, M. Frhr. 

v. Freyberg und G. Tu. Rudhart, 13 Bde., München 1822 — 1854. 
Rosenberg. — M. Rosenberg, Der Goldschmiede Merkzeichen, Frankfurt a. M. 1890. 
Schönwerth. — Fr. Schönwerth, Aus der Oberpfalz. Sitten und Sagen, 3 Bde., Augsburg 

1857— 1859. 
Sighart. — J. SiGHART, Geschichte der bildenden Künste im Königreich Bayern, München 1863. 
VO. — Verhandlungen des Hist. Ver. von Oberpfalz u. Regensburg. Vgl. das Nähere in Heft I, 

B.-A. Roding, S. 18. 
Graf von Walderdorff, Regensburg. — Hugo Graf von Walderdorff, Regensburg in seiner 

Vergangenheit und Gegenwart. 4. Aufl., Regensburg 1896. 
Wening IV. — Mich. Wening, Historico-Topographica Descriptio. Das ist: Beschreibung deß 

Churfilrsten- und Hertzogthums Ober- und Nidern Baym. Vierdter Thail. Das Rennt-Ambt 

Straubing, München 1726. 
Zimmermann, Kalender. — Jos Ant. Zimmermann, Chur- Bayrisch-Geistlicher Calender, IV. Theil, 

das Rent Amt Straubing, München (1758). 



ALTENMARKT. 

In Altenmarkt befanden sich früher ein Edelsitz (MB. XXVII, 38, 135, 229) 
und eine Propstei des Klosters Reichenbach (MB. XXVII, 22 f., 41, 43, 51, 62, 129, 
170, 306. — Janner II, 183, 487. — Ried I, 197. — R. Schuegraf, Chronik von Alten- 
markt. MSS. im Hist. Ver. O. 82—87. 

Im Dorfe interessante HÖLZERNE BAUERNHAUSER. (Abbildung Bauern- 
eines Holzhauses in Altenmarkt mit vielen Details: Das Bauernhaus im Deutschen *"*'^''- 
Reiche und in seinen Grenzgebieten, herausgegeb. vom Verbände deutscher Architekten- 
und Ingenieur-Vereine, Dresden 1903, Liefg. 8, Taf. 17.) 

ALTEN STADT. 

Etwa eine Viertelstunde von der Stadt Cham entfernt, an den Ufern der Chamb 
und am Fuße des Galgenberges. Hier lag einst das alte Cham. (VO. V, 104. Vgl. 
Einleitung S. 2.) 

EHEMALIGE KIRCHE UND SPITAL ST. NIKOLAUS. Lukas, Ehem. Kirche 
Cham, S. 392. — R. Schuegraf, Die Kirche St. Nikola in Altenstadt Cham. MS. im "°** ^p'*'*'' 
Hist. Ver. O. 862. Vgl. auch unten S. 31. 

ARNSCHWANG. 

Literatur. VO. VII, 103, 131, 146; IX, 25; XIII, 311; XV, 451; XVI, 40; Uteratur. 
XVII, 219, 233; XIX, 154; XXV, 155, 157; XXVU, 135 Anm., 136, 143, 167, 297, 
412; XXXV, 159 Anm. — MB. XXVI, 169, 313; XXVU, 24, 42. — Reg. Boic. 
VIII, 178; XI, 264; XII, 330; XIII, 68, 76, 163, 179. — Hund I, 320, 322; 

II, 262; III, 421. — Jos. V. Destouches, Statistische Beschreibung der Oberpfalz, 
Sulzbach 1809, ^V» ^S^- — Bayerische Annalen, 1834, S. 769. — Jon. Bapt. Brenner, 
Geschichte des Klosters und Stiftes Waldsassen, Nürnberg 1837, S. 26. — Janner 

III, 419, 426, 447. — Krenner XI, 134 f., 320, 441 ff., 476. — J. Würdinger, 
Kriegsgeschichte von Bayern, Franken, Pfalz und Schwaben von 1347 bis 1506, 
München 1868, I, 154 Anm., 172, 191. — Oberpfalz. Zeitblatt VII, 79, 80. — 
G. L. Beyer, Atlas von Bayern, Nürnberg 1836, Unterdonaukreis, S. 52. — Grueber 
und Müller, Der Bayrische Wald, S. 282 ff. — Ad albert Müller, Bayerischer 
Wald, zum Gebrauche als Wegweiser für Reisende, Regensburg 1861, S. i22f. — 
Heenr. Reder, Der Bayerwald, Regensburg 1861, S. 187. — Pleick. Stumpf, Bayern, 
München 1852, S. 463. — Karl Freiherr v. Reitzenstein, Der Feldzug des Jahres 1621 
mit der Besitzergreifung der Oberpfalz, Supplementheft zum Jahrbuch der Militärischen 
Gesellschaft München pro 1885/87, S. 155 f. — Piper, S. 590. — Bavaria 11, i, 473. 



13 VI. B.-A. Cham. 

. — Andreas von Regensbukg, ed. Leedincer, S. 478. — Schuecraf, Chronik von 
den Schlössern Amschwang und Rainkam. Verh. d. Hist. Ver. d. Unterdonaukreises, 
Passau, Heft 3 (1835), 40 — 61. ^ Ders., Bericht über Raub und Mord in den 
Schlössern zu Amschwang und Waffenbrunn bei Cham. Courier au der Donau, 
Passau 1822, Nr. 257. — Ders., Chronik von Amschwang. MS. im Besitze des 
Herrn Grafen Hugo von Walderdorff. 

Ansichten. Philipp Apian, 24 Bayrische Landtafeln, 1568 (Miniatur- 
ansicht). — Ansicht von Amschwang auf einer Flurkarte von 1583. Im Reichsarchiv 
München, Plansammlung Nr. 3181. (Fig. i.) — Ansicht des Schlosses von Westen 
auf einer Karte von 1608. Im Reichsarchiv München, Plansammlung Nr. 3189. 



^. 



-jf 81. 



(Fig. 2.) — Ansicht von Schloß Amschwang aui einer Hurkarte von 1609. Im 
Reichsarchiv München, Plansammlung Nr. 190a. — Wening IV, 13. {Fig. 3.) — 
Aquarell aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in der Sammlung des Hist. Ver. 
von Oberpfalz und Regensburg. 

KATH. PFARRKIRCHE ST. MARTIN. Matrikel R., S. 54. — VO. X, 
II., 118 Anm.; XVIII, 157; XXVII, 392; XXX, 90; LIII, 153. — MB. XXVI, 
187, 249. — Reg. Boic, IX, 287. — Zimmermann, Kalender IV, 176. — Janner III, 
52J, — Wening IV, 16 f. — J. R- Schuecraf, Chronik von den Schlößera Am- 
schwang und Rainkam königlichen Landgerichts Chamm mit der Genealogie des 
adeligen Geschlechts der Chalbeln, (1831), in den Verhdign. d. Hist. Ver. in d. Unter- 
donaukreise. Passau, Heft i (1834), 46, 47. — Lotz, Kunst-Topographie Deutschlands 
U {1863), 610. — Grueber u. Müller, Der Bayrische Wald, S. 2B4. — R. Schuegrap, 
Chronik von Amschwang. MS. im Besitze des Herrn Grafen Hugo von Walderdorff. 



Amschwang. tj 

— Graf, Beschreibung der Pfarrei und des Schulsprengels Amschwang, 1844. MS. Im i 
Hist. Ver. O. 149. — Georg Weinzierl, Beschreibung des Schulsprengels Arn- 
schwang, 1844. MS. im Hist. Ver. O. 148. 

Ansicht. Ölgemälde im Pfarrhof zu Cham, erste Hälfte des 18. Jahrhunderts. 

Die Kirche liegt auf einer gegen die Cham jäh abfallenden Anhöhe. 

Der Chor in seinen Außenmauem wie auch der Unterbau des Turmes noch 
gotisch. 1733 neugebaut. (Matrikel R., S. 54.) 1899 das Langhaus erhöht, erweitert 
und um zwei Joche verlängert. 

Eingezogener Chor mit zwei Jochen. Innen halbrund, außen polygon geschlossen. 
Langhaus vier Joche. Im Chor und Langhaus auf Pilastem Tonnengewölbe mit Stich- 
kappen. Turm südlich, Sakristei mit Oratorium nördlich vom Chor. 



F[g. 1. ArnKhwanE. Auiichl do SchlosMi aiir tinet Ksnt von 1608. 
[m Reichwchi* München. 

Altäre und Kanzel, modern, i 

Im Langhaus zwei reich geschnitzte Beichtstühle mit Akanthusranken im 
Giebel. Dunkelgebeiztes Holz, die Säule nkapit eile vergoldet. Um 1723. (Vgl, die 
Beichtstühle in der Pfarrkirche zu Fürth S. 94.) 

Kirchenstühle mit reichgeschnitzten Wangen. Um 1723. 

In der Sakristei hübscher Ankleidettsch. Rokoko, um 1750. 

Grabsteine. Im Innern der Kirche: i. Sara Sophia Dorothea Freifrau von > 
Altershaimb, eine gebor. Reichsgräfin von Kreuth, Gemahlin des Alois Bonaventura 
Freiherm von Altershaimb auf Amschwang, churflirstlicher Kämmerer und Regierungs- 
rat in Straubing, wie Kämmerer der churiiirstl. Durchlaucht zu Pfalz, Geheimer Rat, 
f 14. August 1720. Sein hofer Stein mit Allianz wappen, H. 0,9z, Br, 0,59 m. — 2. Alois 
Bonaventura Freiherr von Altereheimb, Herr auf Amschwang, »der Churfrtl : Drtl : in 
Baym Cammer und Regierungs Rhatt in Straubing, dan der Churfrtl : Drtl : zu Pfaltz 



14 VI. B.-A. Cham. 

Pfarrkirche. Camcrer Und Geheimber Rhatt«, f 22. Juli 1737, im 86. Lebensjahre. Solnhofer Stein 
Grabsteine, mit gestüTztem Wappen. H. 0,89, Br. 0,65 m. (Federzeichnung des Grabsteines in 
der Sammlung des Hist. Ver. von Oberpfalz u. Regensburg.) — 3. Johann Christoph 
Freiherr von und zu Hautzenberg »auf Ober- und Undem-Podenmais, TaUerstorff, 
Lixenriedt und Ränckhamb«, f 1693, im 77. Lebensjahre. Solnhofer Stein mit Wappen. 
H. 0,82, Br. 0,67 m. — An der äußeren südlichen Chorwand: 4. Epitaph (Fig. 4) 
aus weißem Marmor mit der Inschrift: Anno 1601 den ij. Aprilis Iß in gott Eni- 
schlaffen Der Ehrwürdig und Wolgelart herr : M : Steffan Ecket Pfarrer alhie zu 
Arnschwang, Deren seilen Gott genad Und würdt haben das ewig leben Das thuet .... 
Im gnaden geben. Anno I j j I Ist in gott j 1 1 j j j. Darüber: Sein alter ist geweffen 
S6 (?) Jahr. Diener Christi j 2 Jahr. Anno i^gS Den 11. Aprilis Iß in gott Entschlaffen 
die Ehrntüegenthafft katharina heucklin des Ehrwirdigen und Wolgelarten herrn W, 
Steffan Eckeis Pfarrer alhie zu Arnschwang Eheliche Hausfrau deren seilen G, G, 
Die T: Ellisabeta Pfärintzins {}) 2 Hausfrau. Darüber: Ir Alter ist geweß 4^ Jahr. 
Der Verstorbene in Amtstracht mit seiner verstorbenen und zweiten Hausfrau samt 
elf Kindern. Relief der Steinigung des hl. Stephanus in Pilasterumrahmung. Oben 
in Kartusche Bibelspruch zwischen zwei Todesgenien, welche das Ehewappen halten. 
H. 1,38, Br. 0,94 m. 
Gitter. Über der Sakristei am Oratorium sehr schön getriebenes Gitter im Charakter 

des frühen Rokoko mit Laub- und Band werk und Netzmotiven sowie dem Wappen 
des Grafen von Kreuth. Um 1730. 

Geräte. Kelch, Silber, vergoldet. In den getriebenen Ornamenten sechs Email- 

medaillons mit Passionsszenen. Beschauzeichen Augsburg mit Jahresbuchstaben S 
(1767 — 69); Meistermarke IL. H. 0,30 m. — Kelch, Silber, vergoldet. Beschau- 
zeichen undeutlich ; Meistermarke : BERDOL T, Klassizistisch. H. 0,248 m. — Kelch, 
Silber, vergoldet. Schön getriebene Früchte und Ranken. Zeichen und Marke 
undeutlich. Barock, um 1700. H. 0,25 m. — Meßkännchen, Silber. Ohne 
Zeichen und Marke. Klassizistisch. — Sechs große, silbergetriebene Leuchter mit 
klassizistischen Motiven. — Ebensolche Kanontäfelchen. 

Das von R. Schuegraf (Verhandlgn. des Hist. Ver. i. d. Unterdonaukreise, 
Passau, Heft i [1834], S. 49 Anm.) erwähnte blausammtene Meßgewand mit dem 
Nothaftischen Wappen und der Jahreszahl 1476 ist nicht mehr vorhanden. 

Kapelle. KATH. KAPELLE ST. MARGARETA. Neben der Pfarrkirche im alten 

Friedhof. Matrikel R., S. 55. — Zimmermann, Kalender IV, 176. — Lotz, Kunst- 
Topographie Deutschlands 11 (1863), 610. 

1499 wurde die Kapelle laut einer Bulle des Papstes Alexander VI. neu be- 
gründet. (Schuegraf, in den Verhandlgn. d. Hist. Ver. i. d. Unterdonaukreise, 
Passau, Heft i [1834], 48.) 

Eingezogener, gerade geschlossener Chor. Gewölbt. Langhaus flach gedeckt, 
mit einfachem Rahmen werk in Stuck. Pilastergliederung. Westlich Dachreiter mit 
Kuppel. Wohl 17. Jahrhundert. 

Epitaph. An der nördlichen Außenwand der Margaretenkapelle Epitaph aus Sand- 

stein mit der Inschrift: Anno i^g2 den 22. Julius Ist in Got Entschlaffen die 
Tugenthafft Anna Mayrin Hansen Parfueß Schuelmaisters allhie in Amschwangk Ehe- 
tvirtin^ deren seien Gott genadt. Inmitten des Steines Relief der Taufe Christi. 
Oben das Wappen. Darunter die Verstorbene mit ihrem Manne und neun Kindern. 
H. 1,07, Br. 0,65 m. 



Von der alten FRIEDHOFBEFESTIGUNG noi gerioge Mauerreste 
■ vorhanden. (Vgl. Schuegrap, Chronik von den Schlössern Amschwang u. Rainkam etc., 
S. 46. — Grueber u. Müller, Der Bayrische Wald, S. ^84. — Lotz, Kunst-Topo- 
graphie Deutschlands H, [1863], 610. — Würdinger, Kriegsgeschichte von Bayern etc. 



Grabstein äa Slcphu Eckcl, f 1601, an der iuQcnn Chomnd d« P&ntirche. 

von 1347 bis 1506, München I [1868], 154 Anm. — Vgl, auch Ansicht bei Wening 
IV, 13 [Fig. 3], wo der sogenannte »Büchsenturm* an der Friedhofmauer noch sichtbar.) 
An der Friedhofmauer : Grabstein (Fig. j) mit Inschrift: Arw 1604 den 
14. April Ist In Gott Entsehlaffen Thomas HemerUin Des Ehrwirdigen und Wol- 
gelekrten Herrn Caspar Hemmerlein Pfarrers Alhie Zu Amschwang Söhnlein dem 
Gott ein Fröliche ufferstehung verleifun wolle Amen. In der Nische: Seines Alters 



Amschwang. if 

S Jar und 2i Wochen. Inmitten 

des Steines die ziemlich roh ge- * 

arbeitete Figur des Knaben, zu 
dessen Füßen die Wappen seiner 
Ehera. H. 0,90, Br. 0,65 m. — 
Ebenda Grabstein des Frei- 
fräulein Eva Theresia Magdalena 
von Wallbrunn, f 6- Februar 1745. 
Solnhofer Stein mit Wappen. 

EHEM. SCHLOSS. In ^ 

Amschwang saß das adelige (Ge- 
schlecht der Amschwanger. {MB. 
XXVII, 24, 42. — Bremner, Ge- 
schichte des Klosters und Stiftes 
Waldsassen, Nürnberg 1837, S. a6. 

— Bayerische Annalen, 1834, 
S. 769,) Im 14. Jahrhundert er- 
scheinen die Kälbel (Chalbel, 
Kälblein). (Hund III, 421. — VO. 
XIII, 311. — Reg.Boic. Vm, 178. 

— MB. XXVI, 150 f., 154, 156, 

163, 169. Vgl. R. SCHUEGRAK, 

Die Genealogie des adeligen Ge- 
schlechtes der Kälbeln im Bayeri- 
schen Wald, in den Verh. d. Hist. ^''^- '■ A.n«h™g. 
Ver. in dem Unterdonaukreise , G"1«"° «i« Thom« h™™«!««, t .604, ■" J« Fri=dh<.fa.»ua. 
Passau, 1. Heft [1834), 55—61.) 

1396 und 1401 Jakob Püdensdorfer zu Arnschwang (Reg. Boic. XI, 264). Vom An- 
fang des 15. Jahrhunderts an saßen ca. hundert Jahre die Sattelbogner auf Amschwang. 
(Hund I, 310, 321.) 

In der Zeit der Husitengefahr legten die zur Abwehr verbündeten Herzöge 
von Bayern, Ernst und Wilhelm, eine ansehnliche Besatzung nach Arnschwang. 
(Janner UI, 419, ^ WüRdincjik I, 172.) 1431 brannte ein Haufe Husiten das 
Schloß zu Amschwang nieder. Doch Erasmus von Sattelbogen vertrieb die Böhmen 
wieder. (Hund I, 310. — Jannek III, 426. — Andreas von Regensblrg, ed. Leidingek, 
S. 478.) 1434 suchten die Husilen nochmals Amschwang heim. (Jannek UI, 429. — ■ 
WüRDiNGER I, 191. — R, ScHUEGRAF, Bericht über Raub und Mord in den Schlössem 
zu Amschwang und Waffenbrunn bei Cham, Courier an der Donau, Passau 1822, 
Nr. is,.) 

Sigmund Sattelbogner zu .Amschwang, der Letzte seines Stammes, der 1483 das 
Otfnungsrecht von Arnschwang dem Herzog Albrechl von München hatte verschreiben 
müssen (Hund I, 321, — Krei^nner XI, 134 f.), verlor durch seine Befehdung des 
Herzogs im Löwlerkrieg 1493 sein Schloß Amschwang. (Krenner XI, 443.) Arnschwang 
wurde Wilhelm Adlmann übertragen. Im Landshuter Erbfolgekrieg wurde die Burg von 
den Pialzern erobert. (Vgl. Hubert Freiherr v. (juiuppenberg. Der bayrische Krieg 
vom Jahr 1504, VÜ. XXXIV, 75-151.) I»er Kurfürst von der Pfalz verheh das Schloß 
1506 Ludwig von Habsberg zum Kumberg und Ludwig von Eyb, welch letzterer am 
9. September 1510 seinen halben Teil am Schlosse und Dorfe Amschwang Ludwig von 

tlTfl VI 2 



i8 VI. B.-A. Cham. 

Ehem. Schloß. Habsbcig verkaufte. (Reichsarchiv München, Oberpfälzer Archivale Nr. 159a, foL49b f.) 
Nach mehrfach geteilten Besitzverhältnissen finden wir von 1527 — 1626 die Puchs in 
alleinigem Besitze von Amschwang. (VO. XVII, 219.) Hierauf Joachim von Donnerstein 
auf Amschwang. 1678 kam die Herrschaft durch Kaufan Alois Bonaventura P'reiherm 
von Altersheim, der auch Regenpeilnstein und Fronau besaß, 1722 an dessen Paten 
Alois Bonaventura Grafen von Kreuth, 1759 ^^ Freiherm Thaddäus von Dümitz, 
1786 an den Reichsgrafen Johann Nep. von Törring-Jettenbach, der auch im Besitze 
von Ränkam war. Ca. 1801 kaufte Amschwang und Ränkam Karl Friedrich Wilhelm 
Freiherr von Völdemdorff -Warade in auf Kolmberg, der 1833 das Gut an den Staat 
veräußerte. Jetzt in Privatbesitz. 

Das Schloß liegt am nordöstlichen Ende des großen Dorfes. Zweigeschossiger, 
langgestreckter Bau von einem tiefen, nun trockengelegten Graben umgeben. Ein- 
fahrt im Westen. Reste von architektonischen Malereien als Pensterumrahmungen. 

Unterirdische UNTERIRDISCHE GANGE (SCHRAZELLOCHER). VO. XXVU,409; 

»ange. XXXIII, 260. — Panzer, Bayerische Sagen und Bräuche, München 1848, I, iii. — 
Schön WERTH II, 288 ff. — A. Hartmann, Unterirdische Gänge, Beiträge zur Anthro- 
pologie und Urgeschichte Bayerns, München VU (1887), 100. — Ludwig Zapf, 
Zwerghöhlen in Bayern, Bayerland 1891, S. 464 ff. — Jon. Brunner, Die Schrazel- 
löcher in Amschwang, Beiträge zur Anthropologie und Urgeschichte Bayerns, XV 
(1904), Heft 3 u. 4, 153 ff. — Ders., Schrazellöcher, im Sammler, Beilage zur 
Augsburger Abendzeitung 1904, Nr. 131, S. 2 ff. — Deutsche Gaue VII, 205. — 
R. Schuegraf, Die Schratzenlöcher bei Amschwang, Bonholz, Burglengenfeld und 
Neukirchen b. Hl. Blut. MS. im Hist. Ver. O. 851. — Graf, Beschreibung der Pfarrey 
und des Schulsprengels Amschwang, 1844. MS. im Hist. Ver. O. 149. 

Im Dorfe finden sich zahlreiche Schrazellöcher, deren Einschlupf meist durch 
die Kellermauer der Häuser geht. 

ATZENZELL. 

Ehem. EHEMALIGER EDELSITZ. VO.VU, 306; XXVU, 412. — MB. XXVU, 

* ^^ '• 19. — Wening IV, 17. — R. Schuegraf, Chronik von Atzenzell. MS. im Besitze 
des Herrn Grafen Hugo von Walderdorff. 

BIRNBRUNN. 

(Pirnbrunn.) 

Ehem. EHEMALIGER SITZ DER PIRNBRUNNER. MB. XII, 126, 175. 

Edeisitz. _ ^^ XXVII, 412. — Reg. Boic. UI, 268. — Wening IV, 20. 

BUCHBERG 

(PUCHBERGi. 

Burgstall. BURGSTALI.. VO. X, 348; XXIII, 283; XXVU, 29,413; XXXV, 159 Anm.— 

MB. XII, 96; XXVI, 42 f, 46; XXVU, 45. — Reg. Boic. I, 88. — Oefele I, 589; 
II, 108. — Ried I, 285, 450 f , 595. — Oberpfälz. Zeitblatt III, 181. — Hund, 
Mctrop. Sal. II, 342. — Hund II, 249 ff. — Verhandlungen des Hist. Ver. i. d. Unter- 



Buchberg. — Cham. lo 

donaukreise, Passau, Heft i (1834), 70. — Jon. B. Brenner, Geschichte des Klosters Burg«taii. 
und Stiftes Waldsassen, Nürnberg 1837, S. 26. — Johann Martin Maximilian 
EiNZiNGER VON EiNZiNG, Bayerischer Loew, das ist: Historisches und Heraldisches 
Verzeichniß der Bayerischen Tumierer und Helden, Anderer Band, München 1762, 
S. 175. — R. P. F. Gabriel Bucelinus, Germania topo- chrono -stemmatographica 
Sacra et profana etc., Prankftirt a. M. 1699, IV, 2160. — Stumpf, Reichskanzler, 
2881. — Lang, Bayer. Jahrbücher, S. 298. — Verhandlungen des Hist. Ver. f. Nieder- 
bayem XVII, 147 u. Anm.; XIX, 311, 323 f. — Grueber u. Müller, Der Bayrische 
Wald, S. 105. — Heinr. Reder, Der Bayer^-ald, Regensburg 1861, S. 185. — Jos. 
Deschermeier, Sagen aus dem Chamgau, Bayerland 1899, S. 454. — Jon. Brunner, 
Der Buchberg bei Cham und das edle Geschlecht der Puchberger, Sammler, Beilage 
der Augsburger Abendzeitung 1902, Nr. 91. — A. Erhard, Die Edlen von Buchberg, 
in den Verhandlungen des Hist. Ver. f. Niederbayem XXXVIII, 210 ff. — Gotthard 
Oswald, Die Ritter von Buchberg, Der Bayerische Wald, 4. Jahrg. (1906), Heft 2 ff. 

— R. ScHUEGRAF, Chronik von Windischbergerdorf mit der Ruine Buchberg. MS. 
im Besitz des Herrn Grafen Hugo von Walderdorff. 

Buchberg war der Stammsitz der mächtigen Puchberger, zum Unterschiede von 
einer jüngeren Burg des gleichen Geschlechtes im unteren Bayerischen Wald bei 
Wildenstein auch Altenbuchberg genannt. (Hund II, 249. — A. Erhard, in den 
Verhandlungen des Hist. Ver. f. Niederbayem, XXXVIII, 210 ff. — Gotthard 
Oswald, Die Ritter von Buchberg, in der Zeitschrift »Der Bayerische Wald«, 4. Jahrg. 
(1906), Heft 2.) In einer kaiserlichen Urkunde vom 9. April 1086 ist auch Buchberg 
unter den sieben Villen in der Mark Camba aufgeführt, welche Kaiser Heinrich IV. 
dem Regensburger Vogt Friedrich, Grafen von Bogen, schenkte. (MB. XII, 96. — 
Stumpf, Reichskanzler, 2881.) Dadurch wurden die Puchberger Lehensmänner der 
Grafen von Bogen. 1202 war Otto von Puchberg Zeuge bei einer Schenkung des 
Markgrafen Bertold von Vohburg an das Kloster Waldsassen. (VO. XXXV, 159 Anm. 

— Brenner, Waldsassen, S. 26. — Oberpfalz. Zeitblatt III, 181.) Nach dem Aus- 
sterben der Grafen von Bogen (1242) wurden die Puchberger Lehensleute der 
bayerischen Herzöge. Gegen Schluß des 13. Jahrhunderts verkauften sie nach und 
nach die meisten ihrer Besitzungen im oberen Walde bei Cham, 1301 sogar den 
letzten Teil, den sie noch von ihrer Stammburg Altenbuchberg besaßen, an den 
niederbayerischen Herzog Otto III. Bald darauf scheint die Burg zu einem Raub- 
rittemest herabgesunken und deshalb zerstört worden zu sein. (Vgl. R. Schuegraf, 
MS., und J. Brunner, Der Buchberg bei Cham und das edle Geschlecht der Puch- 
berger, Sammler, Beilage der Augsburger Abendzeitung 1902, Nr. 91.) 

Der Buchberg, etwa eine Stunde von der Stadt Cham entfernt, links der Straße 
Cham-Fürth, ist ein mit dichtem Walde bewachsener, isolierter Bergkegel (563 m 
über dem Meer). Auf seinem Gipfel spärliche Reste von Wall und Graben mit 
Trümmern behauener Quadern zwischen Granitfelsen. Aufgehendes Mauerwerk 
nirgends zu sehen. 

CHAM. 

Literatur. VO. I, 358; II, 407; V, 104, 395; VIII, 98, 99 Anm., 259; IX, Literatur. 
25 ff., 31 Anm., 33 — 37, 156, 161 f.; X, 50 ff., 140 ff., 144 ff., 291; XII, 197 Anm.; 
XIII, 106, Ulf., 114 — 119, 135, 226; XIV, 98, 335; XV, 17 Anm., 48, 88, 282, 
403; XVI, 40, 136; XVU, 79 f., 92; XVIII, 148; XIX, IG, 154. 169, i72f.; XX, 4, 



2 



« 



20 Vr. B,-A. Cham. 

Literatur. 184, 342; XXI, 195 ; XXII, 4, 7, 43, 173, 176, 2o8, 211 f., 237 Anm., 238 Anm. ; 

xxin, 281, 360, 366; XXIV, 21, 229, 250; XXV, 133, 140, 168; XXVI, 421; 

XXVn, 6, 58, 121, 123, 330, 34off., 385, 387 f., 391, 394, 409^0 XXXVI, 93; XL, 
41, 138, 150» 178; XLI, 217 ff.; LI, 135 ff. — MB. III, 245; XI, 157; XIV, 387; 
XXVII, 36 f., 38, 330, 340 ff.; XXIX a, 184, 216; XXXVI a, 429— 439. — Reg. Boic. I, 
160, 281. — Mich. Berkinger, vonn dem großen Brandschaden vnnd verderben der 
Stadt Camb, 1563. — Paul Zeidler, Insignia urbium et vicorum superioris Palatinatus 
electoralis in Bavaria, carminis genere diverso descripta, Regensburg 1585. — Matthäus 
Merian, Topographia Bavariae, 1644, S. 11. — W. Ertl, Churbayer. Atlas, 1687, 
S. 52. — R. P. F. Gabriel Bucelinus, Germania topo-chrono-stemmatographica sacra 
et profana etc., Frankfurt a. M. 1699, II, 413. — Das Schicksal der bayerischen 
Stadt Cham im österreichischen Successionskrieg im Jahre 1742. (Ein fliegendes Blatt 
aus jener Zeit.) — Johann Heinrich von Falckenstein , Antiquitates et memora- 
bilia Nordgaviae veteris, oder Nordgauische Alterthümer und Merkwürdigkeiten, 
III. Theil, Schwabach und Leipzig 1743, S. 230. — Johann Martin Maximilian Ein- 
ziNGER VON EiNZiNG, Bayerischer Low, das ist: Historisches und Heraldisches 
Verzeichniß der Bayerischen Tumierer und Helden, Anderer Band, München 1762, 
S. 186, 562. — Theatrum Europaeum, tom. IV, p. 636. — Johann Heinrich von 
Falckenstein, Vollständige Geschichten der alten, mittlem und neuern Zeiten des 
großen Herzogthums und ehemaligen Königreichs Bayern, III. Theil, München, Ingolstadt 
u. Augsburg 1763, S. 67, 714, 817, 826. — Chr. Fr. Pfeffel, Von denen (kränzen 
des Baier. Nordgaus bis in XL Jahrhundert, Abhdlgen. d. churf. bayer. Ak. d. 
Wissensch. I (1763), 156 ff. — Ders., Geschichtsbeschreibung der alten baierischen 
Markgrafen auf dem Nordgau, zweiter Theil: von denen Markgrafen aus dem voh- 
burgischem Stamm, Abhdlgen. d. churf. bayer. Ak. d. Wissensch. II (1764), 54, 60 ff. 

— Beweis, daß die von den K. Truppen im Monat Januar 1778 in der oberen Pfalz 
occupirten sämtlichen Ortschaften, Pflegämter u. Distrikte samt der Grafschaft Cham 
niemals unter die Verlassen schaft des letzten Herzogs Johann zu Straubing gehörten, 
1778. — Zimmermann, Kalender IV, 170 f. — Hund I, 148, 341. — Oefele I, 26, 
339, 410, 411, 412, 675, 710; n, 178, 183. — Neue histor. Abhdlgen. d. churf. bayer. 
Ak. d. Wissensch. V (1798), 507, 511 f., 514, 522, 526, 541. — Hermann Scholliner, 
Versuch einer verbesserten Stammreihe der Grafen v. Vohburg und Markgrafen zu 
Cham, in Lorenz Westenrieder, Beiträge z. vaterl. Historie, München VI (1800). — 
Fessmaier, Versuch einer Staatsgeschichte der Oberpfalz, seitdem sie Oberpfalz heisset, 
Landshut I (1803), 178 ff. — Thom. Ried, (Jenealogisch-diplomatischc Geschichte 
der Grafen von Hohenburg, Markgrafen auf dem Nordgau, Regensburg 18 13. — 
Ders., Zweyte Abhandlung über die Grafen von Hohenburg, Markgrafen auf dem 
Nordgau, Regensburg 1813. — Ders., Geograph. Matrikel des Bisthums Regensburg, 
Regensburg 181 3, S. 398. — Roman Zirngibl, Ludwigs des Baiers Lebensgeschichte, 
in den hist. Abhandlungen der Kgl. Baier. Akademie der Wissenschaften, III (1814), 481. 

— ¥, V. LiPOWSKY, National-Garde-Almanach für das Königreich Baiern, München 18 14, 
S. 116. — Jos. V. Mussinan, Geschichte des Lowlerbundes unter dem bayr. Herzog 
Albert IV. vom J. 1488— 1495, München 1817. — J. R. Schuegraf, Auszug aus 
einer noch ungedruckten Chronik der Stadt Kamm im Unterdonau-Kreise, Königl. 
Baierisches Intelligenz-Blatt für. d. Unter-Donau-Kreis, Passau 1822, Stück 35 u. 36. 

— VON Fink, Die geöffneten Archive f. d. Gesch. d. Königreichs Baiem II (1822— 23), 
97—121. — And. Buchner, Geschichte von Bayern, München IV (1826), 74. — 
Karl Heinr. Ritter von Lang, Baiems alte Grafschaften und Gebiete als Fort- 



dum. 31 

Setzung von ßaiems Gauen, Nürnberg 1831, S. 188. ^ Adalbert Müller u. Franz i 
X. Müller, Sagen und Legenden der Bayern in einer Reihenfolge von Romanzen 
u. Balladen, Regensbur^ 1833, S. 180. — Verhandlungen d. Hist. Ver, i, d. Unterdonau- 
kreise, Passau, Heft i (1834), 43. 45. 64. 73. 75; Heft z (1835), 47. 57; Heft 3 
{1836), 54. — Beyer, Atlas von Bayern, Nürnberg r836, Unterdonau-Kreis, S. 24. — 
Karl Hohn, Atlas von Bayern, Nürnberg 1840, IV, 21 ff. — Fr. J. Luckner, Die 
Eroberung von Cham durch den Österr. Panduren obersten Franz Freiherr von d. 
Trenk. Ein Schauspiel in 3 Aufzügen. Straubing 1841. — J. R. Schuegraf, Bio- 
graphien berühmter Männer aus Baiem, i. Heftchen, Passau 1821. — Ders., Cham 



während der böhmischen Unruhen von 1618— i6z8, VO. X (1846), 5°— 75- — Ders., 
Skizzen einer Handelsgeschichte der Stadt Cham im bayerischen Walde, Regensburg 
1849. (Auch abgedruckt im Conversations-BJatt, Beilage zum Regensburger Tagblatt, 
1849, Nr. 115—115.) — Ders., Cham und der bayerische VVald während des dreißig- 
jährigen Krieges vom Jahre 1633 — 1651, Regensburg 1849. (Auch abgedruckt im 
Conversations-Blatt, Beilage zum Regensburger Tagblatt, 1849, Nr. 17 — 24.) — Fr. 
Palackv, Geschichte von Böhmen, Prag 1 (1851), 100, 239, 308, 326f. — Pleickhakd 
Stumpf, Bayern, München 1852, S. 460. — Riezler I, 555, 636, 719, 874^; 11,82; 
III, 4. 602, 612. —Janner I, 167, 560; II, 439 Anm., 442, 493; III, 356, 395, 4i8f., 
425, 444 f., 621. — Andreas von Regensbl-rg, ed. Leidinger, S. 83, 332, 424, 431, 471, 
47'. 541. 548, 570, 710, 711. — Koch u. Wille I, 685, 2320, 2377, 2710, 2715, 3633, 
5365. — (;rukber u. Müller, Der Bayrische Wald, S. 307 ff. — Adalbert Müller, 
Bayerischer Wald, Zum Gebrauche als Wegweiser für Reisende, Regensburg 1861, 
S. 123 ff. — Heinr. Reuer, Der Bayerwald, Regensburg 1861, S. 166, 178, 180. -^ 



32 VI. B.-A. Cham. 

Mon. Germ. SS. IX, 179, 650, 829, 835. — Ried I, 17, 197, 257 f., 285, 300, 370, 
458, 464, 479, 481, 588, 6o8f.; II, 807, 829, 1167 f. — ScHÖNWERTH II, 448, 457. 
— Ernf.st Cifiss, Die Reihenfolge der Gerichts- und Verwaltungsbeamten Altl»ayerns 
nach ihrem urkundlichen Vorkommen vom XIIL Jahrhundert bis zum Jahre 1803, 
Oberbayer. Archiv XXVIII, 38 ff. — Quellen und Erörterungen zur Bayer, und 
Deutschen (leschichte, München I (1856), 58, 266, 444, 452, 455; V {1857), 206, 
208, 304, 328, 332, 476. — Hubmann, Chronik der Oberpfalz, Amberg I (1865), 
3. Babenbergische Markgrafen des Nordgaus. — Jos. Lukas, Geschichte der Stadt 
und Pfarrei Cham, I.andshul i86z. — ßavaria II, i, 405, 427, 465 ff. — J. WüR- 
DiNGER, Kriegsgeschichte von Bayern, Franken, Pfalz und Schwaben von 1347 
bis 1506, München I (1868), 158, 170, 172 f. — Oberbayer, Archiv I, i2Z. — 



Stumpf, Reichskanzler, 245. — \V. v. Giesebrecht, Beitrage zur Genealogie des 
bayr. .Adels im 11., 12. u. i3.Jahrhdt., Sitzungsberichte der Kgl. Bayer. Akademie 
der Wissenschaften, historische Klasse. I (1870), 549 ff., 563, 567 f., 579, 585 f. — 
Ehrenpreis, Festschrift zum Witlelsbacher Jubiläum, Donauwörth 1880, S. 344. — 
Heiuel, Archival. Zeitschrift I (1876), 236 ff, — Johann Turmair, gen. Aven- 
TiNUS, Sämdiche Werke, 5 Bände, München 1881 — 188Ö. — Li.uwKi Ai.hert 
Fkeihehk von GuMPPENHFRti, Geschichte der I'\iniilie von Gumppenberg, 2. Aufl., 
Mtlnchen 1881, S. 503. — G. Ho.sskrt. Die Herkunft Bischof Ottos des Heiligen 
von Bamberg {mit Angaben über die schwäbische Herkunft des Dipoldinger, 
Markgrafen auf dem Nordgau), \\'tirttem bergische \'ierteljahrhefte für Landes- 
ge^whichte, Jahrgang VI (1883), 93 ff. — O. Ki.kemann. Die (irenzbefestigungen im 
Kurfürst entume Bayern zur Zeit des spanischen Erbfolgekrieges, Überbayer. Archiv 
XI.VII, 3ozff, (Auch Separntididruck München 1885.)— Karl Freiherr von Reitzen- 
STEiN, Der Feldzug des Jahres 1621 mit der Besitzergreifung der Oberpfalz, Supple- 
mentheft zum Jahrbuch der Militärischen Gesellschaft München pro 1885/87, 



S. is»ff. — Franz Binhack, Die 
Markgrafen im Nordgau als Ein- 
leitung zur Geschichte des Cister- 
zieDserstifies Waldsassen, Vü. XLI 
(1887), 217 — 236. — Adermayer, 
Graf Nikolaus von Luckner, Mar- 
schall von Frankreich, VO. XI.VI, 
22g — 262. — Karl v. Reinhard- 
STÖTTNER, I^nd und Leute im 
Bayerischen Walde, Bamberg 1890, 
S. 37 ff. — G. Neckermann, Die 
Husiten in der Oberpfatz, Bajer- 
land I {1890), Ig ff. — J. Brunner, 
Die Leiden der Stadt Cham, Bayer- 
land I (1890), 292. — LtDW[G Zapf 
Zwerghöhlen in Bayern, Bayerland 
II (1891), 465. — M. DoEBERL, Re- 
gesten und Urkunden zur (ie- 
schichte der Dipoldinger Mark- 
grafen auf dem Nordgau, Jahres- 
bericht über das Kgl. Ludwigs- 
Gymnasium u. das K.gl. Erziehungs- 
Institut fiir Studierende in München 
1892/93. — Ders., Quellen u. Er- 
örterungen zur<;eschichle des Nord- 
gaues, VO. XI.V (1893), 113—129. 

— Ders., Die Markgrafschaft und 
die Markgrafen mit dem bayer. 
Nordgau, München 1894, S. 46, 
68, 71. — Anton Schmid, Graf 
Nikolaus von Luckner, Sammler, 
Beilage der Augsburger Abend- 
zeitung 1894, Nr. I u. 2. — Graf 
VON Walderdorff, Regensbiu'g, 
S. 109. — J. Bri'NNER, Der Pan- 
durenführer Franz Freiherr von 
der Trenk im österreichischen Erb- 
folgekriege, mit besonderer Rück- 
sicht auf die Zerstörung von Cham 
im Jahre 1742, VO. LI {1899), 
135^258. (.\uch separat erschienen 
bei J. u. K. Mayr in Stadtamhof) 

— .\ut;. Hartmann, Historische 
Gedichte aus der Zeit der bayeri- 
schen Landeserhebung 1705 und 
der Rückkehr Max Emanuels nach 
Bayern , Altbayerische Monats- 
schrift 1899, Heft 2, S. 46 f. — 



34 VI. B..A. Ch«m. 

. M. Fastlinüe«, Die wirtschaftliche Bedeutung der bayerischen Klöster in der Zeit 
der Agilulfinger, Freiburg 1903, S. 70. — WiLH. Götz, Geograph! seh 'Historisches 
Handbuch von Bayern, München u. Leipzig 1903, I, 763 ff. — Die Panduren in 
Cham im Jahre 1 742, Der Bayerische Wald 1903, S. 30 f. — O. Stiehl, Das deutsche 
Rathaus im Mittelalter, Leipzig 1905, S. 114. 

Handschriften. R. ScHiECiRAF, Cham oder der bayerische Wald während 
des spanischen Erbfolgekrieges von den Jahren 1701 — 1715- MS. im Hist. Ver. O. 83. 
— Ders., Der Baierische Erbfolgckrieg i. J. 1777/1778 u. die übrigen Schicksale der 
Stadt Kamb. MS. im Hist. Ver. O. 83. — Ders., Auszug aus der Chronik der 
baier. Stadt Cham. MS. im Hist. Ver. O. 87. — Ders., Chronik der Baierischen 
Stadt Chamb vorm Wald. MS. im Hist. Ver. O. 88, 88/1. — Ders., Materialien zur 
Geschichte der Reformation und des Protestantismus in Cham und im bayer. Wald. 



' Nach einem Aquarell io der SammLuat des Hisi. Ver. v. ObecpTali u. Regeniburg. 

MS, im Hist. Ver. O. loj. — Ders., .A-usifug aus einer alten Chronik von Cham, 183z. 
MS. im Hist. Ver. O. 628. — Ders., Die Baierische Markgrafschaft Camb auf dem 
Nordgau und die Schicksale der Stadt Camb mit einem .Anhange vom uralten Chor- 
stifte CambmUnster, 1818— 1819. MS. im H ist. Ver. O. 791/1. (Die im Hist. Ver. 
von Oberpfalz und Regensl>urg befindlichen Handschriften R. Schucgrafs über die 
Geschichte von Cham, zusammengestellt in VO. XXVH, 40g ff.) — Fr. Dionys Reit- 
HOFER, Kurze Chronik von Cham (Kopie von R. Schuegraf)- MS. im Hist. Ver. O. 625. 
— C. A. Wernharu u. Joh. .Matkrhr, Topographische Beschreibung der Stadt Cham. 
MS. im Hist. Ver. Ü. 6zö. ^ Fr. StJi. Sf.h. Üaauer von Kollk.vbkrg, Hcschreibung 
von der im Jahre 1742 durch den Österreichischen Panduren-übcrstUeutenant Trenk 
eingeäscherten und geplünderten Stadt Cham im bayer. Wald. MS. im Besitze des 
Herrn Grafen Hugo von WaUlerdorff. — Ders., Jahrbücher der alt-bayerischen Stadt 
Cham. MS. im Hist. Ver. O. 861. — Plass (in Regesten form). 

Ansichten. Philepp .Apian, 24 Bayrische I.andtafcln, 1568 (Miniaturansicht).— 
Ansicht von Cham auf einer Karte von 1608. Reichsarcbiv München, Plansammlung 



Cham. 25 

Nr. 3186. (Fig. 7.) — W. Ertel, Churbayer. Atlas, 1687, S. 52. — Wening IV, 12. . 
— Stich der Stadt Cham und Umgebung, bezeichnet Georg Chr. KiLiÄ encudit. A. V. 
Beginn des 18. Jahrhunderts. Ein Exemplar befindet sich im Ratliaus zu Cham, ein 
anderes in der Sammlung des Hist. Ver. von Oberpfalz u. Regensburg, Neues Inventar 



AquITFll in dET SunDlung des Hist. Vct. v. Oberpfali u 



Nr. IJ4. (Fig. 8.) — Ölgemälde im Pfarrhof zu Cham, erste Hälfte des 18. Jahr- 
hunderts. — Ölgemälde im Schlosse zu VVafFenbrunn (Beschießung der Stadt durch 
den Pandurenoberst Franz Freihenn von der Trenk, 1742). — F^benda Ölgemälde 
(Übergabe der Sladt Cham durch den Kommandanten Künigl an den Pandurenoberst 
Franz Freiherrn von der Trenk, 1742). — .Aquarelle um die Mitte des 19. Jahr- 



26 



VI. B.-A. Cham. 



Pfarrkirche 
Literatur. 



Handschriften. 



Ansichten, hundcits, Originale in der Sammlung des Hist. Ver. v. Oberpfalz u. Regensburg. 
(Fig. 9 u. lo.) — Grueber u. Mueller, Der Bayrische Wald, S. 307 (Marktplatz). — 
Heinr. Reder, Der Bayerwald, Regensburg 1861, S. 180 (Partie am Fleischtor). — 
O. Stiehl, Das deutsche Rathaus im Mittelalter, Leipzig 1905, S. 90, 123, 124 u. 125. 
(Ansichten und Pläne des Rathauses zu Cham.) — Das bei Schuegraf, MS. im Hist. 
Ver. O. 792/2 erwähnte, im Kloster zu Osterhofen befindliche Gemälde der Stadt 
Cham als Festung mit hohen Mauern und vielen Türmen ist dort nicht mehr vorhanden. 
(Mitteilung des Herrn Beichtvaters Joseph Sitzberger zu Osterhofen.) 

KATH. PFARRKIRCHE ST. JAKOB. Matrikel R., S. soff. — VO. 
XVIII, 157, 182, 184 f., 192, 201; XXII, 402; XXIV, 373, 397, 405; XXVI, 424; 
XXVII, 411 ; XXXn, 107. — MB. XXVI, 458. — Zimmermann, Kalender IV, 171 f. — 
Mei DINGER, Histor. Beschreib, verschiedener Städte und Märkte der kurf. pfalz-baier. 
Rentämter, Landshut 1790, II, 90 ff. — Krenner X, 247, 267. — Ried I, 278, 299. — 
Andreas von Regensburg, ed. Leidinger, S. 711. — Lukas, Cham, S. 128, 137 f., 
397 ff., 416. — Jos. LiPF, Matrikel des Bisthums Regensburg, Regensburg 1838, S. XV. 

— Janner II, 259, 470; III, 20, 171, 187. — Kurze Beschreibungen, auch einfache 
Anzeigen der Ritterordens-Commenden , der Kollegiatstifte , der Abteyen u. Probs- 
teyen etc. in Bayern, nebst einem Anhang von der Ober-Pfalz, Regensburg 1799, S. 97. 

— Grueber u. Müller, Der Bayrische Wald, S. 309. — Adalbert Müller, Bayeri- 
scher Wald, Zum Gebrauche als Wegweiser für Reisende, Regensburg 1861, S. 124. 

Handschriften. Grabsteinbuch des Freisinger Bischofs Johann Franz 
Ecker von Kapfing (1695 — 1727), Cod. germ. der Hof- und Staatsbibliothek München 
Nr. 2267, I, fol. 74. — Kreisarchiv Amberg, Urkundendepot der Stadt Cham, 
Nr. 139, 175, 275. — R. Schuegraf, Chronik der Baierischen Stadt Chamb vorm 
Wald. MSS. im Hist. Ver. O. 87, 88, 88/1. — Ders., Geschichtliche Nachrichten über 
das Predigtamt in der Stadt Cham, 1832. MS. im Hist. Ver. O. 100. — Ders., MS. 
im Hist. Ver. O. 792/2. — Ders., Sammlung alter Grabsteine, Epitaphien und Ge- 
mälde in der Kirche zu Chammünster und Cham. MS. im Hist. Ver. O. 859. — 
Ders., Die Katharinen-Kapelle in Cham, MS. im ^list. Ver. O. 862. 

(ieschichte und Baugeschichte. Die älteste Nachricht über die Kirche 
in Cham datiert von 1210, in welchem Jahre Herzog Ludwig der Kelheimer dem 
Deutschen Ordenshause zu Regensburg die Kirche »in novo foro Chambe^< schenkte. 
(Ried I, 299. — Janner II, 259. — R. Schi^egraf, Auszug aus der Chronik der 
baier. Stadt Cham, I. Buch, VI. Abschnitt. MS. im Hist. Ver. O. 87. — Ders., MS. im 
Hist. Ver. O. 792/2.) In einer Frühmessurkunde von 1369 wird die Kirche zuerst 
St. Jakob genannt. (Lukas, Cham, S. 398.) 1448 erscheint in einer Urkunde des 
Klosters Schön thal »Her Moritz, Frümesser auff vnfer frawen altar zvr fand Jacob 
ZV Chamb«. (MB. XXVI, 458.) Die Kirche war damals nur eine Filiale von Cham- 
münster, Selbst als im späteren Mittelalter, vermutlich im 14. Jahrhundert (Lukas, 
Cham, S. 138), der Pfarrsitz von Chammünster nach Cham verlegt wurde, war Cham- 
münster Pfarrkirche und Sepultur. (Vgl. unten S. 52.) Nach der Reformation blieb 
zwar Chammünster kanonisch Pfarrkirche und St. Jakob zu Cham Filiale, aber man 
zog die Gottesdienste immer mehr in die Stadt hinein. In einer Verordnung des 
Regensburger Generalvikars Urban vom 12. November 1833 wird von den beiden 
Pfarrkirchen Cham und Chammünster gesprochen. (Lukas, Cham, S. 417.) 

Die Kirche zeigt in ihrer Anlage zw^i quadratische Osttürme, von denen nur 
der südliche ausgebaut ist. Die Türme, in massivem Bruchsteinmauerwerk (ca. 2 m 
Mauerdicke) aufgeführt, bilden in ihren Unterbauten die ältesten Bestandteile der 



Geschichte und 
Baugeschichte. 



Kirche; vennutlich noch 13. Jahrhundert. Vorbild für die Anlage mit zwei Üsttürmen 
wird Chammünster gewesen sein. 

In der frühen (lotik baute man einen polygonen Chor östlich an die Türme. 
Im Jahre 1498 (Lukas, Cham, S. 398; nach R. Schlegraf, MS. O. 792/2 im Jahre 148g) 
ist von einer Restauration der Kirche die Rede, die sich aber vor allem auf ihre 
innere Ausstattung, wie Errichtung von Allären, erstreikt hat. 1502 erhielt der Turm 
neue Glocken, Der Brand von 151z betraf die Kirche nicht (M. Berktnüer, vonn 
dem großen Brandschaden vnnd verderben der Stadt C am b, 1563), 1558 brannte nur 
der Kirchturm aus, stark aber litt die Kirche in der großen Feuersbrunst vom 



28 VI. B.-A. Cham. 

he. 30. Oktober 1657, in welchem Jahre die Turmkuppel und das 13ach der Kirche ver- 
""• brannten. Bei den geringen Mitteln wurde die Kirche nur oberflächlich wieder auf- 
gebaut. Deshalb stürzte 1701 der Turm ein und schlug das Gewölbe durch. In den fol- 
genden Jahren wurde die Kirche wiederhergestellt. (Lukas, Cliam, S. J98) Doch schon 
1703 ist St. Jakob durch Bombardement, noch mehr aber bei Belagerung der Panduren 
unter Trenk 1742 geschJidigt worden : Turmkuppel und Pachung verbrannten, Mauern 
und Gewölbe aber hielten sich. 1750 wurden Chor und Langhaus mit Deckenfresken 



von J, O. Gebhard aus Prüfening und mit Stukkaturen geschmückt. Die Jahre 1849— 185. 
brachten eine Restauration der Kircheneinrichtung von Bildhauer Petz in München. 
In der neuesten Zeit (1900) wurde die Kirche nach Westen um zwei Joche erweitert, 
jju- Eingezogener Chor mit einem Joch und Schluß in fünf Achteckseiten. Tonnen' 

rtibung. gewölbe mit Stichkappen auf Pilastern. Langhaus sechs Joche; Tonnengewölbe mit 
Stichkappen auf vorspringenden Pilastern, zwischen denen flache Seitenkapelli 
Turm nördlich, zwischen Chor und Langhaus einspringend, wie gegenüber der i 
ausgebaute südliche Turm; unten viereckig, mit (lalerie; der obere Teil mit abge- 
schrägten Ecken und Kuppel. .Außen am CJior haben sich die gotisclien, zweimal 
abgesetzten Streben erhalten. Im Unterbau des nördlichen Turmes früher Sakr 
hier zugesetzte spitzbogige Türe. 



Cham. ^9 

Die Decke im Chor und Langhaus mit Fresken und Stukkaturen reich Pf»r 
geschmückt. Die Deckenbilder sind bezeichnet : /. 0. (verschlimgen) Gehhard lyso. *""'! 
Im Chor das Martj-rium des hl. Jakobus, im Langhaus die Schlacht Ijet Tolosa in 
Spanien und das wunderbare Eingreifen des hl. Jakobus. In den Stichkappen allegorische 
Darstellungen. Die Deckenfresken sind in (Jer Komposition vortrefflich, im Kolorit 
leuchtend. Das westlichste Deckengemälde ist von Prof. Kolmspei^er in München (1900). 



Die Stukkaturen {1750) vermischen die Motive des früiien Rokoko (I-aub-, 
Band- und Gitterwerk) mit den Muscheloraamenten des entwickeilen Rokoko. Das 
Figürliche, sparsam verwandt, äußert sich nur in Engels kopfchen und Putten. (Fig. 12.) 
Die Stukkaturen der beiden wesdichen Joche wie auch der Stuckbaldachin am Chor- 
bogen modern (1900). 



30 



VI. B.-A. Cham. 



Pfarrkirche. 
Einrichtung. 



Grabsteine. 



Türen. 



Türklopfcr. 



Steinrelief. 



Schlußstein. 



Geräte. 



Glocken. 



Spitalkirche. 



Altäre und Kanzel, modern. 

Orgel mit hübschem Aufbau von zwei gedrehten Säulen und verkröpftem 
Gebälk. Barock, um 1725. 

Taufstein mit achteckigem Becken und achteckigem Fuß. Roter Marmor. 
Dchm. 0,95 m. 

In der Sakristei Tabernakel des ehemaligen Hochaltars mit reichem Rokoko- 
muschelwerk und den Reliefs ' aus dem Leben des hl. Aloysius. Nach Mitte des 
18. Jahrhunderts. (Fig. 13.) 

Grabsteine. Rechts vom Chorbogen mit Inschrift: Anno 1646 den 24.Juny 
starb der woll Edl und gestreng herr Joann Baptista v : Stauding • zu Dirckhenfeldt 
und Hackher shov en j churstL bay, Rat u, Pfleger der Stadt u. Grafschaft Chamb. 
Anno 164Q den j. jbris starb Marie Jacobe von Stauding, geb, Bonlandt. Omamental 
umrahmt mit Ehewappen und den vier kleinen Wappen der Stauding, Eckher, 
Bonlandt und Roming. Solnhofer Stein. H. 1,16, Br. 0,93 m. Der Grabstein ist ab- 
gebildet im Grabsteinbuch des Freisinger Fürstbischofs Johann P'ranz Ecker von 
Kapfing (1695 — 1727), cgm. 2267, tom. I, fol. 74. 

Die übrigen Grabsteine von Erzdechanten und Bürgern der Stadt, sämtlich 
aus dem 18. Jahrhundert, sind weder von genealogischem noch kunstgeschichtlichem 
Interesse. 

Die drei Türen mit schön geschnitztem Rahmen werk und Ornamenten in 
Laubwerk. Um 1700. 

An der Westtüre gotischer Bronzetürklopfer, eine Fratze mit Schlangen- 
ring im Munde. 

Im Giebelfelde des Westportals Steinrelief: Haupt Christi auf dem Schweiß- 
tuch von Engeln gehalten. Spätgotisch. Sandstein. 

Im Giebelfelde der nördlichen Türe runder Schlußstein: Haupt Christi. 
Gotisch. Sandstein. 

Monstranz, Silber, vergoldet. Mit getriebenem Laub- und Bandwerk. Am 
Fuß die vier Evangelistensymbole in Medaillons. Beschauzeichen Augsburg mit 
Jahresbuchstaben E (1741 — 1743); Meistermarke IL. (Rosenberg, 286: Jakob Luz, 
f 1747.) H. 0,94 m. — Kelch, Silber, vergoldet. Kupa überfangen mit getriebenem 
Laub- und Bandwerk. Beschauzeichen Cham^ Meistermarke FS. Im Nodus die 
Inschrift: Caecilia Dauschin und Wappen. Um 1720. H. 0,24 m. — Kelch, Silber, 
vergoldet. Mit silberüberfangener Kupa und getriebenem Laub- und Bandwerk. 
Beschauzeichen Augsburg mit Jahresbuchstaben E (1741 — i743)i Meistermarke II*. 
(Rosenberg, 286: Jakob Luz, f 1747.) Wappen und Inschrift: Andreas Behamb u. 
M. Ursula Behambin. H. 0,24 m. — Kelch, Silber, vergoldet. Mit getriebenem 
I^ub- und Bandwerk. Im Fuß die Umschrift: 17 16 WOFGANGVS SCHMADERER 
MARIA AGNES VXOR EIVS CIVIS (abgewetzt) CAMB. Beschau- 
zeichen Augsburg mit Jahresziflfer i (Anfang des 18. Jahrhunderts); Meistermarke DB. 
(Rosenberg, 249.) H. 0,27 m. — Kelch, Silber, vergoldet. Mit getriebenem 
Rokokomuschelwerk und Blumen. Beschauzeichen Augsburg mit Jahresbuchstaben V 
(1771 — 1773); Meistermarke undeutlich. H. 0,24 m. 

Glocken, i. Franz Jakob Dailer in München, 1760 (?). — 2. Johann Erhard 
Kissner in Straubing, 1781. — 3. Joseph Spannagl in Straubing, 1796. 

KATH. SPITALKIRCHE HL. GEIST. Matrikel R., S. 58. — MB. 
XXVI, 485, 524. — VO. XXVII, 410. — Zimmermann, Kalender IV, 173. — Lukas, 
Cham, S. 60, 142 ff., 391 flf. — Ried I, 607 f.; II, 829. — Kurze Beschreibungen, auch 



einfache Anzeigen der Ritterordens-Commenden, der Kollegiatstifte, der Abteyeo und s 
Probsteyen etc. in Bayern, nebst einem Anhang von der Ober-Pfalz, Regensburg 1799, 
S. 7j. — Janner III, 59 f., 197. — I.Otz, Kunst-Topographie Deutschlands II (1863), 
76. — Grueber u. Müller, Der Bayrische Wald, S. 309. — R. Schuegraf, Winke 
aus der Geschichte hinsichtlich des hohen Alters des Hl, de ist- Bürgerspitals zu Cham, 
1832. MS. im Hist. Ver. O. 792/4- — Ders., Verzeichnis merkwürdiger Inschriften 
von Kirchen und Privatgebäuden zu Cham. MS. im Hist. Ver. O. 859. 



liie Stadt Cham besaß seit alter Zeit ein Spital. Seine Lage am Eingange der g«i 
Stadt von Osten her und am Wasser entspricht der für solche Anlagen im Mittel- ^^ 
alter üblichen Sitte. (Gg. Hacek, Das gotische Bürgerspital in Braunau am Inn, 
Zeitschrift f, chrisd. Kunst 1899, Sp. 131.) Im Jahre 1285 gab Bischof Heinrich 
von Regensburg den Chamauer Bürgern die Erlaubnis, ihr Spital zu erneuern. 
(Ried I, 607 ff. — Janner III, 59 f.) Vordem mag es in Altenstadt gestanden halten 
und identisch mit dem dortigen St. Nikolausspital gewesen sein. (Lukas, Cham, 
S. 392 f. Vgl. auch oben S. 11.) Obiger bischöflicher Erlaubnis sind auch bestimmte 
Verpflichtungen beigefugt, aus denen ersichtlich ist, daß eine offene Spitalkirche 
nebst Friedhof schon in dieser Zeit bestan<l. Auf einer Diozesansynode von 1330 
wird das Spital zu Cham dem Wohltatigkeitssinn der Gläubigen anempfohlen. 
(Ried U, Sag. — Janner III, 197.) In der Folgezeit wurde es in der Tat durch 



33 VI. B.-A. Cham. 

:. zahlreiche Legate eine der reichsten Stiftungen der Diözese, (MB. XXVI, 195, 107, 

' a4S, 485, 529.) 

Die großen Stadtbrände von 1470 und 1512 betrafen auch das Spital. Mit 
Ende des 15. Jahrhunderts heißt es »Spital zum hl. Geist«. (Lukas, Cham, S. 394.) 
Die Spitalkirche wurde laut Inschrift am Chor 1514 gebaut. Nach Matrikel R-, 
S. 56 1515 neugebaut; in diesem Jahre wahrscheinlich vollendet. 1742 von den 
Panduren teilweise zerstört. (Lukas, Cham, S. 391.} In der Folgezeit wiederhergestellt. 
Am südöstlichen Strebepfeiler des Chores findet sich die Bauinschrift in gotischen 
Minuskeln : Als ■ man ■ zall ■ 15 12 ■ jar • an • sand ■ margreten • abendt ■ iß • die • gancz ■ 
slat ■ chamb ■ sambt ■ dem ■ spitl ■ aus ■ geiirunen. 1514 ■ jar ■ darnach ■ die ■ Kirchn . 

von • gründt ■ angefangn • 
und • gepaüt. Darunter 
kleiner spatgotischer Wap- 
penschild mit dem später 
darauf gemalten Wappen 
von Cham. .\m zweiten 
südlichen Strebepfeiler die 
Jahreszahl 1^14. (Fig. 15.) 




Chor dcT Spiu: 



Eingezogener Chor mit 
einem Joch und Schluß in 
fünfAchteckseiten.Tonnen- 
gewölbe mit Stichkappen. 

Langhaus flachgedeckt. 
Turm nördlich vom Chor, 
unten vier-, oben achteckig 
mit Spitzhelm. Im Turm 
die Sakristei mit gotischem 
Rippen kreuz und Teller- 



.\m Chor einmal ab- 

Fig. .6. Chan.. Südpo«.! d„ «pit^kirch,. ^^^^^^^^ ^^^^^^^ ^j^ g^. 

schweiften! Gesims. (Fig. 14.) 
KaiTgesiiTis. An der Südseite des Langhauses spitzbogiges, reich profiliertes Portal 
mit Kugeln in unregelmäßigem Abstand in der Leibung. (Fig, 16.) 

Die Kirche ist im Westen an die innere Stadtmauer angebaut. 

Handwerkliche Deckengemälde: im Chor Hauptbild die Aussendung des 
hl. Geistes, Nebenbilder Allegorien ; im Langhaus die Taufe Christi und die vier 
Kardinaltugenden. 1751. 

Hochaltar. Stitt der Säulen geschweifte, pilasterartige Stützen. Seitlich fast 
lebensgroße Holzfigiiren und Rokokoschweifwerk. Spätzeit des 18. Jahrhunderts. 



Cham. 33 

Unbedeutendes AlUrblatt das Ptingstfest. Rokokotaberaakel mit den Holzreliefs der Spi 
Taufe Christi und der Predigt St. Johannis Bapt. in der Wüste. ^^ 

Seitenaltäre mit vorgestellten Säulen und seitlichen Figuren. Spätes 
i8. Jahrhundert. Auf dem linken Seitenaltar Kartuschen Inschrift: I>er IVohlweife 
Herr SUphann Lob Stattkammerer und KaiserlUher Reichsposthalter in Kamm als 
Gtitthatter 17^4. 

Kanzel mit dem Holzrehef der Predigt des hl. Johannes des Täufers in der 
Wüste. Interessant durch die Personen im Zeitkostüm. Spätes 18. Jahrhundert. 



n Reichurchiv Müd 



An der Orgelempore die dreiviertellebensgroße Holzfigur St. MichaeF mit 
dem Drachen. Flotte Arbeit des 18. Jahrhunderts. 

Grabsteine. Johann Georg Hännl, schürf. Durchl. in Bayern u. Bräuambts 
Gegenschreiber alhier«, f 30. November 1715, im 43. Lebensjahre. Joh. Friedrich 
Thoma, Hännls ehel. Sohn, f 26. Janner 1717, im 17. Lebensjahre. Solnhofer Stein. — 
Die übrigen Grabsteine aus dem späten 18. und beginnenden 19. Jahrhundert sind 
einfache Solnhofer Platten, weder von genealogischem noch künstlerischem Interesse. 

Kelche, i. Silber, vergoklet, mit getriebenen Ornamenten in zierlichem Laub- 
und Bandwerk und sechs in Silber getriebenen Medaillons mit Szenen aus der Passion. 
An der Kupa die Inschrift: DENEN KINDERN VND ERBEN DES SEELI- 
GEN TITL. HERRN KAMMERER ZECH IN KAMM GEHOERIG. Beschau- 
/.eichen Augsburg; Meistermarke IZ. (Rosenbfrg 292: Johann Zeckel, f 'T^S-) 
Feine Arbeit um 1720. H. 0,274 m. — a. Einfacher Rokokokelch mit falschen 
Steinen besetzt. Beschauzeichen undeutlich; Meistermarke CK. H. 0,267 "•■ "~ 
3. Kelch, Kupfer, vergoldet, ohne Ornamente. Spätes 18. Jahrhundert. H. 0,263m. 

Glocken. Zwei von Paul Ferdinand Dietrich in Straubing, 1748. 



34 VI. B.-A. Cham. 

Spital- SPITALGEBÄUDE. Das Spitalgebäude ist neu. Am Erker gotisches 

** " *' Relief der Kreuzigung mit Maria und Johannes und der Minuskelinschrift: 
m • cccc • viji^!) • myferere • mei • deus. Rohe, bemalte Arbeit aus Granit. (R. Schuegraf, 
Sammlung der merkwürdigen Steininschriften usw. der Stadt Kamb. MS. im Hist. 
Ver. O. 859.) Vgl. die Kreuzigungsgruppe von 1433 am Bräuhausstadel in Brunnen- 
dorf| S. 42. 
Ehem. EHEMALIGE FRANZISKANERKIRCHE. Matrikel R., S. 58. — 

'*ki'rche°*'^ VO. XXVn, 414. — Zimmermann, Kalender IV, 173 ff. — Lukas, Cham, S. 141, 356 
— 358. — Kurze Beschreibungen, auch einfache Anzeigen der Ritterordens-Commenden, 
der Kollegiatstifte, der Abteyen u. Probsteyen etc. in Bayern, nebst einem Anhang 
von der Ober-Pfalz, Regensburg 1799, S. 56. — P. Parthenius Minges, Geschichte 
d. Franziskaner in Bayern, München 1896, S. 11, 14, iii, 114, 125 f., 130, 132, 141, 
195. — JoH. Brunner, Geschichte des Franziskaner -Klosters in Cham, Chamer 
Tagblatt (1906), Nr. 86. — R. Schuegraf, Geschichte des aufgelösten Franziskaner- 
Klosters in der Stadt Cham. MS. im Besitze des Herrn Grafen Hugo von WalderdorfF. 

— Ders., Auszug aus der Chronik der baier. Stadt Cham. MS. im Hist. Ver. O. 87. 

— Ders., Geschichte von dem Franziskanerkloster in der Stadt Cham im Unter- 
Donau-Kreise, 1832. MS. im Stadt. Archiv zu Cham. 

Pläne des ehem. Franziskanerklosters (Grundriß u. Ansicht) aus dem 18. Jahr- 
hundert. Reichsarchiv München, Plansammlung Nr. 8511 u. 8512. (Vgl. Fig. 17.) 

Das Franziskanerkloster zu Cham wurde von Erzdekan Joh. Wolfgang Hueber 
1631 gegründet, der vom Kiurfiirst Maximilian die Zulassung von Franziskanern 
erwirkte. (J. Brunner, Geschichte des Franziskanerklosters in Cham.) 

Die nach Norden gerichtete Kirche wurde 1866/67 so sehr verändert, daß sie 
einem Neubau gleichkommt. Eingezogener Chor mit zwei Jochen und fünfseitigem 
Schluß \ Langhaus mit fünf Jochen. In Chor und Langhaus Tonnendecke mit Stich- 
kappen. Das Innere vollkommen schmucklos. Turm seitlich vom Chor, modern. 

Einrichtung modern. 
Altarblatt. Auf der Orgelempore großes Altarblatt St. Sebastian auf Leinwand in Ol gemalt. 

Gutes dekoratives Bild; stark beschädigt. 18. Jahrhundert. 
Ehcm.Kioster. Die ehemaligen KLOSTERGEBÄULICHKEITEN jetzt für die Schule 

und Wohnung der Schulschwestem umgebaut. 
Kapelle. KATH. KAPELLE AUF DEM KALVARIENBERG. 1882— 1886 erbaut. 

Auf dem rechten Seitenaltar lebensgroße Holzfigur der Mater dolorosa. 
Flotte Arbeit aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts. Die Statue soll aus der Pfarr- 
kirche hierher gekommen sein. 
Stadt- STADTBEFESTIGUNG UND SCHLOSS. Die Stadt ruht auf der 

und schi'o^ südlichen felsigen Vorstufe des Katzberges und bildet ein ziemlich regelmäßiges 
' Viereck. Auf drei Seiten umfließt sie der Regen, auf der Nordseite trennt sie ein 
tiefeinschneidender Graben, in dem jetzt der Schienenzug der Bahn (Richtung 
Fürth i. W.) gelegt ist, von dem Massiv des Hinterlandes. 

Die Stadt war seit alter Zeit sehr stark befestigt. Schon 1266 erfahren wir, 
daß König Ottokar von Böhmen bei seinem Kriegszug nach Bayern vor die Stadt 
Cham gelangte, die er »propter sui munimenta, mumm videlicet firmum et altum, 
aquam circumfluentem, montem firmissinum« nicht erobern konnte. (Mon. Germ. 
SS. IX, 650. — Janner II, 493.) 

Die Husitengefahr (vgl. Einleitung S. 6) machte eine Verstärkung der Stadt- 
befestigung durch eine zweite Ringmauer mit halbrunden Wehrtürmen notwendig. 



Cham. 



35 



Ein alter Stein mit Bauinschrift vom ehemaligen Fleischtor, dessen Fragment sich noch 
im Bräustadel befindet (s. unter S. 42), gibt die Vollendung der äußeren Stadtmauer , 
rings um den Regen herum bis zum Spital im Jahre 1430 an. 

Bei der Belagerung von Cham durch Herzog Maximilian von Bayern im dreißig- 
jährigen Kriege (1621) wurde die veraltete Befestigung an den Mauern, Wehrgängen 
und Gräben ausgebessert. (Karl Freiherr von Reitzemstein, Der Feldzug des 



Fig. iS. Cham. Lageplin der Stadi Dach dem Katutciblan. 

Jahres 1621 mit der Besitzergreifung der Oberpfalz, Supplementheft zum Jahrbuch 
der Militärischen Gesellschaft München pro 1885/87, S. 152 ff. Hier auch eingehende 
Schilderung der damaligen Stadtbefestigung.) Weitere Emeuerungsarbeiten der Be- 
festigungswerke geschahen auf Befehl des Kurfürsten Maximilian unter der Leitung 
des Oberslleutenant Leonhard Horb in den Jahren 1647 und 1648. (Schuegraf, 
MS. O. 792/2-) 

Die Befestigung der Stadt besteht in einer doppelten Ringmauer mit Zwinger 
und mit Mauertürmen. Schuegraf (MS. O. 792/2) schreibt Anfang des ig. Jahr- 

3* 



36 VI. B. A. Cham. 

hunderts (1818— 1819), daß die erste d. i. die innerste Ringnuiuer sehr hoch und 
' dick, die zweite niedriger und mit 24 Streittürmen (halbrunden Mauertürmen) um- 
geben ist, »ohne denen bey den 4 ITioren angebrachten hohen Thürmen, dann 
dem sogenannten Birkenstein, und dem ehemaligen Strafthurm der Bürger, welche 
gegenwärtig über alles erhaben sind«. Die ganze Ost- und Nordseite entlang zogen 
außerdem noch eine dritte Mauer und ein breiter und tiefer Graben, der unter 
Wasser gesetzt werden konnte. 

Noch heute laßt sich der Zug der doppelten Stadtmauer und des Grabens gut 
verfolgen. (Auf dem Plan Fig. 18, soweit erhalten, durch dicke Linien kenntlich 
gemacht.) Reste der innersten Stadtmauer haben sich vor allem im Osten und 
Norden erhalten, wo die Mauer (bei der Spitalkirche) sogar noch eine Höhe von 
ca. 10 m zeigt. Reste von halbrunden Mauertürmen in der zweiten Ringmauer sind 
im Süden am Regen, im Norden hinter der ehemaligen Burg und an der nordöstlichen 
Ecke der Stadt zu sehen. In der nördlichen Stadtmauer vier, ca. 2,5 m voneinander 
entfernte Schießscharten. (Vgl. Fig. 17 mit alter Abb. der Nordwestecke der Mauer.) 
I TORE UND TURME. Im Südosten als Wehrturm des innersten Mauer- 

zuges ragt noch heute der sogenannte Straubinger Turm (Fig. 19) empor, der 

ehemalige Strafturm der Bür- 
ger, ein viereckiger,aus Bruch- 
steinen und Eckquadera auf- 
geführter Bau mit Satteldach, 
in dessen Ostwand ein goti- 
sches, gepaartes Spitzbogen- 
fenster sichtbar ist. Spät- 
mittelalterlich. Der ehemalige 
Hahnenturm (vgl. Fig. 9) 
im Süden der Stadt wurde 
1873 beim Brande stark be- 
schädigt und dann abge- 
brochen. 

In die Stadt führten 
ehedem vier Tore. Es waren, 
da die Stadtmauer auf allen 
Seiten eine doppelte war, 
Doppeltore, ja im Norden 
beim Sandtor und im Osten 
beim Spitaltor gegen 
Brunnendorf befanden sich 
sogar drei Tore. Zum Sand- 
tor (Verhandlungen des Hist. 
Ver. i. d. Unterdonau kreise, 
Passau, Heft i [1834], 72) 
führte eine Zugbrücke über 
den breiten Stadtgraben. 
Im Süden am Regen das 
Fleischtor (erwälint in 
einer Schönthaler Urkunde 

Fig. .9. Chmm. Aoiicht dti Straubingtr Tutmi. vOn 1424, MB. XXVI, 379; 



vgl. Ansicht Fig. 9). Im Westen das Burgtor (ens-ähnt 1418, MB. XXVI, 357). Der Stadt- 
teil zwischen den Ringmauern den ganzen Regen entlang vom Spitaltor bis zum Fleisch- 
tor und hinüber zum Burgtor, wird die »Letzt {= Schutzwehr, Schmeller-Krommann, 
Bayer. Wörterb. I, 1545) genannt. (Näheres hierüber bei Schuegraf, MS. O. 792/2.) 

Von allen vier Toren hat sich nur das von zwei runden Türmen flankierte 
Burgtor, jetzt Biertor genannt, erhalten. (Fig. 20.) Wohl noch 14. Jahrhundert. 
(Vgl. ScHUEURAF, MS. O. 792/2. — Lukas, Cham, S. 385.) Ein spärlicher Rest des 
äußersten der drei Tore am Spital gegen Brunnendorf zeigt sich noch in dem halb- 
runden Vorbau eines Hauses. (Vgl. Ansicht des ehem. Spitaltores Fig. 10.) 

Das EHEMALIGE SCHLOSS. Dicht am Regen neben dem Burgtor ine 
der nordwestlichen Ecke der Stadt. Jetzt Brauerei Höchstätter. Gänzlich umgebaut. 



38 VI. B.-A. Cham. 

RATHAUS. In der Mitte des 15. Jahrhunderts (1448) wird ein altes und neues 
Rathaus erwähnt. (Lukas, Cham, S. 400 f. — R. Schuegraf, Auszug aus d. Chronik 
der baier. Stadt Cham. MSS. im Hist. Ver. O. 87 u. 792/2.) Bei den großen Bränden 
von 1511 und 1558 (M. Berkincer, vonn dem großen Brandschaden vnnd verderben 
der Stadt Camb, 1563) bheb das Rathaus stehen. In der Feuersbrunst von 1589 
litt es nur wenig, hart aber wurde es 1657 mitgenommen. Nach einer ehedem über 
dem alten Stiegenhaus des Ostbaus angebrachten Inschrift wurde das Rathaus am 
9. September 1743 durch die Panduren unter Oberst Freiherrn von der Trenk in 
Brand gesteckt, 1765 wiederhergestellt und 1770 renoviert. (Schuegraf, MS. 0.792/2.) 



Unregelmäßiger, gotischer Bau mit Treppengiebeln, der in einen älteren öst- 
lichen Trakt mit der Front gegen den Marktplatz und in einen jungem westlichen 
Teil zerfällt. (Fig. 21.) Beide Teile sind durch einen übersprengten Gang miteinander 
verbunden. Der Ostbau gewährt außerdem noch durch einen Bogen ZulaQ zu dem 
unausgebauten Nordturm der Pfarrkirche St. Jakob. Der Ostbau hat einfach profilierte 
viereckige Fenster mit schmalen Sohlbänken. Die Teilungspfosten sind heraus- 
gebrochen. (Fig. 22 b.) 1875 wurde gegen den Marktplatz zu ein Vorbau mit Treppen- 
aufgang in modern gotischem Stile aufgeführt 



Der jüngere Westbau stammt aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Rithai 
Treppengiebel. An der Nordostecke übereck angeordneter viereckiger Erker auf 
einfach profilierten Kragsteinen. Die rechteckigen Fenster, bei denen die Teilungs- 
pfosten herausgebrochen, zeigen rechtwinklig sich schneidende Rundstäbe und zierliche 
Konsolen mit vorgesetzten Dreiecksschi Idchen, (Fig. aaa.) Diese Motive lassen als 
Erbauer des Rathauses den Baumeister des Langhauses der Pfarrkirche zu Cham- 
mUnster vermuten, (Vgl. S. 66.) 



Im Innern enthält der Ostbau in seinem unteren Geschoß, wie häufig tn Rat- 
häusern, die ehemalige Kaufhaushalle (Stadtbrothaus), im Obergeschoß den großen 
sogenannten * Langhaussaal* mit gemauerten Sitzbänken an den fünf Fenstern der 
Südwand. Im Saal Türe mit Dreiecksgiebel und dem Wappen der Stadt Cham 
zwischen zwei Türmen samt der Inschrift isgj. Renoviert 1784. Granit. (Vgl. Feder- 
zeichnung von R. SCHUEGRAF, MS. im Hist. Ver. O. 859. — Getuschte Handzeich- 
nung in der Sammlung des Hist. Ver. v. Oberpfalz u. Regensburg.) Der Westbau birgt 
im Erdgeschoß eine gewölbte Eingangshalle mit der alten Ratswage, im Obergeschoß 
Sitzungssaal, Bureaus und die Registratur. Der Sitzungssaal mit flacher Decke und 
schlichter Quadratur in Stuck (18. Jahrhundert) öffnet sich in der nordöstlichen Ecke 
in den oben angeführten Erker mit einfachem Kreuzrippengewölbe und Tellerstein. 
Die Registratur ist gewölbt; Rippenkreuz. 

Über das Rathaus zu Cham vgl. O. Siiehl, Das deutsche Rathaus im Mittel- 
alter, Leipzig 1905, S. 124, Mit Abbild, auf S. 86, 123 u. 125, sowie Grundriß auf 
S. 124. Die hier (S. 124) niedergelegte Ansicht, der Westbau stamme aus dem Ende 
des 16. Jahrhunderts, ist nicht aufrecht zu erhalten. 

In der Registratur eine interessante eiserne Türe mit Eisenbändem und rür 
Renaissancerosetten. 16. Jahrhundert, Diese Türe führte in das ehemalige Bürger- 
verließ, »Terscheni genannt. (R. Schuegraf, MS. 0. 792/2. — Lukas, Cham, S. 401.) 



Ebenda drei Zinnkannen (Fig. 23) mit Beschauzeichen von Cham und den 
■ Zitfem 97 (= 1597)- Die Meistermarke zeigt in Kartuschen Umrahmung eine Kanne. 
(Fig. 24.) Die Wappenschildchen am Halse modern (1860), an Stelle der alten. 
Die Kannen sind von eleganter Form. H. 0,51 m. 
Vor dem Brande von 1 742 waren zwölf Zinn- 
kannen vorhanden, die bei Festivitäten gebraucht 
wurden. (Schueoraf, MS. O. 792/2.) Vgl. die 
Zinnkannen im Rathaus zu Schwan dorf, (Die 
Kunstdenkmäler der Oberpfalz, Heft V, B.-A. 
Burglengen feld, S. 136.) 

Außen am Rathauserker Grabstein mit 
hebräischer Schrift und darunter die Inschrift: 
A ■ m ■ ccccc ■ xviiii (= 1519) itir sind die Juden zu 
Regenfpurg vertrieben. Der Stein stammt aus 
dem Judenfriedhof zu Regensburg. (Graf Wal- 
DERDORKF, Regensbuig, S. 109. — Lukas, Cham, 
S. 194 f. — Vgl. auch ScHUEGRAF, MS. im Hist. 
Ver. O. 859. — Verhandlungen des Hist. Ver. f. 
Niederbnyem, Landshut I, Herta (1847), '81.) 

Nach Lukas, Cham, S. 404 f., befanden 

sich am üstbau, da wo jetzt der Neubau von 

187s aufgeführt ist, neben vielen andern Stein- 

inschriften auch zwei Steintafeln, die eine 

mit der Inschrift: »In quo quis deltquit, in eo 

castigari debet. cap. 24 Lcvit.', die andere." 

»Der Ehebruch und .\bgölterei, deßgleichen auch 

die Tyrannei, das sind die größten I-aster auf 

flg. 53. ChsiB. zinnicaiiDc im Raihauj. Erden, dadurch die Menschen verkehret werden.« 

Daneben war der Pranger. Letzlerer wie die 

beiden Steintafeln sollen noch im Bräustadel unter altem Gerumpel verborgen sein. 

(Mitteilung des Herrn Seminarlchrers Job. Brunner in Cham.) 

R. ScHUEGRAF, MS. O. 792/2 erwähnt noch einen gewölbten Gang, der 
unweit vom Rathaus unter der Erde bis vor die Stadt hinausführte, aber schon zu 
seiner Zeit größtenteils eingegangen war. 

Der von ihm ebenda angeführte, ausgemauerte, nicht 
allzu tiefe Brunnen am Rathaus wird nicht mehr benützt. 
KGL. BEZIRKSAMT. Am Kgl, Bezirksamt über dem 
Portal das bayerische und polnisch-litauische Allianz wappen 
mit sächsischem Mitlelschild, vom Kurhut überragt. Reiche 
Rokokomuschel werk Umrahmung in Stuck. Wappen der Kur- 
fürstin Maria Anna Sofia (f 1797), Gemahlin des Kurfürsten 
Max III. Joseph, welche eine Tochter Friedrich August III., 
Königs von Polen und Kurfürsten von Sachsen, war, (Tusch neichnung in der Samm- 
lung des Hist. Ver. v. Oberpfalz u. Regensburg.) — Am Erker das gemalte bayerische 
und lothringische Wappen mit der Inschrift: MEHVBG = wahrscheinlich Maria 
Elisabeth, Herzogin von Bayern, gebome (Herzogin zu Lothringen) und R - 1 -Ö-J -g 
(= renoviert 1679). Maria Elisabeth, die erste Gemahlin des Kurfürsten Maximilian I., 
war aus dem Hause Lothringen (f 1635). 




PFARRHOF. Im Stiegenhause hängen die Ölgemälde der Pfarreien des Gen 
ehemaligen Erzdekanates. Sie stellen dar: Anischwang, Ast, Bnick, Cham, Chamerau, ^^ 
Dalking, Eschlkam, Fischbach, Fürth, Gleißenberg, KötztJng, Lamb, Michaelsneu- 
kirchen, Moosbach, Neukirchen-Balbinl, Neukirchen -Hl. Blut, Nittenau, Pemfling, 
Renting, Pruck, Reichenbach, Rimbach, Roding, Runding, Sattelpeilnstein, Schönthal, 
Schwand, Stamsried, Untertraubenbach, Walderbach, Waldmünchen, Zell. (Vgl. 
R. SCHUEGRAF, MS. im Hist. Ver. O. ^g^}l. — Kunstdenkmäler der Oberpfalz, Heft I, 
B.-A. Roding, S. 176.) 

Die Bilder (ca. 0,75 m hoch und ca. 0,80 — 0,90 m breit} tragen meist in der 
linken Ecke die Bezeichnung auf Schildchen mit dem Stadt-, bzw. Herrschaftswappen 
darüber. Oben gewöhnlich der Kirchen patron. Das größte Bild, Cham, hat als 
Überschrift: AnAi Capitulum Ckambense. Die Bilder stammen aus der ersten Hälfte 
des 18. Jahrhunderts, zwischen 1736 u. 1748. Stark nachgedunkelt. (Über den Umfang 
des ehem. Erzdekanates Cham vgl. Matrikel R-, S. XXVI. — Lukas, Cham, S, 330.) 



WOHNHÄUSER. Die verheerenden Brände, welche Cham zu allen Jahr- wohn 
hunderten heimsuchten, insbesondere aber die beiden letzten großen Feuersbrünste 
von 1873 und 1877, raubten der Stadt ihr altertümliches Aussehen. 

Zu den wenigen Häusern, die noch teilweise aus mittelalterlicher Zeit sich ge- Ci.ih 
rettet, gehört das GASTHAUS ZUR KRONE auf dem Marktplätze. (Fig. 11.) "' 
Zweigeschossiger spätgotischer Bau aus der ersten Hallte des 15. Jahrhunderts mit 
Erker und einfach -profilierten, viereckigen F'enstem mit Drei eck schildchen vor Krag- 
steinen. (Fig. z%. Vgl. die Fenster am Westbau des Rathauses, Fig. 22a) Die 
originelle Zinnenbekrönnung bereits Renaissance. Im Innern umgebaut. 

Historisch ist das Haus von Interesse, weil in ihm die Löwenritter ihre 
Zusammenkünfte hielten. (R. Schuegraf, Cham während der böhmischen Unruhen 
von 1618 — 1628, VO. X (1846), 53 Anm.) Hier stiegen auch die Cham besuchenden 
Fürstlichkeiten ab. 

Aus der Zeit der späten Gotik haben sich noch an manchen Wohnhäusern adiIcr 
rechteckige, übereck angeordnete Erker auf einfach profiUerten Kragsteinen erhalten, 
so an den Wirtshäusern Bucher am Steinmarkt [Haus Nr. 236) und Lukner 
(Haus Nr. 305), femer an den Häusern Nr. 73 u. 274. 

Haus Nr. 270 zeigt noch gotischen Treppengiebel. 

Die Häuser Nr. qa, 114 u. 126 haben spitzbogige Türen und teilweise noch 
einfache Gewölbe im Flur; die Häuser Nr. 115, 118, 147, 169, 348, 349, 270 rund- 
bogige Eingänge mit zum Teil profilierten Graniteinfassungen. 

Im Haus Nr. 273 gewölbtes Zimmer mit reichen Stukkaturen, in den 
gleichen Motiven wie die in der Pfartkirche gehalten. Um die Mitte des 18. Jahr- 
hunderts. (Mitteilung des Herrn Seminarlehrers Johann Brunner in Cham). 



43 VI. B.-A. Cham. 

An einer Scheune des Bräuhauses in Brunnendorf Steinrelief der Kreuzigung 

• mit Assistenzfigureo und der Inschrift in gotischen Minuskeln : anno ■ dm • m ■ cccc ■ xxxiii 

(== 1433) iar ■ zw ■ mieAaUus{\) Rohe Arbeit. Granit. H. 1,34, Br. 0,90 m. Vgl. die 

ähnliche Kreuzigungsgruppe am Spitiü, S. 34. (Federskizze von R. Schüegraf, Sammlung 

der merkwürdigen Steininschriften u. s. w, der Stadt Kamb. MS, im Hist. Ver. O. 859.) 



Fig. 96. Choip. Stcipücuren in Eck der Apolhckc, 

In der Ecke der Apotheke am Marktplatz ein Stein, auf dessen einer Seite 
ein Löwe, auf dessen anderer Seite ein Bär in Relief, mit gemeinschaftlichem Kopf. 
Granit. Gotisch. (Fig. 26.) 

Ecke der Schuegrafgasse gotischer Eckstein mit einer sagenhaften figur, 
Meerweibchen. Granit. (Fig. 27.) 

Im Giebel des Hauses Nr. 75 Steinskulptur eines vorkragenden Kopfes mit 
beiden Händen im Maule. Plump. Mittelalterlich. Granit. 
"' Im Bräustadel Inschrift stein mit 
dem von zwei Löwen flankierten Wappen 
von Cham und der Inschrift in gotischen 
Minuskeln : Aho ■ dm ■ m • eccc° ■ xxx ■ 
(=^ 1430) f""' ■ ist ■ de ■ tnauer ■ angevfngl ■ 
vt Uer Stein (Sandstein) war ehe- 
dem am Fleischtor angebracht. Die ganze 
Inschrift bei R. Schliegrak, MS. im Hist. 
Ver. 0. 859: anno dni mccuxxx geori ist 
du maaer angevengt vnt ist das pew auf 
dem reng (= Regenfluß) um rvm bis auf das 
Fig. 3-1. Cham. Spital alits vollbracht, in ixl{= 41) wachen; 
Sitiniigur ao der Ecke der SchueerafguK. dtesczcit kamrer Ham Satlar. (Vgl. hiezu 
Lukas, Cham, S. 91.) Der Stein ist auch 
an seiner ursprünglichen Stelle erwähnt in Verhandlungen des Hist. Ver. f. Nieder- 
bayern, I^ndshut I, Heft z (1847), ^Si. 

Im Besitze des Herrn Buchbindermeisters Adalbert Baumeister zierliches 
Altarmodell (Fig. aS), Rokoko, aus Holz, nach dem in der Oberpfalz so behebten 
Typus der pilasterartigen Stützen an Stelle der Säulen. Nach Mitte des 18. Jahr- 
hunderts. (Vgl- den Hochaltar zu Chammünster, Tafel IlL) 

BRUNNEN. Mit der dreiviertel lebensgroßen Steinfigur St. Florian von 
1783. Rohe Arbeit aus Granit. 

Über UNTERIRDISCHE GANGE (SCHR AZELLOCHER) vgl. 
SCHÖNWERTH 11, 457, — L, Zapf, Zwerghöhlcn in Bayern, Bayerland 1891, S. 465. 



CHAMEREGG. 

1. EHEMAL. SCHLOSS. VO. X, 141; XII, 105, 117; XXVII, 412; XXVIII, 

303; XL, 137. — MB. XXVII, III, 144, 169 f., Z67. — Reg. Boic. X, 227, 287; 



^'1 335- — Vertwndlg d. Hist. Ver. in d. Unterdonaukreise, l'nssau, Heft a (1835), 53. 
— Hund I, 246ff. — Grueber u. Müller, Der Bityrische Wald, S. 297 ff. — Adaliiert 
MÜLLKR, Bayerischer Wald, Zum Gebrauche als Wegweiser für Reisende, Regenshurg 
1861, S. ijöff. — Heinr. Reder, Der Itayerwald, Regensburg 1861, S. 180. — 



Cbnmeregg. 45 

Verhandig. des Hist. Ver. f. Niederbayern , Landshut J, Heft i (1846), 70 f., 78;e 
Heft 2 {1847), 181. — Gemeiner U, 451. — J. WCrdinger, Kriegsgeschichte von 
Bayern, Franken, Pfalz und Schwaben von 1347 bis 1506, München 1868, I, 37. — 
K. V. Reinhardstüttner, Land und Leute im Bayer. Walde, Bamberg 1890, 3,35.— 
Der Odenturm bei Cham, Deutsche Gaue V, 25. — Der Odenturm bei Cham, Der 
Bayerische Wald 1905, S. 164. — Piper, S. 604. ~ J. R. Schuegraf, Chronik von 
Chamereck. MS. im BesiUe des Herrn Grafen Hugo von Walderdorff. 

A<iuarell, in der Sammlung des Hist. Ver. von Oberpfalz und Regensburg. 



Die geschichtlichen Nachrichten über diese alte Burg beginnen erst im 14. Jahr- 
hundert. Eisenreich Chamerauer und sein Bruder Konrad nennen sich 1351 »von 
Chameregga, ebenso letzterer 1359 u. 1362. (MB.XXVU, 144, 169,267.) Die Chamerauer 
begegnen bis ins 15. Jahrhundert als Besitzer von Chameregg. (Über die Chamerauer 
vgl. Hund 1, 246 ff. — Poiger, Die Chamerauer, genannt die l.andherren des Bayer. 
Waldes, in der Zeitschrift sDer Bayerische Wald«, 1906, Heft 2 fr.) Im 15. Jahrhundert 
erscheinen die PolHnger auf Chameregg. Über die ferneren Besitzer vgl. Gruebeb u. 
Müller, Der Bayrische Wald, S. 298 f. Die Angabe bei WCrdinger, Kriegsgesch. 
von Bayern etc. von 1347—1506, München I (1868), 37, beim Verwüslungszuge der 
Böhmen 1357 sei Chameregg überfallen und genommen worden, ist nicht stichhaltig; 
denn das damals den Böhmen von der Besatzung übergebene »castrum Chamera 
(Annal. Matseenses, Mon. Germ. SS. IX, 830) kann nicht mit Chameregg identifiziert 
werden. Vgl. zu letzterem auch Riezler III, 52. — E. Werunsky, Gesch. Kaiser 
Karls IV., Innsbruck III (1892), 191 ff. — Lukas, Gesch. von Cham, S. 83. 



46 VI. B.-A. Cham. 

Turmruine. VoD der mittelalterlichen Burg ist noch eine Turmruine übrig. 

Eine Viertelstunde südöstlich von Chammünster, auf dem nordwestlichen Aus- 
läufer des Lamberges auf einer mäßigen Anhöhe, von Wall und Graben umgeben. 
Im Volksmunde der Ellen- oder Eulenturm, in den Urkunden auch Odenturm genannt. 
(Grueber u. Müller, Der Bayrische Wald, S. 297.) 

Vom Turm (Fig. 29) sind Nord- und Westwand ganz, sowie der Ansatz zur 
Südwand erhalten. Er ist quadratisch. Seitenlänge 9,60, Höhe ca. 22 m. Lichtes 
Inneres 3,60 m im Quadrat. Im Innern des Turmes sind noch deutlich vier Stock- 
werke erkennbar. Das unterste (ca. 9 m hoch) Tonnengewölbe mit der Achse von 
Norden nach Süden, das zweite Stockwerk (ca. 5,5 m hoch) ebenfalls Tonne mit der 
Achse von Osten nach Westen, das dritte von gleicher Höhe wie das vorhergehende 
Stockwerk Kreuzgewölbe ; das nächste und jedenfalls das letzte dürfte um i — 1,5 m 
höher gewesen sein. Der Eingang zum Turm liegt über der ersten Tonne, rundbogig 
aus Quadern, ca. 2,80 m hoch. Die Mauerstärke beträgt im unteren Teile ca. 3 m und 
nimmt mit jedem Stockwerk um etwa 0,20 m ab. Das Mauerwerk (Fig. 30.) besteht 
außen in Buckelquadem aus Granit mit Randschlag von einer Länge bis zu 0,80, einer 
Höhe bis zu 0,50 und einer Dicke bis gegen 0,55 m; im Innern glatt bearbeitete 
Quadern. Der Mauerkem ist Bruchsteinfüllwerk. Im Mauerkem sind an den Bruch- 
stellen die Kanäle erhalten, in welchen Balken als Anker lagen — eine technische 
Eigentümlichkeit, die in kirchlichen und profanen Bauten der romanischen, zum Teil 
auch noch in der späteren Periode häufig vorkommt. (Vgl. die Kunstdenkmale des 
Königreichs Bayern, Bd.I, Oberbayem, S. 1602 [Speckerturm bei Himsberg, B.-A. Rosen- 
heim] ; vgl. auch die Verankerungen in der Hochwand des Mittelschiffes in der Pfarr- 
kirche zu Chammünster, S. 64.) Über unterirdische Gänge vgl. Deutsche Gaue VII, 207. 
Die regelmäßig, äußerst sorgfaltig zugerichteten Buckelquadem verweisen ins 12. Jahrh. 

Über verschiedene Sagen von Chameregg vgl. Schöppner, Sagenbuch der 
bayerischen Lande, München 1874, I, 92. — Jos. Deschermeier, Sagen aus dem 
Chamgau, Bayerland 1899, S. 454. 

CHAMMÜNSTER. 

Literatur. Literatur. VO. IX, 145 Anm., 305; X, 106, 118 Anm.; XIV, 98; XVIII, 2; 

XXVI, 334; XXVII, 135 Anm, 140 f., 154, 267, 357; XXVIII, 302; XXXVI, 157. 
— Matrikel R., S. 58. — Zimmermann, Kalender IV, 172. — Andreas von Regens- 
burg, ed. Leidinger, S. 472, 711. — Grueber u. Müller, Der Bayrische Wald, 
S. 300 ff. — K. Hohn, Atlas von Bayern, Nürnberg 1840, IV, 78. — Pl. Stumpf, 
Bayern, München 1852, S. 464. — Die Kirche zu Chammünster in der Oberpfalz, 
Niedermayer, Nr. 17, S. 66 — 67; Nr. 136, S. 514; Nr. 143, S. 571. — Franz Kugler, 
Gesch. d. Baukunst, Stuttgart II (1858), 513 f. — A. Niedermayer, Das Mönchthum 
in Bajuwarien in den römischen, agilolfingischen und karolingischen Zeiten, Lands- 
hut 1859, S. 92 f. — J. Sighart, S. 68, 456. — W. Lotz, Kunst topographie Deutsch- 
lands II (1863), 76. — Lukas, Cham, S. 12 — 16, 34 — 45, 137 f., 416 ff. — Bavaria 
U, 147, 472 f. — Bericht über die Enthüllung der Gedächtnistafel für den verdienst- 
vollen Cieschichtsforscher J. R. Schuegraf und die erste Wanderversammlung des Hist. 
Ver. V. Oberpfalz u. Regensburg in Cham. Außerordentl. Beil. zu Nr. 77 des Amts- 
blattes für Cham vom 27. Sept. 1871. (Enthält auch einen Bericht über den Besuch 
von Chammünster.) — Kalender für kath. Christen, Sulzbach 1872, S. 69—70. — 



Chainmflotler. 47 

Fr. Kugler, Handb, d. Kunstgesch., Stuttgart I^ (187a), 575. — H. Otte, Gesch. d. litmim. 
romanischen Baukunst in Deutschland, Leipzig 1874, S. 455. — Ders,, Handbuch d. 
kirchl. Kunstarchäologie, Leipzig I' (1883), 311, 394; II' (1885), loz, 313. — Robert 
DoHUE, Gesch. d. deutschen Baukunst, Berlin 1885, S. 77. — Janner II, 310, 490; 
ni. 60, 313, 588, 589. — B. RiEHL, Kunsthistorische Wanderungen durch Bayern, 
Denkmale frühmittelalterlicher Baukunst, München und Leipzig 1888, S. 96 f. — 
Dehio u. V. Bezold, Die christliche Baukunst des Abendlandes, Stuttgart iSgs, I, 214. 
— G. Ebe, Der deutsche Cicerone, Leipzig I (1897), 80, 344. — G. Jakob, Die 
Kunst im Dienste der Kirche, 5. Aufl., Landshut 1901, S, 71, 269. — Max Stückl, 
Beschreibung von ChammUnster, Cham 1901. — M. Fastlinger, Die wirtschaftliche 
Bedeutung der bayerischen Klöster in der Zeit der Agilulfinger, Freiburg 1903, 
S. 60 f., 70, 120, — W. Götz, Geographisch-Historisches Handbuch von Bayern, 
München und Leipzig 1903, I, 766, 



P;«. 31. ChamoiüniUr. Wciundcbt d« Dorf». 

Handschriften. Grabsteinbuch des Frei singer Fürstbischofs Johann Franz Hindichriftcn. 
Ecker von Kapfing (1695—1717), cgm. 2267, tom. II, 47, 47 b, 48, 49, 50. — 
R. ScHUEGRAF, Chotstift Chammünster mit Verzeichnis aller Erzdechanten, Dechanten, 
Pfarrherren, Prediger von 1126— 1833. MS. O. 83 im Hist. Ver. (Vgl. VO. XXVÜ, 
410.) — Ders., Sammlung alter Grabsteine, Epitaphien und Gemälde in der Kirche 
zu Chammünster und in Cham. MS. O. 859 im Hist. Ver. (Vgl. VO. XXVU, 411.) 
— Ders., Materialien zur Geschichte von Cham, Stadt und Markgrafschaft, Eschelkam, 
Chammünster und Umgebung. MS. im Hist. Ver. O, 792/2. 

KATH. PFARRKIRCHE ST. MARIA HIMMELFAHRT. Matrikel Pf.rrkitch.. 
R., S. 58. 

Geschichte und Baugeschichte. Die Gegend um Cham ist von Herzog Geschieh w um 
Otilo (ca. 737 — 743 u. 744—748) dem Kloster St. Emmeram in Regensburg geschenkt ^"S"'^"'•"''■ 
worden. Die Mönche von St. Emmeram erbauten hier zur Kultivierung und Pasto- 
rierung des Landes eine Zelle, aus der Dorf und Kirche Chammünster her\orgingen. 
Die Schenkung Otilos hatte nicht lange Bestand. Sie wurde indessen vom Sohne 
Otilos, Herzog Tassilo III. (749 — 788), wiederhergestellt. Eine neuerliche Beein- 
trächtigung der Zelle und der zu ihr gehörigen Mark wurde durch den Bischof 
Baturich von Regensburg abgewehrt, der am 14. Dezember 819 die Mark umritt und 



48 VI. B.-A. Cham. 

Pfarrkirche, die Grenzen wieder festsetzte. (Ried I, 17. — Janner I, 167 f. — Riezler I, 289. 
Geschichte und — Albert Hauck, Kirchengeschichte Deutschlands, Leipzig U2 [1900], 809. — 

Baugeschichte. _, oi ^ /. -r >-^i ^ ^\ 

Fastlinger, S. 60 f., 70, 120. — Lukas, Cham, S. 12 f.) 

910 soll die Zelle Cham, unser Chammünster, von den Ungarn zerstört worden 
sein. Die Angabe findet sich mehrfach in der Literatur. Sie ist aber quellenmäßig 
nicht belegt. Der Hinweis bei Grueber u. Müller, S. 301 auf »Chron. brev. St. 
Galli et Hepidan. ad a. 910« beruht auf Irrtum. (Vgl. C. Henking, Die annalistischen 
Aufzeichnungen des Klosters St. Gallen, Mitteil. z. vaterl. Gesch., herausgeg. vom 
Hist. Ver. in St. Gallen, XIX [1884], ^95 ff-> 359*) Die hier von Grueber u. Müller 
zitierte Stelle «Hunni delevere cellam apud Chambe« entnahm Schuegraf einem 
ungedruckten Fragment (A. Erhard, Kriegsgesch. von Bayern etc. von der ältesten 
Zeit bis 1273, München I [1870], 484), offenbar dem Tagebuche des Prüfeninger 
Konventualen Joh. Ev. Kaindl (f 1823) folgend, der sich auf das gleiche, nicht 
näher bezeichnete Fragment bezieht. (Lukas, Cham, S. 14.) Welcher Art, aus welcher 
Zeit etc. dieses Fragment war, wissen wir nicht. Daß in dem Fragment die Zeitangabe 
der Zerstörung fehlte, bezeugt nicht nur das Zitat bei Lukas, Cham, S. 14, sondern 
auch eine ausdrückliche Äußerung Schuegrafs in dessen Handschrift »Chorstift 
Chammünster«. (MS. O. 83 im Hist. Ver.) Schuegraf bezog die Angabe des Frag- 
ments auf das Jahr 910, weil um jene Zeit nach Aventin die Ungarn eine Reihe von 
bayerischen Klöstern zerstörten. Die Behauptung, daß die Ungarn 910 Chammünster 
zerstörten, hält also der Kritik nicht stand. (Die Behauptung ist z. B. wiederholt: 
Bavaria II, i, 472. — E. A; Quitzmann, Die älteste Gesch. d. Baiem bis zum Jahre 911, 
Braunschweig 1873, S. 389.) Über die Ungameinfalle jener Zeit vgl. Riezler I, 317 f. und 
insbesondere E. Dümmler, Gesch. d. ostfränkischen Reiches, Leipzig III '-^ (1888), 546 ff. 

Als der hl. Wolfgang den Bischofssitz 975 vom bisherigen Kathedralkloster 
St. Emmeram trennte und die bisher gemeinsamen Güter zwischen dem Kloster 
St. Emmeram und dem Bischofsstuhl teilte, wurde Chammünster der Dotation des 
bischöflichen Stuhles überwiesen. 

Eine Tradition, die nicht weiter zurück als bis in den Schluß des 15. Jahr- 
hunderts zu verfolgen ist, behauptet, daß Kaiser Heinrich II. der Heilige die Kirche 
in Chammünster erbaut hat. Eine Tätigkeit des Kaisers Heinrich für Chammünster 
ist nicht erweisbar. Daß aber am Ende des 15. Jahrhunderts der Kaiser Heinrich 
als Erbauer oder Stifter des Münsters galt, geht aus einem Glasgemälde hervor, das 
noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im westlichsten Fenster der Nordseite 
der Kirche größtenteils erhalten war. Schuegraf hat 181 7 das Glasgemälde ab- 
gezeichnet. Bald darauf ist es durch einen Hagelschlag zerstört worden; nur Reste 
der Inschrift sind an Ort und Stelle noch vorhanden. (Vgl. unten.) Wir bilden die 
Skizze Schuegrafs aus MS. O. 859 im Hist. Ver. ab. (Fig. 32.) Schuegraf schreibt 
in dem Texthefte davon: »Dieß gotische Gemälde, wie Kaiser Heinrich II. oder der 
Heilige im ganzen kaiserlichen Ornat neben der von ihm anno 10 16 erbauten Kirche 
zu Chammünster knieend der Andacht sich weiht, befindet sich im letzten Fenster 
linker Hand über der Stiege zum Chor. Dem Gemälde nach muß das Münster 
anfangs eine bleierne oder kupferne Dachung gehabt haben. Drei Worte sind nicht 
mehr zu lesen, wenn solche nicht heißen sollen: und Seiner Mueter Maria. Durch 
den rechten Flügel, welcher gegenwärtig mit ordinären Fensterscheiben versehen 
ist und in dessen Ende Kunigunde die Heilige mit ihrem ober diesem befind- 
lichen Bildnisse zu stehen kommen möchte, hat ein Kirchenräuber eingebrochen. 
Die »Herren« sind glaublich die Chorherren gewesen.« In einer Sammlung 



E _ 



ChammUnster. 



49 




tmmsmm 




Fig. 32. ChammUnster. 
Glasgemälde des Kaiser Heinrich- Fensters von 1476 in der Pfarrkirche. 

Skizze von R. Schuegraf, 18x7. 



von Materialien zur Geschichte 
von Cham und ChammUnster (MS. 
O. 792/2 im Hist. Ver.) bemerkt 
Schuegraf, daß der rechte Fenster- 
flügel schon im i8. Jahrhundert 
gefehlt hat. Warum gerade das 
Jahr IG 16 genannt wird, ist un- 
erfindlich. Es müßte denn sein, 
daß Kaiser Heinrich, der ja für 
Regensburgs Kirchen und Klöster 
sehr viel tat, vielleicht damals eine 
Stiftung für Cham gemacht hat. 
Der Beleg für eine solche Stiftung 
fehlt aber. (In dem Verzeichnis 
der Wunder der hl. Kaiserin Kuni- 
gunde, das um 1200 geschrieben 
ist [Miracula S. Cunegundis, Mon. 
Germ. SS. IV, 827. — Jon. Loos- 
HORN, Die Gesch. d. Bisthums 
Bamberg, München 1886, S. 321] 
wird auch die Frau eines Ritters 
von Cham an der Grenze Böh- 
mens er^'ähnt, die am Grabe der 
Heiligen geheilt wurde.) 

II 27 wurde der berühmte Gerhoh, der spätere Propst des Chorherrenstiftes 
Reichersberg, von Bischof Kuno als Pfarrer nach Cham, bzw. ChammUnster entsendet, 
um dort ein gemeinsames Leben der Pfarrgeistlichen in einem zu errichtenden Stifte 
zu begründen. Aber bedrängt von der Partei der Staufen, mußte er sich schon im 
Frühjahr 11 28 nach Regensburg zurückziehen, ohne seine Aufgabe erfüllt zu haben. 
(Magni presb. Annales Reicherspergenses, Mon. Germ. SS. XVII, 492. — Vgl. Wetzer 
u. Welte, Kirchenlexikon, Freiburg im Breisgau V [1888], 380. — Janner II, 22.) 

Am 20. März 1221 bestätigte Papst Honorius dem Bischof Konrad IV. die 
Einkünfte der Pfarrei ChammUnster. (Janner II, 310.) Am 16. Juli 1260 überließ 
Bischof Albert IL die Pfarrei Cham (ChammUnster) seinem Domkapitel. (Janner U, 
470.) Das Domkapitel blieb im Besitze des Kollationsrechtes bis zur Säkularisation, 
mit kurzer Unterbrechung in der Reformationsperiode. 

In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts dürfte, nach stilistischen Merkmalen 
des Chores zu schließen, die Kirche von ChammUnster neugebaut worden sein. 
Vielleicht war sie dem verheerenden Zuge des Königs Ottokar von Böhmen im 
August 1266 zum Opfer gefallen. Bekannt ist, daß König Ottokar auf dem Wege 
von Böhmen durch das Regental bis Regensburg mit Feuer und Schwert wütete, 
die Stadt Cham belagerte, aber nicht bezwingen konnte, Nittenau, Regenstauf und 
andere Burgen einnahm. (Hermanni Altah. Annal., Mon. Germ. SS. XVU, 405. — 
Historia annorum 1264 — 1279, SS. IX, 650. — Cont. Zwetl., SS. IX, 656. — Chron. 
CosM. cont., SS. IX, 179. — RiEZLER II, 123. — Janner U, 493. — Ottokar Lorenz, 
Deutsche Gesch. im 13. u. 14. Jahrh., Wien I [1863], 246.) Daß Ottokar das offene Cham- 
mUnster niederbrannte, ist um so wahrscheinlicher, als die Kirche dem Domkapitel in 
Regensburg gehörte, und Ottokar gegen den Regensburger Bischof besondem Groll hegte. 

Heft VI. 4 



Pfarrkirche. 

Geschichte und 
Baugeschichte. 



52 VI. B.-A. Cham. 

Pfarrkirche. Im Späteren Mittelalter, vermutlich im 14. Jahrhundert (Lukas, Cham, S. 137 f.), 

Geschichte und wurde der Pfarrsitz von Chammünster nach Cham verlegt. Doch blieb Chammünster 

BsiuEeschichte« 

Pfarrkirche und Sepultur. Und noch jetzt genießt die Kirche pfarrliche Rechte, ist 
zweite Pfarrkirche von Cham. In den Husitenkriegen wurde das Weichbild Chams 
wiederholt von den Husiten verheert, 1428 und 1429. (Riezler III, 284. — 
Andreas von Regensburg, ed. I.eidinger, S. 472.) Man darf wohl annehmen, daß 
Chammünster nicht verschont blieb. Vielleicht wurde die Kirche damals nieder- 
gebrannt. Daß im 15. Jahrhundert ein Brand stattfand, dürfte sicher sein. Die Lokal- 
geschichte behauptet, daß der Brand in die sechziger Jahre des 15. Jahrhunderts fallt. 
Grueber und Müller (S. 303) nennen, wohl nach Notizen Schuegrafs, das Jahr 1469. 
Ebenso Niedermayer. Die Matrikel R. (S. 58) sagt: »1469 nach dem Brande neu 
hergestellt.« Lukas schreibt S. 429: »Die Urkunden berichten, daß das Münster 
anno 1464 abgebrannt ist und 1469 wieder zu erbauen angefangen wurde.« Im 
Widerspruche damit gibt Lukas, S. 126, an, daß das Münster sogleich nach dem 
Tode des Dekans Leonhard Stettner (1456 — 1467) abgebrannt ist. Keine dieser 
Angaben ist quellenmäßig belegt. Daß die Kirche 1467 schwerlich in Brandschutt 
lag oder in einem großen Umbau begriffen war, dürfte aus einer Notiz hervorgehen, 
welche der damalige Prediger Johannes Chrafft in Cham in seinen Zusätzen zur 
Chronica pontificum et imperatorum Romanorum des Andreas von Regensburg 
gemacht hat. Darnach wollte der Dekan Leonhard Stettner an Christi Himmelfahrt 
1467 nach dem Prandium von Cham nach Chammünster reiten, um nach altem 
Brauche in der Mutterkirche die Non zu singen. Da die Gegend überschwemmt 
war, so geriet er in den YluQ und ertrank. (Andreas von Regensburg, ed. Lei- 
dinger, S. 711.) Die Bauanalyse ergibt, daß die Kirche im 15. Jahrhundert neu 
erbaut worden ist mit Beibehaltung der Türme und der Umfassungsmauern des Chors. 
Daß dieser Bau spätestens 1476 vollendet gewesen sein muß, bezeugt das aus diesem 
Jahre stammende Glasgemälde im westlichen Joch der nördlichen Abseite. Aus einem 
nur in einer Zeichnung erhaltenen Glasgemälde darf überdies gefolgert werden, daß 
die Kirche in der Hauptsache schon 147 1 vollendet gewesen sein muß. Der Frei- 
singer Fürstbischof Johann Franz Ecker von Kapfing (1695 — 1727) bildet in seinem 
Grabsteinbuch cgm. 2267, tom. II, fol. 48 a vier Wappen von Glasgemälden ab mit 
der Überschrift: »Dise 4 wappen stehen in 2 underschidenen Fenstern zu Chamb 
Münster in der Pfarrkirchen.« »In ainem Fenster beysamen, aber iedes in sonderer 
Veldung«, standen das Wappen von Jörg PoUinger mit der Jahreszahl 1471 und von 
Peter Präckendorfer. Die Zeichnung Eckers wird bestätigt durch die Kopien der 
Inschriften von Grabsteinen etc. in der Pfarrkirche von Chammünster, welche der 
Schullehrer Johann Baptist Wührl von Chammünster 1741 gemacht hat. Schuegraf 
hatte diese Kopien vor sich und notierte daraus, daß damals an zwei Fenstern fol- 
gende Wappen und Inschriften zu sehen waren : /örg PoUinger 1471, Feier Fezendorf 
(sie ! Wührl hat viele Inschriften falsch gelesen) 1471^ Jörg Ruelandt 1471. Ulrich 
Foyssl 1471. (Schuegraf, MS. O. 859 im Hist. Ver.) 

Eine weitere Bestätigung findet sich in einer Handschrift »Poyßlische Genealogie, 
1526« (Abschrift des 17. Jahrhunderts), im Hist. Verein von Oberpfalz und Regens- 
burg, Archiv. Abteil. Va Nr. i. Hier heißt es in bezug auf die beiden östlichsten 
Joche des südlichen Seitenschiffes: »Sonsten aber haben die Poyssel zu Loyffling ire 
begrebnus zu Cambmünster, alda einen eigen chor, oder gewelb mit fünff gehauen 
grabsteinen, unter welchen einer außwendig der wandt mit dem wappen und diser 
eingehauen schrifft erfunden wirdt: Do ist Ulrich Foyssel zu Loiffling begrebnus. 



(Vgl. unten Grabstein Nr. 72, Hg, 62.) lanenwendig deß chors aber werden drey 
alte Poysslische grabstaiti, zween mit dem Poysslischen wappen, und einer mit ein- 
gehaueoer schrifft, wie auch das wappen oben im gewelb, widenimb an der seilen 
des gewelb, und dann das wappen im fenster mit der jarzahl 1471 gefunden. Nach 
difem Poysslischen chor oder gewelb, volgel ein ander bogen, oder gewelb, mit dem 
der Pöllinger und Prackhendorffer wappen im fenster, die haben \'or jaren zusamen 



54 



VI. B.-A. Cham. 



. gelieiirat, laut eines hcürats briefs zu Loyffling liegend j Fernere Bestätigung 

' bei Prev, Adelsbeschreibung, cgni. 2290, tom. XX s. v. PoUinger. 

Im 15. Jahrhundert soll der Bildhauer Adam Grünwald »von Chanm, der 1469 
das Chorgestülil der Klosterkirche in Oberaltaich hergestellt hat, \'iel für Chammunster 
tätig gewesen sein, (Lukas, Cham, S. 406,) Die schon bei (;k(eber u. Müller, 
S. 358, sich findende, jedenfalls auf Schiiegraf zurückgehende Angabe, daß Grünwald 
ein Chamauer war, ist ohne Beleg. P. Armilian Hemmauer, Historischer Entwnrif 
der im Jahr tausend siben hundert ein und dreyssig tausend -jährichen Übern Alten 
Aich oder kurtze Zeit-Schrifften deß Closters Ober-Alt-Aich, Straubing 1731, S. aSg, 




. . «AUEHBESTW 
QOTISCHEN BAU DIR IHALFTF. 

DES 13 ^ahuh- 



sagt lediglich: »Anno 1469 verfertigte Adamus Grienwald die künstliche von Aichenen 
Holtz auflgearbeitete Praelaten-Chor- und Officianten -Stuhl, Es war dises ein sehr 
künstliches von Gottischer Arbeit außgemachtes Werck, wie wir dann selbsten dises 
noch vor Augen gesehen. i Die Chorstühle wurden 1722 durch neue ersetzt. 
(P. Aemilian Hemmauer, S. 428.) 

Die Barock- und Kokokozeit ließ die Architektur der Kirche unberührt. Aber 
das Innere wurde übertüncht und mit neuer Einrichtung ausgestattet. Vermutlich 
verschwanden unter der Tünche viele Wappenbilder, die wohl auf den zalilreichen 
Drei eck Schilden aufgemalt waren. 

1874 — 1877 wurde der südliche Turm von Grund aus neu geliaut. Davon 
zeugt die Bauinschrift : Da ■ man ■ zält • 1S74 ■ "'" ■ ■^<'' ■ Pd'onilla ■ Tag ■ wurde ■ 
dfr ■ aithie ■ bestandene ■ schadhafte ■ Turm ■ abtragen • und ■ ein ■ jar ■ darnach ■ am ■ 



ChammOnster. 55 

Set ■ Mickehtag ■ von • grundt ■ aus ■ angehebt ■ u ■ am ■ Set ■ Hieronymus ■ Tag ■ anno ■ 1 
7i^7 ■ vollendet. Die nördliche Umfassungsmauer des alten Turmes wurde nicht 
mehr in der Flucht der südlichen Längsmauer des Chores, sondern siidhch neben 
dieser Ungsmauer errichtet, damit sie von Grund aus neu werden konnte. 

Baubeschreibung. Das Münster (Grundriß pig- 33, Schnitte Fig. 34 — 36, 
Details Fig. 37—45, Außen an sichten Tafel I, Fig, 46 u. 47, Innenansichten Tafel II 
und Fig. 48) ist eine dreischiffige gewölbte Anlage mit stark überhöhtem, aber der 
selbständigen Beleuchtung entbehrenden Mittelschiff, mit einem einschiffigen Chor 
und zwei Osttürmen. Der Chor hat zwei Langjoche und Schluß in fünf Achteck- 
seiten. Das I^nghaus hat sechs Joche. In den Winkeln von Chor und Seitenschiffen 



quadratische Türme. Im Erdgeschoß des südlichen Turmes die Sakristei. Im Lang- 
haus tragen Rundpfeiler und achteckige Pfeiler die spitzen Scheidbögen, derart 
wechselnd, daß die runden mit den achteckigen Stützen in der Diagonale korrespon- 
dieren. Der östlichste Freipfeiler der nördlichen Reihe hat jedoch oblongen Grundriß 
mit abgeschrägten Ecken, weil die Kanzel angebaut ist. Und ähnlichen Grundriß 
mit Zufiigung von Vorlagen hat das westlichste Pfeilerpaar, das die unterwölbte 
Westempore trägt. Am runden Freipfeiler gegenüber der K:inzel ist an der Ostseite 
ein Steinsitz mit Wangen angebracht, ursprüngliche Anlage, mit dem Sockel des 
Pfeilers aufgemauert. {Fig. 38.) Die Gewölbe sind durchgehends Netzgewölbe, im 
Chor und im Mittelschiff reicher figuriert, mit glatten runden Schlußsteinen, in den 
Abseiten sternförmige Netzgewölbe einfachster Form mit Drei eck schildchen an den 
Schnittpunkten der Rippen und mit runden Schlußsteinen, auf welchen zum Teil 
Dreieckschilde in Relief, die zum Teil skulpierte Wappen zeigen, darunter im öst- 
lichsten Joch des südlichen Seitenschiffes das Wappen der Poißl. Im Chor und 
Mittelschiff ruhen die tJewölbe auf halbrunden Diensten mit profilierten Kapitellen, 
Im Mittelschiff sitzen die Dienste auf den Pfeilerkämpfem ; unterhalb des Auflagers 
ist am Kämpfer ein Dreieckschildchen ausgemeißelt. (Vgl. Fig. 40.) In den Seiten- 



56 VI. B.-A. Chun. 

, schifTen mhen die Gewölbe an der Außenseite auf kräftigen Wandpfeilern und 
Schildbögen; profilierte Kragsteine mit Dreieckschildchen nehmen hier die Rippen 
auf (vgl. Fig. 40); an einem dieser Dreieckschildchen inn östlichsten Joch des süd- 
lichen Seitenschiffes das Wappen der FoiOl ; an der Innenseite sitzen die Rippen 
dagegen unmittelbar auf den P feil erkämpf em und am Auflager ist gleich wie im 
Mittelschiff ein Dreieckschildchen ausgemeißelt. 

Im Mittelschiff im westlichen Joch eine unterwölbte Empore, zu der von den 
Seitenschiffen zwei überwölbte steinerne Treppen führen, .^n der Brüstung gegen 
das Mittelschiff zu stand (wie gewöhnlich auf den gewölbten mittelalterlichen West- 
emporen) in der Mitte sicher einst ein Altar; die schwache Ausladung der östlichen 
Außenseite der Brüstung zeigt den ehemaligen Standort der Mensa an. An der 
Unterwölbung der Westempore das Wappen der Raindorfer (vgl. unten S. 76 den 
Grabstein Nr. 49), femer ein Dreieckschild, worauf zwei gekreuzte Hände als Wappen^ 
bild. Offenbar trugen die Raindorfer wesentlich zu den Kosten der Empore bei. 

Im Chor zweigeteilte Fenster mit Vierpäflen im Maßwerk, in den Seilen- 
schiffen dreigeteihe Fenster mit Fischblasen maß werk. (Fig. 39.) In der Westwand 
zwei kleinere und ein größeres Fenster. Unter dem südöstlichen Fenster des Chor- 
schlusses eine zweigeteilte Bogenblende in Relief, Versuch einer Wandbelebung. 
(Vgl. den Querschnitt Fig. 35.) In der Hochwand des Mittelschiffes große fenster- 
artige Offnungen, im Stichbogen überdeckt, ehemals nach den Seitenschiffdachböden 
geöffnet, vor etwa zehn Jahren zugemauert. (Vgl. Tafel II und Fig. 34 — 36.) 



Flg. j*. Chuamimiwr, Swinbanli an ciacm Pftilet der P(ktr)iircht. 

Das Hauptportal ist im Süden, mit Mittelpfosten, mit Kehlen und kräftigem, 
sich überschneidendem Rundstab profiliert. (Fig. 43 u. 44.) Nebenportale im Westen 
und im Norden, beide spitzbogig, mit sich überschneidendem Rundstab im Profil 
des Gewändes. (Fig. 45.) 

Am Langhaus ringsum ein (abgetreppter) Sockel, der konform den Pfeiler- 
sockeln des Innern mit Kehle und Fasen profiliert ist. Am Chor und Nordturm 
ein Sockel mit Kamiesprofil. Am erneuerten Siidturm hat der neue Sockel irrtümlich 
das Sockelprofil des Langhauses erhalten. Am Chor Strebepfeiler, zweimal abgesetzt. 



Cham m uns ter 
Innenansicht der Piarrkirche 



Chammünsler. 



57 



und ein Kaffgesims. (Fig. 47.) Außen an den beiden I^ngswänden der Seitenschiffe Pf»r 
rechteckige, gotisch umrahmte Blendnischen (vgl. Tafel I u. Fig. 46), mit dem Auf- ' 
mauern der Seitenschiffe hergestellt, bestimmt zur Aufnahme von Epitaphien und 
Denksteinen der hinter den betreffenden Stellen in der Kirche beigesetzten An- 
gehörigen von Geschlechtem. (Vgl. unten die Epitaphien Nr. 68, 72, 76.) Am 
Mittelschiff ein Konsolengesims zur Aufnahme der Aufschieblinge des Daches. 




Der alte Nordturm hatte im Erdgeschoß, das westlich nach Ausweis des Mauer- 
werks mit dem Langhaus durch eine Öffnung nicht verbunden war, einst ein gratiges 
Kreuzgewölbe ; hier auch spitzbogige Schlitzfenster. In der Glockenstube auf allen 
vier Seiten zweigeteilte, stumpfspitibogige Schal löffnungen mit Teilungssäulchen, 
die unter dem kelchförmigen rohen Kapital einen gedrehten Schaftring haben. 

Baumaterial. Die Schalen der Füllmauem bestehen aus Bruchsteinen; an 1 
den Ecken Quadern. Die Mauern sind nur über den Gewölben, in den Dachräumen 
und im Innern des Nordtunnes ohne Verputz. Im Nordturm und wohl auch am 
Chor ist das Bruchsteinmauerwerk sorgfaltiger, die Steine sind lagerhaft, in wagrechter 
Schichtung verwendet. Im Langhaus ist, wie gewöhnlich in der Spätgotik im Unter- 
schied zur romanischen und frühgotischen Periode, das Bruchsteinmauerwerk regel- 
loser in der Schichtung. Die Gewölbe sind sämtlich aus Backstein. Von Backstein 
sind auch die Ubermauerung des Chorbogens und die beiden Giebel des Mittel- 
schiffes, femer das Gewände der Dachboden Öffnungen des Mittelschiffes. Daß die 
Gewände dieser Dachboden Öffnungen aus Backstein aufgeführt sind, deutet nicht 
etwa auf eine nachträgliche Zutat der Offnungen. Die Art, wie das Hnichstein- 



58 VI. B.-A. Cham. 

. mauerwerk dem Hacksteinge wände anliegt, läßt erkennen, daß Mauer und Clewände 
gleichzeitig aufgeführt sind. Man griff bei den Gewänden zum Backstein lediglich 
aus Rücksicht auf die bequemere Herstellung. (Fig. 36.) Die Pfeiler, Sockel, (Jesimse, 
Fenster- und '['Urgewände etc. bestehen aus Hausteinen von Granit. 








Baugeschichlliche Analyse. Über die Bauzeit der Kirche von Cham- 
■ münster finden sich die abweichendsten Ansichlen in der kunstgeschichdichen 
Literatur. Eine öfters wiederholte bauanalytische Untersuchung zeigle uns, daß 
alles, was von dem hohen Alter des Baues geschrieben wurde, hinfällig ist. Sieht 
man von dem Siidtumie ab, der 1874 — 1877 an Stelle eines 
baufälligen Vorgängers errichtet wurde, so lassen sich an 
der Kirche zwei K-iuperioden unterscheiden- Aus der älteren 
Bauperiode stammen die Türme und die Umfassungsmauern 
des Chores mit den Strebepfeilern. Aus der jüngeren Bau- 
Periode aber stammt einheitlich das ganze Langhaus und 
das Gewölbe des Chores. Bei Betrachtung des Grundrisses 
könnte der Umstand, daß die Hucht der Längsmauem des 
Chores gegen Osten hin nach außen ausweicht, zu dem 
Gedanken führen, daß die Türme älter als der Chor sind. 
Die stilkritische und technische Untersuchung aber lehrt, 
daß der Xordturm — der Südturm muß, weil von Grund 
aus erneuen, hier zunächst ausscheiden, er war aber gleich- 
zeitig mit dem Nordlurm entstanden — , völlig homogen 
mit der Choranlage ist. Die spitzbogigen Schlitzfenster im 
s iui» entiirc'inTcw'dtt Erdgeschoß des Nordturmes weisen auf die Gotik, Und 
Pfartkirche. die Mauertechnik — lagerhaft geschichtete Bruchsteine — 



ist von unten bis hinauf zu der Glockenstube die gleiche. Der Sockel zeigt am 
Chor und Nordturm nicht allein das gleiche Karniesprofil, sondern er lauft an beiden 
auch in gleicher Höhe. Und überdies zeigt das kurze Sockelprofilwerkstück zwischen 
dem Nordturm und dem zunächst siehenden Strebepfeiler an beiden Enden die 
Gehrung des Turm- und des Strebepfeilersockels angearbeitet. Für die Bestimmung 



6o VI. B.-A. Cham. 

. der Entstehungsse Jt von Chor und Türmen ist vor allem das Maßwerk der Chorfenster 
maßgebend. (Vgl, Fig. 39.) Die Figurierung dieses Maßwerks zeigt, daß sie nicht der 
Spätgotik angehört. Und die harte Profilierung der äußeren Leibung des Maßwerks 
weist auf die Frühzeit der Gotik. Man vergleiche z. B. dazu das äußere Leibungs- 
profil der Fensler im Chorschluß der Dominikanerkirche in Regensburg {um 1 240 — 1250), 



vgl. Gg. Hager u. O. Aifleger, Mittelalterliche Bauten Regensburgs, München 1896. 
An den Strebepfeilern des Chores der Dominikanerkirche findet sich auch die 
wulstförmige Abdeckung, welche der unteren Absetzung der Chorstrebepfeiler in 
Chammünsier eigen ist. Mit diesen frühen Formen stimmen auch die spitzbogigen 
Schlitzfenster und die Schallöffnungen im Nordturm mit ihren Teilungs säulchen 



ChunmUDiter. 



Fig. 44. CbanunUDiIer, Wuidgtiiiildc im Tympaoon du Sildpoml« da Fbnkiichc, 

überein. So ergibt sich für Chor und Tünne als Bauzeit die zweite Hälfte des 
13. Jahrhunderts, vennutlich nach dem verheerenden Zuge des Königs Ottokar von 
Böhmen ij66, dem vielleicht Chammünster zum Opfer gefallen war. Als Über- 
wölbung des Chores müssen fiir jene Zeit Kreuzrippenge wölbe in den beiden Lang- 
jochen und Kappengewölbe in dem Chorschluß angenommen werden. Die Lang- 
joche hatten größere Spannweiten als jetzt, und der Chorbogen lag weiter westlich. 
Die Gewölbe ruhten auf Runddtensten, die etwas stärker waren als die Runddienste 
des jetzigen Gewölbes, Zwischen den Langjochen und dem Chorschluß sind diese 
Dienste noch erhalten. Die ursprünglichen Dienste zwischen den beiden Lang- 
jochen waren ebenfalls erhalten, bis sie vor etwa zehn Jahren weggespitzt wurden ; 
der damals an Stelle der weggespitzten Dienste aufgetragene Verputz läßt die An- 
ordnunng der Dienste noch wohl erkennen. (Vgl. den Längsschnitt Fig. 34. Nieder- 
MAVKK, Nr. 17, S. 67 erwähnt im Chor meben den eleganten Pilastem germanischen 
Ursprungs zwecklos und unharmonisch angebracht romanische Gebilde ähnlicher 
Gattungj. Er meint damit die jetzt weggespitzten Dienste.) Der Chor war um 
einen guten Meter niedriger als jetzt, also lagen auch die Gewölbean fange um so 
viel niedriger. Der Anfänger des alten Chorbogens ist mitsamt seinem Krag- 
stein an der Südseite noch vorhanden. {Fig. 4a.) Am Äußern und am Innern 
ist die .\ufhöhung der Umfassung am Mauerwerk deutlich kenntlich. An der 
Nordseite ist unmittelbar anstoßend am Turm auch noch ein Stück des alten, 
niedriger sitzenden Dachgesimses zu sehen. Das Langhaus des frühgotischen Baues 
war sicher eine dreischififige Anlage, aber schmäler und kürzer als die jetzige. 

Als man im 15. Jahrhundert an einen Neubau des Langhauses ging, behielt 
man die Chorachse nicht bei ; man rückte vielmehr die Langhausachse etwas nach 



63 VI. B.-A. Clum. 

prartkirche. Norden. Den Mauerkörper, der den alten Chorbogen trug, nahm man in den Neu- 

Baugewhichi- |^y herüber. Auf der Nordseite ragt dieser Mauerkörper vor dem neuen Chorbogen, 

jetzt völlig unmotiviert und ohne Funktion, noch auf, einen halben Meter vor der 

Sargwand des Mittelschiffes vorspringend. (Fig. 33 u. 34.) Auf der Südseite fallt er, 

abgesehen von den Anfängern des Chorbogens, weniger störend auf, weil er hinter 



der Flucht der Mittelschiffmaue on der Sa t,wand hersetzt liegt. (Fig. 42.) Auf 
dem südlichen Seilenschiffdachboden t der he n Abbruch stehen gebliebene Mauer- 
körper an der Hochwand des M ttelsch ffes als tl che L kc derselben deutlich 
kenntlich. (Fig. 36). Abgesehen von d es n pjrl cl en Re len des frUhgotischen 
Baues ist das ],anghaus von den bockein 1 s h niuf zu d n (Jewölben und zum 
Dachgesims völlig einheitlich. Do h sehe nt es anfangs geplant gewesen zu sein, 
die westliche Abschlußmauer etwas »e ter ostl ch aufzufuhren. Zugunsten der 



Chammanster. 63 

Anfügung steinerner Stiegenlaufe zur Westempore scheint man sie während des Baues Pf»r 
etwas weiter nach Westen verlegt zu haben, ^"8 

Mit der Erbauung des Langhauses wurde auch ein neuer Chorbogen aufgeführt, 
dessen Ubermauerung den Ostgiebel des Mittelschiffes trägt. Vor seiner Errichtung 
mußte das alte Chorgewölbe herausgeschlagen werden. Es geschah das vermutlich 
erst, als das neue Langhaus schon weit im Bau vorgeschritten war. Bis dahin be- 
hielt man das Chorgewölbe und den alten Chorbogen bei, sperrte den Chor wahr- 



Fl«. 4«. Cbwnniüniter. Südaniicht d« PIinliiTche. 

scheinlich durch eine Bretterwand gegen Westen ab und ermöglichte so seine Be- 
nützung für den Gottesdienst. So erklärt es sich, warum die den alten Chorbogen 
tragenden Mauerkörper stehen blieben und, so gut es ging, der Neubau an sie an- 
gefügt wurde. Das neue Chorgewölbe wurde, wie schon oben erwähnt, höher gelegt. 
Eine Zeitlang dürfte der Chor ohne Gewölbe, lediglich mit einer Notdecke und 
mit dem allen Dachstuhl versehen, gestanden haben, da an der Ostseite des Ost- 
giebels des Mittelschiffes die Anlaufspur des ahen niedrigeren Chordaches zu sehen ■ 
ist. Als man beim Einziehen des neuen Chorgewölbes die Umfassungsmauer des 
Chores erhöhte, blendete man dem Nordturm an der Südseite, dem Südturm an 
der Nordseite auf Kragsteinen Stelzenmauem zum Aullager der IJachsparren vor. 

Das Langhaus zeigt zwei technische Eigentümlichkeiten. In der Hochwand : 
des Mittelschiffes sind nördlich in fünf Jochen, südlich nur in den drei Östlichsten 



64 



VI. B.-A. Cham. 



Pfarrkirche. Jochen gToßc, im Stichbogcn überdeckte, fensterartige Offnungen nach den Seiten- 
Dachbodcn- schiffdachböden angebracht. In der älteren kunstgeschichtlichen Literatur werden 

Öffnungen. •%«• 

diese Offnungen als romanische Fenster angesprochen und als ein Hauptbeweis er- 
klärt, daß der Kern des Langhauses romanisch sei ; man glaubte, sie hätten vor der 
gotischen Uberwölbung den oberen Lichtgaden des Mittelschiffes gebildet, nach dem 
Freien geöffnet. Schon ein Blick auf den Querschnitt (Fig. 35) zeigt das Unmög- 
liche dieser Erklärung. Zudem weist die Stichbogenform der Uberdeckung nicht 
auf den romanischen, sondern auf den gotischen Stil. Und die Gewände sind nicht 
ausgeschrägt, wie bei Lichtöffnungen, sondern geradlinig, gegen die Innenkante zu 
lediglich einmal abgestuft. • Die Offnungen waren bis vor kurzer Zeit offen, ohne 
Verglasung; der Zugluft halber wurden sie vor etwa einem Jahrzehnt zugemauert. 
Solche Offnungen in der Hochwand nach den Dachräumen finden sich beim System 
eines stark überhöhten, aber der selbständigen Beleuchtung entbehrenden Mittel- 
schiffes öfters. (G. Ungewitter, Lehrbuch der gotischen Konstruktionen, 3. Aufl., 
neu bearbeitet von K. Mohrmann, Leipzig II [1892], 380. -^ Vgl. die ähnlichen 
Offnungen in dem das gleiche System zeigenden Dom von Como bei G. Dehio 
u. G. v. Bezold, Die kirchliche Baukunst des Abendlandes, Atlas, Tafel 547. — 
Über ähnliche Offnungen nach den Dachböden vgl. femer G. Dehio u. G. v. Bezold 
a. a. O. Textband I, 423 f.; II, 68 f. — Adalbert Matihaei, Beiträge z. Baugesch. 
d. Cistersienser Frankreichs und Deutschlands, Darmstadt 1893, S. 20, 60. — Kunst- 
denkmäler des Königreiches Bayern, Bd. I, Oberbayern, S. 2928.) In Chammünster, 
einer ehemals vielbesuchten Kirche, dienten diese Offnungen zur Ventilation des 
Mittelschiffes: sie sollten den Nachteil ausgleichen, der für die Lüftung in dem 
hohen fensterlosen Oberraum des Mittelschiffes bestand. 

Eine zweite technische Eigentümlichkeit, die aber bis jetzt von allen, welche 
über die Kirche schrieben, übersehen wurde, ist die Anbringung von Holzankem 
in der Hochwand des Mittelschiffes. Etwas unterhalb des Gewölbefußpunktes des 
Mittelschiffes liegen in der ganzen Länge in der Mauerdicke der Hochwand Balken 
(Eichenholz); sie treten zutage in Löchern, welche in großen Abständen quer durch 
die Mauer gehen; die meisten dieser Löcher sind jetzt leer, bzw. enthalten Reste 
von verfaultem Holz; aus einigen der Löcher aber ragen noch mehr oder minder 
starke Rundhölzer heraus, aber nicht mehr in der alten Länge, sondern in kurzer 
Entfernung von der Lochmündung abgeschnitten. Diese Reste von Rundhölzern ge- 
hörten offenbar Zugbalken an, mittels welcher wohl die in der Mauer liegenden 
Längenhölzer mit den Seitenschiffmauem verankert oder verschlaudert waren. 
(Fig. 36 u. 37.) Über die besonders in der romanischen, aber auch noch in der 
gotischen Periode vielfach gebräuchhche Verankerung mit in der Mauerdicke 
liegenden Holzbalken vgl. M. Viollet-le-Duc, Dictionnaire raisonne de l'Architecture 
frangaise. Paris II (1867), 397 5 V (1868), 12. Holzanker hatte auch der nahe Turm 
in Chammeregg, vgl. oben S. 46. 

In welches Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts der spätgotische Umbau fallt, läßt 
^ng auses. ^.^|^ nach den bis jetzt vorliegenden Angaben mit Sicherheit nicht bestimmen. (Vgl. 
oben S. 52). Wir bescheiden uns, im allgemeinen die Mitte des 15. Jahrhunderts 
zu nennen. Der Umstand, daß die häufig vorkommenden Schilde dnrchgehends am 
spitzbogigen Abschluß festhalten, weist eher in das erste Drittel als in die Mitte 
des 15. Jahrhunderts. Doch werden derart geformte Schilde in der Architektur 
stellenweise länger beibehalten als in der Heraldik. Das Gemälde im Tympanon 
des Südportals (allerdings sehr übermalt) ist wohl nach 1460 entstanden, scheint 



Holsanker. 



Entstehungszeit 



ChammflnEler. ge 

Pfarrkir 



66 VI. B.-A. Cham. 

. aber im Faltenwurf (wellenförmiger Saum!) noch Nachklänge des Stiles der ersten 
Hälfte des 15. Jahrhunderts zu bewahren. Die Krbauungszeit um Mitte des 15. Jahr- 
hunderts wird auch durch den stilistischen Zusammenhang mit dem Westbau des 
Rathauses von Cham (IJreieckschiJde an den Sohlbänken der Fenster, Überschneidung 
der Rundstäbe) bestätigt; dieser Westbau ist ofifenbar das sneue Rathaus«, das 1448 
urkundlich zusammen mit dem :'alten Rathaus^ genannt wird. (Lukas, S. 400, vgl. 
oben S. 39.) Man darf annehmen, daß der Westbau des Rathauses in Cham und 
das Langhaus von Chammünster von demselben Meister, offenbar einem Chamauer, 
erbaut worden sind. 
1- Kunstgeschichtliche Würdigung. Der Chor verdient als eine der aul 

''dem Lande seltenen frühgotischen Anlagen Beachtung. Kr dürfte unter dem VAn- 
flusse des Chores der Domtnikanerkirche in Regensburg stehen. Die .Anordnung 
der Osttürme, die unter Hirsauer Einfluß schon in der Frühzeit des 1 2. Jahrhunderts 
in Prüfening und an der Schottenkirche in Regensburg, dann etwas später in Reichen- 
bach (Kunstdenkmäler der Oberi>falz, Heft l, H.-A. Roding, S. 108 ff".), noch später in 
Perschen und in Neunburg v. W. auftritt, hält ein in der Oberpfalz traditionell ge- 
wordenes Schema fest. (Zur Anlage eines östlichen Turmpaares in der Gotik 
vgl. auch Rcpertorium f. Kunstwissenschaft, XXII ('899], 386 ff. ; XXIll [1900], 
383, 506; XXIV [1901], »sf.) Das spätgotische I^-inghaus gehört im System 
des Aufbaues zu jenen Hauten, welche an die Gattung der Hallenkirchen sich 
anschließen, in der bedeutenden Überhöhung dt-s Mittelschiffes aber gewissermaßen 
eine Mittelstellung zwischen Hallenkirche und ISasilika einnehmen. Das Cham- 
mUnsterer System ist eine Mischfonn von Hallenkirche und Basilika, Hallenkirchen 
mit weniger überhöhtem Mittelschiff sind häufig; eine so große Differenz zwischen 



CbammaDsler. 



den Schiffshühcn wie sie in Chammünster gewählt ist, ist ganz ungewöhnlich i). 
{|}eH[0 u. V. Bezoi.d, a. a. O. II, 320.) l*a der gewählte Querschnitt die direkte 
(Icgeneinanderwirkiing der Schuhkräfte nicht gestattete, so mußten die Stützen der 
Scheidbögen und der Scheidewand zwischen den Gcwölbscheiteln der drei Schiffe 
durch entsprechende Stärke hinreichend standfahig gestaltet werden. Die Scheide- 
wand über tlen Scheidbögen war um so stärker anzulegen, als man in Chammünster 

') Die Oberhöhung ist so bedeutend, daß der Querschnitt völlig dem einer Basilika gleicht. 
Mitte man die SeitenachifTdächer weniger steil gelegt, so wäre Platz fUr kleine Oberlichter in den 
Schildwinden gewesen, und der Bau wUrde sich als reine Basilika darstellen. Vermutlich waren 
es RUcksicblen auf das rauhe Klima de^ Bayerischen Waldes mit seinrm vielen Schnee, die zur 
steilen Anlage der SeitenschifTdächer und damit zum Verzicht auf selbslündige Beleuchtung des 
MittelschiiTes gefuhrt haben. 



70 VI. B.-A, Cham. 

Pfarrkirche. Glasgc mal d c. I. Im südlichen Chorfenster zu oberst im Maßwerk Rest 

Giasgcmäidc. ornamentaler Malereien. Im südöstlichen Chorfenster, das wie das nordösthche 1904 
neue Glasmalereien von Schneider in Regensburg erhielt, zu oberst ein Dreieck- 
schild, worauf drei ins Dreieck gestellte weiße Kugeln auf rotem Grund; dieses 
Wappen wurde in diesem Fenster schon von Schuegraf skizziert; daneben ein 
Wappen mit drei weißen Sternen in rotem Feld. Es ist fraglich, ob wenigstens das 
erstere Wappen noch die alten Scheiben hat, oder ob es erneuert wurde. — 2. Im 
Südfenster des westlichen Joches des südlichen Seitenschiffes oben im Maßwerk Reste 
eines Glasgemäldes: in der Mitte Brustbild des auferstandenen Heilandes mit der 
Siegesfahne, seitlich zwei musizierende Engel. Grau in grau auf blauem Grund. 
Die Köpfe derb mit plumpen Nasen. Um 1470 — 1480. — 3. Im Nordfenster des 
westlichen Joches des nördlichen Seitenschiffes als Rest des oben S. 48 f. beschriebenen 
Gemäldes mit St. Heinrich und Kunigund, zu unterst die Minuskelinschrift : kaiser • 
hainrich • vnd • / sein • fraw • die • / habe • in • den • eren • gottes • vh - I , . . ,as ' mache • 
lassen • i ' 4* y '6, Über andere, ehemals vorhandene Glasmalereien vgl. S. 48 f. 

Grabsteine und Grabsteine und Epitaphien. Im südlichen Seitenschiff (von Ost nach 

pitap len. ^y^g^^ • j Epitaph der Maria Anna Poißl von und zu Loifling, Stiftsfräulein zu 
Obermünster in Regensburg, f 20. November 1689, 26 Jahre alt. Solnhofer Stein mit 
Wappen. H. 0,85, Br. 0,38 m. — 2. Im Boden Solnhofer Stein in Rautenform 
mit zwei Wappen. Vollständig abgetreten. — 3. Johann Georg Poißl, Freiherr von 
und zu Loifling auf Anger, f i. November 1702, im 75. Lebensjahre. Solnhofer Stein 
mit Wappen. H. 1,40, Br. 0,71 m. — 4. Maria Jakoba Poißlin von Loifling, geb. von 
Sigershoven, f 9. März 1696, im 64. Lebensjahre. Solnhofer Stein mit Allianzwappen. 
H. 0,97, Br. 0,58 m. — 5. Sophia Veronika Poißlin, Freiin von Loifling, Anger und 
Thall, auch Hochenwarth, geb. »Freiin von Edlweckh zu Graßenßee, Schönau und 
Hechenberg«, f 4. Mai 1728, 60 Jahre alt. Solnhofer Stein mit Allianzwappen und 
Chronogramm. H. 0,93, Br. 0,65 m. — 6. Maria Anna Freifrau von Poißl »von Loiffling, 
gebohme Freyn von Thumb auf Neuburg,« f 9. Februar 1769. Solnhofer Stein mit 
Allianzwappen. H. 0,85, Br. 0,65 m. — 7. Maria Margaretha Violanda Justina Freifrau 
von Poißl zu Loifling, geb. »Freiin von Köckh zu Mauerstetten, Irlbach, Hauckhen- 
zehl und Watfenbrun«, f 7. März 1745, im 36. Lebensjahre. Solnhofer Stein mit 
Allianz Wappen. H. 1,05, Br. 0,65 m. — 8. Franz Karl Jakob Poißl, Freiherr von 
Loifling auf Anger und Thall und Hochenwarth, f i. April 1720, 21 Jahre alt. Soln- 
hofer Stein mit Wappenrelief. H. 0,88, Br. 0,65 m. — 9. Grabplatte (Fig. 53) 
von rotem Marmor mit Umschrift in gotischen Minuskeln : anno • dni • m • cccc • xxviii • 
(= 1428) starb ' nickla • panholcz • an • fand • ofwolcz • tag 'IUI anno • dm * m - 1 1 1 1 
(nicht ausgefüllt). In den Ecken vier Wappen der Panholzer, in der Mitte in einem 
von vier Drachen umgebenen vierpaßartigen Feld das große Wappen mit be- 
krönender Figur, die in jeder Hand eine Kugel (das Wappenzeichen) hält. Der 
Stein ist beachtenswert namentlich wegen der grotesken Tiere in Flachrelief. 
H. 2,47, Br. 1,17 m. (Abbildung des Steines in Tuschzeichnung in der Samm- 
lung des Hist. Ver. von Oberpfalz u. Regensburg.) — 10. Grabstein von grob- 
kömigem Granit mit Flachrelief eines Kreuzes, eines gotischen Kelches und des 
Wappens der Poißl. Ohne Inschrift. 15. Jahrhundert. Der Stein scheint das 
Denkmal eines Geistlichen aus der freiherrlichen Familie der Poißl zu Loifling 
zu sein. H. 1,78, Br. 0,70 m. — 11. Grabplatte aus rotem Marmor mit der 
Inschrift in einer Kartusche : Den 13. Sept, i6g8 ziuischcn 8 und 9 Uhr Vormittags 
ist in Gott seeliglich entschlaffen Der Wolgebohrne Herr Dr. Frantz IVilhelmb Poyßl 



Chammünster 

'altar in der Pfarrkirche 



ChammllDSIer. 7 1 

F. Herr ti>ii LoiffUng au/ Av/^er und Thßll, seines Alters 31 Jahr, käigs Siandis, pfarr 

ließ H. Rom Reichs geivester Corneth (= Fahnenjunker), Dem Gott gnädig seyn wolle. Gni»t 

Amen. Zwischen Pilastem in einer Nische das Wappen. H. 1,78, Br. 0,88 nt. — '"' 



12. Grabstein mit der Umschrift in gotischen Minuskeln: Anno ■ ilm ■ m • aec ■ vn ■ 
in de • Ixxxxi' - iar (= 1495) ■ am ■ säpcztag ■ vor ■ aller ■ hellingtag ■ dei • starb • der ■ 
wirdig ■ herr • lians • kraft • prediger • czv • kamb. Hachrelief eines Kreuzes, links 



12 VI. B.-A, Ch«m. 

hc. ein Kelch, unten ein einfacher Schild mit Wappen. Granit. H. 2,35, Br, 0,86 m. 
lud (Vgl. R, ScHUEGRAF, Das Grabdenkmal des bayerischen Historikers Johannes Kraft, 
Predigers in Cham, einer bayerischen Stadt im Unterdonau kreise, 1829. MS. im 
Hist. Ver. O. 86. — Ders., MS. im Hist. Ver. O. 859. — Lukas, Cham, S. 134 f.) — 
13. Gegenüber am zweitenFreipfeilerGrabplattedesGottUebSchrenck,f 13. Maii776, 
im 64. I^bensjahre. Solnhofer Platte mit Wappen. Rechts unten der Name des Ver- 
fertigers des Steines: /7Z)£Z.W/7-£i5/'£:ffC£'Ä. C^jt/^Ä — 14. Die in das südliche Seiten- 
schiff hinabführenden Stufen des Siidportals bestehen aus Fragmenten von gotischen 
Grabsteinen aus Granit mit Resten von profilierten Kreuzen und Wappenschilden. 
— 15. Grabstein mit sehr schlechter, fast unkenntlicher Inschrift und Wappen 
des Johann Jakob Gottlieb Freiherr von Schrenkh und Nozing, Herr von Guttmaning 
und Pimbrunn. 18. Jahrhundert. Granit. H. 1,60, Br. 0,76 m. — t6. Darunter im 
Boden Grabstein der Marianna Margaritha Sebastiana, Freifräulein von Poißl in 
Loifling, f 20. März 1762, 21 Jahre alt. Solnhofer Rautenstein mit Wappen, — 
17. Grabstein eines Kindes, mit Sterbekleidchen angetan, das Kreuz in der Hand. 
Der Solnhofer Stein stellenweise ganz abgeblättert. Die Jahreszahl 1603 noch er- 
kennbar. H. 0,82, Br. 0,60 m. Nach R. Schuegraf, MS. im Hist. Ver. O. 859 
flrabstein Nr. 30; Johan Stephan Doetor und Physicui Sohn starb im lialbjährigen Alfer 
ao. föoj Im Hemung. — 18. Grabstein der Nothaft von Weraberg in Runding. 
Der Stein ist teilweise abgeblättert. Die Familientafel enthält die Namen: Ritter 
Heinrich Nothaft von Wemberg in Runding, seine 
Frau Regina, geb. von Fraunberg (f 1533), deren 
Söhne Heinrich, Johann, Rupert, Emeram, Nikolaus 
und Albert (letzterer j 14. Juni 1580), des letzteren 
Frau Genoveva, geb. Castner von Schnaittenbach, 
deren Söhne Sebald und Jereniias (f 16. September 
1605), die Frau des Jereniias, geb. Poyßl von LoyHing, 
deren Sohn Wolfgang Albert (f im Oktober 1621). 
Das Monument haben die Witwe des Wolfgang Albert, 
-Anna Elisabeth, geb. von Königsfeld, und deren 
Sohn Johann Heinrich setzen lassen. Unten das 
Wappen der Nothaft mit Schriftband: IVSTVM • 
ET ■ RECTVM ■ CVSTODIAT ■ VOS. Erste 
Hälfte des 17. Jahrhunderts. Solnhofer Stein. 
H. 1,30, Br. 0,81 m. Die vollständig in lateinischer 
Sprache abgefaßte Inschrift gibt R. Schuegraf, 
MS. im Hist. Vet. O. 859, bei Grabstein Nr. 37. — 
19. (Jrabstein aus Quarz mit der Umschrift : 
Alhie Ligt Begraben der Edl vnd vest Pedter twi 
Gernecs geiiät Stiijs Ckurjürstlüh PfaUz Pfleger sii 
Chamb Geniest Ist in Got Christlich Entschlaffen den 
j6. Augusty Anno i^gö defen Selen Got genedig vnd 
Barmheraig seie. Unten Bibelspruch. Das Relief zeigt 
den Verstorbenen, in einer Nische stehend, in voller 
Rüstung mit dem Kommandostab in der Rechten, die 
Linke am Schwertknauf, der Helm zu seinen Füßen. 
FiR, 5.. chammimüer. Kostüiulich beachtcnswett. In der Mitte das Haupt- 

crab.u'i.i Nr u, In iicr rnirrijirch.-. wuppen. In der Umrahmung noch vier kleine 



Chinundniler, 



73 



Ahnenwappen. Unten in einer Kartusche Bibelspruch. 
In den Zwickeln der Nische die allegorischen Figuren des 
Glaubens und der Liebe. H. 1,95, Br. 1,10 m. (Tusch- 
Zeichnung in der Sammlung des Hist. Ver. v. Oberpfalz u. 
Regensburg.) — 30. Grabstein des Knaben Theodor, 
des Sohnes des Oswaldt Ruland, f an Pfingsten 1566, 
in einem Alter von 10 Jahren. Quadratische, gebrannte 
Tonplatte. H. 0,33 m. — ai. Grabstein aus körnigem 
Kalkstein mit der Inschrift in einer Kartusche: Der Er- 
wirdig vnd Edel Herr Oswalt Rulant zu Püdemdorf Dechant 
in Chamb ist in Gott entschlaffen den 16. October i^jS seines 
allers j6. Relief des Wappens mit Helmzier, umgeben 
von vier kleinen Wappen. H, 1,54, Br. 0,7 a m. (Vgl. die 
Tafel an der Brüstung der Westempore, S. 81.) Der Stein 
ist abgebildet in dem Grabsteinbuch des Freisinger Bischofs 
Johann Franz Ecker von Kapfing (1695 — 17*7), cgm. 2267, 
tom. 11, fol. 47 b, wo die vier Wappen als die der Gunpert, 
Asm (?) (vielleicht Asmus Ruiandt), Gittzkoffen und Büdn- 
florß bezeichnet sind. — u. Grabstein aus Granit mit 
der Inschrift: Sambftags den 20. August Äo. 160J verschidt 
die Edel vnd Erntugendkafft jungfraiv Maria Litidthartin 
von Kazflorff Ires Alters von 10 Jam Deren Selen Gott ein 
fröttige vfferstehung verleihen wolle. Amen. In den Ecken 

heraldisch rechts die Wappen der Lindthardt und Preu, j,.,^ ^^ ctmnmunucr. 

heraldisch links der Steinling und Murach. H. 1,30, Grabndn Nr. >; in der Pf^n- 
Br. 0,65 m. (Die ganze Inschrift siehe bei R. Schuegraf, ti«:ht. 

.MS. im Hist. Ver. Ü. 859.) 

Im Boden des rechten (südlichen) Seitenschiffes liegen: 23, Grabstein von 
(iranit mit Relief eines Kreuzes und Resten von Minuskelinschrift. Gänzlich ver- 
wittert. 15. Jahrhundert. H. 1,90, Br. 0,68 m. — 34. Grabplatte (Fig. 54) von 
Granit mit Relief eines Kreuzes auf gotischem Kleeblattbogen und eines Mühlrades, 
wohl nicht auf das Wappen der Püdensdorfer, sondern auf einen Müller deutend. 
15. Jahrh. H. 2,03, Br. 0,79 m. — 35. Grabstein {Fig. 55) von Granit mit Relief eines 
Kreuzes in einem Kreise auf gotischem Kleeblattbogen. Wohl noch 14. Jahrhundert. 
H. 1,78, Br. 0,61 m. — 26. Grabplatte aus Granit mit Relief Christi am Kreuz, das 
auf einem gotischen Spitzbogen steht. Darunter ein nicht mehr erkennbares Wappen. 
Mit Resten von gotischen Minuskeln. Um 1400. H. 1,91, Br. 0,75 m. — 27. Grabplatte 
(Fig. 56) aus Granit mit Relief eines Kreuzes auf einem Rundbogen mit gelehntem 
Schild. Wohl noch 14. Jahrhundert. H. t,36, Br. 0,56 m. — 28. Grabplatte (Fig. 57) 
mit Relief eines Kreuzes auf gotischem Spitzbogen, in der Mitte gelehnt das Wappen 
der Zenger. Granit. 15. Jahrhundert. H. 1,08, Br. 0,53 m. Abgebildet im Grab- 
steinbuch des Freisinger Bischofs Johann Franz Ecker von Kapfing {1695—1737), 
cgm. 2267, tom. II, fol. 143 b, wo die Inschrift verzeichnet ist: Jorig Zenger von Tan- 
stein ist gestorben /iS (= 1478?). — 39. Grabplatte (Fig. 58) aus Granit mit Rehef 
des Wappens der Poifll, eines Kreuzes und Kelches. 15. Jahrhundert. H. 1,80, Br. 0,59 m. 
— 30. Grabplatte von Granit mit Rehef von vier gotischen Kelchen mit starken 
Knäufen. Reste von gotischen Majuskeln. Noch 14. Jahrhundert. H. 3,00, Br. 0,84 m. 
(Federzeichnungen mehrerer dieser Steine bei R. Schuegraf, MS. im Hist. Ver. 0. 859.) — 



74 VI. B.-A. Cham, 

31. Grabstein mit abgetretener Inschrift in gotischen 
Minuskeln: Gregori ■ prefpiter ■ hoc ■ tumula • iaces ■ sepultus • 
diem • qui ■ claushti • vigilia ■ corporis ■ xpi (= Christi) ■ amen ■ 
XS^S. Solnhofer Stein. H. 0,80, Br. 0,48 m. — 32. Grab- 
stein aus Granit mit der stellenweise nicht mehr erkenn- 
baren Inschrift: Herr Wolf gang Stfhhatiur, welcher 20 Jahr 

der Herschafft zu Kamb In Bayrn Ist in 

Got Seliglieh Entschtaffen der Ehmvest Abraham Slehhamer 

Burger und diser Zeit Anna EHsia Sleltzhatnerln, 

geb. Heiser in, des Ehrnvesten Abraham Steltzhamer, Burger 
vml diser Zeit weißer Pierver^valter zu Cliatnb chel. Haus- 
frau, f am Ostermontag den S. Mai im fahr MDC . . . . 
alters XXXXVIII. Auf dem Stein in einer Nische Rehef 
des Gekreuzigten, darunter zwischen zwei Wappen das 
Schweißtuch mit dem Haupt Christi. — 33. Grabplatte 
mit gotischer MinuskeUnschrift: -f Anno ■ dni ■ milleßmo ■ 
gdringntefimo ■ Iricesimo ■ terdo ■ (== 1433) in octä die ■ penthe^ ■ 
FiK 56 Chain muii.ier ''^^'^ ' vcnerabiUs vir dhs hainricus amma(n)decanus i chäb. 

Cniiaitin Nr. 17 in tf" p&n- Kreuz, Wappen, Kelch und Buch in Flachrelief. Granit. 
'""'"■ H. a,o8, Br. 1,07 m. (Vgl. Lukas, Cham, S. 122 f.) 

An der Westwand des südlichen Seitenschiffes: 34. Grabstein der ersten 
Ehefrau des Thomas Khraufen, der Rom. Kais. Mayst. Dienner u. Churfrt. Drt. in 
Bayrn Pfleggerichtschreiber und Überumbgelter zu Camb, Maria Jakoba Khraufin, 
t 16. Juli 1634, mit zwei Söhnen und vier Töchtern. Solnhofer Stein mit Festons 
und Engelsköpfchen. Unten Ehewappen, Sehr sorgfältige und trefflich erhaltene 
Arbeit. (Ein einfacher Stein mit der gleichen Inschrift befindet sich nicht weit 
davon im Boden des südlichen Seitenschiffes.) 

Im Boden des Mittelschiffes unter der Westenipore: 35. Grabstein aus 
Granit mit zwei gotischen Kelchen mit starken Knäufen. Ohne Inschrift. Vielleicht 
noch 14. Jahrhundert. H. 1,54, Br. 0,68 m. 

An der Westwand des Mittelschiffes: 36. Grabplatte 
(Fig. 59) aus Granit mit der Inschrift : Anno dni iiC cccC 8° 
(= 1408). Relief eines Kreuzes mit Klee blatten den auf 
gotischem Spitzbogen mit Nasen, sowie zwei Kelche. 
Grabstein eines Geistlichen. H. 2,04, Br. 0,64 m. 

An der Westwand des nördlichen Seitenschiffes: 37. Grab- 
stein mit der Inschrift: MIC lACET NOBILIS CHARIS- 
SIMVS VIR lOANNES SALMONSPERGER FHILO- 
SOPHIyE ET MEDICIN.E DOCTOR DOAfINVS IN 
KAZBERG ET REINDORFF, VRBIS CAM BEN SIS 
PHYSICVS, QVI NON SOLVM BEILON.E S.EPIVS 
NIC LOCORVM GRASSANTIS, SED ET PESTIS 
DIRE S.EVIENTIS, AC ALIORVM , MORBORVM 
IRRVENTIVM, TEMPORE, PER ■ 21 ■ ANNOS, F^LIX 
PODALIRIVS MEDICINAM FACTITAVIT, OBYT, 
NOVEMBRIS ■ 1653 ■ REQVIESCAT IN DOMINO. 
Unten zwei Wappen: Standes- und Geschlechtswappen. Soln- 
hofer Stein. Schrift und Wajipen sehr schön gearbeitet und 



Chammanstei. 



75 



vorzüjflich erhalten. (Federzeichnung in der Sammlung des Hist. Ver. von Oberpfalz r 
und Regensburg.) <^ 

Im nördlichen Seitenschiff an der Wand (von Westen nach Osten): 38. Grab- 
stein (Fig. 60) aus Granit mit der Inschrift in Majuskeln: REICHERVS DE 
LENGAV. (I.engau ist der alte Name. für Chamerau [B.-A. Kötzting].) Der älteste 
erhaltene Stein, der bei den Abräumungsarbeiten des Kamers 1899 gefunden wurde. 
Wohl noch 13. Jahrhundert. H. 1,49, Br. 0,56 m. — 39. Grabplatte mit Inschrift: 
Anno Dominj ■ 1616 ■ den ■ 25 ■ February iß in Gott F.nUchl<fß'en der Edl rnd geflrenge 
Herr Sebaldt Nntthaffl von Wemberg auff Altlen Ramhfperg ■ /eines Altlers in . 
yo ■ Jar. hat gehabt $ Ehefraiie. Gott verleyke Ime ein fröliche Uhrstendt. Unten 
Relief des großen Wappens der Nothaft, umgeben von 
den vier kleinem Wappen der Nothaft, Castner, Fraun- 
berg und LeneyfTen. Unten die Wappen der drei Ehe- 
frauen des Verstorbenen mit den Namen : Jiislina von 
Fronberg {^= Fraunberg), Maria Dicktlin, Christina Pekk- 
houferin. Roter Marmor. H. 1,65, Br. 0,89 m. — 

40. Grabstein mit Inschrift: Des Edlen und vesten 
Oswaldl Cholb vf Rainäarf vnd Luczenriedl kinder Alhie 
wie zu sehen in Ruhe Man ligen findt Georg Os-uialdt 

Ward den ■ 27 ■ december At> ■ gs ■ geborn Hernach den 
jo Juny Ao ■ gs • crifllich gestorben Anna Maria ward den • 
12 ■ February Ao - <)$ ■ geborn thet den ■ 5 ■ July Dis pj ■ 
Jar auch crifllich verßliaiden welche bede lige zum gleiffen- 
berg In der kirchen begraben Georg Phylip war den 16 July 
Ao ■ 160 ■ 2 geborn Hernach den 9 Decemb Ao 160 ■ J 
Crifllich gestorben, diser ligl Alhie begraben. Der Stein 
aus Granit mit dem Kolbsc hen und Spamberg i sehen 
Wappen, sowie den kleinen Wappen der Kolb, Spamberg, 
Westacher und Nusperg in den Ecken, zeigt das Relief 
dreier Kinder. Um 1600. H. 1,66, Br. 0,70 m, Tusch- 
zeichnung in der Sammlung des Hist. Ver. v. Oberpfalz u. 
Regensburg. (Vgl. den Kindergrabstein in der Pfarrkirche 
zu (Jleißenberg, Kunstdenkmäler des Königreichs Bayem, 
Bd. II, Oberpfalz, Heft III, B.-A. Waldmünchen, S. 25.) — 

41. Grabstein aus rotem Marmor mit Inschrift: GJItirst*^!'Tn"'d"r'pftirr 
Dinstag den 4 Junj Ao Sj {== 1583} Ist der Edl vnd kLrchc. 

i'est Wolff von DandorJ zu Heczing in Got Entschlafen. 

Hineben Ist begraben Erngedachs von Dandorfs Rhliche Hauffrau die Edl vnd 
Erntugentfam Fraw Anna von Dandorf geborn Nothaftin vo IVernberg fo in Got 
Santags den ig Ao S4 (= den 16. Sonntag des Jahres 1584) Seliglichen Entschlafe. 
Der Stein trägt das ReHef des Khewappens im l.orbeerknin/e , uniKeben von vier 
kleinen \Vappen, heraldisch rechts der Dandorf und Fraunberg, heraldisch links der 
Nothaft und Gleißenthal. Ganz unten die Inschrift D ■ .S ■ G ■ G ■ IS97- H. 1,18, 
Br. 0,68 m. (Tusch Zeichnung in der Sammlung d. Hist. Ver. von Oberpfalz u. Regens- 
burg.) Über die Dandorfer vgl. HCttner, Beiträge zur (Jeschichte der Familie von 
Dandorf, Archiv f. Geschichte u. Alterthumskunde von Oberfranken XX (1897), 2. — 

42. Grabplatte des Michael Hoftmann, f 1633. Solnhofer Stein mit zwei nicht näher 
bestimmbaren Wappen. H. 0,83, Br. 0,60 m. — 43. Grabstein aus weißem Marmor 



76 VI. B.-A. Cham. ■ 

mit tler Inschrift: Anno isgj den g Februari Ist tu Got 
' Entschlaffn die Edl vnd Emtugentsani Frau Daratea 

Gleiftalrin Ein Gebome SaczenHofferin Der seilen Got 
genedig sein wele. Das Hochrelief stellt die Verstorbene 
in einer Nische betend dar, oben zwei kleine Wappen 
(Ehewappen). Auf dem Steine Sprüche aus dem Buch der 
Weisheit Mäßig gute, aber charakteristische Arbeit. 
H. i,6o, Br. 0,80 m. — 44. Grabstein aus Granit, durch 
Feuchtigkeit schwarz angelaufen, mit der Inschrift: Hir 
ligt begraben der würdig Herr Thomas STREVDEL von 
der weyden i= Weiden) weyland diener am ivartt Gottes 
hie und andersbo In die 2g Jar. welcher In 51 jar feines 
alters Jelig im Hern entschlaf, den 20 tag novemb. Ao 
dni M DC- III (^ 1603). H. 1,70, Br. 0,70 m. — 
45. Grabstein mit Inschrift in gotischen Minuskeln: 
1483 ■ do ■ starb ■ der ■ edel ■ i'est ■ purckhart ■ poellingtr ■ 
(ZW ■ Kamereck. Granitstein mit Wappen in Hachrelief. 
H, 1,13, Br. 0,76 m. (Abgebildet im Grabsteinbuch des 
Freisinger Bischofs Johann Franz Ecklr von Kapfing 
(1695—1727), cgm. J^67, tom. II, fol. 47.) — 46. Im 
Boden vor dem Nordportal zwei gotische Grabsteine 
aus Granit mit Kreuz und quergelegtem Wappenschild. 
15. Jahrhundert. H. 1,40, Br. 0,64 m. ^ 47. Ebenda Grab- 
stein aus (iranit mit Kreuz und Kelch in Relief. 
15. Jahrhundert. H. 1,95, Br. 0,74 ni. — 48. Epitaph 
in Adikulaform mit den Inschriften : Anno ■ 1602 ■ Den ■ 
Fig. 59. ciiamniuinicr j . Marcy Ist In Gott seligklichen Entschlafen Der Edl 

(irabsicin Nr.^6 m der pf;.r, ^,^^^ ^.^^^ ^^^^^ ^-^^^ ^^ Raindarf Der Almechtige Gott 
wölk Im Ein fröliche Auferstehung verleihen. Amen. — 
Anno ■ ij88 • Den ■ 2S ■ Augusty Ist Entschlafen die Edle vnd Erntugenhaft fraii 
Maria Kholbin Ein gebornne westacherin. — Anno ■ 15^0 ■ den ■ tS ■ May Ist In 
Gott verschieden die Edle vnd Erntugentsam Frau Margareta Kolbin Ein gebornne 
von Pildnftorff. — Anno ■ löoj ■ den - j ■ July Ist gestorben die Edle vnd Erntugenthaft 
frau feronika Kolbin Ein gebornne Hauffhamerin Deren seilen Gott Allen ain f reliehe 
Auferstehung verleihen wedle. Amen. Das Relief zeigt im Giebel Gott Vater, dar- 
unter im Hauptfeld die Auferstehung, seitlich davon acht Wappen : heraldisch rechts 
KOL(BISCII), KOLBWIS, ff VHRES{= Heumus), PVECHNER, heraldisch links 
WESTACH, GRANDINGER, KLVGHAMER, RÄLKOFER {— Radlkofer). 
Unten Relief des Verstorbenen, über dem die Inschrift fein alters 63 Jar, nebst 
sieben Kindern, vor dem Kruzifix betend. Gute Arbeit um 1600. Abgebildet im 
Grabsteinbuch des Freisinger Bischofs Johann Franz Ecker von Kapfing (1695 — 1727). 
cgtn. 2167, tom. II, fol. 47. — Federzeichnung in der Sammlung des Hist. Ver. v. 
Oberpfalz u. Regensburg. Vgl. R. Schuküraf, Chronik von Reindorf. MS. im Besitze 
des Herrn Grafen Hugo von Walderdorff auf Hauzenstein. — 49. Grabstein 
(Fig. 61) mit Umschrift in gotischen Minuskeln: Anno • d • m ■ cccc A<) {= 1479) ■ ohyt ■ 
konorabilis ■ vir ■ dns ■ andreas • raindorffer ■ cappellang ■ in ■ camb ■ cuig ■ aia ■ rqui- 
eflati^i) ■ in ■ paee. Oben Relief eines Kreuzes mit zwei Kelchen, darunter Wappen. 
(\'gl. das Wappeii im Gewölbeschlußstein unter der Westemporc, s, oben S. 56.) 



CbnmmUnsIcr. 



77 



(Iranit H. 1,91, Br. 0,70 ni. (Abgebildet im Grabstein buch des Freisinger Bischofs i-far 
Johann Franz Ecker von Kapfing (1695 — 1717), cgm, 2167, tom. II, fol. 49b.) — '^™'v 

50. Grabstein aus Granit, infolge der Feuchtigkeit schwarz angelaufen, mit 
Wappen und Inschrift: Hir Ligt begaben der Edl vnd vhest Georg Kolb su Rain- 
dorff. i6o3. Mit seinen drei Hausfrauen Maria Westacherin, f 28. August 1588, 
Margaretha Püdenstorfferin , f 18. Mai 1596, und Veronika Haushamer. In den 
Ecken des Steines heraldisch rechts die Wappen der Kolb und Piidensdorffer, 
heraldisch links die der Westacher und Haushamer. (Vgl. oben Grabstein Nr. 48.) 
Der Stein ist abgebildet in dem Grabsteinbuch des Freisinger Bischofs Johann 
Franz Ecker von Kapfing (1695 — 1727), cgm. 2267, tom. II, fol. 47a. — 

51. ,^««0 IS7S den ij. Sefi. ist in Gott vtrschiden der Ehmveß Paulus Freu zu Cbäb 
gevjest ■ des Selen Gott genadt. — Ao: 8g den 26. Ap: ist entsehlaffen die BhrntUgetsa 
Benigna Weiffin fein hau/frau d'r Selen Gott gnedig fei. Oben imd in Kartuschen 
Bibelsprüche, in den Ecken vier kleine Wappen, heraldisch rechts Freu und Vischer, 
heraldisch links Weiß und Freu; in der Mitte, von einem Kranze und Genien um- 
geben, das Ehewappen. Roter Marmor. H. 1,93, Br. 1,05 m. Der Stein ist ab- 
gebildet im Grabsteinbuch des Freisinger Bischofs Johann Franz Ecker von Kapfing 
(1695 — 1727), cgm. 2367, tom. II, fol. 47b. ~ 52. Grabplatte mit der Umschrift 
in gotischen Minuskeln : Anno ■ dm ■ rn ■ uu ■ Ixvii (= 1467) ■ obiil ■ venerabilis ■ dns ■ 
leonardus ■ stetner ■ decanus • in ■ chamb ■ in ■ die ■ a/eensionis ■ cuius • anima ■ requiefcat ■ 
in pate ■ amen. Das Relief stellt den Verstorbenen im Ornate mit dem Meßbuch 
in der Linken dar. Die Rechte liegt auf dem Buche, der Kopf ruht auf einem 
Kissen. Koter Marmor. H. 1,97, Br. i m. Vgl. den Wappenstein Leonharri 
Stettners an der Schloßkapelle zu Loifling, s. unten S. 110. (Über Dekan Leonhard 
Stettner s. Andreas von Regensburg, ed. I.kidincer, S. 711. — Lukas, Cham, 
S. 8 u. 125, — Vgl. auch oben S. 52.) — * 53. Grabstein aus Granit mit der 
Inschrift: ES IST JM HERRN SRLLI GLICHEN ENT- , 
SCHLAFFEN DER EDL VNND VESTE HENRICVS " * 
HA VG CH VRER : DHR : IN BAIRN: AMB TSRICTER 

ZV CHAMB DEN 23 JVNIl ALS MAN ZEHLETE 
1625 ALTERS IM FVNFFZIGSTEN JAHRE ■ WEL- 
CHEM DER GENEDIG VNND BARAfHMRZIGE 
GOTT VNND VNNS ALLEN EIN FROLICHE 
AVFFERSTEHVNG VERLIHEN VNND GEBEN 
WOLLE AMEN. Relief eines gotisch profitierten Kreuzes 
mit zwei Wappen Schilden, H. 1,77, Br, 0,77 m. — 54, Grab- 
stein von rotem Marmor mit der Inschrift: Anno dm fSJi , 
die 16 menfis Junii Obiit Venerabilis vir dns philip Reich/- 
daffer decanvs in Cham Cuius ama deovivat. Unten Relief 
eines Kelches im Dreipaß. H. 1,03, Br. 0,81 m. — 55. Grab- 
stein mit Inschrift: Anno 1 1 1 1 1 1 den Ersten Novemberis 
ist der Edl vnd Vestt Herr Christoph Hörl Zu Windischen- 
pergerndorf gewesler Gne: Fu: Du: in Bayern Pfleger Cafftner 

vnd Breuverwalter Zu Schwardsaeh Anfang des 

17. Jahrhunderts. Solnhofer Stein mit zwei Wappen. H. 0,87, 

Br. 0,49 m. — 56. Grabstein der Katharina Kolbergerin (?), ' 

t an St. Johann Baptist (24. Juni) 1606, z8 Wochen ah. Stark He. s». ci,.ü.niun«cr. 

verwitterte Inschrift. Zierliches Relief des betenden Kindes '" '" tireht!" 



78 VI. B..A. Cham. 

. mit Halskrause und langen Ärmeln. In den oberen Ecken zwei Wappen. Roter 
' Marmor. H. 0,87, llr. 0,41 m. — 57. Grabstein von 1604 des Hannfl Ulrich 
Weiistl von und zu Windisch Pergerdorff, f am 'lag Palmarum 1590, i Jahr, 23 Wochen 
und s Tage alt. Solnhofer Stein. Die Inschrift hält ein Engel. In den Ecken vier 
Ahnenwajipen. Der Stein trägt die Jahreszahl 1604. H. 0,65, Br. 0,50 m. — 58, Grab- 
stein der Frau Johanna Maria Anna von Vischel geborne Freün von Rainer von 
Haukhenbug und Cafiiereckhä, f 10. Juli 1736, ao Jahre alt, sowie ihres 11 Wochen 
alten ööhnleins Maximilian, f 1736. Unten Ehewappen. Roter Marmor. H. 0,72, 
lir. 0,58 ni. — 59. Grabstein des «Ernvest vnd Nambhafft Hans Wenstl von 
Pergerßdorff, 48 Jahr Pflegsverweser von Chamb, der 
den Kirchen, Schulen und den Armen Vil guts getan, 
f den letzten Februar im 79 Jahre (= 1579), seines 
Alters 79;. Roter Marmor. H. 1,05, Itr. 0,57 m. 
(.Abbildung des Steines in Federzeichnung in der Samm- 
lung des Hisi. Ver. v. Überpfalz u. Regensburg.) 

Unter dem Chorbogen im Boden des Mittelschiffes: 
60. Grabplatte von rotem Marmor mit der Umschrift 
in gotischen Minuskeln : anno • dhi • m • cc(c • Ixxxiv 
(= 1484) - vifitachms ■ marie ■ starb ■ der ■ erwirdig • hoch- 
geUrt • her • leoiihart • zolner • doclor ■ Ihumhfr ■ zv • regens- 
purch ■ vnd • deehant ■ zf ■ £/tam • dem ■ got ■ grnedig • set: 
H. 2, Br. I m. 

An der Nord wand des l'resbyteriums links \'om 
Hochaltar: 61, Grabstein der Maria F;ieonora Rainerin 
geb. »Freiin von Schrenckh von Nozing uf I'iembrun 
und guttmanningi^, 7 1759- Solnhofer Stein mit Wappen. 
— 62. Franz Albrecht Rainer von l.odersheim auf 
iCameregg und Hackhenbucch«, f 1733. Die Inschrift 
ist in Reimen abgefaßt, aus denen zu entnehmen ist, 
daß Albrecht Kainer in einem Alter von 66 Jahren starb 
und neun Kinder hinierÜeß, von denen zwei sieb dem 
geistlichen Stande widmeten. Seine (Jemahlin, eine 
geb. F'reiin von Schrenckh, erreichte das hohe Alter 

— von 97 Jahren. (Die volle Inschrift gibt R. Schuecraf, 

Kfg 6.. chanmün«". -y^^^ .^^ j^j^^ y^^ j^j g^^ ^^-^ Solnhofer Stein mit 

d'nrfer, t M79. in ^" i'firrkitciw. Wappen. (Federzeichnung in der Sammhing d. Hist, \'er. 
V. Oberpfalz u. Regensburg.) 

.Außerhalb der Kirche: Am Südportal als Antrittstein 63. Grabplatte von 
Granit mit Flachrelief eines (Seistlichen unter gotischem, von Fialen bekröntem 
Bogen. Von der Umschrift ist nur mehr erhalten: anno ■ domini ■ m. Um die Mitte 
des 15. Jahrhunderts. H. 1,80, Br. 0,95 m. 

An der südlichen Außenwand beim .Austritt links vom Portil: 64. Grabstein 
aus rotem Marmor mit der Umschrift : Anno ■ dm ■ i^St ■ Donnerstag den 15. Noi'em- 
l'ris ■ Slarh de' Kdll und vst Otto von gleissenthat Züe Zanlh vnd schacherdorff. Der 
Stein zeigt das Hochrelief des Verstorbenen in Platte nrüstung, Halskrause und 
Fihrenkette. In der Rechten hält er einen Kommandostab, die Linke ruht am 
Sch«-ertknauf; an seinem rechten Fuß der Helm. Oben das Wai»pen und am Rand 
der Grabplatte der Psalm 116. Ziemlich derbe, aber charakteristische Arbeit. 



ChammUnster. 



79 



H. 1,65, Rr. 0,78 m. (Tu ^ch Zeichnung in der Sammhing des Hist. Ver. v. Obeqjfalz pfarr 
u. Regenshurg.) — 65. Caudenz Carl Joseph Ritter von Jangc (?), »S. Kays: Majestet <'nb*i 
Ridtmeisterd, f 13. April 174a, im 1 6. Lebensjahre. Solnhofer Stein mit Wappen. — '" 
66, Lorenz Ignatz von Sind zu Hof, f S.April 1804, im 70. Lebensjahre. Solnhofer 
Stein mit Wappen. — 67. Fräulein Marianna von Moro zu Hof, f 2. August 1810, 



im 37. Lebensjahre. Solnhofer Stein mit Wappen. ~ 68. (Irabplatte von rotem 
Marmor mit der l.'msrhrifl in gotischen Minuskeln: /■ ^ • A ■ -1 {= 1^11) ■ Jörg ■ 
pollingrr ■ zw ■ kamereck. In der Mitte Relief des Wapjiens der l'olünger. Rechts 
unten am Rand Stcinmetzmonogramm /■ 5, links unten Wappen mit Esclskopf. 
H. 0,87, Hr. 0,70 m. (Tuschzeichnung in der Sammlung des Hist. Ver. v. Oherpfalz 
u. Regenshurg.) — 69. (Jeorg .A.nilreas Mathias Srhwenck von Kager, f 1715, im 



8o V[. B.-A. Cham. 

Pfarrkirche. 74. Lebensjahr. Solnhofer Rautenstein mit Wappen. — 70. Grabstein der Frau 
GraiMteinc und Maria Adelheid Theresia Weiglin, eine geb. von Schwenckh, » Statt -Cammerin«, 

Epitaphien. 

t 6. April 1756, 59 Jahre alt. Solnhofer Rautenstein mit Wappen. — 71. Epi- 
taph des Johann Michael Poyßl von Loyfling, f 29. Mai 1700, im Alter von 
103 Jahren. Solnhofer Stein mit Wappen. H. 0,64, Br. 0,45 m. — 72. Grabstein 
(Fig. 62) von rotem Marmor mit Wappen und Umschrift in gotischen Minuskeln: 
do ' iß ' vir ich • poiffel • zv • loiffling • begrebnvs. Spätes 15. Jahrhundert. Sehr 
schöne und trefflich erhaltene Arbeit. H. 1,67, Br. i m. (Der Stein ist abgebildet 
in dem Grabsteinbuch des Freisinger Bischofs Johann Franz Ecker von Kapfing 
[169s — 1727], cgm. 2267, tom. n, fol. 49b. — Tuschzeichnung in der Sammlung 
des Hist. Ver. v. Oberpfalz u. Regensburg.) — 73. Epitaph von rotem Marmor 
mit Wappen und Umschrift in gotischen Minuskeln : anno • dm • m • cccc • Ixxxiiii 
(= 1484) * jar ' am • pfyncztag • vor • partolomey • starb • der • edell • vest 'Jörg • pudenf- 
ta^ffer • dm • got • genad, H. 0,49 — 0,62, Br. 0,57 m. (Der Stein ist abgebildet in dem 
Grabsteinbuch des Freisinger Bischofs Johann Franz Ecker von Kapfing [1695 — 1727], 
cgm. 2267, tom. II, fol. 49 b. — Tuschzeichnung in der Sammlung des Hist. Ver. v. 
Oberpfalz u. Regensburg.) — 74. Karl Friedrich Wilhelm Freiherr von Völdemdorff 
und Waradein, geb. 22. Oktober 1758, f 17. Februar 1832 zu Kolmberg. Weiße 
Marmorplatte. 

In einer Nische des Nordturmes : 75. Großes Grabmal mit Inschrift : ANNO 
DOMINI MDCI (= 1601) Den 4 Apriel Ist in Got Entschlaffen der Er bar und Em- 
vhest Christoff Stielt Churfürst, Pfalcz Richter zu Chamb. ANNO DOM, MDL XVI 
(= 1566) am Tag Johanns Baptista Starb Barbara ein geborne Heüczerin fein Erste 
Hauff rau deren feien Got Ge, — ANO DI: MDC 1 1 1 den j I j I j I Ist in Got 
Entschlafen Katharina ein geborne Staltzin fein Andere Hauff rau Dennen Got allen 
genedig sein ud ein froliche urstent verleihen wolle. Der Aufbau zeigt Adikulaform 
mit Säulen und dreieckig geschlossenem Cxiebel. In der Ädikula unten die Grab- 
inschrift, darüber Relief der Verstorbenen mit ihren zwölf Kindern. Oben großes 
Relief der Auferstehung in derber, doch charakteristischer Ausführung, bekrönt von 
einem Rundbogen, an den sich zwei Putten lehnen. Das Giebelfeld enthält Ehe- 
wappen und Bibelspruch. Ganz unten die Wappen der beiden Ehefrauen. Grau- 
weißer Quarz. H. ca. 3 m. (Tuschzeichnung in der Sammlung des Hist. Ver. v. 
Oberpfalz u. Regensburg.) 

An der Nordwand der Kirche (von Ost nach West): 76. Grabplatte aus rotem 
Marmor mit Wappen und Umschrift in gotischen Minuskeln : do ist • leonhart • hagenQ) ■ 
begrebnus, 15. Jahrhundert. (Tuschzeichnung in der Sammlung d. Hist. Ver. v. Oberpfalz 
u. Regensburg.) — 77. Frau Anna Katharina Schererin, geweste Gerichtsschreiberin in 
Camb, f IG. September 1726, im 46. Lebensjahre. »Mathäuß Ignatiuß scherer, ge- 
wester grichtschriber in Camb«, f 13. April 1730, im 42. Lebensjahre. Solnhofer Stein 
mit Ehewappen. H. 0,95, Br. 0,89 m. — 78. Gemauertes Epitaph in Adikulaform 
auf Konsolen ruhend. Dasselbe setzte laut Inschrift Maria Sibylla Khochin, geb. 
Seyzin, Ehefrau des Cämmerers Mathias Khoch, am 16. Juni 1696 den nachstehenden 
Verwandten : Georg Amschwanger, »burger vnd dess ineren raths und Camrer (?) 34 jähr 
lang, auch des weissen breuwerkhs Verwalter gewessen 12 1/2 Jahr«, f iS99i Barbara 
Kolbeckhin, f 12. Mai 1567, Anna Gruntnerin, f 1582, Barbara Mandlspergerin, f 1586. 
Über der Inschrifttafel (Solnhofer Stein) fünf kleine und ein großes Wappen in 
Flachrelief, darüber Relief der Krönung Mariens. H. ca. 3 m. — 79. Grabstein des 
»Wohl- Edel und gestrengen Herrn Johann Wolfgang Popp der Churfst. Drl. in Baym 



Chammünster 

Oslansicht der St. Annakapeile 



VI. B.-A. Char 



Chammilnster. 8 1 

Präu und Ungeltambts- Verwalter der Statt- und grafschafft Camb«, f 17. Mai 1756, Pfarrkirche, 
im 72. Lebensjahre, und seiner Ehefrau Maria Catharina, +22. August 1745, im Grabsteine und 

Epitaphien. 

63. Lebensjahre. Solnhofer Stein mit Wappen. H. 1,13, Br. 0,80 m. — 80. Johann 
Martin Obersperger »Prey-Ven\'alter in Kam«, f 12. März 1778, 70 Jahre alt, und 
seine Frau Maria Susanna, f 25. November 1778, 59 Jahre alt. Unten die Zahl ijSc), 
Solnhofer Stein. — 81. Maximilian Carl Rechthaler auf »windischen Bergerdorf«, 
Rittmeister der Kavallerie, f 30. August 1794, im 39. Lebensjahre. Solnhofer Stein 
mit Wappen. — 82. Grabstein der Reichsfreiinnen von Vieregg auf Piedenstorf : 
Eva Elisabetha, geb. 7. Januar 1748, f 7. April 1821; Anna Eleonora, geb. i. Novem- 
ber 1743, t 29. November 1825; Maria Christina, geb. 22. Dezember 1755, f 14. Juni 
1830; Maria Anna, geb. 20. Februar 1751, f 18. Januar 1842. Unten das Wappen 
der Vieregg. Solnhofer Stein. 

An der westlichen Außenwand: 83. PLpitaph des Hans Pflueger, Schultheiß 
in C'ham, f 1597. Unten die Inschrift: Dis Epitaphium Hab ich Hans Pflueger 
Meinem vatter selig zu einer gedechtnus lassen machen Oben Wappen mit Helm- 
zier, darunter zwei kleine Arkaden mit Sprüchen und unten der Verstorbene mit 
seiner Frau und acht Kindern vor dem Kruzifixe kniend. Weißer Quarz mit Sand- 
steinumrahmung. H. ca. 1,30, Br. 0,82 m. 

Sämtliche Grabsteine sind in ihren Inschriften angeführt, viele auch in Feder. 
Skizzen abgebildet bei R. Schiegraf, Sammlung alter Grabsteine, Epitaphien und 
Gemälde von der Kirche Chammünster. MS. im Hist. Ver. O. 859. 

84. Hölzerner Totenschild an der Brüstung der Westempore mit der TotenacWidc. 
Umschrift : Anno Domin. i - ß - ()- 1 den 2 • J Februarii Starb der Edle vnd Ehrnveste 
//. Hilarius Rulandt der Rechte doctor Churft. pfältz, Ratt und pfleg, zu Chamb den 
Gott genad. Die achteckige Tafel enthält in der Mitte das Wappen des Verstorbenen. 
Dchm. 1,15 m. (Abgebildet in Federskizze bei Schuegraf, MS. O. 859. — Tusch- 
zeichnung in der Sammlung des Hist. Ver. v. Oberpfalz u. Regensburg.) 

Im Grabsteinbuch des Freisinger Bischofs Johann Franz Ecker von Kapfing 
(1695 — 1727), cgm. 2267, tom. II, fol. 48a u. b, 49a, sind außerdem noch fünf 
runde Totenschilde, in der Kirche zu Chammünster hängend, abgebildet, die 
nicht mehr vorhanden sind: i. Ao ißSi • den 16 Octobr: starb der Edl vnd vest 
Christofl^ Perkofl'er von özing auf Kolnbergy aetatis 55. hernach den 28 Marty 1604 
flarb die Edl frau Regina Perckofferin geborne Arnoldin von Neuhaus, aetatis 64, 
Im Mittelkreise das Ehewappen, umgeben von den kleinem Wappen der Tragenreith, 
Krafftshoffer, Schneeweis, HörmstorfF, Poißl, Behem von Adlzhausen, Thanhausen, Ligsaltz. 
Diese bei Ecker angeführten Wappen stimmen nicht zu den l^ekannten genealogischen 
Verhältnissen des Geschlechtes. — 2. Im äußern Kreis die Umschrift: Ao: 1613 • den 
7 August starb der Edl und vest hannfi vlrich Perckofl^er von özing zum Kolnberg, nach- 
dem Er feinen anderen veldt Zug gethan^ vnd auß Denemarckh komen, aetatis 21 Jar, 
Im Mittelfelde das große Wappen der Perkhoffer, umgeben von den kleinen Wappen der 
Perkoffer, Arnoldt, Tragenreith, Poißl, Cirüen (= von der Grün), Saurzapff, Luckhert, 
Löneisen. — 3. Anno 16 10 den 25 February ist gestorben der Edl vnd vest hannß Christoff 
wenstl von vnd zu windischenbergerdorff, dem gott genedig sein wolle Amen. Im Mittel- 
felde die Wappen der Wenstl und Perckoffer mit der Überschrift: hannfi Christoff' 
Wenstl, Susanna gebortu Perckofferin sein hauffrau. Im Kreise herum die Wappen 
der Wenstl, Preu, Perbing, Kärgl, Perckhoflfer, Tragenreith, Arnold, Poißl. — 
4. Ao : Dni 16 I I 1 1 den / / / / starb der Edl vnd vest Hannß Jacob Lindthart von 
Käzflorff auf Pettendorff. Ao: 160g den 5 Febr: starb die Edl Frau Catharina 

Mcft VI. 6 



r. tindthartin, gebor ne von StaMing. Ae: i6 1 1 j j i/en j j j I starb du Edl Frau Susamt 
■- lindthar: geborne Perckofferin. Im Mittelkreis das große Wappen der Lindthart, das 
im Doppelkreise die Wappen der Käzdorff (= Lindthart von Käzdorff), Löbenan, 
Preu, Hornberg, Stainling, Ruttenau, Murach, Reizen st ein, Perkoffer, Tragen relth, 
Arnold, Poißl umgeben. — 5. ^««0 /J92 den 24 Septembris ist gestorben der Edl vnd 
vesi Christoff Freudorffer von orth Zu Drexleinriedt. Im Mittelfeide die Wappen 
der Preudorffer und Murach, umgeben von den kleinen Wappen der Freudorffer, 
Jettinger, Lautter, Prackendorff, Murach, Reizenstein, Prenberg (= Auer von Prenn- 
berg), Guttenberg. — Ebenda cgm. 3367, toni. II, fol. 48a: 6. Viereckiges, holz- 
gemaltes Epitaph: hannfi von Ptdenflorff Zum hoff, Corona Pidenjlorfferin geboriie 
Rulandin isgy- Ehewappen. Darunter die Verstorbenen kniend mit 11 Kindern. 
Die angeführten Totenschilde sind auch in Federzeichnungen abgebildet bei 
R. ScHUEGBAF. MS. im Hist. Ver. O. 859. 

Glocken. Im Nordturm i. Inschrift in gotischen Majuskeln: MARIA- 
LVCAS- MATHEVS ■ MARCVS ■ JOHANNES ■ HYIRQ). Um 1300. Dchm. 
o,S4, H. 0,45 m. — 2. lESVS NAZARjENVS REX IVDjEORVM, 1716, von 
Michael Sedll>auer in Straubing. — im Südturm 3. Von Johann Schelchshom in 
Regensburg, 1666. Erwähnt VO. IX (1845), V^l- 

KATH. KAPELLE ST. ANNA. Im Friedhof, südwestlich von der Pfarr- 
kirche. Matrikel R., S. 58. — Zim.mermann, Kalender IV, 172. — Max StCckl, 
Beschreibung von Chammünster, Cham 1905, S. 38 f. — R. Schi'kgrak, Die St. Anna 
Capelle zu Chammünster. MS. im Hist. Ver. O. 862. 

Am St. Margaretentag 1367 reversieren sich Hans Propst von Pfaffen münster, 
die Bruder Heinrich, Peter, Ulrich und Friedrich von Chamerau auf dem Haidstein 
samt ihrem Oheim Hans von Steinach gegen den Dompropst von Regensburg Konrad 
von Haimberch und das ganze Kapitel, daß sie die Bedingnisse ihrer Stiftung, nämlich 
einer Kapelle und Messe im Munster bei Cham, hahen werden. (VÜ. XXVI, 334.) 
Die Kapelle wurde angeblich erst 1393 (vgl. Matrikel R., S, 58) 
von den Herren von Chamerau erbaut. Am 17. Februar 1401 
trifft Friedrich der Chanierauer im Falle seines Todes unter 
anderen Bestimmungen auch die Stiftung eines ewigen Jahr- 
tages »im Chammünster, wo seine Gruft ist», (Reg. Boic. XI, 
198. — Janner III, 313,) Am lö, Dezember i486 kauft Uh-ich 
Chamerauer zum Haidstein mit Kaplan Oswald Gwin für die 
Messe in seiner Kapelle auf St. Annen Altar zu Chammünster 
von Wilhelm Schörnleiner dessen Güter zu Kinpach, Pulling, 
Fig. 63. chommüMier. Ried und Lederdom. (Nolhaft-Ürkk. Nr. 650. Im Reichsarchiv 
'*'d«"srAnn'a'i;ä'"fii''"" MüDchen.) Die Kapelle wurde im 18. Jahrhundert im Langhaus 
verändert. 
Der eingezogene, in fünf Achteckseiten geschlossene Chor hat Kappengewölbe 
mit Hohlrippen und Tellerstein auf rohen Kragsteinen. I^tnghaus flachgedeckt. 
Einfaches Rahmenwerk in Stuck. Gotische Sakristei nördlich am Chor mit inter- 
essantem gotischen Ausgußstein. Die alten gotischen Fenster im Chor sind zwei- 
geteilt, mit Drei- und Vierpässen im Maßwerk. (Vgl. Tafel IV.) Am Kragstein in 
der Nordwestecke Relief des Wappenbildes der Chamerauer. (Fig. 63.) An der Nord- 
seite des Langhauses gotisches Spitzbogenportal mit dem Wappen der Chamerauer 
im Tympanon (Fig. 64), an der Westseite gotisches, im Rundbogen umrahmtes Portal 
mit einfachen Profilen. 



Ch am m (Inster. 83 

Choraltar, um 1760, mit seitlichen geschweiften Stützen. Im Schreine die ; 
drei Figuren der hl. Familie in weißer Fassung. Der Altar soll früher Seitenaltar in 
der Milosterkirche gewesen sein. Auf der Rückseite des Altares Inschrift, wonach 
derselbe von Frau Maria Christina, geb. I.unckhin Underreckh zum Freyhof, Ehefrau 



Fig. 64. Cham mi. Dller. NordpoTUl der St. Annskiipcile. 

des am 28. Juni 1672 verstorbenen Johann Wilhelm Vodtenmofzkhy von Prodisswash 
und Podtmarkhl, Herr auf Klaindorf, aufgerichtet wurde, lo. Mai 1680. Die Inschrift 
bezieht sich auf einen früheren Altar. 

Links vom Nordportal an der äitOeni Nordwand der Kapelle rohes, in Stein üihtrerfiief 
gemeißeltes Olbergrelief Sehr verwittert. Spätgotisch. 



84 VT, R.-A. Cham. 

>• Grabsteine, i. Als Antrittstein am Nordportal mit der Umschrift in 

■ gutischen Minuskeln : anno ■ dö ■ m ■ cccc ■ /x.xx (= 1480) / / / / o^iß ■ dornt' ■ kenrit! • 
roseupeck ■ cappllanvs .... Straubing. Der Stein zeigt noch in schwachen Linien die 
ganze Figur des Verstorbenen. In der EcVe links oben Wappen. Roter Marmor. 
H. 1,37, Rr, 0,50 m. — 2. Im Boden alter Priester- 
' ** ♦ 15 W grabstetn mit verwitterter und abgetretener Inschrift 

im Lorbeerkranz und dem Reliefeines Kelches. Sand- 
stein. 18. Jahrhundert. — Ebenda 3. Max Alexander 
Emanuel von Schrenckh und Nozing, f ji. Februar 
1713, in einem Alter von 3 Jahren, 45 Wochen und 
2 Tagen. Solnhofer Stein in Rautenform mit Wappen. 
— Ebenda 4. Im Pflaster zerstreute Fragmente von 
gotischen Grabsteinen mit unbedeutenden Resten von 
gotischen Minuskeln. Vermutlich die im Grabsteinbuch 
Eckers aufgeführten (s. unten) (irabsteine der Ritter 
von Chamerau. — 5. Vor der St. Annakapelle Grab- 
stein mit den Rehefs eines gotisch profiUerten 
Kreuzes, Geißel und Hahn. (Fig. 65.) Ohne Inschrift. 
15. Jahrhundert. Granit. H. 1,89, Hr. 0,78 m. — 
Ebenda über einen Graben gelegt 6. Grabstein mit 

Umschrift in gotischen Minuskeln : xj' ■ iar ■ 

do ■ starb ■ Sebastian .... freitag ■ in ■ der In 

der Mitte tles Steines das Wappen der Thiirlinger auf 

'ITiierlstein mit Helmzier, darunter das der Chamerauer. 

Granit. H. 1,89, Br. 0,78 m. Über den Stein s. 

R. ScHUEGRAF, Genealogie des adeligen (Geschlechtes 

der Götlinger von Götling und Gutmaning, in den 

Verhandl. i. d. Unterdonaukreise, Passau, Heft 1 [1834], 

77. — Ders., MS. 0. 859, woselbst Federzeichnung 

Fig. 6s. chammüiüitT. des Steines. Der Stein ist auch abgebildet im Grab- 

<;rab.c»M. mr j« S(. Annakapdio. stcinbuch dcs Freisinger Fürstbischofes Johann Franz 

Ecker von Kapfing (1695—1727), cgm. 2267, tom. 11, 

fol. soa mit der Inschrift: Ao: dni nf ■ ccct ■ vnil in dem LXXXXV Jafir do starb 

Sebastian Thiirtiuger am freytag in Kotemer am herbst. 

Ebenda fol. 49b u. 50a sind außerdem noch vier Steine der Ritler von 
Chamerau in der St. Annakapelle abgebildet, die nicht mehr oder nur in unbedeuten- 
den Fragmenten vorbanden sind. (Vgl. oben .N'r. 4.) Schon zu Eckers Zeit ruinös, 
durum über sie wie über den oben bereits angefiihnen Grabstein N'r. 6 die Bemerkung: 
dise Kamerauisclie j stein seint alte serhrochen, 7'nd keiner ganz beysameii. ■ i. Anni' 

dni millisenw .... obyt dn<) vir ich Kamera uer .... — 2 xxiiii ■ feria ■ tercia ■ 

post ■ dominieam .... obyt ■ dng ■ Fridericf) .... — 3 tritentesimo Lxx . . . Sabato 

i/uatti4or lemporum post dominicam .... — 4. Ao: 14S4 rlrich Kameraiier .... 

KARNER. Intel ligenzblatt des Unterdonaukreises 1820, S. 314. ~ Augsli. 
Abendztg. 189g, Nr. 21. — <ii;. Hager, Mittelalteriiche Kirchhof kapcllen in Ah- 
liayem, Zeitschrift f. christl. Kunst XII (1899), i6r ff. (ausführliche Beschreibung 
imd Würdigung). — Johann Brvnner, l>as Ossarium in Chammünster, Sammler, 
Helletrist ische Beibge z. .Augsli. Abendztg. 190a, Nr. 152. - V(). I.IV, 326. 
M. StlxkI-, IWschreibung von Chammünster, Cham 1901, S. 36 f. 



H 



86 VI. B.-A. Chwn. 

Akt der Kgl. Regierung des Unterdonaukreises: Die Auffindung einer Kirche 
aus den ersten Zeiten des Christentums im Landgericht Cham de iSao und 1829. 
Kreisarchiv Landshut. — Bericht des Dekans Bongraz über die auf dem Friedhof 
in Chammilnster ausgegrabenen Gewölbe von 1829. Kreisarchiv Amberg, Zugang 91, 
Fase. 4, Nr. 85, Saal V. 

In der Nordostecke des um die Kirche liegenden großen Friedhofes ist der 
untere Teil einer Kamer- oder Beinhaus kapeile erhalten. (Grundriß, Schnitte und 
Aufrisse Fig. 66. — Eingang Fig. 67.) Erst 1820 unter einem Schutthügel wieder auf- 
gefunden. Der Oberbau, die eigentliche Kapelle, ist bei Einfuhrung des Calvinismus 
im 16. Jahrhundert abgebrochen worden. Die Volks Überlieferung versetzt auf den 



Fig. 67. ChammüniUi, Eingang und Fensler des Kamen, 1S99. 

Hügel mit dem Beinhaus die Barbarakapelle. Uie eigentliche Patronin der Kapelle 
aber dürfte St. Katharina gewesen sein. Lukas, Cham, S. 144, sagt, daß in Cham- 
münster ein »Beneficium des hl. Johannes Evangelista in der St, Katharinakapelle 
auf dem Freudhof {in camario)? bestand. Agnes .\mann, Schwester des 1433 ge- 
storbenen Dekans Heinrich Amann (vgl. oben S. 74 Cirabstein Nr. 33) in Cham, stiftete 
in diese Katharinenkapellc einen Jahrtag. (Lukas, Cham, S. 123, 144.) Katharina 
und Barbara werden häufig zusammen verehrt. Barbara ist Patronin der Sterbenden. 
Der noch stehende untere Teil der Kapelle, das Beinhaus, bildet ein tonnen- 
gewölbtes Rechteck, dessen östlicher Schmalseite ein ebenfalls tonnengewölbter 
späterer schmaler Querraum vorgelegt ist. Westlich ein rundbogiger Eingang, daneben 
ein schmales Rundbogenfenster. (Fig. 67.) In der Ostwand des Hauptraumcs in der 
I^jingenachse ein zweites Rundbogenfensterchen. Die Mauern zeigen außen quader- 
artig gerichtete Steine mit großen Eckquadem. 



Ch«mniun»ter, 87 

Uie Mauertechnik und die Formen der Tür und der Fenster weisen <len Bau der Km 
roniLknischeo Periode zu. Als Entstehungszeit darf das 12. Jahrhundert angenommen 
werden. Die Kapelle ist zu vergleichen mit der ehemaligen St, Michaelskapelle bei 
St. Emmeram in Regensburg und mit dem Kamer in Pfaffeohofen bei KastI, B.-A. 
Xeumarkt in der Oberpfalz. Eine interessante Parallele hierzu bot auch die iSa7 
abgetragene St, Michaelskirche in Eger, deren ausführliche Beschreibung bei Bernhard 
Crueber, Die Kaiserburg zu Eger und die an dieses Bauwerk sich anschließenden 
Denkmale, Leipzig 1864, S, 37. Besonders zahlreich sind rechteckige romanische 
Friedhofkapellen in Tirol. 

1899 wurden die Gewölbe mit einer Betonschicht abgedeckt. Beim Abräumen 
des auf den Gewölben ruhenden Bauschuttes fanden sich ein alter Weih wasse retein 
(jetzt in der Pfarrkirche am Nordportat, vgl. oben S. 69) und eine größere Anzahl 
Werkstücke von starken, einfach abgefasten Gewölberippen, darunter ein Rippen- 
kreuz mit an gearbeitetem Schlußsteinomament und das Scheitelstück eines Gurt- 
bogens, besetzt mit Bandwerk. (Fig. 68.) Ein Teil dieser Werkstücke ist jetzt als 



Kig. 6B. (.'hümoiüoilcr. Bein Kvncr aufgefundciK: Weikilücke. 

Einfassung des Lehrergartens benützt; die interessantesten werden im nördlichen 
Zugang zur Westempore der großen Kirche aufbewahrt. Die Rippenstücke gehören 
dem 13. Jahrhundert an. Sie rühren von einem Gewölbe mit großer Spannweite her. 
Von der kleinen Katharinenkapelle über dem Beinhaus können sie also schwerlich 
stammen, obwohl der F'undort daflir spricht. Sollten sie Überreste des ersten Chor- 
gewölbes der großen Kirche sein? Die Frage bedarf noch der Untersuchung, 

1902 wurden die zahlreichen menschlichen Gebeine, die bis ins 1 6, Jahrhundert 
und vielleicht noch länger beim Ausschachten neuer Gräber dem Friedhofe ent- 
nommen und im Karner aufbewahrt worden waren, herausgenommen, untersucht und 
neu geordnet. Man zählte 5000 Schädel. 

DALKING. 

KATH. PFARRKIRCHE ST. PETER. Früher Filiale von Amschwang. i'fa, 
1666 Benehzium von den Nothaft auf Runding gestiftet. 1697 Pfarrei. Matrikel R., 
S. 60, 490. — VO. X, 118 Anm.; XXVU, 412; XXXVI, 56; LIII, 153, 154. — 
Zimmermann, Kalender IV, 179. — Verhandlgn. des Hist, Ver, i. d. Unterdonau- 
kreise, Passau, Heft i (1834), 46. — R. Schuegrak, Chronik von Walking. MS. im 



88 VI. B.-A. Cham. 

Pfarrkirche. Besitze dcs Cirafen Hugo von Walderdorff. — L. Banner, Monographie der kath. 
Pfarrei Dalking, 1844. MS. im Hist. Ver. O. 310. 

Ansicht, Ölgemälde im Pfarrhof zu Cham, erste Hälfte des 18. Jahrhunderts. 
1734 erbaut und 1736 konsekriert. (Matrikel R., S. 60.) 

Eingezogener, halbrundgeschlossener Chor mit einem Joch, an den sich das 
Langhaus von drei Jochen mit östlich abgerundeten Ecken legt. Im Chor und 
Langhaus Tonnengewölbe mit Stichkappen auf Pilastem. Der eingebaute Westturm 
mit Vorzeichen, unten vier-, oben achteckig, mit modernem Pyramidendach. Sakristei 
südlich vom Chor. Außen sind Chor und Langhaus durch flache Pilaster gegliedert. 
Die hochgelegene, weithin sichtbare Kirche macht durch ihre baulichen Formen 
einen hübschen Eindruck. 
Fresken. Handwerkliche Fresken mit Szenen aus der Passion und dem Leben des 

hl. Petrus. 
Einrichtung. Altäre, Kanzcl und Orgel, moderne Renaissance. 

In der Sakristei gefalliger Ankleidetisch mit Drehtabernakel und den 
geschnitzten Reliefs von St. Peter und Paul und der Kreuzigung. Im Giebel St. Georg. 
Rokoko um 1760. (Vgl. unten S. 94.) 

Im Vorzeichen halbeirunder Tauf st ein aus Granit. Mittelalterlich. Dchm. i m. 
Gerate. Kelch, Silber, vergoldet. Mit Rokokomuschel werk. Beschauzeichen undeutlich ; 

T ü* 

Meistermarke g . H. 0,27 1 m. um 1 760. — M e ß k ä n n c he n und Teller, Silber 
getrieben, Rokokomuschelwerk. Beschauzeichen undeutlich. Meistermarke g • 
Um 1760. 
Karner. Rechteckiger KARNER, an dem sich noch eine gotisch profilierte Türe mit 

rechtwinklig sich schneidendem Rundstab erhalten hat. 

Ehem. Schloß. EHEMALIGES SCHLOSS. Auf dem heutigen Kirchplatze soll früher 

ein Schloß gestanden sein. In alten L^kunden vom Ende des 12. Jahrhunderts 
kommen Herren von Talkingen vor. (MB. XXVII, 24, 36. — Plass.) 

sicinkrcu«. STEINKREUZ. Im Dorfe unter einer großen Linde Kreuz aus Granit 

mit Kruzifixus auf geschweiftem, mit Rokokomuschelwerk geziertem Sockel; Reste 
eines Chronogramms. Rohe Arbeit des späteren 1 8. Jahrhunderts. H. ca. 3,50 m. 
(Vgl. L. Banner, Monographie der kath. Pfarrei Dalking, 1844. MS. im Hist. Ver. 
O. 310.) 
Schra/cin. Die Sage erzählt von SCHRAZELN, die im Orte sich aufhielten. (A. Hart- 

mann, Unterirdische Gänge, Beiträge zur Anthropologie und Urgeschichte Bayerns. 
München VU [1887-, 102.) 

DARSTEIN. 

Kirche. KATH. KIRCHE ST. JOHANN BAPTIST. Nebenkirche von Pemfling. — 

Matrikel R., S. 70. — Zimmermann, Kalender IV, 179. -- Kalender f. kath. Christen, 
Sulzbach 1899, ^* ^° ^- — ^^^^ Darstein bei Cham, Der Bayerische Wald, Zeit- 
schrift des Vereins Bayerwald, 1905, Heft 10, S. 225. 

Das Kirchlein ist im Jahre 1634 abgebrannt. Nach einer hinter dem Altäre 
befindlichen Inschrift im Jahre 1666 durch ein Legat der (nitsherrschaft in Waffen- 
brunn und die Beihilfe der Bewohner von Darstein wiederhergestellt. 1699 ^^'^^^ 
schon wieder von einem »öden Kirchlein^. gesprochen. Im 18. Jahrhundert erneuert 
und mit Turm und Glocken versehen. (Plass). 



Dalking. 89 

Halbrund geschlossen und rtachgecleckt. Einfaches Rahmenwerk in Stuek. 1 
Turm an der Südseite, unten vier-, oben achteckig, mit Kuppel. Im Turm die 
Sakristei. Malerisch in wilder Bergeinsamkeit gelegen. (Fig. 69.) 

Hochaltar mit zwei Säulen. Zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts. Seitlich 1 
St. Sebastian und St. Florian. Bäuerliche Holzfiguren des 18. Jahrhunderts. Altar- 
blatt modern. 

Glocken: i. Von 1746, — 2. Von Johann Krhard Kißner in Stadtamhof, 1761. 1 



BURGSTALL. VO. II, 1,8; VII, ^9, 109; XII, 105; XVII, 233; X.VV, 143; 
XXVII, 412. — Reg. Boic. VI], 23; VIII, 143; X, 296. — Okfklk II, 316, 373. — 
Gemeiner III, 215. — Hund I, 96, 158; II, 353; III, 278, 710. — Krenner VI, g; 
VII, 221 ; VIII, toj. — Kalender f. kath. Christen, Sulzbach 1899, S. 80 ff. — Ver- 
haodlgn. des Hist. Ver. 1. d. ünterdonau kreise, Passau, Heft 2 (1835), 57. — Über- 
bayer. Archiv IX, 440 f.; XXVIII, 9. — Verhandign. des Hist. Ver. f. Niederb. II, 292. 
^ Heinr. Reuer, Der Bayerwald, Regensburg 1861, S. 185. — Adalbert Mi^ller, 



Qo VI. b.-A. Cham. 

Burgstall. Bayerischer Wald, zum (Gebrauche als Wegweiser f. Reisende, Regensburg 1861, 
S. 134 f. — R. ScHUEGRAF, Chronik von Donnerstein, MS. im Besitze des Herrn 
Grafen Hugo von Walderdorff. 

Die Herren von Donnerstein waren ein mächtiges Adelsgeschlecht, das zuerst 
1300 auftritt (MB. XXVI, S. 54) und dann oft in Schönthaler Urkunden genannt 
wird. (MB. XXVI, 144, 160 f., 165, 183, 226.) Sie besaßen auch das nahe W^affen- 
brunn. (Vgl. unten S. 143.) 141 o schreibt sich Rupprecht der Donnersteiner zu 
Waffenbrunn. (Hund I, 158.) Im 15 Jahrhundert war Donnerstein eine gefürchtete 
Raubritterburg. (Gemeiner III, 215. — Hund III, 710.) Schon 1651 heißt Donner- 
stein »eine längst verfallene, unbewohnte Feste«. (Plass.) 

Der Burgstall, nördlich von Waffenbrunn, seitlich der Straße von Cham nach 
Waldmimchen, liegt auf dem Gipfel eines in gewaltigen Gneisfelsen sich auftürmenden 
und mit Bäumen bewachsenen Bergkegels (648 m über dem Meer), der nach drei 
Seiten hin steil abfallt, nach Osten aber sich allmählich in dichten Waldbeständen 
zum Katzbachtale hinabzieht. Auf dem mächtigen Gneisblock südlich vom Kirchlein 
erhob sich als auf dem höchsten Punkt vermutlich der Bergfried, auf dem Plateau 
nördlich der Kapelle stand der Wohnbau. Aufgehendes Mauerwerk nirgends mehr 
vorhanden. Die schluchtartige Tiefe im Westen, Süden und Norden birgt ein Chaos 
verworfener Quadern von oft kolossaler Größe, die teils von der Höhe des Burg- 
berges herabgestürzt sind, teils die Reste der Umfassungsmauern bilden. 



EICHMÜHLE 

bei ARNSCHWANG. 

Kapelle. KATH. KAPELLE U. L. FRAU. Matrikel R., S. 56. 

Dreiseitig geschlossen und flachgedeckt. Unbedeutend. 18. Jahrhundert. 

Altar. Altar mit vier gewundenen Säulen und Frührokokoornamenten. Um 1740. 

Darauf die bemalten spätgotischen Holzfiguren St. Peter mit dem Schlüssel 
und St Paul mit dem Schwerte in beiden Händen. Mäßige handwerkliche Arbeiten 
um 1480. H. ca. 0,60 m. 



ENKLARN. 

Kapelle. KATH. KAPELLE U. L. FRAU. Nebenkapelle von Arnschwang. MatrikelR., 

S. 56. 1837 erbaut. 

FAUSTENDORF. 

Kapelle. KATH. KAPELLE ST. MARGARETA. Nebenkapelle von Arnschwang. 

Matrikel R., S. 55. 

1762 laut Jahreszahl an der (iiebelseite erbaut. 

Halbrund geschlossen und flachgedeckt. Einfaches Rahmenwerk in Stuck. Dach- 
reiter mit Kuppel. 



FÜRTH i.W. 



Litefatur. VU. IX, 24, n. 33. 36; XI, aoo; XV, 283; XXIV, 465; XXVU, 1 
131 f.. 303, 418; XXXIX, 188, 100, 2o6, 212; XL, 45. — MB. XXVII, 76 f., 450^-; 
XXXVIa, 433; XXXVIb, 333, 349, 371 f., 418, 422- — Stumpf, Reichskanzler, 
2881, — Krenner II, 69 ff., 190; V, 31. — Merian, Topographia Bavariae, 1644, 
S. 23. — A. W. Ertel, Churbayer. Atlas, 1687, S. 69. — F. v. I.ipowsky, National- 
CardeAlniaoach f. d. Königreich Bayern, Ingolstadt 1815, S. iii. — J. WUrdinger, 
Kriegsgeschichte von Bayern, Franken, Pfalz u. Schwaben von 1357 bis 1^07, 



Jtmo 



München 1868, I, 191. — KoiH u. ^Vllle I, 6657. — Zimmkkm,\nn, Kalender I\^ 
180 f. — VVening IV, 27. — üesanimeltes über Fürth i. Walde und Umgebung, 
Fürth bei Max Wiigner, 1878. — Pleickard Stumpf, Bayern, München 1852, S. 462. 
— Jos. R. ScHUEGRAF, Wann ist die bayr. Stadt Fürth zur ^V^i^lo einer Stadt 
gelangt?, Zeitschrift Passavia 1830, 4. Heft, S. 239. — Pipkr, S. 702. — Andreas 
VON Regfjjsbukg, ed. I.efdingf.r, S. 471, 570. — I.otz, Kunst-' l'opographie IJeutsch- 
lands II (1863), 131. ~ .\dalbert Müller und Fr. Xav. Müller, Sagen und 
Legenden der Bayern in einer Reihenfolge von Roinanüen und Balladen, Regens- 
burg 1833, S. 179. - Zwei Urkunden zur Geschichte der Grenzstadt Fürth im Walde, 
in der Zeitschrift ^Der Bayerische Waid:, 1903, Heft i, S. 14 ff. — Franz Reimer, 
Vom I,andtage in München 1669, in der Zeitschrift 'l)er Bayerische Wald', 1903, 
Heft 2, S. 77, — .\. ScHöpPNEH, Sagenbuch der bayerischen lande, München 1874, 
1, 93 ff.; III, 278. — V. REiNHARDSTorrNER, Land und Leute im Bayerischen 
Walde, Bamberg 1890, S. 39 ft. — Uas Drachen stich fest zu Fürth i. Wald, Der 
Bayerische Wald 1904, Heft 6, S. 165 ff., v^l, VO. X, 162 f. - Die Stadt Fürth im 



92 VI. U.A. riiam. 

. Walde, in der (Jberpfalz, und deren Kreui- und Wallfahrtskirche zu Ehren des gött- 
lichen Heilandes auf der Rast, Kalender f. kath. Christen, Sulzbach 1859, S. 83 — 93. 
— Grueber u. MCller, Der Bayrische Wald, S. 272 ff. — Adalbert Müller, 
Bayerischer Wald, zum Gebrauche als Wegweiser f Reisende, Regensburg 1861, 
S. 116 ff, — Heinr. Redek, Der Bayerwald, Regensburg 1861, S. 187, 189 — 191. — 
A. MüLLtR, Beiträge zur Geschichte der Stadt Fürth, VO. X, 100 — 183. — O. 
Kleemann, CJrenzbefestigungen im Kurfürstentum Bayern zur Zeit des spanischen 
Erbfolge krieges, Oberbayer. Archiv XLVIl, 302 S. (Auch Separatabdruck München 
1885.) — Kari. Hohn, .Atlas von Bayern, Nürnberg 1840, IV, 97 ff. — Bavaria 11, 
1, 478 f. — Dberpßilzischer Anzeiger 1845. ^- ■°9- — Panzer, Bayerische Sagen 
und Bräuche, München 1848, I, 106, 359. — Pi.ASS (in Regesten form). 



Ansichten. Philipp Api an, 24 Bayrische Landtafeln, 1568 (Minia(uransicht), 

— Ansicht von Stadt und Schloß auf Karten von 1581 (Fig. 70) und 1583 (Fig. 71). 
Im Reichsarchiv München, Ptansammlung Nr. 3180 u. 3181, — Wandgemälde von 
Hans Donauer im Antiquarium der Kgl. Residenz in München, um 1590. — Ansicht 
auf einer Karte von 1608. Im Reichsarchiv München, Plansammlung Nr. 3186. (Fig. 72.) 

— Ansicht auf einer Hurkarte von 1609. Im Reichsarchiv München, Plansammlung 
Nr. 1902. — A.W. ERThX, Cliurbayer. Atlas, 1687, S. 69. (Fig. 73.) — Wkning IV, 24. — 
Ölgemälde im Ifarrhof zu Cham, erste Hälfte des 18. Jahrhunderts. — Aquarell von 
Karl August I-EBSCHfiE, (f 1877I, nach dem Wandgemälde im .■\nti(iuarium der 
Kgt. Residenz in München von Hans Donauer, um 1590. Original in der Sammlung 
des Hist. Ver. von Oberbayern. (Fig. 74.) — Grieber u. Müller, Her Ba)Tische Wald, 
S. »59. — Aquarelle um die Mitte des 19. Jahrhunderts: .Ansicht des Schloßtores mit 
Turm (Fig. 75) und des Schloßhofes (Fig, 76} zu Fürth. Originale in der Sammlung 
des Hist. Ver. von Oberpfalz u. Regensburg. (Vgl. VO. XXVi, I1869J 342.) 

KATH. PFARRKIRCHE ST. MARIA HIMM EI, FAHRT. .Matrikel R., 
S. 61 ff. — VO. X, 118, 148, 161, 178; I,ni, 153. — Zimmermann, Kalender IV, 181. 



Fürth i. W. gj 

— Oberpfalzischer AnwiKer 1845, ^- '"g. — Grueber u. Müller, Der Bayrische Pf»r 
Wald, S. 274. — Die Stadt F«nh im Walde, in der Oberpfalz, Histor. Kalender f. 
kath. Christen, Sulzbach 1859, S. 86. —■ Kurze Beschreibungen, auch einfache 
Anzeigen der Ritterordens-Commenden , der KoUegiatstifte , der Abteyen und 
Frobsteyen etc. in Bayern, nebst einem Anhang von der Ober-Pfalz, Regensburg 
1799, S. 97. — Franz Reimer, Reihenfolge der Pfarrer zu Fürth i. W. in der Zeit- 
schrift Der Bayerische Wald, Jahrg. 1904, S, r8. — Grabsieinbuch des Freisinger 
Fürstbischofes Johann Franz Ecker von Kapting {1695 — 1727), cgm. 2267, tom. I, 
fol. 73 u. 74. 

Fürth war lange Zeit bloß Filiale von Amschwang (VO. I.III, 153). Seit 1461 
Benetizium an der Kirche. Krst 1585 selbständige Pfarrei. (Matrikel R., S. 62. — Plass.) 



Die Kirche 1725 erbaut, 1765 erweitert und konsekriert. (Matrikel R., S. 61. 
— VO. X, 148.) In den Jahren 1894 — 1900 wurde das Langhaus durch Querschitf 
mit Em porenan lagen erweitert und nach Westen verlängert mit Unterkirche. 

Eingezogener Chor mit einem Joch und halbrundem Schluß. Tonne mit Stich- 
kappen auf Pilastem. Daran schließen sich das flachgedeckte QuerschifF sowie das 
{.anghaus mit sechs Jochen und Tonnengewölbe mit Stich kappen auf Pilastem. Turm 
mit Kuppel nördlich, Sakristei südlich vom Chor. Die Deckengemälde und Stuk- 
katuren (auch im Chor, Empore) sind modern. 

Hochaltar, imposanter .Aufbau von sechs kanncUerten Säulen und Pilastern Hin 
und den flottgeschnitzten, überlebensgroßen Holzfiguren von St. Sebastian und Florian. 
Im geschwungenen Giebel das Ölbild der hl. Drei faltigkeil. Seidich reich geschnitztes 
Laub- und Bandwerk. Um 1725. .\Itarblatt modern. 

Seitenaltäre, sämtlich in modemer Renaissance. 

Chorstuhle, mit geschnitzter Rücklehnc; die einzelnen Felder durch Säulchen 
gegliedert. Bckrönung fehlt. L'm 1725- 

Kanzel, modern i 



94 VI. B.-A. Cham. 

()rj;el, reich geschnitzt es Werk des entwickelten Rokoko. Um 1760. 

Beichtstühle. Aufbauten von glatten und gedrehten Säulen, darüber ver- 
kröpftes Gebälk mit reich geschnitzter Bckrönung in I^ub- unti Bandwerk. Sehr 
wirkungsvoll. Um 1725- Drei sind alt, der im linken Querschiff modern. (Vgl. oben 
die Beichtstühle in der Pfarrkirche zu Amschwang, S. 13.) 

Kirchenstühle, mit I^ub- und Bandwerk an den Wangen. Soweit nicht 
modern ergänzt, um 1725. 

In der modernen Unterkirche Ankleidetisch, mit Rokokoomamenten und 
dem Relief der Kreuzigung. Um 1760, (Vgl. den Ankleidetisch in der Sakristei zu 
Dalking, S. 88.) 

Steinrelief der Auferstehung. Spätes 1 6. Jahrhundert. Solnhofer Stein. H. 0,80, 
Br. 0,65 m. Die Bekrönung befindet sich jetzt am Grabstein No. r. (Vgl. unten). 



Flg. 73. Kunh i. W, An.itlil der Stadl nach A. W. F.ritL, 16B7. 

Auf dem Seitenaltar im linken Querschiff Holzfigur der Pietä. Mäßig gute 
Arbeit des i8. Jahrhunderts. 

In der Unterkirche spätgotische Holzfigur der hl. Anna selbdritt. Mäßig 
gute .Arbeit um 1480. H. 1,10 m. — Ebenda die fast lebensgroßen Holzfiguren 
von St. Wolfgang, St. Felis von Noia und zwei Ordensheiligen, ehemals Figuren 
auf den Seitenaltärcn der Pfairkirchc. Hott geschnitzte, tüchtige .Arbeiten um 1760. 
Fassung weiß und gold. 

Auf den Emporen des Querschiffes ehemalige Altarblätter in Ol auf Lein- 
wand gemalt. 18. Jahrhundert. Mittelmäßig. Modern restauriert. 

(Jrab steine: 1. Wolfgang Paur, Pfarrer von Fürth, f 27. April 1734, 55 Jahre 
alt. Solnhofer Stein. Als Bekrönung Volutengiehel mit dem Relief der Halbfigur 
des segnenden Gott Vaters. Gehort zu dem Relief der -Auferstehung an der Wand 
gegenüber. (S. oben). — 2. Maximilian Franz de Paula Freiherr von Edlmayr auf 
Obergangkofen, Kleinaigen und Schachten etc., Chorherr zur alten Kapelle in 
Regensburg, dann Kammerer und 51 Jahre lang Stadtpfarrer zu Fürth, Jubelp riesler, 
geb. 7. Hornung 1705, i 30. April 1785. Solnhofer Stein mit Wappen. — 



1'^ 



il 



96 V[. B.A, Cham. 

, 3. Maximilian Anton Walser »von Sirenburg auf Kleinaigen und Schachten, churf. 
Hofkriegsrat, Gräniz-Haubtmann, PHeger, dann Mauth- und Prauverwalter zu Fürth«, 
f 30. Oktober 1757, im 77. Lebensjahre. Solnhofer Stein mit Wappen. — 4. Maximilian 
Joseph Weingärtler von Haybach und Träxlfriedt, f 24. August 1720. Solnhofer 
Stein mit Wappen. — 5. Frau Maria Clara von Walser sauf Syrenburg, geb. Freiin 
von Edlmayr auf Obergangkofen und Walterdorf, gewesene Pflegerin zu Fürth«, geb. 
10. August 1698, t 22. April 1742. Solnhofer Stein mit Allianzwappen. — 6. Johann 



Bapt. Walser von Syrenburg »auf Glainaign, Schachtn, Wetzel, der Churfürstl : Dri : 
in Bairn gewester Obristen zu Pferdt und Fueß, dann der Rom, Kajß, Mayst. Pfleger 
und Gränitz-Haubtmann zu Fürth«, f 27. Oktober 1713, im 71, Lebensjahre. Soln- 
hofer Stein mit dem \Vappen, von Trophäen aus dem Türkenkriege umgeben und 
mit einem Schlachten bild in feinstem Relief. 

Im Grabsteinbuch des Freisinger Fürstbischofs Johann Franz Ecker von 
Kapfing (1695 — 1717), cgm. 2267, tom. 1, fol. 73 u. 74 sind in der Kirche zu Fürth 
folgende Grabsteine abgebildet, die jetzt nicht mehr vorhanden sind; i. Wolff 
Pfeil zu Hasibach, Haubtmann zu Fürth, f 10. Oktober 1574, 44 Jahre alt, seine 
Söhne Georg Bemhart, Hans Wolff, Georg Ott Hainrich und Otto, sowie seine erste 
Ehefrau Susanna Hochenkirchen, Katharina, seine eheleibliche Schwester und seine 
andere Hausfrau Sara Leuprechting. Unten die Wappen der Pfeil, Hochenkirchen und 
Leuprecht. — 2. aFrau Catharina Jakobe Peickhofferin, gebor. Armans Pergerin, Georg 
Sigmund Pelckhofers auf Stichen sriedt und Liechteneckh Confrau«, f 25. April 1651. 
Unten die beiden Wappen. — 3. Maria Franziska, eine geborene Jettingerin, f 1660, 
3 Jahre 25 Wochen alt. Unten die Wappen der Jettinger und Aufseü. 

Glocken. Vier Glocken von Johann Florido in Straubing, 1790- c 

KATH. WALLFAHRTSKIRCHE HL. KREUZ. Nebenkirche von v 
Fürth. Matrikel R., S. 61. — VO. X. 118, 148, 161. — Zimmermann, Kalender IV, , 
181. — Grueber u. Müller, Der Bayrische Wald, S. 274. — Die Stadt Fürth im 
Walde, in der Oberpfalz, und deren Kreuz- und Wallfahrtskirche zu Ehren des 



98 V. B..A. Cham. 

'- göttlichen Heilandes auf der Rast, 

Kalender f. kath. Christen, Sulz- 
bach 1859, S. 86 f. — Gesammeltes 
Über Fürth i. W. und Umgebung, 
Fürth 1878, S. 7. 

1610 erbaut (VO. X, 118), 
1765 nach Westen um ein Joch 
vergrößert und konsekriert. (Ma- 
trikel R-, S. 6z. — VO. X, 148.) 
Eingezogener Chor mit einem 
Joch und Schluß in drei Achteck- 
seiten. Langhaus drei Joche. Bau 
dritte Joch, in dem die West- 
empore, schmäler. Tonnengewölbe 
mit Stichkappen, im Chor auf Kon- 
solen, im Langhaus auf Pilastern. 
Westturm, unten vier-, oben acht- 
eckig. Mit Kuppel. Im Turm 
Vorzeichen. Sakristei seitlich vom 
Chor; tiarüber Oratorium. 
Einrichtung modern. 
Kirchenstühle in ein- 
fachem Muschelwerkrokoko. 
'■ An der äußeren Chorpolygon- 

wand gegen die Landstraße zu 
Steinrelief (Fig. 77) der Kreu- 
zigung; rechts vom Kreuze Maria, 
links St. Johannes. Polychromiert. 
Roh. LeUles Drittel des 14. Jahr- 
FTg. 77. Funh i, w. hunderts, Granit. H. ca. 1 m. 

Rcü-if der Kreuzigung an der chorirand der hl. Kreuikiichc. Grabsteine. I. Nikolaus 

von Höning »deß Heil. Rom. 
Reiches u. churftl. Drchl. Obrister zu Pferdt, Pfleger u. Haubtmann zu Fürth", f am 
6. Januar 1680, im 67. Lebensjahre. Wappen in Kartusche und Kriegsinsignien. 
Roter Marmor. — 2. Frau .\ntonie Mayr, »kgl. baier. Ober Maut und Zollambt Con- 
trollerin in Furtha, gebor. 16. juny 1766, f 17. Dezember 1808, im 4*. Lebensjahre. 
Solnhofer Stein mit Wappen. — 3. Johann Evang. Kaufmann, gewester Stadtschreiber 
und kgl. Aufschläger, geb. 1730, f 16. April (Ostermontag) 1811. Solnhofer Stein. 
KATH. KAPELLE ST. LEONHARD. Matrikel R., S. 6i. — VO. X, 161. 
— Kalender f. kath. Christen, Sulzbach 1859, S. 86. 

Halbrund geschlossen und flachgedeckt. PJlastergliederung. Dachreiter mit 
Kuppel. Unbedeutend. 18. Jahrhundert. 

REFESTIGUNG UND SCHLOSS. Die Stadt Fürth hegt auf dem süd- 
■ liehen, zu ngen förmigen Ausläufer einer mäßig hohen Hügelkette, die, durch die Täler 
der Warmen und Kalten Pastritz gebildet, sich quer in das weile Tal der Chamb hinein- 
drängt. Der Platz, auf dem die Stadt sich ausdehnt, ist von eirunder Gestalt (vgl. 
Fig. 78) und fällt auf drei Seiten steil ab; im Norden ist derselbe durch einen Hals- 
graben von dem Massiv des aufsteigenden Hinteriandes getrennt. Südlich auf dem 



Fnrtb t. W. 99 

höchsten Punkt erhebt sich das Schloß. Dank der günstigen natürlichen Lage war 1 
die obere Stadt weder von Ringmauern noch Graben umzogen. Die Befestigung ' 
beschränkte sich einzig und allein auf drei Tore. Die untere Stadt in der Ebene 
war ganz offen. (Müller, VO. X, 159 f.) 



rig. 7B. Funh i. W. Lagcplsn der Stwll uch den KatuKtbUlI. 

Das Schloß lag auf einem hohen, am Südende des zungenförmigen Ausläufers scii 
über die Stadt sich erhebenden Gneiskegel. Es wurde wahrscheinlich von den Grafen 
von Bogen erbaut. Nach dem Aussterben der Grafen 1242 fiel mit ihrem Gebiete 
auch Fürth i. W. den Herzogen von Kayem zu, und von nun an war die Burg Sitz der 

7' 



loo VI. B.-A. Cham. 

Befestigung herzoglichen Pfleger. (VO. X, 105 ff.) Zur Zeit der Husitenkriege wurde auch die 
und Schloß. Yeste in Fürth hart mitgenommen. (WCrdinger I, 191.) Im Jahre 1458 scheint, 
nach einer Beschwerde der Falkensteiner zu schließen, an der Burg zu Fürth gebaut 
worden zu sein. (Krenner II, 190. — R. Schuegraf, Beschreibung der Burg und 
des Marktes Falkenstein, 1858. MS. in d. Fürstlich Thurn und Taxisschen Hof- 
bibliothek Regensburg, Nr. 131.) Im Jahre 1470 wahrscheinlich die Vollendung des 
Schloßumbaues nach der ehemaligen am Torbogen befindlichen Jahreszahl. (Müller, 
VO. X, 160. — Abb. im Sulzbacher Kalender von 1859, S. 85.) 1633 belagerten die 
Schweden unter dem Oberst Georg Christoph Tupadell das Further Schloß, das mutvoll 
unter der Leitung des Pflegers und Grenzhauptmanns Wolfgang Christoph Jettinger 
verteidigt wurde. Nach dem Tode des Führers fiel die Burg in die Hände der Feinde, 
welche sie verwüsteten. (VO. X, 140 f.) Der große Stadtbrand von 1864 zerstörte das 
arg heruntergekommene Schloß gänzlich. (Näheres über die Geschichte s. Einleitung.) 

Nach den Ansichten im Antiquarium der Kgl. Residenz in München, um 1590, 
und bei Ertl, 1687, S. 69, war die Burg von einer Ringmauer mit Türmen und vor- 
gelegtem Wall und Graben umgeben. (Zimmermann, Kalender IV, 180. — Müller, 
VO. X, 159 f.) Der Zugang zu ihr war im Westen über eine Zugbrücke. Unmittelbar 
hinter dem Torbau erhob sich der hohe Schloßturm, vor wenigen Jahrzehnten durch 
einen modernen ersetzt. Rechts vom Turm die Schloßkapelle. (Matrikel R., S. 62. — 
Sulzbacher Kalender 1859, S. 85. Die Schloßkapelle ist noch sichtbar auf einem 
Aquarell in der Sammlung des Hist. Ver. von Oberpfalz und Regensburg.) Die 
Gebäulichkeiten des Schlosses selbst zogen sich in ovaler Form um den geräumigen 
Schloßhof. An der Südseite lag der Wohnbau, an der Nordseite dehnten sich die 
Wirtschaftsgebäude und Stallungen aus. (Vgl. auch das Aquarell von Karl August 
Lebschäe, Fig. 74 , sowie die Aquarelle in der Sammlung des Hist. Ver. von Ober- 
pfalz u. Regensburg, Fig. 75 u. 76.) Der Zug der modernen Häuser folgt noch heute 
der alten Schloßanlage. 

Von der alten Burg haben sich nur noch geringe Spuren des ehemals tiefen, 
gefütterten Ringgrabens an der Südseite des Schloßberges, wie auch der Unterbau 
des sog. »Lärmenturmes« im Schloßhofe erhalten. Letzterer viereckig, aus Bruch- 
steinwerk aufgeführt. An seiner Westseite gotische Spitzbogentüre. Der Turm ist 
in Privatbesitz, sein Inneres zu Wohnungen eingerichtet. Ohne architektonische 
Bedeutung. (Piper, S. 702. — Lotz, Kunst-Topographie Deutschlands II [1863], ^3^-) 

Über die Sage vom Schimmel ohne Kopf, die sich an den Lärmenturm knüpft, 
vgl. ScHöPPNER, Sagenbuch der bayerischen Lande, III, 278. 
Quaderstein. Am Eck des Hauscs Nr. 192 ist ein QUADERSTEIN mit rätselhaften 

Zeichen eingemauert, der aus den Schloßtrümmem stammt. (Müller, VO. X, 160 
mit Abbildung. — Kalender fiir kath. Christen, Sulzbach 1859, S. 85 mit Abb.) 

Die in VO. X, 114 er^'ähnte Fü silier fahne im Further Rathause, die aus 
den Zeiten des Grenzdienstes (16. Jahrhundert) stammte und mit dem Marienbilde 
und dem bayerischen Wappen geziert war, ist nicht mehr vorhanden. 
Drachenstich. Ubcr den sog. DRACHENSTICH in Fürth i. W. vgl. VO. X (1846), 162 f. — 

Panzer I, 107, 359. — Schöppner I, 93 ff. — Fr. Mayer, Vaterländisches Magazin, 
München 1842, S. 353. — Grueber u. Müller, Der Bayrische Wald, S. 279 ff. — 
Heinrich Reder, Der Bayerwald, Regensburg 1861, S. 189 f. — Ad albert Müller, 
Bayerischer Wald, zum Gebrauche als Wegweiser f. Reisende, Regensburg 1861, 
S. 120 ff. — K. v. Reinhardstöttner, Land und Leute im Bayerischen Walde, 
Bamberg 1890, S. 41. — Der Bayerische Wald, 1904, Heft 6, S. 165 ff. 



Galgenberg. — Grafenkirchen. loi 

GALGENBERG 

bei CHAM. 

SCHANZE. Auf dem Galgenberg, eine halbe Stunde östlich von Cham an Schamc. 
der Straße nach Fürth i. W., geringe Spuren einer Schanze, die von den Schweden 
(1634) herrührt. (R. Schuegraf, Die bayerischen Schanzen etc., VO. IX, 25 f. — 
Ders., Cham u. d. Bayer. Wald während des Dreißigjährigen Krieges, Regensburg 1849. 
— Ders., Schanze auf dem Galgenberg unweit der Stadt Cham, MS. im Hist. Ver. O. 
85. — Lukas, Cham, S. 268.) 

Auf dem Gipfel Mauerreste (ca. 0,80 — 1,00 m hoch) von schlechtem Bruchstein- 
gemäuer mit Ziegelbrocken. Wohl Unterbau des Galgens. 

Über die EHEMALIGE ST. GEORGSKIRCHE auf dem Galgenberge, Ehem. 
deren Turm noch im 18. Jahrhundert stand (vgl. den Stich der Stadt Cham und ^ 'tische** 
Umgebung von Kilian, Fig. 8), s. Janner I, 168; II, 259. — Ried I, 299. — Lukas, 
Cham, S. 397. — M. Fastlinger, Die wirtschaftliche Bedeutung der Bayerischen 
Klöster in der Zeit der Agilulfinger, Freiburg i. Br. 1903, S. 70. — R. Schuegraf, 
Chronik der Baier. Stadt Camb vorm Walde,. MSS. im Hist. Ver. O. 85, 87, 792/2,862. 

GRAFENKIRCHEN. 

KATH. KIRCHE ST. LAURENTIUS. Expositur von Pemfling. Kirche. 
Matrikel R., S. 70. — VO. XVHI, 157; XXVII, 412, 413; LIU, 153. — MB. XXVI, 
98, 144, 190, 228, 350. — Ried II, 826, 927. — Zimmermann, Kalender IV, 175. — 
Janner III, 172, 274. — K. Hohn, Atlas von Bayern, Nürnberg 1840, IV, 98. — 
Schuegraf, Notizen über Grafenkirchen. MS. im Besitze des Herrn Grafen Hugo 
von Walderdorff. 

Grafenkirchen war früher Pfarrei, auf welche das Domkapitel zu Regensburg 
das Patronat innehatte. (MB. XXVI, 228. — Janner III, 172, 274. — Ried II, 826, 
927.) Im Dreißigjährigen Kriege ging die Pfarrei ein. Seit 1733 Expositur. 

Der Chor noch 14. Jahrhundert. Langhaus und Turm sowie die Sakristei .aus 
der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Im eingezogenen, gerade schließenden Chor 
schweres Rippenkreuz mit Tellerstein auf plumpen Kragsteinen. Langhaus flachgedeckt. 
Einfaches Rahmenwerk in Stuck. Westturm, unten vier-, oben achteckig mit Kuppel. 
Sakristei südlich vom Chor. 

Hochaltar, Aufbau von vier Säulen und den seitlichen dreiviertel lebens- Einrichtung, 
großen Holzfiguren St. Florian und Sebastian. Im oberen Auszug das Ölbild der hl. 
Dreifaltigkeit. Um 1700 — 17 10. Altarblatt modern. 

Seitenaltäre, mit gedrehten Säulen und seitlichen Figuren. Frührokoko 
Ornamente. Um 1740. Altarblätter modern. 

Kanzel, um 1740. 

Orgel, Rokoko, mit Ornamenten im Knorpelstil des späteren 17. Jahrhunderts, 

Im Vorzeichen eirundförmiger, ehem. Tauf stein, jetzt Weihwasserbecken. 
Granit. Mittelalterlich. Dchm. 1,06 m. 

Am Chorbogen Holzfigur der Madonna im Rosenkranz. Anfang des 18. Jahr- Hoizfigur. 
hunderts. 



VI. B.-A. Ch«m. 



Fif. ig. Gnfcskirthcii. Knmeihaui. 

Kelch, Silber, vergoldet. Mit getriebenen Festons und Engelsköpfchen mit 
Fruchtkörben, Ohne Zeichen und Marke. Nach Mitte des 17. Jahrhunderts. H, 0,25 m. 
— Kelch, Silber, vergoldet. Zeichen und Marke unleserlich. Empire. H. o,a6im. — 
Meßkännchen mit Teller, Silber. Mit getriebenem Rokokomuschel werk. Ohne 
Zeichen und Marke. 

Glocke. Von Josephus Mosser in Stadtamhof, f i75'- 

Im Dorfe interessante HOLZHAUSER. Manche im Untergeschoß mit 
Mörtel beworfen, wie das Krämerhaus neben der Kirche. (Fig. 7g.) 



GUTMANING. 

SCHLOSS. VO. XrV, 338; XV, 39 Anm., 144; XXV, 144, 265; XXVII, 297, 
- 39», 412; XXVni, 30a. — MB. XXVI, 313, 372, 417, 444, 446. — J. R. Schuecraf, 
Chronik vom Schlosse Gutmaning bei Cham, Verhandl. d. Hist. Ver. i. d. Unterdonau- 
kreise, Passau, I. Heft (1834), 62—78. Hier auch Genealogie der (iötlinger von 
Götling und Gutmaning. — Verhandl. d. Hist. Ver. 1. d. Unterdonaukreise , Passau, 
2. Heft (1835), 56, 58, — Weninc IV, 17. — W. Lotz, Kunsttopographie Deutsch- 
lands II (1863), 614. — Hund 1, 286, 314; III, 342. — Grubber und Müller, 
Der Bayrische Wald, S. 325. — Adalbert Mlxler, Bayerischer Wald, Zum Gebrauche 
als Wegweiser für Reisende, Regensburg 1861, S. 134. — Heinr. Reükr, Der Bayer- 
wald, Regensburg i86i, S. 184. — A. Sperl, Viertel Jahrsschrift für Wappenkunde, 
herausgegeben vom Verein Herold, XXVIII {1900), 400. 

Ansichten. Weninc IV, 14. — Aquarell aus der ersten Hälfte des 19. Jahr- 
Hunderts, in der Sammlung des Hist. Ver. von Oberpfalz und Regensburg. 

1387 Michael Göthnger zu Gutmaning. (VO. XII, 21.) Im 15. Jahrhundert 
treten zu den Götlingera (Hund I, 314. — MB. XXVI, 313, 417) in den Mitbesitz 



GutmaniDg. — Hötzing. 103 

von Gutmaning die Püdensdorfer. (MB. XXVI, 372.) Zu Anfang des 16. Jahrhunderts Schloß, 
die Nußberger, von Mitte des 16. bis gegen Mitte des 17. Jahrhunderts die Herren von 
Gleißenthal. Hierauf Hans Ludwig von Werner auf Bimbrunn. 1649 erlangten 
Gutmaning durch KLauf die Herren von Schrenk, welche das Schloß bis tief in das 
19. Jahrhundert hinein besaßen. Jetzt im Besitze des Freiherm von Mengershausen. 

Einfacher, zweigeschossiger Bau mit hohem Dache. Ohne Schmuck. Vielfach Porträts, 
modernisiert. Im Schlosse viele Porträts aus dem 18. Jahrhundert. 

Ebenda interessanter schwarzer Kachelofen mit grotesken Renaissance- ofcn. 
Ornamenten (Putten, Ranken, Greife und Maskarons); in Medaillons allegorische 
Darstellungen der vier Weltteile. Spätes 1 6. Jahrhundert. 

KATH. SCHLOSSKAPELLE ST. JOSEPH. Nebenkirche von Cham, schioß- 
Matrikel R., S. 59. — Zimmermann, Kalender IV, 177. — Lukas, Cham, S. 340. ^^apciic. 

1674 von Freiherm Joseph Jakob von Schrenk erbaut. (Matrikel R., S. 59.) 

Der eingezogene, dreiseitig geschlossene Chor wie das Langhaus flachgedeckt. 
Sakristei südlich vom Chor. Dachreiter mit Kuppel. In der Kirche eine Gruft mit 
Resten einer gemauerten Altarmensa. 

Hochaltar mit zwei rebenumwundenen Säulen und den seitlichen Figuren Hochaltar, 
von St. Antonius und Joseph. Altarblatt der Tempelgang Mariens. An der Predella 
die geschnitzten Wappen der Schrenk. Um 1674. 

Geschnitzte Halbfiguren der Apostel als Halter fiir die Apostelleuchter. 
Gut. Spätzeit des 17. Jahrhunderts. 

Hübsche H o 1 z f i gu r der Madonna im Rosenkranz. Anfang des 18. Jahrhunderts. Hoizfigurcn. 

Kelch, Silber, vergoldet. Einfach. Ohne Marken; mit dem Wappen der Kelch. 
Schrenk. 1 7 . Jahrhundert. 

Im Vorraum vor der Kapelle fünf Grabsteine mit gotischen Kreuzen und Grabsteine. 
Schilden, teilweise mit Resten von gotischen Majuskeln, in den Boden eingelassen. 
Einer trägt das Wappen der Chamerauer, ein anderer das der Poissl. 14. und 
frühes 15. Jahrhundert. (Über diese Steine s. R. Schuegraf, Chronik vom Schlosse 
Gutmaning, Verh. d. Hist. Ver. i. d. Unterdonaukreise, Passau, i. Heft [1834], 64.) 
Die Steine kamen jedenfalls aus Chammünster hieher. 

Glocken: i. Von Johann Erhard Kissner in Stadtamhof, 1755. — 2. Von Glocken. 
Joseph Perdolt in Amberg, 1831. 

HÖTZING. 

SCHLOSS. VO. XXV, 333; XX VU, 412; XL, 164. — Verhandlungen des schioü. 
Hist. Ver. i. d. Unterdonaukreise, Passau, Heft i (1834), 74; Heft 2 (1835), 57. — 
Bavaria II, I, 476. — Stumpf, Reichskanzler, 1364. — A. Sperl, Vierteljahrsschrift 
für Wappenkunde, herausgeg. vom Verein Herold XXVIII (1900), 350 f. — Quellen 
und Erörterungen zur Bayer, und Deutschen Geschichte, München I (1856), 142. 
Hugo Graf v. Walderdorff, Zur Feststellung urkundlicher Ortsnamen in der Ober- 
pfalz, VO. XXX (1874), 85. — Grueber u. Müller, Der Bayrische Wald, S. 326. — 
Wening IV, 17. — J. R. Schuegraf,' Chronik von Schloß und Hofmark Hötzing. 
MS. im Besitze des 'Herrn Grafen Hugo von Walderdorff. 

Ansicht bei Wening IV, 14. 

Der Ort Hötzing wird zuerst in einer Reichsurkunde Kaiser Heinrichs II. genannt, 
der am 9. September 1003 dem Freisinger Bischöfe drei Villen im Nordgau schenkte. 



104 ^^' ß-'A. Cham. 

Schloß, darunter auch Hetzinga am Flusse Draubnach. (MB. XXXI a, 278. — Stumpf, Reichs- 
kanzler, 1365. — Meichelbeck, Hist. Frisingens. I, 190. — VC. XXX, 85.) Erst 
im spätem 14. Jahrhundert kommen in verschiedenen Urkunden Jakob und später 
Konrad Hetzinger vor. (MB. XXVI, 109, 232, 244; XXVII, 318, 326.) 1400 war 
Kaspar der Göttlinger Besitzer von Hötzing. (MB. XXVII, 360.) Wir hören dann 
nichts mehr bis 1530, da Wolf von Dandorf zu Hötzing saß. 1602 Hans Jakob 
Pertolshofer. (A. Sperl, Vierteljahrsschrift f. Wappenkunde, herausgeg. vom Verein 
Herold XXVIII [1900], 350 f.) Unter ihm brannte das Schloß ab, wurde aber 
von dem neuen Besitzer Waltenhofer wiederhergestellt. (Wening IV, 17.) Seit 
ca. 1670 besaß Hötzing die Familie von Köckh, seit Anfang des 18. Jahrhunderts die 
Freiherm von Asch, 1809 Graf von Daun, 1830 ca. die Freiherm von Reitzenstein. 
Jetzt in bürgerlichem Privatbesitz. 

Einfacher, zweigeschossiger Bau. Über dem Eingang Tafel aus Solnhofer Stein 

mit der Inschrift: 1^62 erbaut von Grund aus von Freiherr Joseph Alois von Asch 

zu Asch auf Oberndorff und Hözingj churf. Kammerer u, Forstmaister zu Pruckh in 

der Oberpfalz, Unten das Wappen. 

Schloß. KATH. SCHLOSSKAPELLE ZUR SCHMERZHAFTEN MUTTER 

kapeiic. Q OTT ES. Nebenkirche von Schorndorf. Matrikel R., S. 74. 

An das Schloß angebaut. Halbrund geschlossen mit Kuppeltürmchen. Eigen- 
artig geschwungene Fensterformen. 

Bescheidenes Altärchen mit dem Gemälde der schmerzhaften Mutter Gottes. 
Um 1762. 

HOF. 

Ehcm.Schioß. EHEMALIGES SCHLOSS. Vom Schlosse, das im 15. Jahrhundert die 

Pfeffinger, Prackendorfer und später die Püdensdorfer besaßen, sind nur wenige 
Mauerreste erhalten. (Oberbayer. Archiv XIII, 323. — VO. XXVIl, 412. — Ansicht 
bei Wening IV, 14. — Aquarelle in der Sammlung des Hist. Ver. von Oberpfalz 
und Regensburg.) 
Kapelle. Daneben KAPELLE. 18. Jahrhundert. Unbedeutend. Das Altärchen ist 

ein ausgeschnittenes Brett mit bemalter Architektur. Frührokoko. Darauf Chrono- 
gramm: Sanctae Trinitati Dive Virgini Lavs et gLoria in perpetuuM = 1724. 

KAGER. 

Khcm. EHEMALIGER EDELSITZ. MB. XXVI, 313, 479. 484; XXVII, 412. — 

Edcisitz. yVening IV, 18. 

Kapelle. KATH. KAPELLE. Mit Schindeldachreiter. Unbedeutend. Um 1800. 

Holzhäuser. Im Orte originelle HOLZHÄUSER. (Fig. 80.) 

KATZE ERG. 

Kirche. KATH. KIRCHE ST. ÄGIDIUS. Filialkirche von Pemfling, früher Schloß- 

kapcUc. Matrikel R., S. 70. — Zimmermann, Kalender IV, 177. — Lukas, Cliam, 
S. 274. 



Katiberg, 105 

Ansicht bei Wening IV, 19. 1 

Die Kirche in ihrer Anlage romanisch. Der Brand von 1874 betraf auch zum 
Teil die Kirche. Das Pyramidendach des Turmes ist modern. 

Quadratischer Chor im Turm. Gewölbt, Am runden Chorbogen sind noch 
die alten romanischen Kämpfer aus Platte und Schräge erhalten. Langhaus flach- 
gedeckt. Der massive Turm hat auf allen vier Seiten gekuppelte rundbogige Klang- 
arkaden. An der Nordwand des Turmes und Langhauses Reste von Kragsteinen. 
Sowohl das Langhaus, wie der Turm in seinem untern Teil bis zur Höhe des Chor- 
gewöibes Quaderwerk, in seinem oberen Teile Bruchsteinmauerwerk. 



Flg. So. Kttn. Halierne Bauern hau .er. 

Hochaltar mit vier gedrehten Säulen und den seitlichen Holzfiguren von 1 
St. Sebastian und St. Jakobus. Im oberen .Auszug Ölbild des hl. Georg. Um 1720. 
Altarblatt modern. 

Die bescheidenen Seitenaltare .klassizistisch. 

Kanzel mit den Statuetten der vier Evangelisten. Um 1710. Mit modernen 
Veränderungen. 

Grabstein: Jeremias Hoffman von Katzberg, f 9. .Mai 1668, im 55. Lebens- 1 
jähre. Solnhofer Stein mit Wappen. H. 0,67, Br. 0,47 m. (R. Schl'eurak, Sammlung 
alter Inschriften, Monumenten, Epitaphien etc. von der Grafschaft und von der Stadt 
Chamb, 1817. MS. im Hist. Ver. O. 859.) 



io6 VI. B.-A. Cham. 

Ehcin.Schioü. Vom EHEMALIGEN SCHLOSS (Ansicht bei Wening IV, 15), auf dem 

die Katzberger vom 12. bis in das 15. Jahrhundert saßen (MB. XXVI, 229; XXVII, 
24, 28; — Reg. Boic. XI, 139. — R. Schuegraf, Genealogie des adeligen Ge- 
schlechtes der Katzberger zum Katzberg. MS. im Besitze des Herrn Grafen Hugo 
von Walderdorff), sind nur mehr spärliche Mauerreste erhalten. (Vgl. auch Verhand- 
lungen des Hist. Ver. i. d. Unterdonaukreise, Passau, Heft 2 [1835], ^2.) 

Der Katzberg ist wegen seines die weite Umgebung beherrschenden Ausblickes 
wiederholt in Kriegen als Lager benutzt worden, so im dreißigjährigen Kriege von 
Herzog Maximilian von Bayern (Wening IV, 18. — Karl Freiherr von Reitzen- 
STEIN, Der Feldzug des Jahres 1621 mit der Besitzergreifung der Oberpfalz, 
Supplementheft zum Jahrbuch der Militärischen Gesellschaft München pro 1885/87, 
S. 158), 1742 von den Panduren unter Oberst Franz Freiherm von der Trenk und 
1809 von Erzherzog Karl von Osterreich. (Vgl. Lukas, Cham, S. 321.) 

^" GVngl'''*'" Über UNTERIRDISCHE GÄNGE vgl. Schönwerth II, 457. 

KOLMBERG. 

Ehem. EHEMALIGER EDELSITZ. VO. XXVU, 136, 138, 140 ff., 412. — 

Edeisitz. Ansicht bei Wening IV, 14. 

KOTHMAISSLING. 

steinkreux. STEINKREUZ an der Straße nach Raindorf mit der Jahreszahl 1624, Granit. 

LAMBERG. 

VO. XVU, 412; XXVIII, 267. — MB. XXVII, 144, 169, 267. — Verhandl. d. 
Hist. Ver. i. d. Unterdonaukreise, Passau, Heft 2 (1835), 53. — Der Bayer. Wald IV 
(1906), 180 ff. 
Burgstall. BURG STALL. Nachricht über eine Burg auf dem Lamberg bringt das 

Salbuch des Rentamtes Cham um 1470: ». . . der I^mperg darauf etwan ein schloß 
gevest vnd nu ein cappellenn auf dem purkstall stat, die dem closter Reichenbach 
vnterworfen ist.« (Vgl. R. Schuegraf, Chronik von Lamberg. MS. im Besitze des 
Herrn Grafen Hugo von Walderdorff.) 

Isolierter, dichtbewaldeter Bergkegel (ca. 600 m über dem Meer), etwa eine 
Stunde südöstlich von Cham. Auf dem Gipfel dürftige Spuren eines doppelten 
Walles und Grabens. Aufgehendes Mauerwerk nicht mehr vorhanden. Auf dem 
Burgstall steht eine Wallfahrtskapelle. 

Die Sage erzählt, daß die Schlösser auf dem Lamberg wie auf dem nahen 
Haidstein (B.-A. Kötzting) von zwei Brüdern aus einem Riesengeschlechte erbaut 
worden seien. (VO. XXVIII, 267.) 
waiifahrts- KATH. WA L L F AH RT S K AP EL L E ST. WALBURGA. 1832 von der 

Kapelle. 

Chamer Bürgerschaft an Stelle der früheren Kirche erbaut, die 1806 abgerissen worden 
war. (Matrikel R., S. 58.) 

Weitere Literatur über die (jcschichte der Wallfahrtskirche auf dem lamberg: 
J. R. Schuegraf, Die urahe St. Walburgiskapelle auf dem Lamberge bei Cham, 



Lamberg. — Löwendorf. — Loifling. 107 

Fassavia 1830, — Grueber u. Müller, Der Bayrische Wald, S. 299 ff. — Adalbert 
Müller, Bayerischer Wald, Zum Gebrauche als Wegweiser für Reisende, Regens- 
burg 1861, S. 131, — Heinr. Reder, Der Bayerw^d, Regeasburg 1861, S. 180. — 
J. Lukas, Geschichte des Lambergs, im Neunburger Bezirksamtsblatt, Jahrg. 1861, 
Nr. 14, 15 u. 16. — Kalender f. kath. Christen, Sulzbach 1872, S. 6g f. — Monats- 
schrift des Hist. Ver. v. Oberbayera VII (1898), 40. — R. Schuegraf, Die Wall- 
fahrtskirche Lamberg bei Chammünster. MS. im Hist. Ver. O. 862. 

Aquarell der alten Wallfahrtskirche in Ruinen, in der Sammlung des Hist. Ver. 
V. Oberpfalz u. Regensburg. 



LÖWENDORF. 



EHEMALIGES SCHLOSS. Im 15. Jahrhundert im BesiUe der Eytten-Eh. 
harter von Rischbach. (MB. XXVI, 459, 465; XXVU, 412. — Reg. Boic. VIII, 52. 
— Wening IV, 19. — R. SCHUEGRAF, Chronik von Löwendorf. MS. im Besitze 
des Herrn Grafen Hugo von Walderdorff,) 



LOIFLING. 

SCHLOSS. VO. II, 71; XVm, 244 Anm., 276, 309; XXIU, 341; XXVI, 
33a; XXVII, 135 Anm., 136, 146, 412; XL, 4 Anm., 177. — MB. XII, 260; 
XXVU, 215. — Quellen und Erörterungen zur Bayer, und Deutschen Geschichte, 



, München I (1856), 219. — Weneng IV, 19. — Verhandl, d. Hist. Ver. i. d. Umer- 
donaukreise, Passau, 3. Heft (1835), 48. — Krenner, VII, 136. — Oberbayer. Archiv 
IX, 400; XIV, 20, 31, 34, 38. — Lukas, Cham, S. 113. — Grüeber und Mlller, Der 
Bayrische Wald, S. 335. — A. Sperl, Vierteljahrsschrift für Wappenkunde, heraus- 
gegeben vom Verein Herold, XXVIII {1900), 361 ff. — liavaria II, I, 476. — 
R. ScHL'EGRAF, Chronik der Hofmark Loifling. MS. im Besitze des Herrn Grafen 
Hugo von Walderdorff. — Poyßlische Genealogie, 1526 (Abschrift des 17. Jahrhunderts, 
mit 17 Wappenbildem), Archiv. Abth. Va Nr. i, im Hist. Ver. v. Oberpfalz und 
Regensburg. (Vgl. VC. XXVI, 332.) 



Ansichten. Philipp Apian, 24 Bajrisrhe I.andtafeln, 1568. — Wening 
IV, 17. (Fig. 81.) ^ Aquarell aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in der 
Sammlung d. Hist. Ver. v. Oberpfalz und Regensburg. 

Um 1150 hören wir von Hermann, dem Sohne des Wolfram von I.ewflingen. 
(Quellen und Erörterungen 1, 219.) Vom Beginn des 15. bis Anfang des 19. Jahr- 
hunderts saßen die Poißl auf Loifling. Ihre Begräbniskapelle (vgl. oben S. 52 f) 
hatten sie in der Kirche zu Chammiinster, wo noch mehrere Grabsteine erhallen 
sind. (Vgl. oben S. 70, Grabstein Nr. i — 8, Nr. 10; S, 73, Grabstein Nr. 29; S. 78, 
Grabstein Nr. 62.) Seit 1818 ist das Schloß in bürgerlichem Besitz. 

Das Schloß war ehedem eine Wasserfeste. (Fig. 82.) Heute, baulich sehr ver- 
ändert, stellt es ein nach Gsten gerichtetes zweigeschossiges Gebäude dar mit einem 
dreigeschossigen Hügelbau im Südosten. Letzterer ein Teil des alten Schlosses. 

KATH. SCHLÜSSKAPELLE ST. JOHANN BAPTIST. Nebenkirche 
von Cham. Matrikel R., S. 59. — Wening IV, 19. — Grukuer und Müller, Der 



Bayrische Waki, S, 315. — Heinr. Reder, Der SchioO- 

Bayerwald, Regensburg 1861, S. 184. — Zimmer- k«peiie. 

MANN, Kalender IV, 177. — Lukas, Cham, 
S. 115. — R. SCHUEGRAF, Die Kapelle zu Loif- 
ling. MS. im Hist. Ver. O. 861. 

Nach Matrikel R., S. 59, wurde die Kapelle 

1456 durch Ulrich Poißl auf I.oifling erbaut und 
rsz2 konsekriert. 

Von der alten Schloßkapelle heißt es in 
einer Handschrift «Poißlische Genealogie, 1526« 
(Abschrift des 17. Jahrhunderts), im Hist. Ver. von 
Oberpfak und Regensburg, Archiv. Abteil. Va 
No. 1: sOb dem chor zu I.oyfTling das Poiss- 
lische Wappen in stein gehauen, mit der jarzahl 
1457. Und dann in der schloßcapellen im fenster 
mit der jarzahl 1470. Das Stettnerische wappen, 
heraussen in der wandt der capellen in stein 
gehauen, mit der Jarzahl 1456. Und dann im 
altar und meßgewentem das Poißlische, Schmel- 
zerische und Kruckhen bergische wappen , jed- 
liches zu zwey- und dreymalen. Enntlich (wie 
auch zu vorhergemeldet) ist die capellen zu Loyff- 
ling anno 1475 von Rom aus, durch einen an- 
sehnlichen stifft u. ablas brieff mit zwölf an- 
hangenden cardinäl sigel hoch befreyet worden. 
Anno 1477 wardt solcher römische stifft- und 
ablas brieff, auch von dem bischoff zu Regens- ■ 
purg besCättiget, und die capellen zu LoyfTling 
mit noch mer freyheiten begäbet, wie diese 
beyde, noch unverseherte brieff zu LoylTling 
ligent, aufweißen.« Die beiden in der Hand- 
schrift erwähnten Wappensteine von 1456 und 

1457 sind noch erhalten. (\^gl. unten S. iio.) 
Das Glasgemalde von 1470 ist nicht mehr vor- 
handen. (Vgl. auch die ehemaligen Glasgemälde 

mit dem Wappen des Ulrich Poissl (1471) in Hoiifigur in d« SehioOkipcii«. 

Chammünster, s. oben S. 52,) 

Die jetzige in das Schloß eingebaute Kapelle stammt wohl aus der ersten 
Hälfte des 1 8. Jahrhunderts. Nach Norden orientiert. Rechteckiger, flachgedeckter 
Raum ohne Gliederung mit Deckenstukkaturen in Kartuschen und Bandwerkmotiven. 
Dachreiter mit Kuppel. 

Hochaltar, modern romanisch. 

In der Kirche bemalte spätgotische Holzfigur des hl. Johann Baptist. (Fig. 83.) Hoiifigun 
Gute Arbeit um 1500. H. im. — Spätgotische bemalte Holzfigur der Madonna 
mit Kind. Sie steht auf dem Halbmond, in dem das Gesicht. Mittelmäßige Arbeit 
um 1480. H. o,6sm, — Bemalte Holzfigur der Anna Selbdritt. Mäßig gut um 
1480. H. 0,47 m. 



HO VI. B.A. Cham. 

Im Oratorium reichgeschnitzter Frührokokorahraen mit wertlosem Ölbild. 
Erste Hälfte des i8. Jahrhunderts. 

Grabsteine. Im Boden gänzlich abgetretene Steine mit dem Wappen der 
Poifll: Johann Nepomuk von Poissel, Freiherr von Hauckenzell auf Loifling und 
Stallwang, Kgl. bayr. Kammerherr, f 14. März 1806, im 67. Lebensjahre. Solnhofer 
Platte mit Wappen. H. 1,00, Br. 0,60 m. 

Kelch, Silber, vergoldet. Getriebenes Rokokomuschel werk. Beschau zeichen 
Augsburg mit Jahresbuchstaben I (1749 — 51); Meistermarke IWG (?). H. 0,243 ™- 



An der westlichen Außenwand der Kapelle i. gotischer Wappenstein (Fig. 84) 
mit der Umschrift in gotischen Minuskeln: f Leonhart ■ Stelner ■ Deehant ■ zu ■ Cham ■ 
Anno ■ domini ■ anativttan (= a nativitate) m" ■ cece" ■ Ivi' (— 1456). Roter Marmor. 
Im Vierpaß bärtiger Mannskopf mit einer Schellen- oder Narrenkappe, Das gleiche 
Wappen am Grabstein des Leonhart Stettner in der Kirche zu Chammünster. (Vgl. 
oben S. 77, Grabstein Nr. 52.) H. 0,50, Br. 0,53 m. Die Inschrift bezieht sich wohl 
auf die Erbauung der alten Schloflkapelte. (Lukas, Cham, S. 125.) — 2. Bemalter 
Ciranitstein mit dem Wappen der Poissl und der Umschrift in gotischen 
Minuskeln : UlreUh ■ Poyffel ■ anno ■ d: nt • cccc ■ Ivti ■ {= r457.) H. 0,93, Br. 0,65 m. 
In diesem Jahre hat wohl Ulrich Poissl das Schloß und die Kapelle neu gebaut 
oder doch das alte vergrößert. — Rechts und links von diesem Wappenstein 3, zwei 
GuBeisentafeln mit den bemalten Reliefs der Allianzwappen der Törring und Thür- 
heim nebst der Jahreszahl ijzr. Zierliche omamentale Umrahmung der Wappen. 
H, 0,80, Br. 0,65 m. Sie stammen wahrscheinlich aus dem benachbarten Neuhaus, 
das den Törring gehörte. (Vgl. unten S. 112.) 



NEUHAUS. 

BURGRUINE. VO. X, 164; XXVU, 412. — Reg. Boic. IX, 291; XU, 377. 1 

— HuDN I, 320 f.; II, 234, 250, 287. — Oefele II, 300. — Verhancilgn. d. Hisl. ' 
Ver. f. Niederbayem XII, 64. — Johannes Turmair, gen. Aventinus, Sämtliche 
Werke, Ausgabe der Kgl, Bayer. Akademie der Wissenschaften III, 523, 524; V, 588. 

— LoR. Westenrieder, Beyträge zur vaterländischen Historie, Geographie, Statistik etc., 
München IV (1800), 206. — Gemeiner III, 145. — Wening IV, 19. — Jos. v, Mus- 
siNAN, Geschichte des Löwler Bundes, München 1817, S. 35, 55. ^ Krenner I, 
250; IX, 522. — Bayerische Annalen, 1834, S. 45. — Karl Heinrich v. Lang, 



Geschichte des Bairischen Herzogs Ludwig des Bärtigen zu Ingolstadt, MUmberg 
1821, S. 2i8, — RiEZLER III, 356. — Bavaria II, i, 476. — Piper, S. 756. ^ A. Sperl, 
Vierteljahrsschrift für Wappenkunde, herausgegeben vom Verein Herold XXVIII 
{1900), 421. — Grubber u. Müller, Der Bayrische Wald, S. 407 f. — Adalbert 
Müller, Bayerischer Wald, Zum Gebrauche als Wegweiser f. Reisende, Regensburg 
i86r, S. 136 f. — Heinr. Reder, Der Bayerwald, Regensburg 1861, S. 178. — Die 
Burg in Neuhaus bei Schorndorf, Deutsche Gaue V, 135 f. Mit Planzeichnung. — 
R. ScHUECRAF, Chronik von Neuhaus. MS. im Besitze des Herrn Grafen Hugo von 
Walderdorff. 

Aquarell der Ruine in der Sammlung des Hist. Ver. von Obeipfalz und 
Regensburg. 

Neuhaus wird zuerst in einer Reichenbacher Urkunde von 1254 erwähnt, da t 
Otto sde novo Castro« Zeuge war. (MB. XXVU, 60.) Seit dem 14. Jahrhundert die 
• Satelpoger von dem Newnhaus« (XXVU, 180. — Hund I, 320.) »Friedrich der Satei- 
pogers verkauft sein Drittel an der Feste zu Neuhaus seinem Schwager Christian 



112 



VI. B.-A. Cham. 



Burgruine, von Ramsbcrg, der seinerseits 1373 sein Anteil am Schlosse Neuhaus an Seifried 
Geschichte, yon PuchbcFg verkauft. (Reg. Boic. IX, 291. — Hund II, 250.) Bis ca. 1421 
lassen sich die Sattelbogner im Besitze von Neuhaus verfolgen. (Reg. Boic. XII, 377.) 
Dann erscheinen die Schönsteiner in Neuhaus. (Hund II, 287.) Die Puchberger 
blieben aber immer noch im Mitbesitz. (Oefele II, 300.) Sigmund von Puchberg war 
der letzte seines Stammes (f ca. 1481) auf Neuhaus. (Hund II, 250.) Sein Grabstein 
befindet sich in der Pfarrkirche zu Schorndorf. (Vgl. S. 136 und Tafel VI.) Auf dem 
Erbwege folgten die Brüder Bemhardin und Hieronymus von Stauf zu Ehrenfels, 
welche namentlich im Löwenbunde eine große Rolle spielten. (Hund II, 307. — Jos. 
v. Mussinan, Geschichte des Löwler-Bundes, München 181 7, S. 35, 55. — Riezler III, 
536 ff. — Die Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern, II. Bd. Oberpfalz, Heft IV, 
B.-A. Parsberg, S. 71.) Die Feste Neuhaus war im 15. Jahrhundert ein gefurchtetes 
Raubritternest. 1445 eroberte Herzog Albrecht die Burg und ließ 50 darin gefangene 
Raubgesellen später zu Straubing hinrichten. (Riezler III, 536. — Gemeiner III, 143.) 
Im Verlaufe des 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts kam Neuhaus an ver- 
schiedene Herren: von Hans Ruprecht von Stauf erwarb 1526 mit Falkenstein auch 
Neuhaus Herzog Ludwig, der die Herrschaften seinem Marschall Ludwig von Pienzenau 
überließ. Dann kam.es zum Teil in den Besitz des Michael von Preysing (ca. 1540), 
hierauf durch Heirat an die Seiboldsdorfer, von diesen an die Herren von Khuen. 
1620 erwarb Neuhaus Wolfgang Dietrich Freiherr von Maxirain, nach dessen Tode 
1629 Freiherr Heinrich von Haslang. Durch Vergleich vom 8. März 1664 kam die 
Herrschaft Neuhaus an die Grafen von Törring-Jettenbach. Bei diesen verblieb Neu- 
haus bis 1829, in welchem Jahre es mit Falkenstein an die Fürsten von Thum und Taxis 
verkauft wurde. (Vgl. Kunstdenkmäler der Oberpfalz, Heft I, B.-A. Roding, S. 33 f.) 

Die Feste soll von den Schweden zerstört worden sein. Später wurde unten 
im Dorfe ein Wasserschloß erbaut. Hie von ist nichts mehr vorhanden. An dem 
Bräuhause befindet sich eine Solnhofer Platte mit dem Wappen der Grafen von 
Törring-Jettenbach. 

Beschreibung. Die Burgruine liegt auf der Höhe einer nach allen Seiten 
freien Bergkuppe, die aus einem Talkesssel rund 30 m hoch aufsteigt. (Ansicht 
Fig. 85. — Lageplan Fig. 86.) Ursprünglich hing die Nordseite mit dem Hügelmassiv 
zusammen. Durch Sprengen der Felsen aber wurde im Norden künstlich eine 
Schlucht geschaffen. Rings um den Fuß der Kuppe zieht sich eine auf der Ost- 
und Nordseite noch erhaltene niedere, mit halbrunden Türmen (mit Schießscharten) 
bewehrte Mauer, der ein breiter, sumpfiger Graben, den man unter Wasser setzen 
konnte, vorgelegt ist. Der Aufgang zur Burg ist an der Westseite der Bergkuppe 
entlang, der eigentliche Eingang in die Burg vermutlich an der Nordseite. Der 
Bering, der sich dem Umfang des Bergplateaus anschließt, ist fast ganz erhalten. 
An der Nordseite steht, in tieferem Niveau als die Hauptburg, ein runder Turm, 
offenbar Bergfried, zum Schutze der hier wegen der Enge des Tales gefährdeten 
Stelle und des Burgeinganges. Im Innern der Hochburg ist der ehemalige Verlauf 
des Mauerzugs im Terrain noch mit ziemlicher Sicherheit zu erkennen. Vom 
Wohnbau hat sich nur ein Teil der hochgehenden Mauer erhalten. An dem 
erhaltenen Teil der Hochwand sind ein Unter- und zwei Obergeschosse erkennbar. 
Die Geschosse waren durch Balkendecken getrennt. Nur das mittlere Geschoß 
zeigt im Innern glatten Wandputz. Das darunterliegende ist nicht verputzt, nur 
stellenweise mit Mörtel beworfen. Die Fensternischen haben gemauerte, ehedem 
mit Holz abgedeckte Sitzbänke. Im mittleren Geschoß sind die ziemlich schmalen 



Beschreibung. 



Nenhaiu. 113 

Fensterrahmen mit abgeschrägtem Profil ohne Endigung erhalten. Nicht älter als Bui 
16, Jahrhundert. An der Ostseite im nämlichen Stockwerk am Ende des Wohn- 
traktes Spuren eines ehemaligen Abortes. Die Umfassungsmauer, die an den 
Wohntrakt sich anschließt, trug einen Wehrgang. Mauerabsatz in zweiter Stock- 




werkshöhe zu sehen. Der Bergfried ist jetzt zur Hälfte abgebrochen und an seine 
Nordrundung ein kleines Bauernhaus angebaut. Die Öffnungen, Fenster und Schieß- 
scharten sind erweitert oder sonst verändert. 

Das Mauerwerk besteht an allen Teilen der Burg aus Bnichsteinen. Spät- 
mittelalterlich. 



114 ^^' ^»"A. Cham. 

NÖSSWARTLING. 

Kapelle. K ATH. K AP EL L E U. L. FR AU. Nebenkapelle von Amschwang. 1841 

erbaut. (Matrikel R., S. 56.) 

OBERGOSSZELL. 

Kapelle. K ATH. KAPELLE ST. MARIA. Zur Pfarrei Schorndorf gehörig. 

Halbrund geschlossen und flach gewölbt. Auf dem Schindeldach zierlich pro- 
filierter Dachreiter. Ende des 1 8. Jahrhunderts. 
Glocke. Glocke. Von Johann Erhard Kissner von Stadtamhof, 1781. Auf dem Dache 

des daneben stehenden Bauernhofes zum Zollner. 



OBERNRIED. 

Kirche. KATH. KIRCHE ST. PETRUS. Nebenkapelle von PeniHing. Matrikel 

R., S. 71. — Halbrund geschlossen. Dachreiter mit Kuppel. Unbedeutend. 18. Jahr- 
hundert. 

Altärchen modern romanisch. 



PEMFLING. 

Pfarrkirche. KATH. PFARRKIRCHE ST. ANDREAS. Matrikel R., S. 69. — VO. 

XVm, 157; XXVII, 412; Lin, 155. — MB. XXVII, 39; XXVI, 407. — Zimmer- 
mann, Kalender IV, 176. — Janner III, 172 Anm. — Darstein und Pempfling, 
Kalender für kath. Christen, Sulzbach 1899, S. 80 ff. 

Ansicht. Ölgemälde im Pfarrhof zu Cham, erste Hälfte des 18. Jahrhunderts. 

Laut Matrikel 1727 — 1736 erbaut. (Matrikel R., S. 70.) 

An den eingezogenen Chor mit einem Joch und halbrundem Schluß legt sich 
das Langhaus mit abgerundeten Ecken. Im Chor und Langhaus Tonnengewölbe 
mit Stichkappen auf Pilastern. Westempore. Turm westlich eingebaut, unten vier-, 
oben achteckig mit Kuppel. Sakristei südlich vom Chor. Außen Lisenengiiederung. 

An der Decke des Chores und Langhauses derb gemalte, aber charakteristische 
Fresken mit Szenen aus dem Marienleben und stuckimitierende omamentale 
Malereien im Charakter des frühen Rokoko. 
Einrichtung. Der Hochaltar, Frührokoko, füllt die ganze Breite der Chorrundung ; statt- 

licher Autbau mit sechs teils gedrehten, teils glatten Säulen und den überlebens- 
großen Figuren von St. Peter und Paul, St. Leonhard und Walburga. Im Voluten- 
giebel Holzfigur der Madonna in der Gloriole. Am Giebel zwei Jahreszahlen 1737 
und 1755. Erstere bezieht sich auf die Errichtung, letztere wohl auf die Kon- 
sekration des Altares. 

Seitenaltäre. Rokoko. Tüchtige Aufbauten von zwei vortretenden ge- 
drehten Säulen und Pilastern mit je vier dreiviertellebensgroßen Figuren. Seitlich 
flottgeschnitztes Schweifwerk. Um 1755. Der rechte Seitenaltar enthält im 
Schreine die spätgotische Holzfigur der Maria mit Kind auf beiden Armen. (Fig. 87.) 



Pemilmg. 



"5 



Mäßig gute Arbeit um 1480. Fassung modern. H. ca. i m. Auf dem linken 1 
Seitenaltar Ölbild der Kreuzigung. Stark beschädigt. 18. Jahrhundert. Hier ■ 
auch Tabernakel mit reichem Rokokomuschelwerk. Um 1755. 

Kanzel, Rokoko, um 1755. Auf dem Schalldeckel die Holzfigur des hl. 
Franz Xaver. 

Kirchenstühle. Wangen mit geschnitz- 
tem Laub- und Bandwerk. Um 1737. 

Beichtstühle mit hübscher Rokoko- 
bekrön ung. 

Orgel um 1737. 

Die gesamte Kirch eneinrichtung reich und 
von trefflicher dekorativer Wirkung. (Tafel V.) 

An der Nordwand des Langhauses spät- 1 

gotische, bemalte Holzfigur des hl. Andreas, 
in der Rechten das aufgeschlagene Buch, in der 
Linken das Kreuz haltend. MäDig gut. Um 1480. 
H. i,ao m. — Im Presbyterium auf Konsolen 
zwei bemalte Holzstatuetten von St, Johann 
Nepomuk und Franz Xaver. Zierliche Arbeiten 
des frühen 18. Jahrhunderts. 

Grabstein. Maria Theresia Freifrau von 1 

GleiÜenthal von und zu Schachendorf, geb. 
Freiin von Wolfswiesen, geb. 10. April 1745, 
f 27. August 1812. Solnhofer Stein. 

Monstranz, Kupfer, vergoldet. Mit 1 

Rokokomuschel werk. H. 0,80 m. — Meßkänn- 
chen mit Teller, Silber, vergoldet. Mit getrie- 
benem Rokokomuschel werk. Beschau zeichen 
Augsburg mit Jahresbuchstaben N (1757 — 1759); 
Meistermarke rou. Schöne Arbeit. — Rauch- 
faß und Schiffchen, Silber. Getriebenes 
Rokokomuschel werk. Meistermarke gK- Spätes 
Rokoko. — Zehn silberne Leuchter im Em- 
pirestile. — Silbergetriebene Kanontäfelchen, 
Empire. 

Glocken. 1. Mit der Jahreszahl 164 y 
(= 1645) und der Inschrift : /£AJV ■ GER- 
HARD ■ et ■ MAR T/N ■ ROLIN MON ■ 
FACIT. — 2. Zwei von Joseph Spannagl in Hoüfigut 

Straubing, 1800. 

EHEM. SCHLOSS. Das heutige Bräu haus bildet den Rest des ehemaligen e 
Edelsitzes der Pemflinger. VO. VII, 99; XXVII, 412; XXXIII, 11. — MB. IX, 
241; XI, 81; XXXVIa, 56, 60. — Oekele I, 928. — Quellen und Erörterungen zur 
Bayer, und Deutschen Geschichte, München V (1857), 244, 254 ; VIII (1860), 164. — 
R. ScHUEGRAK, Chronik der ehemal. Edelsitze Pempfling und Rahn. MS. im Besitz 
des Herrn Grafen Hugo von Walderdorff. 

STEINKREUZ aus Granit, ohne Inschrift. : 



;. 87. p=n,ni. 



Il6 VI. B.-A. Cham. 

Wcttcrhorn. WETTERHORN. Im Dorfe Engelsdorf bei Pemfling befindet sich ein 

Wetterhom, ähnlich einer Meermuschel. Ein ähnliches in Hillstett bei Seebam, in 
Waldmünchen und in Arnstein bei Waldmünchen. (Vgl. »Deutsche Gaue« V, 24; VI, 119; 
VII, 109, 149. — Kunstdenkmäler der Oberpfalz, Heft II, B.-A. Neunburg v. W., S. 17.) 
Untcrirdi5che Über UNTERIRDISCHE GÄNGE (SCHRAZELLOCHER) vgl. A. 

oange. Hartmann, Unterirdische Gänge, Beiträge zur Anthropologie u. Urgeschichte Bayerns, 
München VU (1887), 102. 

PITZLING. 

Kapelle. KATH. KAPELLE U. L. FRAU. 1851 erbaut. Matrikel R., S. 70. 

Bauernhäuser Im Orte hölzemc BAUERNHÄUSER. 

Schäme. Spuren einer SCHANZE in der Nähe von Frieding, südlich von Pemfling. 

(J. Brunner, Schloß und Herrschaft Sattelpeilnstein, Cham 1906, S. 13.) 

PRIENZING. 

Kapelle. Hölzeme DORFKAPELLE mit vielen Totenbrettem. (Vgl. Ph. M. Halm, 

Totenbretter im bayerischen Walde, Beiträge zur Anthropologie und Urgeschichte 
Bayerns XII [1900], 3. Heft, S. 100 mit Abb. auf Tafel VIII.) 

PÜDENSDORF. 

Ehem.Schioß. EHEMALIGES SCHLOSS. Bis in aas 16. Jahrhundert im Besitze der 

Püdensdorfer. (VO. XXVII, 297, 308, 412. — Quellen und Erörterungen zur Bayer, 
und Deutschen Geschichte, München VIII (1860), 162 f. — K. Hohn, Atlas von 
Bayern, Nürnberg 1840, IV, 78. — R. Schuegraf, Chronik vom Schlosse Püdens- 
torf mit der Genealogie des adeligen Geschlechts der Püdenstorfer auf Püdenstorf, 
in den Verhandlungen des Hist. Ver. i. d. Unterdonaukreise, Passau, Heft 2 (1835), 
44 flf. — Johann Brunner, Püdensdorf, ein untergegangener Edelsitz bei Cham, 
Cham 1903.) 

Das Schloß (Ansicht bei Wening IV, 17) war ca. V* Stunde von Cham ent- 
fernt auf der Wiesenfläche zwischen Cham und Chammünster gelegen. Jetzt gänz- 
lich verschwunden. 

RÄNKAM. 

Kirche. KATH. KIRCHE MARIA HIMMELFAHRT. Früher Schloßkapelle; 

jetzt Nebenkirche von Amschwang. Matrikel R., S. 55. — Zimmermann, Kalender 

IV, 177. 

Die Kirche wurde 1860 mit Benutzung eines Teiles des alten Schlosses um- 
gebaut und erweitert. Westlich orientiert. Der jetzige Altarraum noch aus dem 
18. Jahrhundert, der östliche Teil (Langhaus) modemer Bau. 

Einrichtung modern romanisch. 

Grabstein. Maximilian Reichsgraf von Törring-Jettenbach , Herr der Hof- 
marken Ränkam und Amschwang, »Se. KurfLirstl. Durchl : zu Pfalzbaiern, Kämmerer 



Känkam. — Raindorf. jl^ 

und wirklicher Hofrath, dann des Pfalzbaieri: hohen Ritterordens heiligen Georgs Kirche. 
Ritter,« f 15. Juni 1800, im 52. Lebensjahre. Solnhofer Stein mit Wappen und 
Todesemblemen. Klassizistisch. H. 1,65, Br. 0,80 m. 

Kelch, Silber, vergoldet. Am Fuß getriebenes Ranken werk. Ohne Zeichen Geräte, 
und Marke. Ende des 17. Jahrhunderts. H. 0,25 m. — Kreuzpartikel, Silber, 
vergoldet. Mit Laub- und Bandwerkomamenten. Beschauzeichen München ; Meister- 
marke g . (Rosenberg, 1159: J. C. Steinbacher.) Um 1720. H. 0,27 m. 

Glocke. Von Joh. Georg Sedlbaur in Straubing, 1721. Glocke. 

Vor der Kirche die überlebensgroße STEINFIGUR des hl. Johann Nepomuk Steinfigur, 
auf hohem Sockel. Granit. Spätes 18. Jahrhundert. 

EHE MAL. SCHLOSS. VO. XXVII, 297, 412. — Schuegraf, Chronik Ehem. Schloß, 
von den Schlössern Arnschwang u. Rainkam, Verhandlungen des Hist. Ver. in dem 
Unterdonaukreise, Passau, Heft i (1834), 40 — 61. — K. Hohn, Atlas von Bayern, 
Nürnberg 1840, IV, 137. — A. Sperl, Vierteljahrsschrift für Wappenkunde, heraus- 
gegeben vom Verein Herold XXVIII (1900), 397. — Bavaria II, i, 473. — Gesam- 
meltes über Fürth i. Walde und Umgebung, Fürth bei M. Wagner 1878. — Schloß 
Ränkam bei Arnschwang, in der Zeitschrift »Der marianische Sodale«, Cham 1904, 
2. Heft, 20 ff. — J. R. Schuegraf, Chronik von Schloß Rainkam. MS. im Hist. 
Ver. O. 496. 

Ansicht. Wening IV, 13. 

Ränkam war am Ende des 16. Jahrhunderts im Besitze der Eyb auf Runding, 
hernach der Fuchs von Wallburg. (A. Sperl, S. 397.) 1680 kam es an Johann 
Christoph von und zu Hauzenberg, der die Schloßkapelle erbaute. 1702 Johann 
Baptist Walser von Syrenburg, Pfleger und Grenzhauptmann zu Fürth. Seit 17 15 
die Grafen von Törring und Dengling auf Jettenbach, 1801 Freiherr von Völderndorff- 
Waradein, nach dem der in der Nähe an der Straße nach Fürth gelegene Ort 
Waradein benannt ist. (Mitteilung des Herrn Grafen Hugo von WalderdorfF auf 
Hauzenstein.) 

Die Gebäulichkeiten des ehemaligen Schlosses sind 1860 teils zum Bau der 
Kirche, teils zur Wohnung des Benefiziaten verwendet worden. 

Im Dorfe interessante HOLZHAUSER. (Vgl. Philipp Maria Halm, Das Holzhäuser. 
Bauernhaus in Bayern, Spemanns Goldenes Buch vom Eigenen Heim, Stuttgart 1905, 
Nr. 395.) 

Über SCHRAZELLOCHER vgl. Jon. Brunner, Schrazellöcher, Sammler, Schrazei- 
Beilage zur Augsburger Abendzeitung 1904, Nr. 131. 

RAINDORR 

EHEMALIGES SCHLOSS. Im Besitze der Raindorfer und später der Ehem. Schloß. 
Kolb von Raindorf. (VO. II, 88; IX, 36; XH, 122; XXVU, 412; XXXIU, 82, 125. 
— MB. XXIV, 35. — Johann Martin Maximilian Einzinger von Einzing, 
Bayrischer Low, das ist : Historisches und Heraldisches Verzeichniß der Bayerischen 
Tumierer und Helden, Anderer Band, München 1763, S. 365.) 

Bei Raindorf ein ergiebiger Granitsteinbruch am Blauberg, »worauß zu under- 
schydlichen vornehmen Kirchen: und Schloß-Gebäuen wolständige Stainmetz-Arbeit 
verfertigt wird«. (Wening IV, 20.) 



VI. B.A. Ch«m. 

KISSING. 

KREUZSTEIN mit einer Nische. Granit. (Fig. 88.) 



RUNDING. 

KATH. PFARRKIRCHE ST. ANDREAS. Matrike! R., S. 69. — 
VO. XVIII, 157; LIII, 155. ^ Zimmermann, Kalender IV, 178. — Gesammeltes über 
Fürth i. Walde u. Umgebung, Fürth 1878. — Grueber u. Müller, Der Bayrische 
Wald, S. 193. — Adalhebt Müller, Bayerischer Wald, Zum Gebrauche als Weg- 
weiser f. Reisende, Regensburg 1861, S. 141. — Weninc, Histor.-topograph. Notizen 
über die Pfarrei Runding-Pachling, 1844. MS. im Hist. Ver. O. 514. — R. Schüegraf, 
Die Zukirche ■ Pachling bei Runding zu Chammünster. MS. im Hist. Ver. O. 862. 

Früher Filiale von Cliammünster unter dem Namen Pachling. Später kam 
neben Pachling auch der Ortsname Rundiog auf. Seit wenigen Jahrzehnten führt 
die Pfarrei nur mehr den Namen Runding. Kirche 1850 neu erbaut. (Matrikel 
R., S. 69.) 

An den halbrund geschlossenen Chor schließt sich das Langhaus mit dem Quer- 
schiff an. Chor und Langhaus llachgedeckt. Westturm, unten vier-, oben achteckig. 
In seinem unteren Teil wohl noch 17. Jahrhundert oder Beginn des 18. Jahrhunderts. 



Runding. HO 

Einrichtung modern, pfatrkii 

Lebensgroße Holzfiguren St. Peter und Paul sowie St. Johann Nepomuk Hotifigur. 
und Franz Xaver wie auch die Mater dolorosa. Treffliche Arbeiten aus der Früh- 
zeil des i8. Jahrhunderts. 

Im Presbylerium : i. Grabstein mit Inschrift: Den 23. April 1663. Ist in Grabutin. 
Gott verschieden weyland der fteehwohlgebome Herr Herr Johann Albrecht Nottkafft, 
Freyherr von IVemierg Herr tu Ruttding auf Zenehing Lederthom Liebenstein und 
Dalkhing der Chur/iirstl. Durchl. in Bayern gewester Cammerer Rath u. Pfleger zu 
Wetterfeld des fürstl. Hohenstiffts Regenfpurg Erbtruchseß im j8 Jahr seines Alters. 
Deßen erste gemahUn geweßen Frau Catharina von Kaltenthal, die andere aber Frau 
Rofia frey und Edle Frau von Pientzenau auf Paumgarten. deren Seelen samendtlich 
der Allmächtige gnädig seyn: und ein fröliche auferstehung verleihen wolle. Amen. 
In der Mitte Hauptwappen, zwischen den Wappen der »Kaltentallä und »Pentzenau«. 
An den seitlichen Pilastem acht Ahnenwappen : heraldisch rechts Nothaft, Fraun- 
berg. Kastner von Sehne ytenbach, l.eneysen, heraldisch links Leiblfing, Fraunberg, 
von Stauf zu Sinichen, von Stauf zu Emfels. H. 1,21, Br. 0,85 m. (Federzeichnung 
in der Sammig. des Hist. Ver. v. Oberpfalz u. Regensburg.) — An der nördlichen 
Kirchhofmauer a. Grabstein: Wolfgang Görg Mayers Pflegerskindt. Alkier zum 
Ruhe man Ligen findt. Den Sibnlen October Geborn, Am Zwölften Jenner Seelig 
Gestorbn. Amen j^SS unil 158g. Relief der Auferstehung. Sandstein. Darüber steht : 
Joh: am ■ XI. ■ Ich bin die Auferstehung und das Leben Wer an Mich glaubet, der 
wirdt leben ob er gleich stürbe. 
H. 1,05, Br. o,5s m. — An der 
südlichen Kirchhofmauer (Fig. 89) : 
3. Hie ligt begraben der Edle Jvng- 
ling Christof Friderich von Eyb 
ist tu Hohenwart Seliglich in Gott 
verschieden den 12. Octob. Anno 
Dhi rsgS. Der Stein zeigt in 
Hochrelief die ganze Figur des 
Verstorbenen, der in beiden Hän- 
den seinen Hut hält. An den 
Ecken heraldisch rechts die Wap- 
pen der Eyb und Feilitsch, heral- 
disch hnks die der Fuchs und 
Murach. In der Bogenleibung 
ein Bibelspruch. Weißer Quarz. 
H. 1,11, Br. 1,05 m. — 4. Hie 
Ligt Begraben die Edle und Tugent- 
hafte Frau Anna von Eybe Ein 
geborne i-on Wildenstain Ist ge- 
storben Ao i^Sj den 22. Juni so 
des Edlen und vesten Ludwigen von 
Eybe sein andre Hauffrau. Der 
Gott genedig sein w: Unten das 
Ehe Wappen in einem Kranz. 
Ouarz. H. i.iz, Br. o,6q m. — 

^ •* ' ' ^ Vis. B». Runding, GrabsKio de) Chri«oph Friedlich von Eyb, 

5. Dte Edle und Tugenthaft Frau t '59'. »n ^" Fricdhofm.u«. 



I20 VI. B.-A. Cbflm. 

. Lueija von F.ybe Ein Geborne von Fälsch (= Peiütsch) lil gestorben Anno ■ 1570 den 
■ IS Marcy so des Edle und vesten Ludwigen von Eybe sein Erste Hausfrau. Der seilen Gott 
genedig seyn w : A: Ehewappen. Weißer Quarz. H. 1,30, Br. 0.84 m. — 6. Anno 
1586 Den 26. Marty Ist die Edle vnd Tugentkaft Frau Helena von Hapßierg Ein 
Geborne von Eybe %u Chamb Sebatlich in Gott verschieden vnd Ligt hie Begraben 
Der seilen Gott gnedig sein welle. Anten. Ehewappen in Kranz und Kartusche. 
Weißer Quarz. H. 1,^0, Br. 0,82 m. — 7. Ao Dm 1583 den 22. Januarj Starb 
die Edle vnd Tugenthaft Frau Anna von Eybe Ein geborne von Wildenstein der seilen 
G : G : In den Ecken des Steines die vier Wappen schÜde : heraldisch rechts 
Wildenstein und Freinndsberg, heraldisch hnks Schmiechen und Rain. Das Hoch- 
relief zeigt die Verstorbene in ganzer Figur betend. Kostümlich interessante Arbeit. 
Weißer Marmor. H. 1,22, Br. 0,71 m, Wohl identisch mit Grabstein Nr. j. Doch 
ist der Sterbemonal verschieden. — 8. Grabplatte von 1599 des Ludwig von 
Eyb »der Jünger seins Alters gewest 38 Jar gestorben 1599 zu Rainkamb«. Das 



7\%. 90. Rundinf. 



Hochrelief stellt den Verstorbenen völlig gerüstet mit Platten hämisch in einer Nische 
dar. Um den Hals legt sich eine Krause wie eine Ehrenkette. In der Rechten hall 
er einen Stab, die Linke ruht auf dem Schwertgriffe. An den Seiten sechzehn 
kleine Wappenschilde angeordnet. Derbe, aber nicht uninteressante Arbeit in weiß- 
grauem Marmor. H. 1,23, Br. 0,86 m. (Federzeichnung des Steines in der Sammlung 
des Hist. Ver. v. Oberpfalz u. Regensburg.) — 9. Grabplatte des Wolf Mayer, 
gebor. 1. Oktober 1588, »den zwotten Januar Ao. 1589 scelig entschlaffeni (wohl 
identisch mit Grabstein Nr. 2, obwohl Sterbedatum verschieden), und des Georg 
Mayer, »den 19. July gebom, den 18. October verschiden, Ao, 1592, dem Gott gnad'. 
Der Stein zeigt drei Arkaden, in der mittleren die Grabinschrift, in den äußeren 
Reliefs zweier Kinderfiguren. Sandstein. H. 0,59, Br. 1,20 m. 

Kelch, Silber, vergoldet. Mit getriebenen Passionsszenen und Edelsteinen 
besetzt. Beschauzeichen undeutlich; Meistermarke 18. Am Fuße die Inschrift; 
Michael Rottkamer I. C. L. Pfarrer von Pachling 1^41. H. 0,26 m. — Meß- 
kännchen und Platte, Silber. Auf der Platte die Inschrift: Michael Rotthamer 
I. C. L. Pfarrer in Pachling 1741. — Kreuzpartikcl, Silber. Ohne Zeichen 
und Marke. Um 1720. — Andreaspartikel von 1741. 



In der SEELENKAPELLE Fragment eines Altares mit zwei Säulen aus 
rotem Marmor und den Resten eines Reliefs der Kreuzigung. Solnhofer Stein, In 
der Mensa in Kartuschenumrahmung aus rotem Marmor Solnhofer Stein mit der 
Darstellung eines Ritters mit drei Frauen und drei Kindern. Im Hintergrund Relief 
eines Schlosses. Darüber die vier Wappen der Schwarzen stein, Closen, Wiklenstatn 
und Perlichingen. Um 1600. Zu diesem Stein gehört das in der gegenüberliegenden 
Wand der Kapelle eingelassene Epitaph mit der Inschrift: lAlhie ligl Begraben Ton 
Thurniers genoß Uraltem Edelichen Slamen der Edt und Gestreng Herr Herr Ordolph 
vom Sckwartzemtain zum fürfftemtain auf Englburg und Khatzenberg Gebom Ao 
1537 ^"^ ^4- April Hat von uralten Edelichen Geschleckten Closen, Wildenstain, und 
Ferliching j Ehefrauen, und bej der vom Wildenstain, 3. Töchterl gehabt. Welcher 



FiE. 91. Runding, Aniichi dn Schlou» bei Wcnini, 1716. 

den 3. Oktobris Ao. zßgj auf seinem Schloß Fürftcnstain Sceligelich in Gott ver- 
schiden ist, sein Allmacht verleihe der Seil ain Froliche Aufferstehung Amen. Soln- 
. hofer Stein in Kartuschenumrahmung aus rotem Marmor. H. 0,70, Br. 0,50 m. {Der 
Votivaltar ist erwähnt in Grueber u. Müller, Der Bayrische Wald, S. 293. — 
Adalbert Müller, Bayerischer Wald, Regensburg 1861, S. 141.) 

Über die sämtlichen Grabsteine vgl. R. Schuegraf, Sammlung alter Inschriften, 
Monumenten, Epitaphien etc. von der Grafschaft und der Stadt Chamb, 1817. 
MS. im Hist. Ver. O. 859. 

SCHLOSSRUINE. VO. III, 226; VII, 104; XII, 283 Anm.; XVI, 343; 

XVII, 447; xviii, 249. ^89, 344; XIX, is4i XXVI, 153, 155. 208, 218, 250. 253, zn\ 

XXVn,3s6, 412; XXVm,268f.; XXXVI, 51; XL, 82, 88, 180. ~ Reg. Boic. VIII, 
39 f., 143; IX, 12, 38; XUI. 166. — Gemeiner UI, 114. — Weking IV, 21. — 
Zimmermann, Kalender IV, 178. — Johann Martin Maximilian Einzinger von 



123 VI. B.-A. Chwn. 

. EiNZiNG, Bayrischer Low, das ist: Historisches und Heraldisches Verzeichniß der 
■ Bayerischen Tumierer und Helden, Anderer Band, München 1762, S. 208, 42,^. — 
Gabriel Bucelinls, (jeniiania topo-chrono-stemmatographica sacra et profana, Frank- 
furt a. M. 1699, 11, 63. — Johann Heinrich von Falckenstein, Antiquilates-Nord- 
gavienses oder Nordgauische Alterthümer und Merokwürcligkeiten, Frankfurt u. Leipzig 
'733' IIj S3- — H UND II, 74, 183, 184, 192; III, 595 f. — Ried I, 701. — Lotz, 
Kunsttopographie Deutschlands, U (1863), — Hund, Metrop. Sal. II, 342. — Lukas, 
Cham, S. 56, 112, 139. — Joh. Brunner, Burg Runding bei Cham, in der Zeitschrift 



Nach «Dtm Aqunnll in der S>miiiLun( dn H»t. Vcc. v. ObcrpUi u. Rifiiiiburg. 

Deutsche Gaue, Bd. V, S. 130. — Grueber u. Müller, Der Bayrische Wald, S. 286ff. 

— Das Königreich Bayern in seinen altertümlichen, geschichtlichen, artistischen u. 
malerischen Schönheiten, München II (1846), 459 — 468 (von Schieüraf). — A. Müller, 
Ansichten u. Schildeningen aus dem Bayerischen Wald, Leipziger Illustr. Ztg. 1851, 
S. 388, 420, 44z. — Adalbert Müller, Bayerischer Wald, Als Wegweiser zum 
Gebrauche f. Reisende, Regensburg 1861, S. 137 f. — Heinr. Reder, Der Bayer- 
wald, Regensburg 1861, S. 184. — J. Würdincer, Kriegsgeschichte von Bayern, 
Franken, Pfalz und Schwaben von 1347 bis 1506, München 1868, I, 1872. — 
Pleickhard Stumpf, Bayern, München 1852, S. 461. — A. Schöppner, Sagenbuch 
der bayer. Lande, München I (1874), 96. — Oberpfälzer Anzeiger 1845, S. 109. 

— Ad. MUller u. Fr. X. Müller, Sagen und Legenden der Bayern, in einer 
Reihenfolge von Romanzen und Balladen, Regensburg 1833, S. 180. — Joh. Brunner, 
Eine untergegangene Burg des Bayer, Waldes, im Sammler d. Augsburger Abendzlg. 



t Bargniine. 1905, 



Rnnding. I3g 

1899, Nr. 72. — RiEZLER III, 602. — Piper, S. 19, 70a. — Bavaria II, I, 479. — But(i 

Karl Freiherr von Reitzenstein, Der Feldzug des Jahres 1621 mit der Besitz- Li"™' 

ergreifung der Oberpfalz, Supplementlieft z. Jahrbuch d. Militärischen Gesellschaft 

München pro 1885/87, S. 155 f. — Karl Hohn, Atlas von 

Bayern, Nürnberg 1840, IV, 140. ^ Burg Runding bei Cham, 

im »Marianischen Sodalen«, Cham 1904, Heft 3, S. 39 ff. — 

Gesammeltes über Fürth im Walde und Umgebung, Fürth bei 

M. Wagner, 1878. — JoH Bapt. Brenner, Geschichte des 

Klosters und Stiftes Waldsassen, Nürnberg 1837, S. 16. — 

Verhandlungen d. Hist. Ver. i. d. Unterdonaukreise, Passau, 

Heft 2 (1835), 55, 57. 69, 70, 76. — Koch u. Wille I, 4001. 

— A. Sperl, Vierteljahrsschrift f. Wappenkunde, herausgeg. 
vom Verein Herold XXVIII (1900), 393. — Ludwic Albert 
Freiherr von Gumppenberg, Geschichte der Familie von 
Gumppenberg, 2, Aufl., München 1881, S. 200. — K. v, Rein- 
HARDSTüTTNER, Land u. Leutc im Bayer, Walde, Bamberg 
1890, S. 33 ff. — Oberbayer. Archiv XIV, zo; XXVIU, 43, 63. 

— Krenner XIV, 364; XVII, 277. — Quellen u. Erörte- , 
Tungen zur Bayer, u. Deutschen Geschichte, München V(i857}, 1 
371, 454; VI (1861)396. — Oberpfälz. Zeitblatt III, 389. — g" 
M, Freiherr v. Freiberg, Geschichte der bayer. Landstande \ 
u. ihrer Verhandlungen, Sulzbach I (1838), 293. — Michael i 
Gärtner, Die Landsassen frey heil in der obem Pfalz, Lands- % 
hut 1807, S. izif. — R. Schuegraf, Burg Runding, MS, .| 
im Besitze des Grafen Hugo von Walderdorff. ^ Ders., ^ 
Chronik von Runding. MSS. im Hist. Ver. O. 783, 514. — ^ 
Ders-, Die Schweden im baier, Walde in den Jahren 1633 — 34 :| 
u. 1641—49. MS. im Hist. Ver. O. 84. — Schloß Runding ^ 
und seine Sagen. MS. im Hist, Ver. O. 72. ^ 

Ansichten, Philipp An an, 24 Bayrische Landtafeln, ^ 

1568 (Miniaturansicht), — Ansicht des Schlosses auf einer ^ 

Karte von 1608, Im Reichsarchiv München, Plansammlung 
Nr. 3186, (Fig. 90.) — Weninc IV, 18. (Fig. gi). — Öl- 
gemälde im Pfarrhof zu Cham, erste Hälfte des 18. Jahr- 
hunderts. — Aualbert Müller u. Fr. Xav. Müller, Sagen 
und Legenden der Bayern, Regensburg 1833, S, 180. — Das 
Königreich Bayern in seinen Schönheiten etc., München 1846, 
II, 459. (Schloßhof mit Schloßkapelle.) — Grueber u. .Müller, 
Der Bayrische Wald, S, 282, — Aquarelle um die Mitte des 
19, Jahrhunderts, Originale in der Sammlung des Hist, Ver, 
von Oberpfalz u, Regensburg. (Fig. 92 u. 93.) 

Geschichte. Das alte Geschlecht der Rundinger Gc«hi 

stand im Dienste der Markgrafen von Cham und Vohburg. 
Urkundlich zum ersten Male tritt Otto von Runding als Zeuge 
im Jahre 1118 auf, da Markgraf Di pol d von Cham und Vohburg 

das neugegründele Kloster Reichenbach mit Gütern beschenkt, (MB. XIV, 408,) 
Oftmals werden in der Folgezeit die Rundinger in Zusammenhang mit ihren Herren 
genannt, (MB. XIV, 4ir f., 414, 416 ff.; XXVII, 8, 15, 17. — Ried I, 701.) Sie waren 



VI. B.-A. Cham. 



Wohltäter der Kirche Chammünster, wo sie ihre Sepultur hatten, und besonders auch 
des Klosters Reichenbach. (MB. XXVU, 21 f., 56; XII, 114.) Ein Kundin ger, Dietrich, 
war 1152 — 1264 Abt des Klosters Reichenbach; er starb 1283. (Chronicon Reichen- 
bacense von 1118 bis 1417, Oefele I, 403.) Das 14. Jahrhundert hindurch waren 
die Rundinger noch im Besitze der Burg (Reg. Boic. VIII, 39 f., 143. — Krenner 
XIV, loi. — Oberbayer. Archiv XXVm, 63), aber nicht mehr im Vollbesitze. Denn 
1378 verkaufte ArBold Fraunberger den dritten Teil der Feste Runding an die 
bayerischen Herzöge Stephan, Friedrich u. Johann. (Hund II, 73. — Krenner 
XIV, 364.) Heinrich von Runding verkaufte seinen dritten Teil an der Burg dem 
Herzog Johann von Straubing-HoUand, und dieser belehnte damit clen Vizedom von 
Niederbayem, Heinrich Nothaft, der in den Jahren 1413 und 1415 auch die übrigen 
Teile, die noch Michael Rundinger und die Ritter von Chamerau innehatten, in 
seinen Besiu brachte. (Hund II, 184; III, 595 f. — Oberpfälz. Zeitblatt III, 389.) 

In der Zeit der Husiiengefahr wurde Runding gegen drohende Einfalle dadurch 
gesichert, daß von den verbündeten bayerischen Herzogen Ernst und Wilhelm 1431 
eine ansehnliche Besatzung fiir ein ganzes Jahr in das Schloß gelegt wurde. 
(WCrdincer I, 172.} 

Die Nothaft saßen auf Runding bis gegen die Mitte des r6. Jahrhunderts. Der 
letzte war Heinrich Nothaft, der »übel hauset«, so daß seine Söhne Runding und andere 
Güter verkaufen mußten. (H(;nd II, 192.) 1549 ward Runding an die Eyb verkauft. 
I^ut Gedenktafel im Schlosse zu Satte Ipeilnstein besaßen die Eyb (s. unten S. 134) 
Kunding bis 1618. In diesem Jahre heiratete Hans Albrecht Xotliaft die Witwe des 
Georg Wilhelm von Eyb, (f 1614); diese brachte ihm ein großes Vermögen zu, mit 
dem er Runding von den Eyb wieder zurückkaufte. (Vgl. die Gedenktafel in 
Satte Ipeilnstein, S. 134. — M. (Jartner, Die Landsassen freyheit in der Obern Pfalz, 
Landshut 1807, S. iii f.) Es waren also wieder die Nothaft vorläufig wenigstens 
zum Mitbesitze von Rimdlng gelangt, bald aber kamen sie wieder in vollen Besitz. 



Als 1633 die Schweden Runding belagerten, verteidigte Hans Heinrich von 1 
Nothaft sein Schloß so erfolgreich, daß die Feinde abziehen mußten. 

Am 5. September iSag verkaufte Karl Philipp Freiherr von Nothaft von 
Weißenstein Runding an den Staat Bayern; das Schloß ging wieder in Privatbesitz 
über und wurde zur Gewinnung von Baumaterial abgebrochen. 

Beschreibung. Die Burg (Lageplan Fig. 94. — Schnitt Fig. 95. — Detail- 1 
ansichten Fig. 96 u. 97) Hegt auf einer hohen, isolierten, rundlichen Bergkuppe 
(ca. 545 m über dem Meer), die nach drei Seiten mäßig, auf der Ostseite steiler abfallt. 
Der Süd- und Osthang ist mit Granitblöcken übersät, der Nordwesthang mit spärlicher 
Waldung bewachsen. Der Hauptzugang zur Burg führt an der Nordwestseite durch 
das äußerste Tor zur Vorburg mit den Wirtschaftsgebäuden rechts und dem dreige- 
schossigen, großen Getreide kästen links. Ein Nebenweg zieht sich von dem am 
Südosthange der Kup]>e liegenden Dorf herauf. Von der Vorburg gelangt man durch 
den sanft ansteigenden, gewölbten Torweg zur ehemaligen Zugbrücke, die jetzt durch 
einen Damm ersetzt ist. Diese überspannte einen breiten und tiefen Ringgraben 
mit Futtermauer, der auf allen Seiten die Burg umzieht. Jenseit des Grabens ver- 
mittelt das innere Schloßtor, von einem Wohnturm flankiert, den Zugang zur Hoch- 
burg. Diese, allseits von einem breiten Zwinger mit halbrunden Ecktürmen um- 
geben, liegt auf dem in der Richtung von Nordwest nach Südost ansteigenden Gipfel 
der Bergkuppe und umschließt mit ihren Gebäulichkeiten nach drei Seiten den 
geräumigen inneren Schloßhof von regelmäßiger Form. 

Der Hauptwohnbau dehnt sich an der Nordwestseite aus. Von dem noch 
erhaltenen Teil der hochgehenden Mauer sind drei Stockwerke erkennbar. Die 
Fensterrahmen sind überall herausgebrochen. In der Südwestecke erhob sich ein 
mehrere Geschosse umfassender Wohnturm, der im Frühjahr 1905 bis auf einen 
kleinen Rest zusammenstürzte. Er war mit ornamentalen Fassaden maiereien der 
Renaissance geschmückt. (Freundliche Mitteilung des Herrn Lehrers Frühtrunk in 



128 VI. B.-A. Cham. 

Burgruine Runding.) An der Nordost- und Südwestseite der Burg zogen sich teils Wohnungen 
Beschreibung, (jej- Dienerschaft, teils Stallungen hin. Aufgehendes Mauerwerk von nur geringer 
Höhe stellenweise noch erhalten. Der Verlauf der Mauerzüge ist aber im Terrain 
noch mit Sicherheit zu erkennen. 

In der den Schloßhof südöstlich abschließenden Mauer ein im Rundbogen 
geschlossenes, von zwei runden Wehrtürmen flankiertes Tor, das in den Zwinger 
fuhrt. Schießscharten nirgends zu sehen. 

Inmitten des Schloßhofes erhob sich auf hohem Granitblock (Fig. 94 u. 95) der 
Bergfried, der, wie es scheint, schon im Mittelalter zerstört worden war. (Vgl. Reichs- 
archiv München, Plansammlung Nr. 3186, Karte von 1608, wo der Bergfried bereits 
nicht mehr zu sehen [Fig. 90].) Noch bis nach Mitte des 19. Jahrhunderts stand 
auf diesem Felsen die Schloßkapelle, die 1854 abgebrochen wurde. (Matrikel R., 
S. 69. — Abb. in »Das Königreich Bayern in seinen Schönheiten« etc., München 
1846, n, 459.) Südlich davon Reste des Schloßbrunnens. 

Das Mauerwerk an allen Teilen der Burg besteht aus ziemlich unregelmäßig 
geschichteten größeren und kleineren Quadern, mit vielem Brocken werk vermischt. 
Die unteren Mauerschichten zeigen an manchen Stellen, wie an der Nordseite, regel- 
mäßiger aneinandergereihte größere Granitquadem, die vielleicht auf eine ältere Bau- 
periode, aber nicht auf die romanische Zeit schließen lassen. Im übrigen geht die 
Mauertechnik nicht über das späte Mittelalter zurück. Buckelquadem finden sich 
nirgends. 

Die Burg war von großer Ausdehnung und beherrschte weithin die Gegend. 
Vor ca. 50 Jahren stand ein großer Teil noch unter Dach. (Vgl. die Ansicht des 
Schlosses, Das Königreich Bayern in seinen Schönheiten etc., München 1849, 
II, 459.) Nunmehr geht der Zusammenbruch der aufgehenden Mauerteile sehr rasch 
vonstatten. 
Hoiihäuscr. Im Dorfe sind noch einige HOLZHÄUSER erhalten. 

Totenbretter In der Umgebung interessante Gruppen von TOTENBRETTERN. (Vgl. 

Philipp Maria Halm, Todtenbretter im Bayerischen Walde, Beiträge zur Anthropo- 
logie und Urgeschichte Bayerns, XII. Band, Heft 3, München 1895, S. 83 flf. Abb. 
auf S. 92.) 
Unterirdische Über UNTERIRDISCHE GÄNGE vgl. A. Hartmann, Unterirdische 

Gänge, Beiträge zur Anthropologie u. Urgeschichte Bayerns, München VII (1887), 102 f. 



Gänge. 



SATTELBOGEN. 

Kirche. KATH. KIRCHE ST. NIKOLAUS. Filiale von Loitzendorf. Matri- 

kel R., S. 314. — VO. XVIII, 157. — Wening IV, 22. — Zimmermann, Kalender 

IV, 179. 

17 18 neu gebaut. (Matrikel R., S. 314.) 

Eingezogener, halbrund geschlossener Chor mit Tonnengewölbe und Stich- 
kappen. Langhaus flachgedeckt. Der eingebaute Westturm unten vier-, oben acht- 
eckig mit Kuppel. Sakristei an der Nordseite des Chores. Darüber Oratorium. 
Einrichtung. Hochaltar. Aufbau von zwei glatten Säulen vor Pilastern und geschnitztem 

Rokokoschweifwerk an den Seiten. In der Mittelnische die lebensgroße, bemalte 
Holzfigur St. Nikolaus. Im Giebel das Holzrelief des guten Hirten. Um 1760. 

Seitenaltäre nicht mehr vorhanden. 



Sattelbogen. — Sattelpeilnstein. I29 

Kanzel mit Frührokokomotiven und modernen Zutaten. Kirche. 

Rokokomonstranz, Kupfer, vergoldet. Mit silbergetriebenen Rokoko- Geräte, 
muschelwerkomamenten im Kranz. H. 0,578 m. — Kelch, Silber, vergoldet. 
Ohne Ornamente. Beschau zeichen Augsburg; Meistermarke GH. H. 0,207 i"- — 
Kelch, Silber, vergoldet. Mit Laub- und Bandwerk. Beschauzeichen undeutlich; 
Meistermarke TATT. H. 0,248 m. 

EHEMALIGES' SCHLOSS. VO. I, 45 Beil., 47; H, 6, 97, 345; VI, Ehem. Schloß. 

121 f.; vn, 312; vm, 58; X, 109 f.; xm, 290; xvi, 41, 160; xviii, 166, 184, 193; 

XXm, 349; XXVII, 412; XXXIX, 192. — Wening IV, 22. — Hund I, 135, 184, 
284, 311, 3i8fif.; II, 82, 313 f. — Gemeiner II, 289, 362, 367; III, 75, 96. — 
Koch und Wille I, 3834, 5750. — Krenner II, 78. — Deutsche Gaue V, 89. — 
Abhandlungen der Kgl. Bayer. Akad. d. Wissensch. V (1823), Appendix Nr. 79. — 
Johann Martin Maximilian Einzinger von Einzing, Bayerischer Low, Anderer 
Band, München 1762, S. 484. — Jon. Schmid, Sigmund von Sattelbogen, der Letzte 
seines Stammes, in der Zeitschrift »Der Bayerische Wald«, 1904, Heft i, S. 15. — 
Grueber und Müller, Der Bayrische Wald, S. 332. — K. Hohn, Atlas von Bayern, 
Nürnberg 1840, IV, 144. — Johann Schmid, Chronik von Sattelbogen, Cham 1905. 

— R. Schuegraf, Chronik von Sattelbogen. MS. im Besitze des Herrn Grafen Hugo 
von Walderdorff. — Monographie von Sattelbogen. MS. im Hist. Ver. O. 515. 

Ansicht bei Wening IV, 19. 

Sattelbogen war der Stammsitz der mächtigen Sattelbogner, eines der an- 
gesehensten und weitverzweigtesten Geschlechter der Oberpfalz. Bereits Ende des 
12. Jahrhunderts kommen Sprossen als Zeugen in vielen Urkunden vor. (MB. III, 
271, 325; XII, 72; Xni, 129; XXVII, 36. — Verhandlungen d. churf. Akad. 
d. Wiss. 1791, S. 611.) Vier Jahrhunderte blühten die Sattelbogner, welche außer 
ihrem Stammschloß im Laufe der Zeit noch verschiedene Burgen des Landes inne- 
hatten, wie Arnschwang, Lichteneck, Liebenstein, Neuhaus, Ränkam, Miltach, 
Getolfing, Offenberg, Zant und noch viele andere Edelsitze. Sigismund war der 
letzte Sattelbogner, der 1537 im Kloster Oberaltaich sein ruhmreiches Geschlecht 
beschloß. (Vgl. Joh. Schmid, Sigmund von Sattelbogen, der Letzte seines Stammes, 
Der Bayerische Wald 1904, Heft i, S. 15.) Durch Kauf kamen sodann in den Besitz 
von Sattelbogen die Rainer zu Rain bis 1567; im 17. Jahrhundert die Weichs; im 
18. Jahrhundert die Wagerer von Hohenkirchen, sodann Joh. Nep. Freiherr von Pelkofen. 
Letzterer verkaufte 1784 Sattelbogen um 42000 fl. an das Kloster Oberaltaich, welches 
dahier eine Propstei des Klosters errichtete. Nach Aufhebung des Stiftes (1803) 
erwarb Sattelbogen Franz Xaver Baron von Hafenbrädl, dessen Sohn die Herrschaft 
zertrümmerte. 

Das Schloß scheint im Dreißigjährigen Kriege von den Schweden zerstört 
worden zu sein. Bereits Wening IV, 22 bezeichnet Sattelbogen als eine Hofmark 
ohne Schloß. 

SATTELPEILNSTEIN. 

KATH. PFARRKIRCHE ST. PETER UNDPAUL. MatrikelR., S. 73. Pfarrkirche. 

— VO. XVIII, 157. — Zimmermann, Kalender IV, 187. — Wening IV, 22. — 
Joh. Brunner, Schloß und Herrschaft Sattelpeilnstein, Cham 1906. 

Einheitlicher Bau des 18. Jahrhunderts. An den eingezogenen, halbrund ge- 
schlossenen Chor legt sich das Langhaus mit abgerundeten Ecken, dessen Nord- und 

Heft VI 9 



130 



VI. , 



.-A. Cham. 



. Südwand sich in halbrunde Kapellen öffnet. In Chor und Langhaus Tonnengewölbe 
mit Stichkappen auf Pilastem. Einfaches Rahmenwerk in Stuck. Tunn nördtjch 
am Chor, unten vier-, oben achteckig, mit Kuppel; in schönen Quadern, die der 
Schloßberg in Menge liefert, ausgeführt. 




Fif . 98. Si 



Drei Rokokoaltäre aus dem späten 18. Jahrhundert. Hochaltar, wirkungs- 
voller Aufbau von kantigen, übereck gestellten Pilastem und den seitlichen lebens- 
großen Holzfiguren St. Kranz Xaver und Johann Nepomuk. Im Giebel die plastische 
(jruppc der Krönung Mariens. Flott geschnitzte Arbeit. 



Sattelpeil nstein. 131 

Seitenaltäre aus der gleichen Zeit. Vom linken Seitenaltar ist im Pfarrarchiv t 
ein Entwurf mit Kosten Überschlag von 1791 vorhanden. ' 

Kanzel mit den Holzreliefs von Christus und den vier Kirchenvätern am 
Rumpf zwischen L^ub- und Bandwerk. Um 1710. 

Grabsteine, i. Johann Georg Schuss von und zum Peilstein auf Tragendt- ' 
schwandt, Ch urfürstlicher Rat und Pfleger zu Waldmünchen, f 13. Juli 1647. — 
2. Josephus Oswald Freiherr von Schuss und Peilnstein »zu Tragnschwadt, Herr zu 
Stainburg, Schachendorff, Irschnbach, Rosshaubten, Conzell und Berg, Ihro Curfrt. 
Durh. in Baym gevester Rath«, f 39. Jan. 1729, im 71. Lebensjahre. Frau Maria 



Fig. 99, Saltelpcilnitein. Südwcitaniicht d» Schlosei. 

Ehsabeta Cathari na Anton ia Freifrau von »Schus und Peilnstein, ein gebohme Freyin 
von Schleich zu Harwach«, f 32. August 1718, im 48. Lebensjahre. Oben Allianz- 
wappen in Kartusche und Akanthusranken. Ein gemeißeltes Totengerippe halt die 
Grabinschrift. Granit. H. 1,80, Br. 0,87 m. — 3. Ernst Leopold Josef Xaver Reichs- 
freiherr von Schuß und Peilnstein auf Tragenschwand, Herr zu Irschenbach und Berg, 
ch urfürstlicher Rat, f zz. März 1767, im 72. Lebensjahre. Seine Schwester Franziska 
Rosina Maria Antonia Freiin von Schuß und Peilnstein, f 11. Mai 1765, im 
65. Lebensjahre. Solnhofer Stein. Oben das Wappen. — 4. Frau Maria Anna 
Helena Sebastiana Re ichsfrei frau von Schuß, gebor. Freiin von Riederer und Paar, 
14. April 1763, im 64. Lebensjahre. Solnhofer Stein mit Ehewappen. — 5. A/Aü 
liegen begraben Franc. Christoph ■ Joseph ■ jj Maria Magdalena - Antonia ■ jl Maria Anna ■ 
Jakobe ■ Josepha ■ // Maria ■ Joanna ■ Chris/Ina ■ // Maria ■ Barbara ■ // Georg • Joseph ■ 



13a Vt. B.A. Chim. 

:. Benno ■ jj /oann • Franc ■ Joseph • Freiherrn und Freiten v. Schuff zu Peilflain. So 
■ alle in ihrer Unschuld geßorben. 1706. Solnhofer Stein mit Wappen, — 6. Maria 
Anna Bibiana Adelheid Antooia Freifraulein von Schuß und Peilnstein, geb. 
6. November 1720, f g. Dezember 1710. — (Die Grabsteine sind in ihren vollen 
Inschriften und Wappen gegeben bei R, Schuegraf, Sammlung alter Inschriften, 
Monumenten, Epitaphien etc. von der Grafschaft und der Stadt Chamb, 1817. MS. 
im Hist. Ver. O. 859. Ebenso bei J. Brunner, Schloß und Herrschaft Sattelpeiln- 
stein. — Federzeichung der Grabsteine in der Sammlung des Hist. Ver. von Oberpfalz 
und Regensburg.) 

Kelch, Silber, vergoldet. Mit getriebenem Laub- und Bandwerk. Beschau- 
zeichen Cham; Meistermarke lp. Barock. Um 1725. H. 0,238 m. 

Glocken, i. Von Anton Fangler in Straubing, 1738. — 2. Von Johann 
Horido in Straubing, 1784. 

SEELENKAPELLE im Friedhof. Rundbau, an den sich östlich ein halb- 
runder Chor anschließt. Dachreiter mit Kuppel. 18. Jahrhundert. 

scHLOss. vo. vn, 144; XVI, 31; xxvn, 412. — mb. xxvi, 298; 

XXVn, 2o6, 402. — Reg. Boic. XIU, 147, 172. — Wening IV, 77. — J. Brunner, 
SchloßundHerrschaftSattelpeilnstein, Cham 1906. — Hund I, 284,318; II, 287, 382. 

— V.Fink, Versuch einer Geschichte des Vizedomamtes Nabburg, München 1819, S. 58. 

— Fessmaier, Versuch einer Staatsgeschichte der Oberpfalz, seitdem sie Oberpfalz 
heißet, Landshut 1799 und 1803, S. 266. ^ Jos. v. Mussinan, Geschichte des Löwler- 
bundes, München 1817, S. 56f. — Oberbayerisches Archiv XIII, 314. — Krenner 

in, 437; V, 273; VI, 74; vm, 408; X, 70 f., 

112. — Kalender für kath. Christen, Sulz- 
bach 1904, S. 47. — Verhandlungen des 
Hist. Ver. in dem Unterdonaukreise, Passau, 
Heft I (1834), 76. — Beyer, Atlas von 
Bayern, Nürnberg 1836, Unterdonaukreis, 
S. 24, 81, — Andreas von Regensburg, 
ed. Leidinger, S. 471, 570. — Koch und 
Wille I, 3303, 3304. — Verhandlungen 
des Hist. Ver. für Niederbayem XXXVII, 
la. — Adalbert MUller, Bayerischer 
Wald, Zum Gebrauche als Wegweiser für 
Reisende, Regensburg 1861 , S. 135. — 
Heinr. Reder, Der Bayerwald, Regensburg 
1861, S. 178. — R. Schuegraf, Chronik 
von Sattelpeilstein. MS. im Besitze des 
Herrn Grafen Hugo von \Valderdorff. — 
Fr. X. Reber, Die Römer über der Donau 
Flg. 100. suteijMiinitdD. oder die Aliertümer bei Sattel peilstein, 

w.pp^n rn, nur d« sciiio™>. ,830. MS. im Hist. Ver. von Oberpfalz und 

Regensburg. 
Ansichten. Philipp APl an, 24 Bayrische Landtafeln, 1568 (Miniaturansicht.) 

— Grundriß des Sclilosses mit den Nebengebäuden, Zeichnung von 1600. Im Pfarr- 
archiv Sattelpeil nstein. (Fig. 98.) — Wening IV, 52. — Aquarell des ganzen Ortes, 
aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in der Sammlung des Hist. Ver. von 
Oberpfalz und Regensburg. 



S«Melpeilnstein. ij^ 

In alten Urkunden heißt die Burg Peilstein (Peilnstein). Das Geschlecht der schio 
edlen PeÜstetner läßt sich bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zu rück verfolgen. 
Rapoto von Pilstein kommt in vielen Urkunden vor. (MB. XXVII, 24, i6, z8, 36; 
XXVI, 56; XIII, 179 ; XIV, 422. 

— Ried I, 450.) Nach dem ^^^^^^^^gmHHg^llllll^ 

Aussterben der Peilsteiner fiel 
die Burg als Lehen dem Her- 
zoge von Bayern zu , und 
Peilstein wurde nunmehr Sitz 
von Pfandinhabem. Zuerst be- 
kamen es die mächtigen Zen- 
ger. (Reg. Boic, VUI, 135. — 
Hund K, 382. — Brunner, 
Schloß und Herrschaft Sattel- 
peilnstein, S. 9.) Um 1370 
erscheint die Burg als Sitz 
eines Pflege- und Landgerichts. 
(Krenner III, 437.) Von nun 
ab beginnt die lange Reihe von 
Ptlegera. (Vgl. Joh. Brunner, 
Schloß und Herrschaft Sattel- 
peilnstein S. iiff.) 1571 ver- 
lieh Herzog Albrecht V. Sattel- 
peilnstein, Justinian von Peiln- 
stein, einem natürlichen Sohn 
des Herzogs Ernst von Bayern. 
(Näheres über ihn s, Brunner, 
Sattelpeünstein, S. aoff.) Unter 
ihm wurde in den Jahren 
1571—80 ein neues Schloß 
unterhalb der alten Burg ge- 
baut, die schon seit Ende des 
15. Jahrhunderts ganz und gar 
heruntergekommen war. (Eben- 
da, S. 29.) Der Sohn Justi- 
nians, Hans Georg, starb kin- 
derlos (1622). Herzog Maxi- 
milian schenkte nun das Lehen 
ohne alle Lehenschaft dem 
Hofkaramerpräsidenten und 
Pfleger zu Rottenburg Oswald 

Schuß und seinen Erben. Die o io to jo m) so 

Familie der Schuß, später in l. m i.i n l, | [ 1 1 

den Freihermstand erhoben, Fig. mr. SutcipFtiniicin. Lsgepim d« Burgruint, ijo;, 

war im Besitze von Sattel- 

peilnstein bis 1767. 1778 besaß das Schloß Freiherr von Pelkoven, 17S0 kaufte 
das Gut Joseph Maria Reich sfreiherr von Weichs, 1790 Johann Georg von Silber- 
bauer. Seit 1842 im Besitze der Familie Schauer, 



134 VI. B.-A. Cham. 

Schloß. Das neue Schloß (Fig. 99) ist so ziemlich unverändert erhalten. Viereckiger, 

dreigeschossiger Bau mit vier Ecktürmen. Die Fassade hatte ursprünglich Zinnengiebel. 
(Vgl. Ansicht bei Wening IV, 52.) Im Innern baulich vielfach verändert. Im 
' gewölbten Flur Solnhofer Platte mit Inschrift: 

»/w i^4gisten Jahr 

Runding von Notthafften verkhufft wahr, 

Da hattens die von Eyb In Gewalt, 

Biß man 1618 zahlt. 

Gab Gott sein segen und Genadt, 

Daß Ich Hannß Albrecht Notthafft 

Kham hero durch Heyrath ohngefähr, 

Erkhaufft dise Herrschafft vider 

Brachts also zu dem alten Stamb 

Sambt der katholischen Religion 

Darumb sey Gott zu aller Zeitt 

Gedanckht in alle Ewigkheit, 

Der wols vihl lange Jahr nun mehr 

Erhalten zu seinem Lob und Ehr, 

Und allen die darinnen Leben 

Fridt, Gnadt und Lange Gesundtheit geben, 

Auch nach diser Zergenglichkheit, 

Die evig Frewd und Seligkheitt, 

Amen.<i^ 
Unten das Wappen der Nothaft. H. 0,90, Br. 0,60 m. Diese Gedenktafel war früher 
im Stiegenhaus des Rundinger Schlosses, kam dann durch Freiherrn von Reitzenstein 
nach Hötzing und von da durch den Vater des jetzigen Schloßbesitzers nach Sattel- 
peilnstein. (Vgl. Joh. Brunner, Eine untergegangene Burg des Bayerischen Waldes, 
im Sammler der Augsburger Abendzeitung 1899, Nr. 72.) 

Wappen. Ebenda das Wappen der Zenger und Weichs in Granit gehauen und bemalt. 

15. Jahrhundert. H. 0,50, Br. 0,28 m. (Fig. 100.) 

Burgstall. BURG STALL. (Lageplan Fig. loi.) Auf einem östlich unmittelbar über 

dem Dorfe aufsteigenden hohen Bergrücken. Im Westen und Nordwesten fallen 
die dichtbewaldeten, mit wirr aufeinander sich türmenden Granitblöcken bedeckten 
Hänge steil ab, im Norden fast senkrechter Felsabsturz, während die südlichen und 
östlichen Hänge sich in sanfteren Linien zum Dorfe hinabziehen. Der Aufgang zur 
alten Burg vermutlich von Süden her. Die Anlage der Burg ist wegen vielfacher 
modemer Terrainabgleichungen nicht mehr zu bestimmen. Den durch Steilabfall 
gesicherten nördlichen und nordwestlichen Teil des Bergrückens mag der Wohnbau 
eingenommen haben; südlich davon, in tieferem Niveau als die Hochburg, sind im 
Terrain Spuren (vgl. Fig. 10 1) eines quadratischen Turmes (ca. 4 m lichte Weite im 
Quadrat), wohl Bergfried, zu erkennen. An einzelnen Stellen geringe Reste von 
Futtermauem. Buckelquadem. Aufgehendes Mauerwerk nirgends zu sehen. 

Totenbreucr. In der Umgebung Gruppen von TOTENBRETTERN. (Vgl. Philipp Maria 

Halm, Todtenbretter im Bayerischen Walde, a. a. O. S. 92.) 

Druidenstein. DRUIDENSTEIN im Walde bei Sattelpeilnstein. VO. XI, 6Anm.; XXVI, 

293. — Fr. X. Reber, Die Römer über der Donau oder die Altertümer bei Sattel- 
peilnstein, 1830. MS. im Hist. Verein von Oberpfalz u. Regensburg. 



Schorndorf 
Grabstein des Sigmund von Puchberg, f ca. 1481, in der Pfarrkirche 



Satzdorf. — Schachendorf. — Schönferchcn. — Schorndorf. 135 

SATZDORF. 

EHEMALIGES SCHLOSS. Einst Sitz der Satzendorffer. (VO. IX, 25 ; Ehem. Schloß. 
XIV, 33; XXVn, 412.) 

Bei Satzdorf zwischen Kammerdorf und Schorndorf wurden 1429 die Husiten 
geschlagen. (Würdinger, Kriegsgeschichte von Bayern etc., I, 173.) 

SCHACHENDORF. 

EHEMALIGES SCHLOSS. Einst Sitz der Schachendorfer. VO. XXV, Ehem. Schloß. 
144; XXVII, 412. — MB. XXVII, 128. — WeningIV, 22. — R. Schuegraf, Chronik 
von Schachendorf. MS. im Besitze des Herrn Grafen Hugo von Walderdorflf. 

SCHÖNFERCHEN. 

KATH. WALLFAHRTSKIRCHE MARIA SCHNEE. Nebenkirche Waiifahrts- 
von Cham. Matrikel R., S. 59. — VO. XXVU, 412. — R. Schuegraf, Chronik *'*'^***' 
von Schachendorf und Schönferchen. MS. im Besitze des Herrn Grafen Hugo von 
Walderdorff. 

1749 erbaut. (Matrikel R., S. 59.) 

Nach Süden gerichtet. Halbrund geschlossen und flachgedeckt. Pilastergliederung. 
Sakristei östlich angebaut mit modernem Dachreiter. 

Hochaltar. Im Aufbau viele moderne Zutaten. Seitlich die dreiviertel- Hochaltar, 
lebensgroßen Holzfiguren von St. Joseph und St. Anna selbdritt. Altarbild unbe- 
deutend. 18. Jahrhundert. 

Neben dem Altare in einem Glasschreine spätgotische bemalte Holzfigur der HoUfigur. 

m 

Anna selbdritt. Bäuerliche Arbeit um 1480. H 0,57 m. 

Kelch, Silber, vergoldet. Mit Rokokomuschelwerk. Am Fuße die Umschrift: Kelch. 
ABROSI (!) AMANN LEIN WANDLER IN CAMP Ao, 1763 F. F, H. 0,22 m. 

SCHORNDORF. 

KATH. PFARRKIRCHE UNBEFLECKTE EMPFÄNGNIS Pfarrkirche. 
MARIA. Matrikel R., S. 73. — VO. LIII, 155. — Zimmermann, Kalender IV, 176. 
— LoTZ, Kunst-Topographie Deutschlands II (1863), 4^0. — K. Hohn, Atlas von 
Bayern, 2. Aufl., Nürnberg 1840, IV, 150. — Jon. Prem, Kurze Chronik der Schlösser 
Thierlstein und Traubenbach, im »Erzähler«, Unterhaltungs-Beilage zum Amtsblatt 
für die Kgl. Bezirksämter Cham u. Roding 1896, Nr. 26, S. 103. — R. Schuegraf, 
Die Zukirche Schorndorf zu Chammünster. MS. im Hist. Ver. O. 862. 

Um die Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die Pfarrei von Traubenbach hierher 
verlegt. (Siehe Untertraubenbacb, S. 141.) Die frühere Kirche soll von den Puchbergem 
auf Neuhaus erbaut worden sein. (Plass.) Die jetzige Kirche ist ein Bau des 18. Jahr- 
hunderts. 1766 konsekriert. (Matrikel R., S. 74.) 

Eingezogener Chor mit einem Joch und halbrundem Schluß. Langhaus drei 
Joche mit östlich abgerundeten Ecken. In Chor und Langhaus Tonnengewölbe mit 



136 VI. B..A. Cham, 

trkirche. Stichkappen auf Pi lästern. Einfaches Rahmen werk in Stuck. Sakristei südlich, Turm 

nördlich vom Chor, unten vier-, oben achteckig. An den abgerundeten Ecken 

Pilaster. Kuppel. 

Handwerkliche Deckenfresken aus dem Marienleben, i88z renoviert. 
inrichnuig. Die drei Altäre aus der Erbauungszeit um 1766. Stattliche Aufbauten mit je 

zwei Säulen und seitlichen lebensgroßen Holzfiguren. 

Kanzel mit Laub- und Bandwerk und der Holz figur des hl. Paulus auf dem 

Schalldeckel. Um 1730. 

Kirchenstühle mit geschnitzten Rokokowangen um 1766. 
Im Presbyterium an der Südwand Taufstein (Ansicht Fig. 102. — Details 
Fig. 103) aus gelbem Sandstein 
mit profiliertem Becken und ge- 
drehtem Fuß. Am Becken Früh- 
renaissance ■ Ornamente und drei 
Wappen Schilde mit dem Namen 
CASPAR CHRIST, einer Haus- 
marke und dem Wappen der Stadt 
Cham. (Vgl. Fig. 103.) Am Becken 
femer die Inschrift: Herr Wann 
ick nimmer redtfi kann, so nimm 
meinen letzen Sevevser an. Um 
die Mitte des 16. Jahrhunderts. 
H. 0,88 m. Der Taufstein soU 
vom Schlosse Atzenzell stammen. 
(Freundliche Mitteilung des Herrn 
Pfarrers von Schorndorf.) Als 
Bekrönung auf dem Decket die 
Holzfiguren von Christus und dem 
taufenden Johannes. 18. Jahr- 
hundert. 
>isbitcine. Grabsteine, i. An der 

Südwand des Langhauses Grab- 
platte (Tafet VI) von rotem 
Marmor mit der Umschrift in 
gotischen Minuskeln: Anno • dhi ■ 
m • (ccc ■ and ■ in ■ dem .... (ver- 
mauert) . . . und - j'en - puechperg ■ 

tum ■ nerenhaus ■ der ■ da 

Inmitten des Steines das große 
Wappen der Puchberger mit Helm- 
zier, in den Ecken heraldisch 
rechts die Wappen der Törring 
und Hohenwaldeck , heraldisch 
links der Freiberg und Fraunberg. 
Ganz oben die kleinen Wappen 
der Puchberg und Freiberg. In 
der Leibung der Umrahmung die 

Rg. T«. Schorndorf. TüufsKin in d« Pfarrkirche. Jahreszahl I ■ X ■ 4 ■ O (= I470). 



Schorndorf. — Siechen. Ijj 

Es ist der Grabstein des Sigmund von Puch- 
berg , des letzten Sprossen aus dem Ge- 
schlechte der Puchberger zu Neuhaus, der 
ca. 1481 kinderlos starb. (Vgl. Hund II, 250.) 
Über den Grabstein vgl. auch R. Schuegraf, 
Sammlung alter Inschriften , Monumente, 
Epitaphien etc. von der Grafschaft und der 
Stadt Chamb, 1817. MS. im Hist. Ver. 
O. 859, woselbst Federzeichnung. — Getuschte 
Handzeichnung in der Sammlung des Hist. Ver. 
von Oberpfalz und Regensburg. — \'erhand- 
lungen des Hist. Ver. f. Niederbayern I, Heft 2 
(1847), 181. — 2. Juliana Theresia von Asch 

zu Asch auf Obemdorff, gebor, von Loferer, r^. ,„5. Schorndorf, 

f 20. Februar 1753. i™ 69- Lebensjahre, Mit 'rautwiq in d« Pfarrkirche. 

Allianzwappen. Solnhofer Stein. H. 1,30, 

Br. 0,85 m. — 3. Anna Juliana Keckin, gebor. Eversin von Hötzing, f zz. Oktober 
1688, im 64. Lebensjahre. Solnhofer Stein mit Wappen. H. 0,94, Br. 0,68 m. 

Kelch, Silber, vergoldet. Mit getriebenem Rokokomuschelwerk. Meister- 1 
zeichen Augsburg mit dem Jahresbuchstaben K {1751—53); Meisterzeichen j. . (Rosek- 
BERC 358: Franz Thaddäus Lanz, f 1773O H. 0,251 m. 

Glocke. Von Johann Erhard Kißner in Stadtamhof, 1758. i 

SEELENK.APELLE. Flachgedeckt. Unbedeutend. 18. Jahrhundert. 1 

Modem romanischer Altar. 

Einfache Grabsteine verschiedener Pfarrer von Schorndorf aus dem 18. Jahr- ' 
hundert. 

Die Seelenkapelte wurde an den alten gotischen KARNER angebaut, von ; 
dem außer einigen Mauerresten noch eine gotische Spitzbogentiire erhalten ist. 



SIECHEN 

bei ALTENSTADT. 

WOHNHAUS Eheraals Kirche ST. MAGDALENA. Matrikel R., S. 58. th- 
— Zimmermann, Kalender IV, 17 a. — Kurze Beschreibungen, auch einfache .-anzeigen '' 
der Ritterordens-Commenden, der Kollegialstifte, der Abteyen und Probsteyen etc. 
in Bayern, nebst einem Anhang von der Ober-Pfalz, Regensburg 1799, S. 73. — 
Lukas, Cham, S. 396. 

1806 wurde die Kirche teilweise niedergerissen und zu Privat Wohnungen 
umgebaut. (R. Schuegraf, Siechen u. Sondersiechen zu St. Maria Magdalena in 
Siechen bei der Altenstadt. MS. im Hist. Ver. O. 862.) 

Erhalten ist noch der dreiseitige östliche Chorschluß mit Resten von Maßwerk- 
fenstem. Südlich vom ehemaligen Chor ein gewölbter Raum, vermutlich die alte 
Sakristei. Im Innern noch der spitze Chorbogen erhalten. Daran schwache Spuren 
von omamentalen Rokokomalereien. 



THIERLSTEIN. 

SCHI.OSS. VO. I, 444; n, 97 Anm., 98; III, 329; VI, a8; XIV, 157, 336; 
XV, 39 Anm.; XXIII, iio; XXV, 145, 159; XXVU, 408, 411; XLIU, 101. 
(Über die Wappen am SchloBtor.) — Reg. Boic. VIU, 201; IX, 33; XHI, 88 f. 



— Johann Martin Maximilian Einzinoer von Einzig, Bityrisclier Low, Das ist: 
Historisches und Heraldisches Verzeichnis der Bayerischen Tumierer und Helden, 
Anderer Band, München 1762, S. 197 f. — Gabriel Bucelinus, Germania topo- 
chrono-stemmatographica sacra et profana etc., Frankfurt a, M. 1699, IV, 490. — 
OEfELE I, 306, 409; II, i8j, 300. — Verhandlgn. des Hist. Ver. i. d. Uoterdonau- 



Thieilstein. 139 

kreise, Passau, Heft i {1834), 76, — Verhandlgn. des Hist. Ver. f. Nietierhayem : 
XIX, 303. — Oberbayer. Archiv XIV, 70. — Obeqjf. Zeitblatt VII, 79. — Hund I, 
281; II, 58; III, 700 f. — J. WüRDiNGER, Kriegsgeschichte von Bayern, Franken, 
Pfalz und Schwaben, München {1868) I, 189 f. — Lukas, Cham, S. na. — Wening, 
IV, 27 f. — Ried I, 285; II, 900. — Hund, Metr. Sal. II, 580. — Andreas von 
Regensburg, ed. Leidenger, S. 336, 431- — Bavaria II, i, 475. — Piper, S. 722. — 
Grueber u. Müller, Der Bayrische Wald, S. 328 ff. — A. Sperl, Vierteljahrs- 
schrift f. Wappenkunde, herausgegeb. vom Verein Herold XXVIII (1900), 357, 386. 



— Michael HAfNE«, Burgen u. Burgruinen des Bayer. Waldes, in der Zeitschrift 
sDer Bayerische Walds, 1904, Heft 1, S. 7 ff. — Pleick. Stumpf, Bayern, München 
1852, S. 463. — Adai.hcrt Ml'ller, Bayerischer Wald, Zum Gebrauche als Weg- 
weiser f. Reisende, Regensburg 1861, S. 133. — Heinr. Redek, Der Bayerwald, 
Regensburg 1861, S. 185. — Krenner, V, 101; VI, 68; X. 188, 320. — Jon. Prem, 
Kurze Chronik der Schlösser Thierlstein u. Traubenbach, Der Erzähler, Unterhaltungs- 
Beilage zum Amtsblatt fiir die Kgl. Bezirksamter Cham u. Roding 1896, Nr. 14 — 42. — 
R. ScHUEGRAF, Chronik von den Schlössern Thierlstein u. Traubenbach, 1834. MS. 
im Hist. Ver. O. 827. — Ders., MS. im Besitze des Grafen Hugo von Walderdorff. 



140 VI. B.-A. Cham. 

Schloß. Ansichten. Philipp Apian, 24 Bayrische Landtafeln, 1568. (Miniatur- 

Ansichten, ansieht.) — Wening IV, 20. — Grueber u. Müller, Der Bayrische Wald, S. 328. 

— Aquarelle aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in der Sammlung des Hist. 
Ver. V. Oberpfalz u. Regensburg. 

Thierlstein bildete mit Traubenbach (Untertraubenbach) zusammen eine Hofmark. 
Die frühesten Nachrichten über das Geschlecht der Turdelinger (Türlinger) auf Thierl- 
stein erfahren wir aus Reichenbacher Urkunden, die bis in das 12. Jahrhundert zurück- 
reichen. (MB. XIV, 416, 425; XXVII, 8, 17. — Hund I, 382; II, 58.) Bis 1614 
saßen die Türlinger auf Thierlstein. Sorgfaltige Notizen hierüber bietet Plass. 

1622 kaufte Wolf Friedrich Pollinger Thierlstein und Traubenbach (Hund III, 
538. — Sperl, S. 358), überließ aber beide Güter bald dem Herrn von Hulzrechter. 
Durch Heirat kam Thierlstein dann an die Familie von Köckh von Loham und 
Hötzing, 1768 an Baron von Pfetten, 1785 an Max Johann Grafen von Taufkirchen 
auf Guttenburg, hierauf an Freiherm von Schacky. Heute ist Thierlstein im Besitze 
der Freiherren von Lichtenstem. 
Beschreibung. Das Schloß (Ansicht Fig. 104. — Grundrisse Fig. 105.) ist malerisch auf und in 

die Quarzfelsen des Pfahls gebaut (vgl. Einleitung S. 2), die selbst in den Ge- 
mächern des oberen Geschosses zum Vorschein kommen. Vielfach modernisierter 
dreigeschossiger Bau. Aus mittelalterlicher Zeit stammen wohl noch die Mauern des 
östlichen Traktes, sowie der etwa 40 m hohe, massive Rundturm; Mauerdicke ca. 
2,30 m. Bruchsteinwerk. Die Zinnenbekrönung ist modern. Früher trug der Turm 
einen Spitzhelm. (Vgl. Ansichten bei Wening IV, 20. — Grueber u. Müller, Der 
Bayrische Wald, S. 328.) Der westliche Teil des Schlosses erfuhr in späterer Zeit 
bedeutende Umbauten. Die dem Schloßturme vorgelagerte Veranda ist modern. 

Über dem einfach architravierten Eingangsportal das omamental umrahmte, 
gemalte Allianzwappen der Köckh und Lichtenstern. Anfang des 18. Jahrhunderts. 
(VO. XLIII, loi.) 
Balkendecken. Im Obergeschoß dcs alten Schloßtraktes sind in zwei Räumen Balken- 

decken mit polychromierten Blattranken, Blumen und Früchten in den Feldern 
erhalten. Früheste Renaissance. Beginn des 16. Jahrhunderts. 
Tisch. Im Schlosse Tisch mit eingelassener Solnhofer Platte auf vier schöngeschnitzten 

Füßen, Ornamente im Spätrenaissancccharakter. Um 1650. 

TRAITSCHING. 

Kapelle. KATH. DORF KAPELLE. Einfach mit originellem Kuppeltürmchen mit 

Schindelbedachung. Um 1800. 
Schanze. SCHANZE. LuKAS, Cham, S. 268. — JoH. Brunner, Schloß u. Herrschaft 

Sattelpeilnstein, S. 72 f. — Jon. R. Schuegraf, Die bayer. Schanzen etc., VO. IX, 27. 

— Ders., Die Schweden im bayerischen Walde in den Jahren 1633 — 1634 und 
1641 — 1649. MS. im Hist. Ver. O. 84. 

Südöstlich vom Dorfe, links von der Hauptstraße Cham — Straubing, auf dem 
Ausläufer eines langgezogenen Bergrückens, der im Norden, Westen und Osten steil 
abfällt. Die Schanze, von interessanter Regelmäßigkeit und Festigkeit der Anlage, 
hat zwei Unterbrechungen zur Ein- und Ausfahrt. Umfang auf dem Wall 468 m, 
die größte Höhe des Walles 10 m. (Joh. Brunner, Chronik von Sattelpeilnstein, 
S. 73.) Sie ist von den Schweden unter General Baner 1641 aufgeführt worden. 



Un tertraubenb ach. 141 

UNTERTRAUBENBACH. 

KATH. KIRCHE ST. MARTIN. Expositur von Schorndorf. Matrikel R., Kirche. 
S. 75. — VO. VII, 140; XXVI, 334; LIII, 156. — MB. XXVI, 39. — Ried I, 321. 
— Wening IV, 23. — Zimmermann, Kalender IV, 179. — Joh. Prem, Kurze Chronik 
der Schlösser Thierlstein und Traubenbach, im Erzähler, Unterhaltungsbeilage zum 
Amtsblatt für die Kgl. Bezirksämter Cham und Roding, 1896, Nr. 33 u. 34. 

Ansicht. Ölgemälde im Pfarrhof zu Cham, erste Hälfte des 18. Jahrhunderts. 

Das Frauenkloster Obermünster zu Regensburg hatte in Untertraubenbach eine 
Propstei. (Ried I, 321.) Untertraubenbach war bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts 
Pfarrei, auf welche der Erzdekan von Cham präsentierte. (Matrikel R., S. 74.) 

Die Kirche ist laut Jahreszahl an der Westtüre 17 19 erbaut. Beim großen 
Dorf brande vom 16. April 181 3 wurde sie schwer beschädigt. 1814 der obere Teil 
des Turmes neu aufgebaut und die Kirche -wieder hergestellt. 

Eingezogener Chor mit einem Joch und halbrundem Schluß. Langhaus drei 
Joche. Chor und Langhaus Tonne mit Stichkappen auf Pilastern. Turm südlich 
vom Chor. Satteldach mit Treppengiebel. Westliches Vorzeichen. 

Altäre und Kanzel, moderne Renaissance. Einrichtung. 

Schöngeschnitztes Chorgestühl, durch Pilaster mit omamentalen Flach- 
schnitzereien gegliedert. 18. Jahrhundert. In der Rokokobekrönung die ge- 
schnitzten Wappen der Grafen von Taufkirchen und der Freiherm von Köck auf 
Thierlstein. 

Grabsteine: i. Johann Nepomuk Freiherr von Köck »auf Tyrlstain und Grabsteine. 
Traubenbach, kurfürstl. Kastner, Mauthner und Sallz-Beambter in Rossenheimb«, 
t 8. Februar 1761, im 50. I^bensjahre. Solnhofer Stein mit Wappen. — 2. Maria 
Josepha Freifrau von Pfetten, geb. von Pettenkofen auf Thierlstein und Traubenbach, 
f 16. Mai 1800, im 76. Lebensjahre. Solnhofer Stein mit Allianzwappen. — 3. In der 
Sakristei im Boden Grabstein des »Joachim Pelckhover, Verwalter zu Tirlstein 
und Draumpach«, f 1697, im 42. Lebensjahre. Solnhofer Stein. Abgebildet im 
Grabsteinbuch des Freisinger Fürstbischofs Johann Franz Ecker von Kapfing 
[1695 — 1727], cgm. 2267, tom. II, fol. III, woselbst aber als Sterbedatum falschlich 
1597 angegeben. Ebenda abgebildet der nicht mehr vorhandene Grabstein des 
Bernhardt »von Tirling zum Tirlingstein«, f 15. Dezember 157 1, und seiner Gemahlin 
Sibilla, gebor. Marschallin von Pappenheim, f 27. März 1568; unten am Stein die 
beiden Wappen. 

Monstranz, Kupfer, vergoldet. Rokokomuschelwerk. H. 0,68 m. — Kelch, Geräte. 
Silber, vergoldet. Mit getriebenem I^ub- und Bandwerk. Beschauzeichen Augsburg; 
Meistermarke undeutlich. Im Fuß : Georg Ferdinand von Kekh zu Hözing, Barock. 
Um 1720. H. 0,227 m. — Kelch, Silber, vergoldet. Mit getriebenem Rokoko- 
muschelwerk. Ohne Zeichen und Marke. H. 0,26 m. — Meßkännchen mit 
Teller, Silber, mit getriebenem Laub- und Bandwerk und der Inschrift: Maria Barbara 
von Schwenckh uf Kagen. Zeichen und Marke nicht mehr kenntlich. Um 1720. — 
Rauchfaß, Silber getrieben. Beschauzeichen Augsburg (?); .Meistermarke l S. Empire. 

Glocken. Zwei von 1814. Glocken 

SEELENK APELLE. In der architektonisch unbedeutenden Seelenkapelle Seeien- 
an die Wand gemalter Rokokoaltar und Reste von Wandmalereien. Bauer- ''*p**^*- 
lieh. 18. Jahrhundert. 



142 VI. B.-A. Cham. 

Ehcm.schioü. EHEMALIGES SCHLOSS. VO. VI, 28, 339; XIU, 344; XXV, 145; 

XXVI, 39, 417; XXVII, 408, 413. — Reg. Boic. VI, 229. — Ried I, 321. — Oefele 
II, 317. — Hi'ND III, 700 f. — A. Sperl, Vierteljahrsschrift für Wappenkunde, 
herausgeg. vom Verein Herold XXVIII (1900), 358. — Jon. Prem, Kurze Chronik 
der Schlösser Thierlstein und Traubenbach, Der Erzähler, Unterhaltungsbeilage zum 
Amtsblatt der Kgl. Bezirksämter Cham u. Roding 1896, Nr. 14—42. — R. Schuegraf, 
Chronik von den Schlössern Thürlstein und Traubenbach, k. Landgerichts Cham, 
mit der Genealogie der Türlinger u. Traubenbacher, 1834. MS. im Hist. Ver. O. 827. 

Ansicht. Ölgemälde im Pfarrhof zu Cham, erste Hälfte des 18. Jahrhunderts. 

Der Ort war der Sitz des Geschlechtes der Traubenbacher, das schon ca. 11 80 
genannt wird. (MB. XXVII, 27.) Ende des 14. Jahrhunderts (MB. XXVU, 234) kam 
das Schloß in den Besitz der Türlinger von Thierlstein (MB. XXVI, 417), die bis in 
das 17. Jahrhundert hinein auf Traubenbach saßen, sodann durch Kauf an die 
PoUinger. (A. Sperl, S. 358.) 1630 — 1761 hatten Untertraubenbach die Freiherren 
von Kekh, 1768 — 1785 Baron Pfetten, dann Max Graf von Taufkirchen, zuletzt Frei- 
herr von Schacky inne. 

Das Schloß brannte am 16. April (Gründonnerstag) 18 13 vollständig ab. 
Steinfigur. Am Wege von Untertraubenbach nach Thierlstein ST EIN FIGUR des 

hl. Johann Xepomuk in Dreiviertellebensgröße. Granit. Spätes 18. Jahrhundert. 

VILZING. 

Kirche. KATH. KIRCHE ST. LAURENTIUS. Filiale von Cham. Matrikel R., 

S. 58. — VO. LIII, 154. — Zimmermann, Kalender IV, 172. — R. Schuegraf, 
Chronik über Vilzing. MS. im Hist. Ver. O. 572. — Ders., Die Zukirche Vilzing 
zu Chammünster. MS. im Hist. Ver. O. 862. 

Zur Zeit der Reformation selbständige Pfarrei. Seit Beginn des 17. Jahrhunderts 
Filiale von Cham. 

Die nach Süden gerichtete Kirche hat eingezogenen, dreiseitig geschlossenen 
und gewölbten Chor und flachgedecktes Langhaus. Man richtete die Kirche im 
Anfang des 18. Jahrhunderts nach Süden, um den Ostturm, der den alten Chor 
enthält, beibehalten zu können. Auch die Nord- und ein Teil der Westwand des 
Langhauses der alten Kirche wurden beim Umbau mitbenutzt. Im Untergeschoß des 
Turmes (im ehemaligen Chor) Spuren eines gratigen Kreuzgewölbes, in der Ostwand 
ein gotisches Fenster mit Resten von Nasen (lichte Weite 0,30 m). Gedrückter 
runder Chorbogen. Mauerstärke fast 2 m. 14. Jahrhundert. Im Turm ist der ehe- 
malige aus Granitsteinen aufgeführte Altar noch erhalten. 

Anfang des 18. Jahrhunderts wurde an die Nordwand des Turmes eine Seelen- 
kapelle gebaut. 
Einrichtung. Hochaltar mit vier gedrehten Säulen vor Pilastem und den seitlichen, fast 

lebensgroßen Holzfiguren St. Peter und Paul. Altarblatt, Martyrium des hl. Stephanus, 
mäßig gut. Im oberen Auszug Ölbild der Krönung Mariens. Barock, um 17 10. 

Seitenaltäre, modern romanisch. 

Kanzel, Rokoko mit klassizistischen Motiven. Spätes 18. Jahrhundert. 
Geräte. Monstranz, Kupfer, vergoldet. Empire. H. 0,65 m. — Kelch, Silber, 

vergoldet. Sechs P^mailmedaillons mit Passionsszenen in Laub- und Bandwerk- 
omamenten. Ohne Zeichen und Marke. Barock, um 1720. Rückwärts am Fuße 



Viliirg. — Waffenbrunn. l^i 

steht: Johann Hitrl Brauers Sohn von Hanzing dtrmaln Büchelbräu in München gab Kir 
dhsen Kelch samt Kasel sum Andenken in die Loremi Kirche nach Vilzting. München G"= 
den I. Sept. 1821. H. o,a6 m. ^ Kelch, Silber, vergoldet. Re schauzeichen Regens- 
burg; Meistermarke GBO. Klassizistisches Rokoko, um 1770 — 1780. 

In der SEELENKAPELLE Altar mit zwei gewundenen Säulen und Se« 
Ornamenten im Knorpelstil. Um 1670. '""' 



WAFFENBRUNN. 

SCHLOSS. VO. V, 434; XXVII, 141, 413; XXXIII, 11. — Reg. Boic. XI, 
139. — HiND I, 158. — Wening IV, 19. — Verhandlungen des Hist. Ver. in dem 
Unterdonau kreise, Passau, Heft i (1834), 70. — Schonwerth II, 396, — Grukber 
u. Müller, Der Bayrische Wald, S. 327. — Heink. Reder, Der Bayerwald, Regens- 
burg 1861, S 185 — Bavaria II, i, 477. — A. Splrl, Vierteljahrsschrift f. Wappen- 
kunde, herausgeg 10m Verein Herold XXVUI (rgoo), 445. — Schuegraf, Bericht 
über Raub und Mord in den Schlössern zu Araschwang und Waffenbrunn bei Cham, 
Courier an der Donau, Passau, i8zz, Nr. 257. — Ders., Chronik von Waffenbrunn 
und Donnersiein MS. im Besitze des Herrn Grafen Hugo von Walderdorff. — 
J. G. UvGER, Beschreibung von Waffenbrunn, 1845. MS. im Hist. Ver. O. 576. 

Ansicht. Wening IV, 19. 

Herren von Waffenbrunn werden zuerst Ende des 13. Jahrhunderts genannt. 
(MB. XXVI, 40, 50.) Nach Mitte des 14. Jahrhunderts kam Waffenbrunn in den 
Besitz der Herren von Donnerstein (Darstein). (MB. XXVI, 226, 244, zS3' 395- — 
Reg. Boic. XI, 139. — Hund I, 158. — Vgl. auch oben S. 90.) Im 16. Jahrhundert 
wechselten die Besitzer: (iabriel von Parsberg, Albrecht von Nußberg, Lorenz von 



144 ^'' ^''^' Cham. 

hchua. Sparnberg, 1627 Johann Heinrich Xothaft zu Wiesenfelden. (Sperl, S. 445.) Vom 
Anfang des 18. Jahrhunderts l)is zur Oegenwart im Besitze der Familie von Paur. 

Das Schloß (Fig. 106) ist ein einfacher, zweigeschossiger Bau mit einem recht- 
eckigen Vorbau im Süden, einem viereckigen Turm mit abgewalmtem Dache im 
Westen. Vielfach modernisiert. Reste von Fassadenmalereien. Auf den Vorbau 
die Wappen der von Paur und Sedlmayer in reicher Kartuschenumrahmung gemalt. 
Wappe»itofei. Im Schloß Wappentafel aus Holz mit Inschrift: ANNO 1575 DEN 

30. OKTOBER IST IN GOT ENDTSCHLAFEN DIE EHRNTVCENHAFT 
ERAV ANA VON SPARNBERG AIN GEBORNE VON NVSBERG AIN 
WAFENPR VN. 
Schretik, Kbenda schöngeschnitzter Schrank aus dunkelgebeiztem Holz mit den Reliefs 

der Kvangelisten Lukas und Johannes und zweier Propheten. Feine Ornamente im 
Charakter der spiiteren Renaissance. Viele Schubladen. Oben ist noch die gemalte 
Jahreszahl löjj zu erkennen. 
Ölgemälde. Viele Porträts bayerischer Fürsten und von Gliedern der Familie von Paur 

aus dem 18. Jahrhundert. — Ölgemälde mit Darstellung der Beschießung der Stadt 
C'ham durch den Pandurenoberst Freiherrn von der Trenk (1742). — Ebenda 01- 
gemüldc der Übergabe der Stadt Cham durch den Kommandanten Künigl an 
Freiherrn von der Trenk (1742). 
schioü. KATH. SCHLOSSKAPELLE ST. MARTIN. Nebenkirche von Pemfling. 

•«•p«'!'« Matrikel R., S. 70. — Zimmermann, Kalender IV, 179. 

Am Türsturz des südlichen Eingangs die Bauinschrift: F, P. ijs^ V. P. = 
Franz Peter von Paur. 

Der eingezogene halbrunde Chor wie das Langhaus flachgedeckt. Ostlicher 
Dachreiter mit zierlicher Kuppel und Laterne. 
Einrichtung. Altar, modem. 

Kanzel, Rokoko. Um 1756. 
(^rebiteine. (1 r a l) s t e i n e. i . Franz Peter von Paur, » Herr der HerrschafFt WafFenprün und 

I,öbendorf, S. churftl. Durchl. von Bayern gewester würkhl. Hofkammer Rat und Pfleg- 
Kasten und l*reuambts Administrator zu Schwarzach, dann Haupt Mauttner zu 
Regenfpurg und Salz Beambter zu Statt am Hof«, j 27. August 1757, im 54. Lebens- 
jahre. Seine Frau Maria Johanna Franziska, »gebor. Sedlmayerin und nachmallige 
Besitzerin der Herrschaft Waffenprün und Löbendorf<s f 13. Mai 1759, im 71. Lebens- 
jahre. Um die Inschrift auf Solnhofer Platte Stuckrahmen in Rokokomuschelwerk. 
Oben Wappenrelief. H. 2,20, Br. 1,20 m. — 2. Maria Josepha Walburga von Paur 
auf Waffenbrunn und Lebendorf, gebor. (Gräfin von Lobeis, f 28. Januar 1773, im 
41. Lebensjahre. Solnhofer Stein mit Ehewappen. H. 0,84, Br. 0,65 m. 
iwmt, Kelch, Silber, vergoldet. Mit Rokokomuschelwerk. Beschauzeichen undeut- 

lich; Meistennarke II. H. 0,231m. - Meßkän neben und Teller, Silber. Mit 
getriebenem Rokokomuschelwerk. Beschauzeichen Augsburg mit Jahresbuchstaben Z 
(1771) 1780); Meistermarke H — Kreuz partikel, Silber. Rokokomuschelwerk. 
Beschau/eichen undeutlich; Meistemiarke II. 

WALTING. 

Kapelle, KATH. KAPELLE ST. MARIA. Nebenkapelle von Amschwang. 

i8i8 erbaut, Matrikel R.» S. J^q. 



Walting. — Wciding. — Willmering. — Wilting. i^^ 

Halbrund geschlossen und flachgedeckt mit einfachem Rahmenwerk in Stuck. Kapeiic. 
Westlich Dachreiter mit Kuppel. Unbedeutend. 

Bescheidenes Altärchen mit vier Säulen und seitlichen Ranken. 

Über UNTERIRDISCHE GANGE (Schrazeln) vgl. A. Hartmann, Unter- Unterirdische 
irdische Gänge, Beiträge zur Anthropologie und Urgeschichte Bayerns, VII. Bd., Gange. 
München 1887, S. 102. 

WEIDING. 

KATH. KIRCHE ST. MARIA-HILF. Nebenkirche von Dalking. 1857 Kirche, 
erbaut. Matrikel R., S. 60. 

Im Orte interessante HOLZHAUSER. Hoiihauser. 



WILLMERING. 

KATH. DORFKAPELLE. Halbrund geschlossen. Mit Schindelbedachung. Kapelle. 
Unbedeutend. 18. Jahrhundert. 

Über UNTERIRDISCHE GANGE (Schrazeln) vgl. A. Hartmann, Unter- Unterirdische 
irdische Gänge, Beiträge zur Anthropologie und Urgeschichte Bayerns, Vn. Bd., »»««• 
München 1887, S. loi. 

WILTING. 

KATH. KIRCHE ST. LEONHARD. Filiale von Cham. Früher Schloß- Kirche, 
kirche. Matrikel R., S. 59. — Zimmermann, Kalender IV, 172. — VO. LIU, 154. 
— Lukas, Cham, S. 125, 133. — L. Waninger, Statistische Beschreibung vom Dorfe 
Wilting, 1845. MS. im Hist. Ver. O. 599. — R. Schuegraf, Die Zukirche Wilting zu 
Chammünster. MS. im Hist. Ver. O. 862. 

Die Kirche ist ein gotischer Bau des frühen 15. Jahrhunderts. Im 18. Jahr- 
hundert wurde die Sakristei an der Nordseite des Chores sowie das westliche Vor- 
zeichen angebaut. 

Der eingezogene Chor (Fig. 107) umfaßt ein Joch und Schluß in fünf Achteck- 
seiten. Kappengewölbe und Kreuzgewölbe mit Hohlrippen und Schlußsteinen auf 
einfachen Profilkonsolen. Chorbogen spitz. Langhaus flach gedeckt. Sakristei nörd- 
lich, Turm südlich vom Chor, unten vier-, oben achteckig mit Kuppel. In den 
Fenstern des Chorschlusses noch das alte Maßwerk. Im Langhaus haben sich an 
der Nordwand ein und an der Südwand zwei gotische Fenster erhalten. Gotisches 
Westportal mit drei Rundstäben in der Leibung. Westliches halbrund schließendes 
Vorzeichen mit einfacher Pilastergliederung. Die alte Sakristei befand sich im 
Turm, wo noch Reste der l^vabonische und eine spitzbogige Tür in den Chor 
erhalten sind. 

Einrichtung modern gotisch. 

Dreiviertellebensgroße Holzfigur der Madonna im Rosenkranz. Um 1700. HoUfigur. 

Im westlichen Vorzeichen bescheidener Altar mit Maria-Hilf- Bildnis, öiwid. 
das laut Inschrift Johann Steinhierl, Wirtssohn von Wilting, im Jahre 1783 stiftete. 
Heft VI. 10 



Wilting, — Windischbergerdorf. — WöUting, i^j 

EHEM. SCHLOSS der WÜtinger. MB. XV, 411; XXVII, 17, 24, 27, 42. —e 
Reg. Boic. VII, 226; VIII, 95. — Andreas von Recensbubg ed. Leidinger, S. 370. — 
R, ScHUEGBAF, ChTonik der Hofmarken Loifling, Anger und Thal mit dem Dorf 
Wilting. MS, im Besitze des Herrn Grafen Hugo von Walderdorff. 



WINDISCHBERGERDORF. 

EHEM. SCHLOSS. VO. X, 63 Anm., 102; 
XXVII, 413; LIII, 153. — Verhandigen des Hist.' Ver. 
i. d. Unterdonau kreise, Passau,' Heft 2 (1835), 46, 48. — 
Obersperger, Schloßchronik von Windischbergerdorf u. 
der ehem. Herrschaft Buchberg bei Cham. Mit Notizen 
von R. ScHUECRAF. MS. im Hist. Ver. O. 792/6. — 
Ansicht bei Wening IV, 52. 

STEINKREUZ an der Straße Cham — Fürth 
zwischen Windischbergerdorf und Kothmaißling. Corpus ^^ ^^ wipdiKhbe. 
Christi in flachem Rehef Granit. (Rg. ro8.) swinkttui- 

Ebenda an der Straße schräg gegenüber viereckiger GRENZSTEIN r 
Wappen von Cham auf den vier Seiten. Ohne weitere Merkmale. 



WOLSTING. 

STEINKREUZ an der Straße von Wölsting nach Chameiau. Ohne weitere ; 
Merkmale. Granit. 



KUNSTSTATISTISCHE ÜBERSICHT. 

I. BAUKUNST. 

I. KIRCHLICHE BAUTEN. 

Als Ganzes hat sich aus der romanischen Bauperiode kein Denkmal erhalten. 
Die so beliebte Anlage des Chores im Ostturm begegnet in Katzberg. Die aus- 
springende Apsis fehlt. Charakteristisch ist hier auch die sorgfaltige Quadertechnik. 

Der romanischen Periode, vermutlich dem 12. Jahrhundert, entstammt femer 
der Unterbau des Kamers in Chammünster. 

Unter den gotischen Bauten steht an Größe wie an kunstgeschichtlichem 
Interesse die stattliche, dreischiffige Kirche in Chammünster an der Spitze: in den 
Osttürmen und in den Umfassungsmauem des Chores frühgotisch, im übrigen aber 
spätgotisch, bietet die ehrwürdige Mutterkirche der Chamauer Gegend bei eindrin- 
gender bauanalytischer und technischer Untersuchung eine Fülle lehrreicher Einzel- 
heiten, und auch in künstlerischer Beziehung entbehrt sie als Raumschöpfung nicht 
eines gewissen Reizes. 

Ein größerer gotischer Bau war femer noch die Pfarrkirche in Cham. 

Die übrigen gotischen Kirchen sind bescheiden. Zunächst behauptet sich der 
gerade Chorschluß von der romanischen Periode her bis in das 14. Jahrhundert hinein 
(Grafenkirchen, Vilzing). Später kommt der Schluß aus drei oder fünf Seiten des 
Achtecks auf (Cham [Spitalkirche], Chammünster [St. Annakapelle], Wilting). Der 
Chor von Grafenkirchen bietet ein Beispiel eines Kreuzrippengewölbes. Die schlichte 
Form des Kreuzrippengewölbes wird bis in die Zeit um 1400 festgehalten (Kirche in 
Wilting). Im Langhaus wird bei einfachen Dorfkirchen gerne noch die flache Decke 
beibehalten. Die Gewölbe werden durchgehends auf Kragsteine gesetzt. Ein Ost- 
turm (mit Chor im Erdgeschoß) begegnet in der ursprünglichen Anlage der Kirche 
in Vilzing. Sonst werden die Türme seitlich vom Chor angeordnet (Amschwang, 
Spitalkirche zu Cham, Wilting). 

Ein schlichter, noch gotisierender Bau der Renaissance ist die Wallfahrtskirche 
Hl. Kreuz bei Fürth (1610), soweit sie nicht später nach Westen erweitert wurde. 

Gefällige, wenn auch bescheidene Bauten des Barock und Rokoko sind ziem- 
lich zahlreich. Schöne Verhältnisse zeigen die Pfarrkirchen zu Pemfling (1723—36) 
und Dalking. Daran schließen sich die Pfarrkirchen zu Schorndorf und Sattelpeilnstein, 
in welch letzterer Kirche das Langhaus durch zwei halbrunde Seitenkapellen belebt 
wird, und die Kirchen zu Sattelbogen und Untertraubenbach. Bei der Pfarrkirche zu 
Fürth i. W. ist nur der Chor aus dem 18. Jahrhundert erhalten. Bei den von Grund 



Kunststatistische Übersicht. 140 

neuerbauten Kirchen (Pemfling, Dalking und Sattelbogen) ist die Anlage eines West- 
turmes gewählt. Die anderen haben die Türme seitlich vom Chor. Die Chöre sind 
alle halbrund geschlossen. Das Langhaus legt sich im Rokoko mit abgerundeten 
Ek:ken an den halbrund schließenden Chor. All die genannten Kirchen beschränken 
ihren inneren Schmuck auf einfaches Rahmenwerk in Stuck. Nur die Pfarrkirche 
St. Jakob zu Cham erfuhr eine reichere Stukkierung, die, im Jahre 1750 ausgeführt, 
in charakteristischer Weise das leichte Band- und Laubwerk des frühen Rokoko mit 
der bereits fortgeschrittenen Phase des Muschelwerkrokoko vermengt. 

2. PROFANE BAUTEN. 

Burgställe mit Quadertrümmem zwischen natürlichen Granitblöcken und geringen 
Spuren von Wall und Graben sind auf dem Buchberg und Lamberg bei der Stadt 
Cham, wie auf der einsamen Höhe des Darsteins und auf dem hohen Sattelpeilnstein. 

Burgruinen besitzt das Gebiet in Runding, Neuhaus und in Chameregg 
(Odenturm). 

Die ihrer Anlage nach noch in das Mittelalter zurückreichenden Schlösser zu 
Loifling, Thierlstein und WafFenbrunn bieten mit Ausnahme des massiven runden 
Schloßturmes zu Thierlstein nur mehr wenig Interessantes. Thierlstein ist auch 
durch seine malerische Lage auf dem Rücken des Pfahlquarzes beachtenswert, in 
dessen Felsen es hineingebaut ist. 

Das Schloß zu Sattelpeilnstein zeigt die in der Renaissance so beliebte Anlage 
von vier Ecktürmen. 

Von den im Bezirksamte so zahlreichen Edelsitzen der späteren Zeit sind nur 
unbedeutende Reste vorhanden, manche sind ganz verschwunden. Verschwunden 
sind auch die alten Sitze der Sattelbogen und Püdensdorf. 

Neben den Edelsitzen ist der übrige Profanbau im Bezirksamt von nur unter- 
geordneter Bedeutung. Am interessantesten ist das Rathaus zu Cham. Der jüngere 
Teil desselben (Westbau) zeigt stilistischen Zusammenhang mit dem Langhaus von 
Chammünster. 

Von bürgerlichen Gebäuden aus derselben gotischen Bauperiode ist besonders 
das Gasthaus zur Krone auf dem Marktplatz von Cham beachtenswert. Mehrfach 
finden sich in Cham spätgotische Erker. Eine Abweichung von den sonst üblichen 
gotischen Treppengiebeln, wie am Rathaus und an Haus Nr. 270, bildet die originelle, 
horizontal laufende Zinnenbekrönung am Gasthaus zur Krone, bereits im Typus der 
frühen Renaissance. 

Reste mittelalterlicher Befestigung von Ringmauer und halbrunden Mauer- 
türmen haben sich nur in der einst stark bewehrten Stadt Cham erhalten. Hier 
ist auch das malerisch, am Regen gelegene Burgtor mit seinen runden Türmen von 
Interesse. 

Im Gegensatz zu der mit allen Regeln mittelalterlicher Befestigungskunst be- 
wehrten Stadt Cham bietet die zweite Stadt in unserem Bezirk, Fürth i. W., ein 
vorzügliches Beispiel für einen schon von der Natur trefflich geschützten Grenzort, 
der die Mauern entbehren konnte und sein alleiniges Bollwerk in der hochgelegenen 
ehemaligen Burg besaß. 



Igo VI. B.-A. Cham. 

Auch alte Bauernhäuser begegnen noch in großer Menge im Bezirk. Sie 
zeigen den Typus des Waldlerhauses. Wohnhaus, Stall und Scheune sind unter 
einem First vereint. Die flachen, mit Schindeln gedeckten Dächer sind mit Steinen 
beschwert, an der Giebelseite unter weit vorspringendem Dache ein Gang oder 
»Schrot«, d. i. eine teilweise mit Brettern verschalte Laube. (Kunstdenkmäler der 
Oberpfalz, Heft I, B.-A. Roding, S. 218; Heft in, B.-A. Waldmünchen, S. 76 f.) Solche 
Häuser finden sich in den meisten Dörfern, besonders in Altenmarkt, Arnschwang, 
Kager, Pitzling, Ränkam, Runding und Weiding. Unter diesen sind manche noch 
reine Holzbauten (Blockbauten), wie z. B. in Kager und Weiding. Bei vielen jedoch 
hat man in späterer Zeit das Erdgeschoß teilweise in Mauerwerk aufgeführt, oder 
doch die Holz wände außen getüncht, wie in Grafenkirchen. 

II. PLASTIK. 

Abgesehen von den Grabsteinen und vielleicht von einigen Tierfiguren an 
Häusern in Cham ist das älteste erhaltene Werk der Plastik das Steinrelief mit der 
Kreuzigung Christi an der Hl. Kreuzkirche zu Fürth i. W., aus dem letzten Drittel 
des 14. Jahrhunderts. Weitere solche Kreuzigungsreliefs finden sich in Cham von 
1407 (?) und 1430; etwa in die gleiche Zeit gehört das Olbergrelief von Stein an 
der Annakapelle in Chammünster. Dazu kommen zahlreiche Grabsteine in Cham- 
münster, der alten Grablege der Bürger von Cham und der adeligen Geschlechter 
dieser Stadt und der Umgebung. Einfach, ja roh in der Ausführung, sind diese 
Steine doch in der Komposition von großem Reiz. Die Zeichnung beschränkt sich 
auf die bescheidensten Motive, verwendet als Hauptelement meist das große Kreuz, 
wiederholt sich aber trotzdem nirgends, sondern erfindet immer wieder neue Varianten 
in der Raumfüllung. Im 15. Jahrhundert wird die Komposition zum Teil etwas reicher. 
Aus dieser Zeit ist in dem Denkmal des Nikolaus Panholz (f 1428) mit seinen phan- 
tastischen, trefflich in den Raum hineinkomponierten vier Tierfiguren sogar ein 
höchst interessantes Werk erhalten (in Chammünster). Der Wappenstein des Jörg 
PoUinger (f 1477) in Chammünster trägt das Monogramm des Steinmetzen. Auch 
die Art, wie außen an den Seitenschiffmauem von Chammünster rechteckige Blenden 
zur Aufnahme der Grabsteine angeordnet sind, verdient Beachtung als seltenes und 
originelles Motiv. Außer in Chammünster begegnen wir nur noch in Schomdort 
einem guten mittelalterlichen Grabstein. Die Grabplastik der Renaissance bietet 
kostümlich interessante Beispiele an Grabsteinen mit ganzen Figuren zu Arnschwang, 
Chammünster und Runding. Reiche Ädikulaformen mit architektonischen Aufbauten 
und Reliefs finden sich in Arnschwang und Chammünster. Meist einfache Grabsteine 
aus noch späterer Zeit sind in Arnschwang, Cham, Fürth i. W., Ränkam, Sattelpeiln- 
stein, Untertraubenbach und Waffenbrunn anzutreffen. 

Die gotische Holzplastik ist vertreten durch Figuren in Fürth i. W., Loifling, 
Pemfling, Schönferchen (sämtlich um 1480), durch die Figur des hl. Johannes Baptista 
aus der Zeit um 1500 — 1510 in der Schloßkapelle in Loifling. 

Was die Steinplastik der späteren Perioden anlangt, so sind bis in das späte 
18. Jahrhundert keine Objekte im Gebiete vorhanden, und auch die Arbeiten der 



KunststatistiscHe Obersicht. 151 

Rokokoplastik sind nur äußerst bescheidene Werke. Das rauhe Material des Granit 
hindert allein schon an künstlerisch feinerer Durchbildung. In der Stadt Cham ist 
ein Brunnen mit der Granitfigur des hl. Florian (1783) zu treffen, am Marktplatze 
zu Fürth i. W., in Ränkam und nahe bei Schloß Thierlstein sind Figuren des 
hl. Nepomuk, deren Beliebtheit im Bezirk die Nähe Böhmens erklärlich macht. 

Die Holzplastik des frühen 18. Jahrhunderts liefert an selbständigen Figuren, 
die nicht in Verbindung mit Altären oder anderen kirchlichen Einrichtungsgegen- 
ständen stehen, gute Beispiele an einer flott geschnitzten St. Michaelsfigur mit dem 
Drachen an der Westempore der Spitalkirche zu Cham, an zwei Statuetten der 
Pemflinger Pfarrkirche, wie auch an überlebensgroßen Figuren zu Runding. Die 
Mater dolorosa in letzterer Kirche ist eine besonders charakteristische Arbeit des 
späten Barock um 1 7 20. Die in der Barockplastik so beliebten Madonnen im Rosen- 
kranz finden sich in den Kirchen zu Grafenkirchen und Wilting, beidemale hübsche 
Arbeiten vom Beginn des -18. Jahrhunderts. 

Die Rokokoplastik ist im Gebiete an selbständigen Holzfiguren zwar spärlich, 
aber vortrefflich vertreten in den fast lebensgroßen Statuen der Pfarrkirche zu 
Fürth i. W. (Unterkirche) aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die lebhaft 
bewegten Figuren tragen, bezeichnend für die Auffassung dieser Zeit, einen fein- 
empfundenen Zug religiöser Begeisterung an sich. 

III. MALEREI. 

Aus dem Mittelalter stammen das freilich stark übermalte Wandgemälde im 
Tympanon des Südportals der Pfarrkirche in Chammünster und einige Reste von 
Glasgemälden ebenda. Auch aus der späteren Zeit ist die Malerei nur spärlich 
vertreten. 

Von den im Bezirksamt vorhandenen Deckengemälden des 18. Jahrhunderts 
stehen die Fresken in der Pfarrkirche zu Cham von 1750 obenan. Sie sind sowohl 
in der Komposition wie auch im Kolorit tüchtige Werke des bekannten Malers 
J. O. Gebhard aus der weitverzweigten Künstlerfamilie der Gebhard in Prüfening. 
Dieser gewandte Künstler begegnete uns bereits im Bezirksamt Roding, wo er das 
große Choraltarblatt für die Klosterkirche zu Reichenbach fertigte (vgl. die Kunst- 
denkmäler der Oberpfalz, Heft I, B.-A. Roding, S. 117 u. 221), sowie im Bezirks- 
amt Parsberg, wo in der Friedhofkapelle zu Breitenbrunn ein ehemaliges Altarblatt 
von seiner Hand (1743) sich befindet. (Ebenda Heft IV, B.-A. Parsberg, S. 49 u. 252.) 

Die Deckengemälde zu Dalking, Pemfling und Schorndorf sind minder be- 
deutende Arbeiten, die zum Teil auch durch moderne Restaurationen gelitten haben. 
Originell ist die volkstümliche Ausmalung der Seelenkapelle zu Untertraubenbach. 

Eine dekorativ gute Leistung des fortgeschrittenen 18. Jahrhunderts stellt nur 
das große, ehemalige Altarblatt des Martyriums des hl. Stephanus auf der West- 
empore der ehem. Franziskanerkirche zu Cham dar. 

Von mehr kulturgeschichtlichem als künstlerischem Wert ist der Cyklus der 
im Stiegenhause des Pfarrhofes zu Cham aufgehängten Ölbilder sämtlicher im ehe- 
maligen Erzdekanate Cham gelegenen Kirchen. 



1^2 VI. B.-A. Cham. 

Kostümlich interessant sind manche Porträts des 17. und 18. Jahrhunderts in 
den Schlössern Gutmaning und Waffenbrunn. 

Zu nennen wären noch ganz geringe Reste einer Beroalung der Schloßkirche 
zu Gutmaning mit Szenen aus der Geburt des Herrn, wie es scheint, aus dem 
17. Jahrhundert. 

IV. KIRCHLICHE EINRICHTUNGSGEGENSTÄNDE. 

Fragmente eines Votivaltares aus Marmor aus der Zeit um 1600 haben sich 
in der Seelenkapelle zu Runding erhalten. 

Den in der Spätrenaissance üblichen Typus mit rebenumwundenen Säulen und 
Ornamenten im sogenannten Knorpelstil weisen die Altäre in den Kirchen zu 
Darstein, Gutmaning und in der Seelenkapelle zu Vilzing auf. Eine Lockerung im 
strengen Aufbau bringen die Barockaltäre des beg^nnen(}en i8. Jahrhunderts zu 
Fürth i. W. (Hochaltar), Grafenkirchen und Vilzing. Neben die glatte Säule tritt die 
gedrehte, seitlich fallt Akanthus- und Rankenwerk herab. 

Bescheidene Altäre, die in ihrem Aufbau den Barock noch nicht verlassen, 
als dekorative Details aber bereits Frührokokomotive aufgenommen haben, finden 
sich in der Kapelle Eichmühle bei Amschwang und in Grafenkirchen (Seitenaltäre). 
Das reichste Altarwerk dieser Periode ist der stattliche, von sechs Säulen ge- 
tragene Hochaltar zu Pemfling von 1737, der, vortrefflich in den breiten halben 
Chorschluß komponiert, den Übergang vom späten Barock zum frühen Rokoko 
charakterisiert. 

Altäre im entwickelten Rokoko sind die häufigsten im Bezirke, so in der 
Spitalkirche zu Cham, Chammünster (Pfarrkirche und St. Annakapelle), Pemfling 
(Seitenaltäre), Sattelbogen, Sattelpeilnstein, Schorndorf Zu dem gewöhnlichen 
Typus von Säulenaufbauten und seitlichem Muschelwerk, wie in Cham (Spitalkirche), 
Sattelbogen und Schorndorf, kommt eine neue, gerade für unser Gebiet geltende 
Lösung im Altarbau hinzu, an Stelle der Säulen kantige, reich ornamentierte pfeil- 
artige Stützen zu setzen. Solche Altaranlagen sind der Hochaltar zu Chammünster 
und jener zu Sattelpeilnstein, beide vom späten 18. Jahrhundert. Ersterer ist ein 
besonders reich aufgebautes Werk, das sich geschickt um die hohen Fenster des 
gotischen Chors stellt. Auf dieses für unsem Bezirk so charakteristische Schema im 
Altarbau des entwickelten Rokoko geht auch ein niedliches Altarmodell in Cham 
zurück. Der linke Seitenaltar der Pfarrkirche zu Sattelpeilnstein, dessen Entwurf 
von 1791 sich im Pfarrarchiv erhalten, wie auch die festdatierten Altäre der Chamer 
Spitalkirche von 1794 bieten stilgeschichtlich interessante Anhaltspunkte für das lange 
Festhalten an den Rokokoformen. 

Viele von den genannten Altären gehen auf ein und denselben, wohl in Cham 
ansässigen Altarbauer zurück. Meistemamen konnten nicht eruiert werden. 

Aus der Gotik (15. Jahrhundert) hat sich eine interessante Steinkanzel in der 
Pfarrkirche zu Chammünster erhalten, die, abgesehen von ihrem wirkungsvoll, durch 
einfache Blendarkaden belebten Rumpf, besonders auch wegen ihrer organischen 
Verbindung mit der Kirchenarchitektur beachtenswert ist. 



Kunststatistische Übersicht. 153 

Schlichte Kanzeln des späten Barock begegnen in Katzberg und Schorndorf; 
eine reichere desselben Stilcharakters findet sich in Sattelpeilnstein. Eine zierliche 
Frührokokokanzel besitzt die Expositurkirche zu Grafenkirchen. Rokokokanzeln 
sind in der Spitalkirche zu Cham, der Pfarrkirche zu Pemfling, die reichste des Be- 
zirkes, und in der Schloßkapelle zu Waffenbrunn. Eine Kanzel des klassizistischen 
Rokoko ist in Vilzing. 

Ein Chorgestühl des Spätbarock um 1725 befindet sich in der Stadtpfarrkirche 
von Fürth i. W., ein Chorgestühl mit zierlicher, geschnitzter Rokokobekrönung steht 
in der Expositurkirche zu Untertraubenbach. 

Kirchenstühle im späteren Barockstil aus dem frühen 18. Jahrhundert sehen 
wir in Arnschwang, Fürth i. W. (Pfarrkirche) und Pemfiing. Ihre reichgeschnitzten 
Wangen zeigen vollsaftiges Laub- und Rankenwerk. Einfache Rokokokirchenstühle 
begegnen in der Hl. Kreuzkirche zu Fürth i. W. und in der Pfarrkirche zu 
Schorndorf. 

Im Aufbau wie in der reichen Giebelbekrönung sind die Barockbeichtstühle 
der Pfarrkirchen von Arnschwang und Fürth i. W. beachtenswert. Sie weisen auf ein 
und denselben Meister hin. 

Ein Orgelgehäuse im Übergang von Barock zum Rokoko findet sich in Pemfling, 
eine reichaufgebaute Rokokoorgel in der Pfarrkirche von Fürth i. W. 

Von anderen Schnitzarbeiten auf dem Gebiete der kirchlichen Einrichtungs- 
gegenstände nennen wir die zierlichen Ankleidetische des Rokoko in der Sakristei 
der Pfarrkirche zu Dalking und in der Unterkirche der Further Pfarrkirche, den 
reichen Rokokotabemakel in der Sakristei der Pfarrkirche zu Cham, sowie einen 
hübschen Frührokokorahmen in der Schloßkapelle zu Loifling um 1740. 

Ganz einheitliche Innenausstattungen sind selten und nur in der Spitalkirche 
zu Cham, sowie in den Pfarrkirchen Pemfling, Sattelpeilnstein und Schorndorf zu 
finden. Künstlerisch am höchsten steht die Einrichtung in Pemfling. 

Zwei interessante Taufsteine aus der romanischen, bzw. Übergangsperiode haben 
sich in der Kirche zu Chammünster erhalten. Mittelalterliche (spätgotische), halbei- 
rundförmige Taufsteine treffen wir in Dalking und Grafen kirchen. 

Ein Renaissancetaufstein von eleganter Form mit gedrehtem Fuß und Flach- 
omamenten am Becken steht in Schorndorf. 

Ein mittelalterlicher Weihwasserstein von roher Gestalt ohne Zierformen auf 
hohem Säulenfuß findet sich in der Kirche zu Chammünster. 

V. GLOCKEN. 

Die älteste Glocke im Bezirksamt hängt im Nordturm der Pfarrkirche zu 
Chammünster mit Umschrift in gotischen Majuskeln aus der Zeit um 1300. Die 
Kirche in Wilting besitzt eine Glocke aus dem Jahre 1405 mit schöngegossenem 
Spitzbogenfries. 

Aus dem 17. Jahrhundert findet sich eine Glocke in Pemfling (1645) von den 
Glockengießern Jean Gerhard und Martin Rolin. 



154 VI. B.-A. Cham. 

Kin Meister aus der bekannten (Jlockengießerfamilie Schelchshom in Regens- 
l)urg, die sonst so häufig in der Oberpfalz begegnet, findet sich nur in der Person 
des Johunn Schelchshorn auf einer Cllocke zu Chammünster (1666). 

Um so zahlreicher sinci im Bezirksamt die Straubinger Gießer vertreten, an 
der Spitze iler bekannte (üockengießer Johann Florido. (Vgl. die Angaben Heft I, 
H.A. Roding, S. 222.) Von ihm sind vier (Hocken in der Further Pfarrkirche (1790), 
wie eine CÜocke in Sattelpeilnstein (1784). Dazu kommen noch Paul Ferdinand 
Dietrich in der Spitalkirche zu Cham (1748), Michael Sedlbaur in Chammünster (17 16) 
und in Ränkam (,1721^ Anton Fangler in Sattelpeilnstein (1738). Von Joseph Spannagl 
in Straubing ist eine Ctlocke auf dem Pfarrturm zu Cham (1796), sowie eine in 
Pcmtling ^1800). 

Auch der Name eines Münchener Glockengießers, Franz Jakob Dailer, begegnet 
auf einer Cilockc der Chamer Pfarrkirche (1760! 

Stadtamhofer Gießer sind vor allem vertreten durch Johann Erhard Kissner 
in (tutmaning (1755)» in Darstein (1761), in Schorndorf (1758"^, in Obergoßzell 
(1781) und in Cham (Cilocke in der Pfarrkirche von 1781). Neben ihm findet sich 
auch der (»icßer Joseph Mosser (^Moser) von Stadtamhof in Grafenkirchen (1751). 

VI. KIRCHLICHE UND PROFANE GERÄTE. 

Die kirchlichen Geräte sind ohne besondere Bedeutung. Nach Ausweis der 
Marken fanden wir Augsburgor Meister in Amschwang, Cham, Pemfling, Sattelbogen, 
Schorndorf, Untertraubenbach, Waffenbrunn und Wilting. Chamer Meister sind in 
Reichen der lYarrkirchen von Cham und S;melpoilnstein vertreten. Regensburger 
Arbeiten sind in Vilzing und Wilting. 

Drei Zinnkannon von eleganter Fonu werden im Rathaus zu Cham aufbewahrt. 

VII. SONSTIGE ALTERTÜMER. 

Stoinkrouzo ^moist als Sühnekrou7C für Totschlag? oder Mord, bisweilen wohl 
auch als ETinnonmcssteiTjo für Untallo zu erklären' sind nicht selten. Die Zahl 
162«; träct ein Stoinkrou? Ix^i Kothmaissling; ein anderes bei Windischberc^erdorf an 
der HaiiptstTni>e Cham — Fürth i. W. hat einen Cmcifixus henuisiremeißelt, wieder 
andere sind ohne Zx-^iohcn, ^o in Pemtling, bei C'hnmcraii usw. 

Kin Kroii/^roin aus (iranit mit tibomakolanigem Autsatz steht bei Rißling. 

Kin Gron7>Toin mit dorn A\"a]>pcn der Stadt Cham bogCiiTiet an der Straße 
Cham — Kunh i. W. in der Nahe von \\"in<lisohbortrcrdorf 

In der alten Stadt Cham haben sich aus mittelalterlicher Zeit noch eine 
rätsclhafTc SteinvVulj>tiir in Gestalt eines Meerweihchens, sowie ein steinerner Köwe 
lind Bar erhalten. Die Skiil]>tiiren sind in die Krkon von l\ivathausem eingebaut. 

Kir. IVairmeni einer Stcintatol mit dem \N appon <1cr Stadt Cham und Bau- 
in^rhrifi i^t weiren DatierunL, der r.rbauiini; dov anl.Vron Stadtmauer wichtig. 

Aih^h ein mit eineemeiCvltiMi ratvt^lh.irton /eirhon versehener Stein an der 
Y-Akc i\c< Haus4> Nr. 20^ in lunh i. \N . envi^t Intercs^o. 



Kunststatistische Übersicht. 



155 



Wie in den angrenzenden Bezirksämtern ist auch im Bezirk Cham die Sitte, 
Totenbretter aufzustellen, sehr verbreitet. Große Gruppen von stehenden Toten- 
brettem sind vor allem in Amschwang, Dalking, Obergoßzeil, Runding, Sattelpeiln- 
stein usw. zu sehen. Höchst originell ist die niedliche Holzkapelle in Prienzing, 
deren Wände mit Totenbrettem über und über bedeckt sind. 




I. Ortsregister. 



(Die stärkeren Ziffern bezeichnen die zusammenhängende Beschreibung, die schwächeren gelegentliche Erwähnung.) 



Altenmarkt U, 150. 

Altenstadt 3, U, 31. 

Arnschwang 6, 7, 8, U, 94, 148, 150, 153, 

154, 155. 
Atzenzell 18. 

Birnbrunn (Pirnbrunn) 18. 
Bachberg (Puchberg) 3, 18, 149. 
Cham 1, 2, 3, 4, 6, 7, 8, 19, 5«, 66, 148, 149, 

150, 151, 152, 153, 154. 
Chameregg i, 5, 7, 44, I49- 
Chammttnster 2, 3, 5, 26, 39, 42, 46, 47, 108, 

HO, 148, 149, 150, 151, 152, 153, 154. 
Dalking 8, 41, 87. 94, 148, I49. I5^ I53« >55. 
Darstein (Donnerstein) 88, 149, 152, 154. 
Eichmtthle bei Arnschwang 90, 152. 
Engelsdorf 116. 
Enklam 90. 
Faostendorf 90. 
Fürth i. W. 2, 3, 5, 6, 7, 8, 13, 41, 91, 148, 

149, 150, 151, 152, 153, 154. 
Galgenberg 2, 4, 101. 
Grabitz 8. 

Grafenkirchen 101, 148, 150, 151, 152, 153, 154. 
Gatmaning 102, 152, 154. 
Hötzing 103, 134. 
Hof 104. 
Kager 104, 150. 
Kammerdorf 5, 135. 
Katzberg 5, 104, 148, I53- 
Kolmberg 106. 
Kothmaißling i, 106, I54- 
L4unberg 46, 106, I49- 
Lederdom 7. 
Löwendori 107. 

Loifling 5, 52, 77, 107. I49> «SO. 153- 
Neuhaus 111, 149. 
Nößwartling 8, 114. 



ObergoßzeU 114, i54, I55- 

Obemried 114. 

Pachling 7, 118. 

Pemfling 7, 41, 114, 148, I49, 15°» »5^ »S^i 

153. 154. 
Pirnbrunn s. Birnbrunn. 

Pitzling 116, 150. 

Prienzing 116, 155. 

Puchberg s. Buchberg. 

Pudensdorf 5, 116, 149. 

Ränkam 8, 18, 116, 150, 151, 154. 

Raindorf 117. 

Ried 8. 

Rissing 118, 154. 

Runding 7, 41, 118, I34, 149, 150. »SL «52, 

155. 
Sattelbogen 5, 128, 148, 149, 152. 

Sattelpeilnstein i, 5, 6, 41, 129. 148, 149, 150, 

152, 153, 154, 155. 
Satzdorf 135. 
Schachendorf 135. 
Schönferchen 135, 150. 

Schorndorf 135, 148, 15». 152. I53. «54- 

Siechen bei Altenstadt 137. 

Thieristein 5, 138, 149, 151- 

Traitsching 140. 

Untertraubenbach 41, 140, 141, 148, 150, 151, 

153. 154. 

Vilzing 142, 148. 152, 153- 

Waffenbrunn 90, 143, I49i 15O1 '52, I53, '54. 

Walting 8, 144. 

Waradein 117. 

Weiding 8, 145, 150. 

Willmering 145. 

Wilting 145, 148, 151. 153. 154- 

Windischbergerdorf 147, 154. 

WöUting 147. 



Verzeichnisse. 



157 



IL Abbildungen im Text. 



Seite 
Fig. I. Arnschwang. Ansicht auf einer 
Flurkarte von 1583. Im Reichs- 
archiv München 12 

2. Arnschwang. Ansicht des Schlosses 
auf einer Karte von 1608. Im 
Reichsarchiv München 13 

3. Arnschwang. Ansicht bei Wening, 
1726 15 

4. Arnschwang. Grabstein des Stephan 
Eckel, f 1601, an der äußeren 
Chorwand der Pfarrkirche ... 16 

5. Arnschwang. Grabstein des Thomas 
Hemerlein, f 1604, an der Fried- 
hofmauer 17 

6. Cham. Gesamtansicht der Stadt 
von Süden aus 21 

7. Cham. Ansicht der Stadt auf 
einer Karte von 1608. Im Reichs- 
archiv München 22 

8. Cham. Ansicht der Stadt und 
Umgebung von Georg Christian 
Kilian, erste Hälfte des 18. Jahr- 
hunderts 23 

9. Cham. Südansicht der Stadt um 
die Mitte des 19. Jahrhunderts. 
Nach einem Aquarell des Hist. Ver. 
von Oberpfalz u. Regensburg . . 24 

10. Cham. Ansicht des ehem. Spital- 
tors mit der Spitalkirche um die 
Mitte des 19. Jahrhunderts. Aquarell 
in der Sammlung des Hist. Ver. 
von Oberpfalz u. Regensburg . . 25 

11. Cham. Marktplatz mit Pfarrkirche 
und Gasthaus zur Krone .... 27 

12. Cham. Stukkaturen in der Pfarrkirche 28 
13 Cham. Detail vom Tabernakel 

des ehem. Hochaltars in der Sakri- 
stei der Pfarrkirche 29 

14. Cham. Sudansicht der Spitalkirche 31 

15. Cham. Jahreszahl am Chor der 
Spitalkirche 32 

16. Cham. Sudportal der Spitalkirche 32 

17. Cham. Ansicht des ehem. Franzis- 
kanerklosters im 18. Jahrhundert. 
Im Reichsarchiv München ... 33 

18. Cham. Lageplan der Stadt nach 
dem Katasterblatt 35 

19. Cham. Ansicht des Straubinger 
Turms 36 



Seite 



Fig. 20. Cham. Ansicht des Biertores 

(Burgtores) 37 

> 21. Cham. Ansicht des Rathauses 38 

> 22. Cham. Fensterdetails am Rathaus 39 

> 23. Cham. Zinnkanne im Rathaus 40 

> 24. Cham. Marken an den Zinnkannen 

im Rathaus 40 

> 25. Cham. Fensterdetails am Gasthaus 

zur Krone 41 

> 26. Cham. Steinfiguren am Eck der 

Apotheke 42 

> 27. Cham. Steinfigur an der Ecke der 

Schuegrai^asse 42 

> 28. Cham. Altarmodell im Besitze des 

Herrn Buchbindermeisters Bau- 
meister in Cham 43 

> 29. Chameregg. Ansicht des sogen. 

Ödenturms, 1905 44 

> 30. Chameregg. Buckelquadem am 

Ödenturm 45 

> 31. Chammttnster. Westansicht des 

Dorfes 47 

> 32. Chammünster. Glasgemälde des 

Kaiser Heinrich-Fensters von 1476 
in der Pfarrkirche. Skizze von 

R. Schuegraf, 1817 49 

Chammünster. Grundriß der Pfarr- 
kirche 50 

Chammttnster. Längsschnitt der 

Pfarrkirche 51 

Chammttnster. Querschnitt der 

Pfarrkirche 53 

Chammünster. Schnitt durch das 
südliche SeitenschiiTgewölbe und 
Aufriß der südlichen Hochwand 
des Mittelschiffes unter dem süd- 
lichen Seitenschiflfdachboden mit 
Darstellung der Holzverankerung 54 
» 37. Chammünster. Holzverankerung in 
der Hochwand des Mittelschiffes 
der Pfarrkirche 55 

> 38. Chammünster. Steinbank an einem 

Pfeiler der Pfarrkirche 56 

> 39. Chammünster. Fensterdetails an 

der Pfarrkirche 57 

y 40. Chammünster. Details der Pfarr- 
kirche 58 

> 41. Chammünster. Spitzbogentttre im 

Chor der Pfarrkirche 58 



> 33. 

» 34- 

• 35. 

» 36. 



158 



VI. B.-A. Cham. 



Seite 
Fig. 42. Chammünster. Südlicher Pfeiler 
des spätgotischen Chorbogens mit 
dem Anschluß des spätgotischen 
Langhauses an den frühgotischen 
Chor 59 

43. Chammünster. Südportal der Pfarr- 
kirche 60 

44. Chammünster. Wandgemälde im 
Tympanon des Südportals der 
Pfarrkirche 61 

45. Chammünster. Westportal der 
Pfarrkirche 62 

46. Chammünster. Südansicht der 
Pfarrkirche 63 

47. Chammünster. Ansicht des Chor- 
baues von Norden 65 

48. Chammünster. Südliches Seiten- 
schiff der Pfarrkirche 66 

49. Chammünster. Kanzel in der 
Pfarrkirche 67 

50. Chammünster. Taufstein in der 
Pfarrkirche 68 

51. Chammünster. Taufstein in der 
Pfarrkirche 69 

52. Chammünster. Details von dem 
Taufstein Fig. 51 in der Pfarr- 
kirche 69 

53. Chammünster. Grabstein Nr. 9 
des Nicolaus Panholz, f 1428, in 
der Pfarrkirche 71 

54. Chammünster. Grabstein Nr. 24 
in der Pfarrkirche 72 

55. Chammünster. Grabstein Nr. 25 
in der Pfarrkirche 73 

56. Chammünster. Grabstein Nr. 27 
in der Pfarrkirche 74 

57. Chammünster. Grabstein Nr. 28 
in der Pfarrkirche 74 

58. Chammünster. Grabstein Nr. 29 
in der Pfarrkirche 75 

59. Chammünster. Grabstein Nr. 36 
in der Pfarrkirche 76 

60. Chammünster. Grabstein Nr. 38 
in der Pfarrkirche 77 

61. Chammünster. Grabstein Nr. 49 
des Andreas Raindorfer, f I479i 
in der Pfarrkirche 78 

62. Chammünster. Grabstein Nr. 72 
an der äußeren Südwand der 
Pfarrkirche 79 

63. Chammünster. Rippenkragstein im 
Chor der St. Annakapelle .... 82 



Seite 
Fig. 64. Chammünster. Nordportal der St. 

Annakapelle 83 

65. Chammünster. Grabstein vor der 
St. Annakapelle 84 

66. Chammünster. Grundriß, Schnitte 
und Aufrisse des Karners .... 85 

67. Chammünster. Eingang und Fen- 
ster des Kamers, 1899 86 

68. Chammünster. Beim Karner auf- 
gefundene Werkstücke 87 

69. D a r s t e i n. Ansicht der Kirche 89 

70. Fürth i. W. Ansicht von Stadt 
und Schloß auf einer Karte von 
1581. Im Reichsarchiv München 91 

71. Fürth i. W. Ansicht auf einer 
Karte von 1583. Im Reichsarchiv 
München 92 

72. Fürth i. W. Ansicht auf einer 
Karte von 1608. Im Reichsarchiv 
München 93 

73. Fürth i. W. Ansicht der Stadt 
nach A. W. Ertel, 1687 .... 94 

74. Fürth i. W. Aquarell von Karl 
August Lebsch^e (f 1877), nach 
dem Wandgemälde im Antiquarium 
der Kgl. Residenz in München um 
1590 in der Sammlung des Hist. 
Ver. von Oberbayern 95 

> 75. Fürth i. W. Ansicht des Schloß- 

tores und Schloßturmes um die 
Mitte des 19. Jahrhunderts. Nach 
einem Aquarell in der Sammlung 
des Hist. Ver. von Oberpfalz u. 
Regensburg 96 

> 76. Fürth i. W. Schloßhof um die 

Mitte des 19. Jahrhunderts. Nach 
einem Aquarell in der Sammlung 
des Hist. Ver. von Oberpfalz u. 

Regensburg 97 

Fürth i. W. Relief der Kreuzigung 

an der Chorwand der hl. Kreuzkirche 98 

Fürth i. W. Lageplan der Stadt 

nach dem Katasterblatt 99 

Grafenkirchen. Krämerhaus 102 
Kager. Hölzerne Bauernhäuser 105 
L o i f 1 i n g. Ansicht des Schlosses 

bei Wening, 1726 107 

Loifling. Ostansicht des Schlosses 108 
Loifling. Holzfigur in der Schloß- 
kapelle 109 

84. Loifling. Inschriftstein in der 

Schloßkapelle iio 



> 77. 

> 78. 

> 79. 

> 80. 
y 81. 

> 82. 
• 83. 



Verzeichnisse. 



'59 



Seite 
Fig. 85. Neuhaus. Ansicht der Ruine 

von Südosten ill 

> 86. Neuhaus. Lageplan der Burg' 

ruine 113 

> 87. Pemfling. Holzfigur in der 

Pfarrkirche 115 

> 88. Kissing. Kreuzstein . . . .118 
9 89. Runding. Grabstein des Chri- 
stoph Friedrich von Eyb, f 1598, 

an der Friedhofmauer 119 

> 90. Runding. Ansicht des Schlosses 

auf einer Karte von 1608. Im 
Reichsarchiv München 120 

> 91. Runding. Ansicht des Schlosses 

bei Wening, 1726 121 

> 92. Rnnding. Ansicht des innem 

Torbaues mit Turm um die Mitte 
des 19. Jahrhunderts. Nach einem 
Aquarell in der Sammlung des 
Hist. Ver. von Oberpfalz und 
Regensburg 122 

> 93. Runding. Ansicht des SchloO- 

hofes um die Mitte des 19. Jahr* 
hunderts. Nach einem Aquarell 
des Hist. Ver. von Oberpfalz u. 

Regensburg 123 

y 94. Runding. Lageplan der Burg- 
ruine, 1905 124 



Seite 
^^S* 95* Runding. Schnitt der Burgruine, 

1905 125 

96. Runding. Ansicht der Burgruine 
von Südosten, 1905 126 

97. Runding. Ansicht der Burgruine 
von Innen, 1905 127 

98. Sattelpeilnstein. Plan des 
Schlosses von 1600. Im Pfarrarchiv 
Sattelpeilnstein 130 

99. Sattelpeilnstein. Südwestansicht 
des Schlosses 131 

100. Sattelpeilnstein. Wappen im Flur 

des Schlosses 132 

loi. Sattelpeilnstein. Lageplan der 

Burgruine, 1905 133 

102. Schorndorf. Taufstein in der 
Pfarrkirche 136 

103. Schorndorf. Taufstein in der 
Pfarrkirche 137 

104. Thierlstein. Ansicht des 
Schlosses 138 

105. Thierlstein. Grundrisse des 
Schlosses 139 

106. Waffen brunn. Ansicht des 
Schlosses 143 

107. Wilting. Choransicht der Kirche 146 

108. Windischbergerdorf. Stein- 
kreuz 147 



III. Tafeln. 



Tafel I. Chammünster. Nordansicht der 
Pfarrkirche. 

> II. Chammünster. Innenansicht der Pfarr- 

kirche. 

> III. Chammünster. Choraltar in der Pfarr- 

kirche. 



Tafel IV. Chammünster. Ostansicht der St. 
Annakapelle. 

> V. Pemfling. Innenansicht der Pfarr- 

kirche. 

> VI. Schorndorf. Grabstein des Sigmund 

von Puchberg, f ca. 1481, in der 
Pfarrkirche. 



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